
Die Venendocs - Der Podcast für Gefäßmedizin mit Herz und Verstand
Prof. Dr. Birgit Kahle & Prof. Dr. Stefanie Reich-Schupke
Beschreibung
Venen- und Ödemerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit – und dennoch herrscht große Unsicherheit:
Was sind harmlose Besenreiser? Wann werden Krampfadern zum medizinischen Problem? Woran erkennt man eine Thombose rechtzeitig? Und was hilft wirklich bei Lipödem oder Lymphödem? Was kann ich selbst tun, um meinen Zustand zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden
Der Venendocs Podcast schafft Klarheit. Hier erhalten Sie verständlich aufbereitete, medizinisch fundierte Informationen rund um:
✔ Krampfadern & chronische Venenschwäche
✔ Thrombose & Thrombose-Vorbeugung
✔ Lipödem & Lymphödem
✔ Schwellungen, Schmerzen & schwere Beine
✔ moderne Behandlungsmethoden
✔ Alltagstipps für gesunde Gefäße
Der Podcast richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige, medizinische Fachberufe sowie alle, die aktiv etwas für ihre Gefäßgesundheit tun möchten.
Komplexe medizinische Themen der Gefäßmedizin werden verständlich erklärt, Mythen aufgeklärt und praxisnahe Lösungen aufgezeigt – wissenschaftlich fundiert und direkt aus der phlebologischen Praxis.
Ziel ist es, Sicherheit zu geben, Beschwerden besser zu verstehen und Betroffenen Wege zu mehr Lebensqualität aufzuzeigen.
🎧 Ob unterwegs, beim Spaziergang oder zu Hause – der Venendocs Podcast begleitet Sie auf dem Weg zu gesunden Beinen.
Die Venendocs sind Prof. Dr. Birgit Kahle und Prof. Dr. Stefanie Reich-Schupke. Sie sind Fachärztinnen mit über 20 Jahren Erfahrung in Patientenversorgung, medizinischer Lehre und Forschung. Beide halten Vorträge für medizinische Experten und Laien, schreiben Fachartikel und Bücher und haben nun auch diesen Podcast in ihrem Spezialgebiet initiiert.
Mehr Infos unter www.venendocs.de
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Vorbeugung von venösen Thromboembolien – was sagt die neue Leitlinie
Einführung in den Podcast
Die Ärztinnen Birgit und Stefanie stellen ihren Podcast vor, der sich auf Venen- und Ödemerkrankungen spezialisiert hat. Sie möchten den Zuhörern eine lehrreiche und unterhaltsame Zeit bieten.
Prophylaxe der venösen Thromboembolien
In dieser Episode diskutieren Birgit und Stefanie die neue Leitlinie zur Prophylaxe venöser Thromboembolien, die im Januar 2026 veröffentlicht wurde. Sie betonen, dass sich die Herangehensweise an die Thromboseprophylaxe individualisiert hat und nicht mehr auf Automatismen beruht.
Risikofaktoren und individuelle Risikobewertung
Die Ärztinnen erläutern, wie wichtig es ist, Risikofaktoren wie frühere Thrombosen, Tumorerkrankungen und Bewegungsmuster zu berücksichtigen. Eine umfassende Risikoanalyse ist entscheidend, um die Notwendigkeit einer Thromboseprophylaxe zu bestimmen.
Basismaßnahmen zur Thromboseprophylaxe
Zu den Basismaßnahmen gehören Bewegung, Kompressionstherapie und gegebenenfalls Physiotherapie. Diese Maßnahmen fördern den venösen Blutfluss und sind essentiell für die Prävention von Thrombosen.
Medikamentöse Thromboseprophylaxe
Die Ärztinnen besprechen die verschiedenen medikamentösen Optionen und die Abwägung zwischen Thrombose- und Blutungsrisiko. Besonders die Dosisanpassung bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz wird hervorgehoben.
Besondere Patientengruppen
Schwangere und onkologische Patienten erfordern besondere Aufmerksamkeit in der Thromboseprophylaxe. Die Verwendung von niedermolekularen Heparinen wird als sicherer Ansatz für schwangere Frauen mit Thrombose-Neigung empfohlen.
Aufklärung und Kommunikation
Die Ärztinnen betonen die Bedeutung von Aufklärung und Kommunikation zwischen Klinikärzten und Hausärzten, insbesondere bei der Übergabe von Patienten nach einem stationären Aufenthalt.
Zusammenfassung und Abschluss
Birgit und Stefanie fassen die wichtigsten Punkte zusammen und schließen mit der Aufforderung, sich bei Fragen an sie zu wenden. Sie hoffen, die Zuhörer mit ihrem Wissen bereichert zu haben.

Engstellen in den Beingefäßen – die periphere arterielle Verschlusskrankheit
Zusammenhang von Arterien und Venen
Arterien versorgen Gewebe mit Blut und Venen führen es zurück. In Venenerkrankungen spielen auch arterielle Prozesse eine Rolle, da Durchblutung und Sauerstoffversorgung gemeinsam funktionieren. Symptome können venös und arteriell bedingt sein. Bereits bei der Erstuntersuchung sollten arterielles Screening und Knöchel-Arm-Index erfolgen, da beide Gefäße zusammenwirken und eine Störung der Durchblutung gefährlich sein kann.
Symptome, Verlauf und Einstufung
Belastungsabhängige Schmerzen kennzeichnen oft eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Die Gehstrecke wird schmerzfrei kürzer; im weiteren Verlauf treten Ruheschmerz oder Wunden auf. Typisch ist ein blass-rosafarbener Fuß bei arterieller Erkrankung, während venöse Beine eher geschwollen sind. Die Stadien nach Fontaine reichen von pathologischen Messwerten bis zu schmerzfreier Gehstrecke, Ruheschmerz und Wundheilungsstörungen.
Risikofaktoren und Diagnostik
Rauchen, Blutfette, Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas erhöhen das Risiko. Die Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI) erfolgt liegend mit Doppler; Werte unter 0,9 deuten auf Durchblutungsstörungen hin, bei 0,5–0,6 besteht eine kritische Schädigung. Duplex-Sonografie dient als Erstbildgebung, gefolgt von Angio-CT oder -MRT zur Planung von Interventionen. Bildgebung wird ergänzt durch Risikofaktoren-Management.
Therapie und Verlauf
Bei keiner akuten Ischämie stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund: Gehtraining, Optimierung von Risikofaktoren und gegebenenfalls Statine. Bei fortgeschrittenen Stadien kommen Interventionen wie Ballon-expandierende Katheter, Stents oder Bypass in Frage. Kompression kann auch bei begleitender PAVK sinnvoll sein, mit angepasst reduziertem Druck. Intermittent-Kompressionstherapie kann die Hautdurchblutung verbessern, bleibt aber umstritten. Langfristige Kontrolle und regelmäßige Nachsorge bleiben zentral.

Therapie des Lymphödems – KPE, Gentherapie und operative Intervention
Behandlungskern der komplexen physikalischen Entstauungstherapie
Die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) kombiniert manuelle Techniken, spezielle Wickel- und Verbandformen sowie Kompression. Ziel ist, von den Zehen bis zur Leiste eine durchgehende Druckwirkung zu erzeugen und damit den Lymphabfluss zu unterstützen. Die Anwendung benötigt Zeit und Erfahrung, sodass beide Beine bei Lymphödemen oft gemeinsam stabilisiert werden. Die Therapie umfasst zudem wichtige Bausteine wie Hautpflege, Bewegung und Selbstmanagement.
Rolle der einzelnen Bausteine und Phasen
Die Zentrale ist die Kompression, ergänzt durch manuelle Lymphdrainage, Hautpflege, Bewegungsprogramme und Selbstmanagement. In der Phase 1 erfolgt eine intensive Drainage gefolgt von einer komplexen Wickelung, um den Erfolg zu festigen. Ohne Kompression lässt sich der erreichte Abfluss oft nicht erhalten. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung, nicht die kurzfristige Behandlung einzelner Maßnahmen.
Alltagstaugliche Ergänzungen und praktische Aspekte
Zusätzliche Optionen wie intermittierende pneumatische Kompression (IPK) und Nachtkompressionen helfen, den Zustand zu stabilisieren. Hautpflege ist zentral, besonders zwischen den Zehen, um Infektionen und Wundrose zu vermeiden. Bewegung, Atemtechniken und Gewichtsmanagement unterstützen den Abfluss, während die Haut trocken und gut geschützt bleibt und Kompression nicht vernachlässigt wird.
Genetik, Chirurgie und individuelle Planung
Gentherapie und Gendiagnostik spielen vor allem bei primären Lymphödemen eine Rolle, sind aber überwiegend experimentell und individualisierter Natur. Operative Ansätze wie lymphovenöse Anastomosen oder Lymphknotentransfer erfordern eine ausführliche Bildgebung und individuelle Planungen. Gewebeentfernung oder Liposuktion können in fortgeschrittenen Fällen erwogen werden, ersetzen jedoch nicht die langfristige Kompression.