
Heiligenschein
Der SONNTAG
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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
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21. Oktober: Laura de Montoya
21.10.2026
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Sie ist Kolumbiens erste Heilige und Vorbild – "Role Model" nennt man das auf neudeutsch - für südamerikanische Mädchen und Frauen: Laura de Montoya. Eine mutige, unerschrockene Frau, die in ihrem Glauben unbeirrbar ihren Weg ging – gegen die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung. Sie selbst war keine.Von der Lehrerin zur MissionarinSie stammte aus einer Arztfamilie, geboren 1874. Allerdings verlor sie den Vater mit zwei Jahren und lebte fortan in Armut. Dennoch schloss sie mit 18 Jahren ihre Ausbildung zur Lehrerin ab und begann zu arbeiten. In dieser Zeit verspürte sie den Ruf zum Ordensleben. Eigentlich wollte sie bei den Karmelitinnen eintreten, also in eine Art von Kloster eintreten, das man nie verlässt. Doch dann wurde das Bedürfnis immer stärker, zu den Ureinwohnern Kolumbiens zu gehen. Eine erste Reise unternahm Laura mit 34 Jahren. Danach war ihr klar: Sie wollte bei ihnen leben. Nach weiteren Reisen zog sie schließlich mit 39 Jahren, 1914, zu den Indios in der Provinz Araguaia, den Ärmsten des Landes. Sie wollte sich in deren Kultur einfügen und auf diese Weise deren Diskriminierung beenden. Die Indios galten unter der Bevölkerung nämlich als Wilde. Entsprechend groß waren die Vorbehalte in der christlichen Gemeinde. Laura jedoch gründete die Kongregation der Missionare der Unbefleckten Jungfrau Maria und der Heiligen Katharina von Siena, heute Lauritas genannt.Einsatz für die Rechte der UreinwohnerNeben ihrer Missionstätigkeit half sie den Ureinwohnern und verteidigte sie gegen Behörden und Pächter, die sich ihr Land unter den Nagel reißen wollten. Es existieren tausende Briefe dazu, auch an kirchliche Behörden, an Priester, Ordensfrauen und Laien. Außerdem schrieb Laura, die auch Mystikerin war, mehr als 30 Bücher. Das wurde auch staatlich anerkannt, denn1939 erhielt sie den höchsten Orden des Landes.Das Erbe von Laura de MontoyaLauras Kongregation führte ungewollt ein Wanderleben, weil immer wieder ihre Lebensart abgelehnt wurde. Frauen selbstbewusst als Missionarinnen – das war manchen zu viel Emanzipation. Laura de Montoya starb am 21. Oktober 1929 in Medellin und wurde 2013 als erste Kolumbianerin heiliggesprochen. Ihr Gedenktag ist seither in Kolumbien ein Feiertag.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

12. Oktober: Carlo Acutis
12.10.2026
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Von einem Bild lacht schelmisch ein Jugendlicher mit schwarzem Wuschelhaar. Auf dem anderen liegt er in einem gläsernen Sarg – bestattet in seinem Jogginganzug und, wie es in Italien bei Seligen und Heiligen üblich ist, präpariert, sodass er lebendig aussieht. Der Knabe hieß Carlo Acutis.Carlo Acutis – ein außergewöhnlich gläubiger BubDas Outfit ist historisch einzigartig. Er ist mit nur 15 Jahren gestorben. Diese wenigen Lebensjahre waren aber ausreichend, ihn in den Kreis der Heiligen aufzunehmen, und das ist immerhin tröstlich. Der Sohn eines italienischen Investmentbankers kam 1991 in London zur Welt, wuchs aber in seiner Heimat Mailand auf. Carlo bestach – im Gegensatz zu seinen Eltern – durch seine Frömmigkeit. Nach seiner Erstkommunion besuchte er täglich die Messe und betete viel. Er nannte die Heilige Eucharistie seine „Autobahn in den Himmel“. Das war außergewöhnlich.Glaube trifft auf InformatikDazu gesellte sich eine besondere Begabung für Informatik. Schon als Zehnjähriger gestaltete er eigene Webseiten. Mit elf begann er mit der Erstellung eines Online-Verzeichnisses mit 136 eucharistischen Wundern aus der ganzen Welt. Drei Jahre brauchte er dafür. Eine Ausstellung, die nach seinem Tod entwickelt wurde, wurde weltweit in Tausenden Pfarren gezeigt.Carlo Acutis – ein ganz normaler JugendlicherCarlo war aber weder verschroben fromm noch ein Computernerd. Er war ein lustiger Bub, der gerne Fußball und Playstation spielte, Videos drehte und seine Mitmenschen zum Lachen brachte. Anfang Oktober 2006 erkrankte er plötzlich an Leukämie. Nur wenige Tage später, am 12. Oktober, starb er mit nur 15 Jahren. Zu seiner Seelenmesse kamen auch Obdachlose, die er, auch ohne Wissen seiner Familie, mit Spenden versorgt hatte. 2020 ist er seliggesprochen worden. Er wird von vielen als Schutzpatron des Internets angerufen und als „Influencer Gottes“ oder „Cyberapostel“ bezeichnet.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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11. Oktober: Johannes XXIII.
11.10.2026
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.„Man kann mit einem Hirtenstab in der Hand heilig werden, aber genauso auch mit einem Besen.“ Nur einer kommt als Autor dieses Zitats in Frage: Papst Johannes XXIII., die berühmte Anekdotenschleuder mit Tiefgang. Das Leben hatte ihn so geformt.Angelo Roncalli – Vom Bauernsohn zum DiplomatenEr wurde 1881 als Angelo Roncalli bei Bergamo in eine große Bauernfamilie geboren und mit 23 Jahren Priester. Er arbeitete unter anderem als Bischofssekretär und am Priesterseminar. Dann aber wurde der liberale Priester für 20 Jahre als Diplomat auf den Balkan abgeschoben. Dort wurde ihm der Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen sehr wichtig, und im Krieg rettete er Tausende Juden.Johannes XXIII. – Ein Papst im AufbruchSchließlich wurde Angelo Roncalli mit 72 Patriarch von Venedig. Als er fünf Jahre später zum Papst gewählt wurde, war klar, dass er aufgrund seines Alters nur ein Übergangspapst werden würde. Was stimmte, denn er markierte den Übergang der Kirche in ein anderes Zeitalter. Als erster Papst seit 1870 verließ er den Vatikan, um Besuche zu machen, beendete in Italien die Exkommunikation der Kommunisten, schaffte den Fußkuss und die drei Verbeugungen bei Privataudienzen ab, gründete das Sekretariat für die Einheit der Christen und suchte Kontakt zu Juden und Muslimen.Johannes XXIII. – Sein VermächtnisSein größtes Werk war aber die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Acht Monate nach der Eröffnung, am 3. Juni 1963, starb Johannes XXIII. an Krebs. Das Konzil jedoch ging in seinem Sinn weiter.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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