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Leibniz Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht
Bias in KI verstehen und verringern
Künstliche Intelligenz und ihre Grenzen
Katharina Mosene, wissenschaftliche Mitarbeiterin am HBI, erklärt, dass KI nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit vorhersagt. Dies liegt daran, dass KI auf historischen Daten basiert, die oft von Diskriminierung und Ausschluss geprägt sind. Diese Einsichten fordern die Vorstellung heraus, dass KI neutral sein kann.
Intersektional-feministische Perspektive
Eine intersektional-feministische Perspektive ist notwendig, um Macht- und Ungleichheitsverhältnisse zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Mosene betont, dass Diskriminierung nicht nur entlang einer Achse verläuft, sondern verschiedene Dimensionen wie Geschlecht, Ethnie und soziale Schicht berücksichtigt werden müssen.
Bias in Trainingsdatensätzen
Ein zentrales Problem sind die Biases in den Trainingsdatensätzen, die dazu führen, dass KI-Systeme marginalisierte Gruppen diskriminieren. Beispiele aus der Verwaltung zeigen, wie KI Entscheidungen über soziale Leistungen trifft, die auf diskriminierenden Algorithmen basieren.
Regulierung und gesellschaftlicher Einfluss
Die Regulierung von KI, wie der Digital Services Act und die KI-Verordnung, zielt darauf ab, Diskriminierungen zu verhindern und die Repräsentativität von Datensätzen sicherzustellen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie effektiv diese Gesetze in der Praxis umgesetzt werden.
Gelingensbedingungen für eine gerechte KI
Um sicherzustellen, dass KI nicht benachteiligt, müssen wir anerkennen, dass sie mehr ist als neutrale Technologie. Es ist entscheidend, dass marginalisierte Gruppen in die Gestaltung und Entwicklung von KI-Systemen einbezogen werden, um Machtverhältnisse gerechter zu gestalten.
Wen erreichen Newsfluencer und News Creator und warum?
Einführung in das Thema Newsfluencer und News Creator
Newsfluencer und News Creator spielen eine bedeutende Rolle in der Nachrichtenvermittlung und -nutzung der deutschen Bevölkerung. In einem Gespräch mit Experten des Leibniz-Instituts für Medienforschung wird untersucht, ob sie als Konkurrenz zu klassischen Medienmarken oder als deren Ergänzung fungieren.
Definition von Newsfluencern und Newscreators
Julia Beere erklärt die Begriffe Newsfluencer und Newscreator, die sich auf Personen beziehen, die Nachrichteninhalte über soziale Medien und Videoplattformen verbreiten. Der Unterschied zwischen Influencer und Content Creator wird ebenfalls thematisiert, wobei letzterer als neutraler und breiter gefasster Begriff gilt.
Rolle im Nachrichtensystem
Beide Experten betonen, dass Newsfluencer sowohl professionelle Journalisten als auch Laien umfassen. Ihre Nutzung ist in der jüngeren Bevölkerung höher, jedoch ergänzen sie meist die klassischen Nachrichtenquellen, anstatt sie zu ersetzen.
Nutzung von Newsfluencern
Die Studie zeigt, dass 13% der Befragten wöchentlich Inhalte von Newsfluencern konsumieren, wobei dieser Anteil in jüngeren Altersgruppen höher ist. Diese Nutzer tendieren dazu, ein breites Spektrum an Nachrichtenquellen zu verwenden, was darauf hindeutet, dass Newsfluencer vor allem eine Ergänzung darstellen.
Vertrauen in Nachrichtenquellen
Das Vertrauen in klassische Nachrichtenmedien ist in Deutschland relativ stabil, während das Vertrauen in Inhalte aus sozialen Medien, einschließlich Newsfluencern, geringer ausgeprägt ist. Unterhaltung und Zugänglichkeit sind wesentliche Motivationen für die Nutzung von Newsfluencern, während klassische Medien für ihre Neutralität geschätzt werden.
Zukünftige Entwicklungen und die Rolle von KI
Die Rolle von künstlicher Intelligenz in der Nachrichtenvermittlung wird ebenfalls diskutiert. Während die Nutzung von KI-Chatbots zur Informationsbeschaffung gering ist, könnten sie in Zukunft ergänzend zur Bereitstellung von Nachrichteninhalten genutzt werden. Die Experten betonen die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen Unterhaltung und journalistischer Integrität.
Family Influencing: Kinderdarstellungen auf Instagram, TikTok und YouTube
Einführung in Family Influencing
Dr. Stefan Dreyer und Dr. Claudia Lampert haben am Leibniz-Institut für Medienforschung die Darstellung von Babys und Kindern in monetarisierten Family Influencing Profilen auf Instagram, TikTok und YouTube untersucht. Dreyer erklärt die Definition und Kriterien, die zur Auswahl der Profile führten, und hebt hervor, dass Family Influencing sich auf die Themen Familie und Erziehung konzentriert.
Monetarisierte Profile und Inhalte
Die Studie fokussiert sich auf Profile, die kommerzielle Kommunikation betreiben, sei es durch Werbung oder eigene Produkte. Dreyer erläutert, dass viele Profile Kinder zeigen, aber es gibt auch Inhalte, in denen Kinder nicht sichtbar sind, was für die Forschung ebenfalls von Interesse war.
Methodik der Studie
Zur Identifizierung der Profile wurden verschiedene Methoden angewendet, darunter die Analyse von Hashtags und Empfehlungen durch Marketing-Agenturen. Die Forscher haben hunderte Profile gesammelt, die Kinder in ihren Inhalten darstellen und monetarisiert sind.
Ergebnisse der Untersuchung
Die Studie identifizierte drei Hauptcluster in der Darstellung von Kindern. Die Mehrheit der Accounts zeigte Kinder unkenntlich, was aus einer rechtlichen Perspektive weniger problematisch ist. Eine kleine Anzahl von Beiträgen zeigte Kinder in erkennbarer Weise, was datenschutzrechtliche und ethische Risiken birgt.
Plattformübergreifende Trends
Die Analyse ergab, dass Influencer häufig auf mehreren Plattformen aktiv sind. Instagram und TikTok bieten ähnliche Inhalte, während YouTube für längere Beiträge genutzt wird. Die Reichweite korreliert oft mit dem Alter der Kinder, wobei jüngere Kinder mehr Interaktionen generieren.
Rechtliche und ethische Überlegungen
Dreyer betont die Notwendigkeit einer verbesserten rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Kinderschutzes. Es besteht ein Interessenkonflikt, da Eltern wirtschaftliche Anreize haben, ihre Kinder zu zeigen, während sie gleichzeitig im besten Interesse ihrer Kinder handeln sollten.
Empfehlungen für Eltern und Plattformen
Eltern wird geraten, transparent mit ihrer Community umzugehen und gegebenenfalls Inhalte zu löschen, in denen ihre Kinder erkennbar sind. Plattformen könnten durch angepasste Nutzungsbedingungen und Auflagen für kommerzialisierte Profile einen Beitrag zum Kinderschutz leisten.
Schlussfolgerung
Die Studie zeigt, dass die meisten Eltern ihre Kinder liebevoll behandeln und versuchen, sie nicht in problematischen Weisen darzustellen. Dennoch ist es wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und verantwortungsvoll mit Inhalten umzugehen.