hr2 Notenschlüssel
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Beschreibung

Klassische Musik – noch Fragen? Paul Bartholomäi gibt ganz persönliche Antworten: In jedem Podcast entschlüsselt er ein anderes Werk, lässt Zusammenhänge hörbar werden, führt in die Welt der Komponisten. Weitere Folgen gibt’s hier ab dem 23. September.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Notenschlüssel - Antheil: Das Flugzeug

21.10.2026
“Bad Boy of Music“ - und das ist nicht Ludwig van Beethoven, sondern die aus Amerika importierte Skandalnudel, die den Mund immer ein bisschen zu voll nahm, sich gerne von wohlhabenden Damen finanzieren ließ und die europäische Kulturszene im Europa der 1920er Jahre immer wieder schockierte: Wo George Antheil war, da war was los…und der nächste Musikskandal lauerte an den Saaltüren. “Das Flugzeug“, Antheils zweisätzige Klaviersonate - oder besser: sein Klaviersonätchen -, lässt den Rausch der Geschwindigkeit und den röhrenden Sound der luftgekühlten Zylinder 1921 Musik werden. Musik? Man könnte auch einfach sagen: Krach, und das dürfte dem damals noch sehr abenteuerlichen Fluggerät angemessen gewesen sein - nicht aber dem Konzertsaal, wo man meist noch die überreifen Früchte der musikalischen Spätromantik zu konsumieren pflegte. Paul Bartholomäi nimmt sich des kleinen Musikmonsters an - also des Klavierstücks wie seines Schöpfers -, lässt andere Werke Antheils anklingen, wirft einen Blick auf den Surrealismus jener Tage und lässt Antheil selbst zu Wort kommen mit einem Ausschnitt aus seiner höchst unterhaltsamen, wenn auch nicht immer ganz glaubhaften Autobiografie “Bad Boy of Music“. Und was in späteren Tagen aus dem kecken Springinsfeld geworden ist…?
“Bad Boy of Music“ - und das ist nicht Ludwig van Beethoven, sondern die aus Amerika importierte Skandalnudel, die den Mund immer ein bisschen zu voll nahm, sich gerne von wohlhabenden Damen finanzieren ließ und die europäische Kulturszene im Europa der 1920er Jahre immer wieder schockierte: Wo George Antheil war, da war was los…und der nächste Musikskandal lauerte an den Saaltüren. “Das Flugzeug“, Antheils zweisätzige Klaviersonate - oder besser: sein Klaviersonätchen -, lässt den Rausch der Geschwindigkeit und den röhrenden Sound der luftgekühlten Zylinder 1921 Musik werden. Musik? Man könnte auch einfach sagen: Krach, und das dürfte dem damals noch sehr abenteuerlichen Fluggerät angemessen gewesen sein - nicht aber dem Konzertsaal, wo man meist noch die überreifen Früchte der musikalischen Spätromantik zu konsumieren pflegte. Paul Bartholomäi nimmt sich des kleinen Musikmonsters an - also des Klavierstücks wie seines Schöpfers -, lässt andere Werke Antheils anklingen, wirft einen Blick auf den Surrealismus jener Tage und lässt Antheil selbst zu Wort kommen mit einem Ausschnitt aus seiner höchst unterhaltsamen, wenn auch nicht immer ganz glaubhaften Autobiografie “Bad Boy of Music“. Und was in späteren Tagen aus dem kecken Springinsfeld geworden ist…?

Notenschlüssel - Pergolesi: Stabat Mater

12.10.2026
Beim Loblied auf Pergolesis "Stabat Mater" kann man offensichtlich den Mund kaum zu voll nehmen: Es sei "das europaweit berühmteste Kirchenwerk des 18. Jahrhunderts" - was zählen daneben schon Händel oder Bach? Letzterer hat sogar noch 1747 höchstselbst eine Adaption angefertigt - und so wurde aus der katholischen Marienklage kurzerhand eine protestantische Kirchenkantate. Warum wurde dieses "Stabat Mater" des allzu früh - mit 26 Jahren - verstorbenen neapolitanischen Komponisten das meistgedruckte Musikwerk des 18. Jahrhunderts? Was unterscheidet es von denen der Vorgänger, etwa Alessandro Scarlattis? Paul Bartholomäi stellt das Hauptwerk dieses Komponisten und seiner Epoche vor, wirft einen Seitenblick auf Pergolesis zweites berühmtes Werk, das Bühnenstück "La serva padrona", und gibt auch der kritischen Stimme eines Zeitgenossen Raum.
Beim Loblied auf Pergolesis "Stabat Mater" kann man offensichtlich den Mund kaum zu voll nehmen: Es sei "das europaweit berühmteste Kirchenwerk des 18. Jahrhunderts" - was zählen daneben schon Händel oder Bach? Letzterer hat sogar noch 1747 höchstselbst eine Adaption angefertigt - und so wurde aus der katholischen Marienklage kurzerhand eine protestantische Kirchenkantate. Warum wurde dieses "Stabat Mater" des allzu früh - mit 26 Jahren - verstorbenen neapolitanischen Komponisten das meistgedruckte Musikwerk des 18. Jahrhunderts? Was unterscheidet es von denen der Vorgänger, etwa Alessandro Scarlattis? Paul Bartholomäi stellt das Hauptwerk dieses Komponisten und seiner Epoche vor, wirft einen Seitenblick auf Pergolesis zweites berühmtes Werk, das Bühnenstück "La serva padrona", und gibt auch der kritischen Stimme eines Zeitgenossen Raum.

Notenschlüssel - Isang Yun: Réak

06.10.2026
Seine Biografie könnte die Vorlage abgeben für einen wilden Polit-Thriller, nur dass die Geschichte leider wahr ist: 1967 wurde der koreanische Komponist Isang Yun vom südkoreanischen Geheimdienst aus West-Berlin entführt und nach Südkorea verschleppt. In einem Schauprozess angeklagt, zum Tode, später zu "lebenslänglich" verurteilt - und zwei Jahre später durch Bemühungen des deutschen Außenministeriums und weltweite Proteste von Künstlerkollegen wieder freigelassen. Isang Yuns Musik schlägt eine Brücke von Ost nach West - in einer Zeit, in der so etwas noch nicht so gängig und wohlfeil war wie heute, sondern eher ein Experiment. Welches Orchester kannte sich schon mit Musik aus, in der jeder Ton ein Ereignis ist? In der die im Abendland so wichtig genommene "Form" mit Anfang, Ende und einer nachvollziehbaren melodischen und harmonischen Konstruktion dazwischen kaum eine Rolle spielt? In der das "normale" Sinfonieorchester maximal differenziert ist und durch eine Batterie von Schlagzeug verstärkt wird? 1966, ein Jahr vor seiner Entführung, gelang Isang Yun mit seinem Orchesterstück "Réak" so etwas wie ein Durchbruch. Paul Bartholmäi stellt das Stück vor, richtet den Blick nach Asien, auf die damalige "Neue Musik" mit dem ganz großen "N", aber auch auf die Biografie von Isang Yun - Letzteres in den Worten des Komponisten und Oboisten Heinz Holliger.
Seine Biografie könnte die Vorlage abgeben für einen wilden Polit-Thriller, nur dass die Geschichte leider wahr ist: 1967 wurde der koreanische Komponist Isang Yun vom südkoreanischen Geheimdienst aus West-Berlin entführt und nach Südkorea verschleppt. In einem Schauprozess angeklagt, zum Tode, später zu "lebenslänglich" verurteilt - und zwei Jahre später durch Bemühungen des deutschen Außenministeriums und weltweite Proteste von Künstlerkollegen wieder freigelassen. Isang Yuns Musik schlägt eine Brücke von Ost nach West - in einer Zeit, in der so etwas noch nicht so gängig und wohlfeil war wie heute, sondern eher ein Experiment. Welches Orchester kannte sich schon mit Musik aus, in der jeder Ton ein Ereignis ist? In der die im Abendland so wichtig genommene "Form" mit Anfang, Ende und einer nachvollziehbaren melodischen und harmonischen Konstruktion dazwischen kaum eine Rolle spielt? In der das "normale" Sinfonieorchester maximal differenziert ist und durch eine Batterie von Schlagzeug verstärkt wird? 1966, ein Jahr vor seiner Entführung, gelang Isang Yun mit seinem Orchesterstück "Réak" so etwas wie ein Durchbruch. Paul Bartholmäi stellt das Stück vor, richtet den Blick nach Asien, auf die damalige "Neue Musik" mit dem ganz großen "N", aber auch auf die Biografie von Isang Yun - Letzteres in den Worten des Komponisten und Oboisten Heinz Holliger.