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Dieser Podcast präsentiert fundiertes Wissen rund um Böden. Böden sind nicht nur unsere Ernährungsgrundlage, sie sind Global Player in der Klimakrise und wir alle sollten mehr über ihre Funktionen wissen.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

SC212 SoilTalk: Vom Winde verweht

15.10.2026
Wie Bodenaggregate, Pflanzenreihen und Fahrspuren beeinflussen, wie viel Boden der Wind abträgt. Manchmal braucht Bodenforschung einen Sturm auf Bestellung, um zu sehen, was der Wind mitnimmt. Christoph und Lea gehen der Frage nach, ob der kasachischen Steppe ein neuer Dust Bowl droht.   - www.soilcast.de - E-Mail: info@soilcast.de - [Den Soilcast unterstützen](https://soilcast.de/unterstuetzen/) - [Soilcast in den sozialen Medien](https://linktr.ee/soilcast) Thema: Vom Winde verweht Christoph und Lea nehmen euch mit in die Steppe Nordkasachstans und fragen, ob dort ein neuer Dust Bowl droht. In den 1930er-Jahren wurde in den Great Plains der USA großflächig Grasland zu Acker umgebrochen, die Bewirtschaftung passte nicht zum Boden, und als eine schwere Dürre kam, verursachten Staubstürme verheerende Bodenerosion. Heute wird in Kasachstan wieder Steppe umgebrochen, und Klimamodelle sagen zunehmende Trockenheit voraus. Ein Team der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wollte es genau wissen. Die Forschenden haben untersucht, wie sich die Stabilität der Bodenaggregate verändert, wenn aus Grasland Acker wird [Koza et al. 2022] (https://doi.org/10.1111/ejss.13304). Dann haben sie einen mobilen Windkanal, von denen es weltweit nur wenige gibt, direkt auf die Äcker gebracht und dort eine Stunde lang Sturm erzeugt [Koza et al. 2024] (DOI: 10.1016/j.still.2023.105941). Christoph und Lea erklären, wie ein Bodenteilchen überhaupt in die Luft kommt [Zobeck & Van Pelt 2011] (https://doi.org/10.2136/2011.soilmanagement.c14), warum Winderosion so oft unbemerkt bleibt [Mueller et al. 2026] (https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-032-09836-8_14) und warum die Aggregate der Schlüssel sind. Das Ergebnis überrascht: Die frisch umgebrochene Steppe hält zunächst erstaunlich gut. Ihren Halt verliert sie erst durch die Bodenbearbeitung danach, schon bei reduzierter Bearbeitung und auch ohne Humusverlust. Am meisten Boden fliegt dort weg, wo die Aggregate zerstört sind: in Fahrspuren und auf einem jungen Maisfeld, unter dessen lichtem Bestand der Wind fast ungebremst hindurchbläst. Und unterhalten sich was Landwirtinnen und Landwirte tun können, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.
Wie Bodenaggregate, Pflanzenreihen und Fahrspuren beeinflussen, wie viel Boden der Wind abträgt.

Manchmal braucht Bodenforschung einen Sturm auf Bestellung, um zu sehen, was der Wind mitnimmt. Christoph und Lea gehen der Frage nach, ob der kasachischen Steppe ein neuer Dust Bowl droht.

 

- www.soilcast.de

- E-Mail: info@soilcast.de

- [Den Soilcast unterstützen](https://soilcast.de/unterstuetzen/)

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Thema: Vom Winde verweht


Christoph und Lea nehmen euch mit in die Steppe Nordkasachstans und fragen, ob dort ein neuer Dust Bowl droht. In den 1930er-Jahren wurde in den Great Plains der USA großflächig Grasland zu Acker umgebrochen, die Bewirtschaftung passte nicht zum Boden, und als eine schwere Dürre kam, verursachten Staubstürme verheerende Bodenerosion. Heute wird in Kasachstan wieder Steppe umgebrochen, und Klimamodelle sagen zunehmende Trockenheit voraus.


Ein Team der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wollte es genau wissen. Die Forschenden haben untersucht, wie sich die Stabilität der Bodenaggregate verändert, wenn aus Grasland Acker wird [Koza et al. 2022] (https://doi.org/10.1111/ejss.13304). Dann haben sie einen mobilen Windkanal, von denen es weltweit nur wenige gibt, direkt auf die Äcker gebracht und dort eine Stunde lang Sturm erzeugt [Koza et al. 2024] (DOI: 10.1016/j.still.2023.105941). Christoph und Lea erklären, wie ein Bodenteilchen überhaupt in die Luft kommt [Zobeck & Van Pelt 2011] (https://doi.org/10.2136/2011.soilmanagement.c14), warum Winderosion so oft unbemerkt bleibt [Mueller et al. 2026] (https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-032-09836-8_14) und warum die Aggregate der Schlüssel sind.


Das Ergebnis überrascht: Die frisch umgebrochene Steppe hält zunächst erstaunlich gut. Ihren Halt verliert sie erst durch die Bodenbearbeitung danach, schon bei reduzierter Bearbeitung und auch ohne Humusverlust. Am meisten Boden fliegt dort weg, wo die Aggregate zerstört sind: in Fahrspuren und auf einem jungen Maisfeld, unter dessen lichtem Bestand der Wind fast ungebremst hindurchbläst. Und unterhalten sich was Landwirtinnen und Landwirte tun können, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

SC211 SoilTalk: Wenn Der Boden zum Arzt muss

06.10.2026
Parallelen zwischen Bodengesundheit und menschlicher Gesundheit Kathrin und Christoph gehen dem Begriff der Bodengesundheit auf den Grund und nehmen dabei ein aktuelles Paper genauer unter die Lupe, welches das Konzept mithilfe der menschlichen Gesundheit versucht zu erklären. www.soilcast.deE-Mail: info@soilcast.deDen Soilcast unterstützenSoilcast in den sozialen Medien Vorgespräch:Christoph war am zurückliegenden Wochenende bei der Stiftung Kunst und Natur in Nantesbuch beim alljährlichen Soil Summit eingeladen. Bei dieser Gelegenheit hat er den französischen Journalisten Pierre Girard getroffen. Dessen Filmreihe Roots ist zum Beispiel auf YouTube zu finden und sehr zu empfehlen! Thema: Wenn der Boden zum Arzt muss - Parallelen zwischen Bodengesundheit und menschlicher GesundheitIm Paper der Woche dreht sich diesmal alles um die spannende Frage: Was haben Bodengesundheit und menschliche Gesundheit eigentlich gemeinsam? Das Paper ist 2024 in Frontiers in Soil Science erschienen und dank Open Access für alle frei zugänglich.Ihr wollt noch tiefer in das Thema Bodengesundheit einsteigen? Auf der Website des Soil Health Labs findet ihr zahlreiche frei zugängliche Ressourcen – darunter anschauliche Leitfäden zur Probenahme und zur Untersuchung verschiedener Parameter der Bodengesundheit. Auch das Bewertungsschema für Bodengesundheit der Cornell University (CASH) könnt ihr euch dort genauer anschauen.
Parallelen zwischen Bodengesundheit und menschlicher Gesundheit

Kathrin und Christoph gehen dem Begriff der Bodengesundheit auf den Grund und nehmen dabei ein aktuelles Paper genauer unter die Lupe, welches das Konzept mithilfe der menschlichen Gesundheit versucht zu erklären. 

Vorgespräch:

Christoph war am zurückliegenden Wochenende bei der Stiftung Kunst und Natur in Nantesbuch beim alljährlichen Soil Summit eingeladen. Bei dieser Gelegenheit hat er den französischen Journalisten Pierre Girard getroffen. Dessen Filmreihe Roots ist zum Beispiel auf YouTube zu finden und sehr zu empfehlen!

Thema: Wenn der Boden zum Arzt muss - Parallelen zwischen Bodengesundheit und menschlicher Gesundheit

Im Paper der Woche dreht sich diesmal alles um die spannende Frage: Was haben Bodengesundheit und menschliche Gesundheit eigentlich gemeinsam? Das Paper ist 2024 in Frontiers in Soil Science erschienen und dank Open Access für alle frei zugänglich.

Ihr wollt noch tiefer in das Thema Bodengesundheit einsteigen? Auf der Website des Soil Health Labs findet ihr zahlreiche frei zugängliche Ressourcen – darunter anschauliche Leitfäden zur Probenahme und zur Untersuchung verschiedener Parameter der Bodengesundheit. Auch das Bewertungsschema für Bodengesundheit der Cornell University (CASH) könnt ihr euch dort genauer anschauen.

SC210 SoilTalk: Baijiu – Die Spirituose aus der Schlammgrube

29.09.2026
Der Einfluss des Bodens auf den Geschmack eines ikonischen Alkohols Baijiu wird seit Jahrtausenden in China gebraut - jedoch nicht in Holzfässern, sondern in Bodengruben! Max erzählt uns heute, wie moderne Wissenschaft auf alte Tradition trifft, und ob man tatsächlich die Region anhand des Geschmacks erkennen kann. www.soilcast.de E-Mail: info@soilcast.de Den Soilcast unterstützen Soilcast in den sozialen Medien Thema: Baijiu – Die Spirituose aus der Schlammgrube Die Braukunst von Baiju ist ein Faszinierendes Thema. Baiju wird traditionell in China in sogenannten „Mud Pits“ (grob übersetzt als „Schlammgruben“) gebraut. Dies ist jedoch keinerseits eine schmutzige Angelegenheit. Ganz im Gegenteil: Forschung im letzten Jahrzehnt formt einen Zusammenschluss von antiker Tradition und moderner Biochemie. Normalerweise werden Spirituosen für ihre Reinheit gepriesen, ein sauber destillierter Vodka, Gin, oder Schnaps zeichnet sich durch ein simples Geschmackprofil aus. Dieses ist meistens geprägt von purem Ethanol und einer Aromagrundlage wie die Art des Getreides oder zugesetzten Früchten/Kräutern während der Destillation. Baijiu unterscheidet sich hiervon durch ein sehr reiches und komplexes Geschmacksprofil. Dies kann für einen westlichen Gaumen manchmal überwältigend sein, wird in China aber sehr geschätzt. Mehrere Regionen in China haben sich über tausend Jahre in Baijiu Produktion spezialisiert. Ein echter Kenner weiß zwei Dinge: Eine ältere Bodengrube bringe besseren Baijiu hervor. Und jede Brauregion hat einen ganz eigenen Geschmack. Beim Soilcast sind wir natürlich interessiert darin, wie der Boden denn den Geschmack von Baijiu beeinflusst. Folge 210 bietet einen allgemeinen Überblick über den Brauprozess, die Auswahl von Bodenart, die Kultivation von einzigartigen Mikrobiom in den Schlammwänden und den flüchtigen Aromastoffen, welche diese Populationen produzieren. Wie so eine Brauhalle mit Braugruben aussieht seht ihr auf diesem Foto Eine perfekte Zusammenfassung über den Brauprozess von Baijiu und der Forschung zum Grubenschlamm lässt sich online auch nochmal ansehen auf Youtube: Good baijiu starts with an old fermentation pit. Zum Weitern nachlesen für den neugieren Hörer finden sich hier auch noch die wichtigsten Quellen zu dieser Folge: The brewing process and microbial diversity of strong flavour Chinese spirits: a review (2017) – bietet einen allgemeinen Überblick über den Brauprozess und die mikrobielle Vielfalt bei der Herstellung von Baijiu.Comparative characterization and contribution of key aroma compounds in the typical base liquor of Jiang-flavor Baijiu from different distributions in the Chinese Chishui River basin (2023) – geht ins Detail zu den verschiedenen flüchtigen Aromastoffen und dem Einfluss unterschiedlicher Regionen auf das Geschmacksprofil. Außerdem hat es die schönsten Grafiken.Unraveling the regional environmental ecology dominated baijiu fermentation microbial community succession and associated unique flavor (2024) – behandelt die Sukzession der mikrobiellen Gemeinschaften in den Bodengruben.Quality Control Strategies for Pit Mud Based on the Synergistic Effects of Flavor, Microorganisms and Physicochemical Factors (2025) – erläutert noch einmal genauer den Einfluss von Bodeneigenschaften auf die Qualität von Baijiu und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Baijiu-Forschung.Trinkt bitte mit Verantwortung!
Der Einfluss des Bodens auf den Geschmack eines ikonischen Alkohols

Baijiu wird seit Jahrtausenden in China gebraut - jedoch nicht in Holzfässern, sondern in Bodengruben! Max erzählt uns heute, wie moderne Wissenschaft auf alte Tradition trifft, und ob man tatsächlich die Region anhand des Geschmacks erkennen kann.

Thema: Baijiu – Die Spirituose aus der Schlammgrube

Die Braukunst von Baiju ist ein Faszinierendes Thema. Baiju wird traditionell in China in sogenannten „Mud Pits“ (grob übersetzt als „Schlammgruben“) gebraut. Dies ist jedoch keinerseits eine schmutzige Angelegenheit. Ganz im Gegenteil: Forschung im letzten Jahrzehnt formt einen Zusammenschluss von antiker Tradition und moderner Biochemie.

Normalerweise werden Spirituosen für ihre Reinheit gepriesen, ein sauber destillierter Vodka, Gin, oder Schnaps zeichnet sich durch ein simples Geschmackprofil aus. Dieses ist meistens geprägt von purem Ethanol und einer Aromagrundlage wie die Art des Getreides oder zugesetzten Früchten/Kräutern während der Destillation. Baijiu unterscheidet sich hiervon durch ein sehr reiches und komplexes Geschmacksprofil. Dies kann für einen westlichen Gaumen manchmal überwältigend sein, wird in China aber sehr geschätzt. Mehrere Regionen in China haben sich über tausend Jahre in Baijiu Produktion spezialisiert. Ein echter Kenner weiß zwei Dinge: Eine ältere Bodengrube bringe besseren Baijiu hervor. Und jede Brauregion hat einen ganz eigenen Geschmack.

Beim Soilcast sind wir natürlich interessiert darin, wie der Boden denn den Geschmack von Baijiu beeinflusst. Folge 210 bietet einen allgemeinen Überblick über den Brauprozess, die Auswahl von Bodenart, die Kultivation von einzigartigen Mikrobiom in den Schlammwänden und den flüchtigen Aromastoffen, welche diese Populationen produzieren.

Wie so eine Brauhalle mit Braugruben aussieht seht ihr auf diesem Foto

Eine perfekte Zusammenfassung über den Brauprozess von Baijiu und der Forschung zum Grubenschlamm lässt sich online auch nochmal ansehen auf Youtube: Good baijiu starts with an old fermentation pit.

Zum Weitern nachlesen für den neugieren Hörer finden sich hier auch noch die wichtigsten Quellen zu dieser Folge:

The brewing process and microbial diversity of strong flavour Chinese spirits: a review (2017) – bietet einen allgemeinen Überblick über den Brauprozess und die mikrobielle Vielfalt bei der Herstellung von Baijiu.

Comparative characterization and contribution of key aroma compounds in the typical base liquor of Jiang-flavor Baijiu from different distributions in the Chinese Chishui River basin (2023) – geht ins Detail zu den verschiedenen flüchtigen Aromastoffen und dem Einfluss unterschiedlicher Regionen auf das Geschmacksprofil. Außerdem hat es die schönsten Grafiken.

Unraveling the regional environmental ecology dominated baijiu fermentation microbial community succession and associated unique flavor (2024) – behandelt die Sukzession der mikrobiellen Gemeinschaften in den Bodengruben.

Quality Control Strategies for Pit Mud Based on the Synergistic Effects of Flavor, Microorganisms and Physicochemical Factors (2025) – erläutert noch einmal genauer den Einfluss von Bodeneigenschaften auf die Qualität von Baijiu und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Baijiu-Forschung.

Trinkt bitte mit Verantwortung!