NS-CLIQUEN Von Menschen und Mördern
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NS-CLIQUEN Von Menschen und Mördern

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Beschreibung

Warum wurden Menschen während der NS-Zeit zu Tätern und Täterinnen? Und was heißt das eigentlich: Täterschaft? Der Podcast "NS-Cliquen: von Menschen und Mördern" geht ganz persönlichen Geschichten auf den Grund, Biografien von Frauen und Männern, die durch ihre Beteiligung Gewalt und Massenmord aufrechterhalten oder sogar ausgeübt haben. Nicht jede oder jeder von ihnen führte eine Waffe. Der Historiker Dr. Stefan Hördler von der Universität Göttingen und die Wissenschaftsjournalistin Janine Funke tauchen in diese persönlichen Lebenswege ein. Sie sprechen darüber, wie die Verbindungen zur NSDAP, SS oder Gestapo zustande kamen, welche Netzwerke die Menschen knüpften und wie ihnen diese Seilschaften während der NS-Herrschaft nützten. In den Staffeln 1 und 2 geht es um Personen, die auf vielfältige Weise ins KZ-System verwickelt waren. Sei es als Wachmann oder Kommandant, als Mitarbeiter der Gestapo oder als Spezialist für Hinrichtungen, als Sekretärin, Ehefrau oder Baufirma. Die neue dritte Staffel zeigt Menschen, die im Zweiten Weltkrieg in den deutschbesetzten Gebieten Polens und der Sowjetunion für Morde in Dörfern, Städten und Ghettos verantwortlich waren. Und blickt zugleich auf die Genese der Ermordung von Menschen mit Behinderung und des Holocaust. Der erste und einzige Podcast bei ARD Sounds über die Täter und Täterinnen der NS-Zeit – jetzt mit neuen Folgen!

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Jakobus und die Einsatzgruppen (S03/E05)

22.07.2026

Einführung in die Geschichte von Jakobus Onn

Jakobus Onn, ein Lehrer, der an den Massenermordungen während des Holocausts beteiligt war, wird als eine schüchterne Figur beschrieben, die paradoxerweise in der SS-Uniform auftaucht. 1941 ist er in der Ukraine aktiv, wo er Teil der Erschießungen von Juden ist, die als "Holocaust by Bullets" beschrieben werden.

Die Forschung zu Jakobus Onn

Janine Funke spricht mit Dr. Stefan Hörtler, einem Experten für NS-Täterforschung, über die Herausforderungen bei der Recherche zu Onns Biografie. Die Identifikation von Onn auf einem bekannten Foto eines Mordes wurde erst kürzlich vollzogen, und viele Details zu seinem Leben bleiben unklar.

Onns Ausbildung und politische Gesinnung

Onn, geboren 1906 in Ostfriesland, war ein gut ausgebildeter Lehrer für Sprachen. Sein Werdegang zeigt eine frühe Zugehörigkeit zur NSDAP und eine starke Affinität zur nationalsozialistischen Ideologie, einschließlich Rassismus und imperialem Denken.

Der Weg zu den Einsatzgruppen

Seine militärische Karriere begann 1939, als er zu den SS-Totenkopfverbänden eingezogen wurde. Ab Anfang 1941 wurde er Teil der Einsatzgruppen, die für die Massenermordungen in den besetzten Gebieten verantwortlich waren. Der Prozess seiner Rekrutierung in diese Einheiten ist systematisch und zeigt, wie Lehrer wie er in die Mordmaschinerie des NS-Regimes integriert wurden.

Die Rolle der Einsatzgruppen und die Erschießungen

Die Einsatzgruppen, in denen Onn diente, führten systematische Massenerschießungen durch, insbesondere nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Diese Gruppen waren heterogen und bestanden nicht nur aus SS-Angehörigen, sondern auch aus Polizisten und Wehrmachtssoldaten.

Onns Beteiligung an Verbrechen

Onn war direkt an den Erschießungen in Berditschew beteiligt, wo zahlreiche Juden und andere Personen getötet wurden. Er wurde posthum als regulärer Soldat geehrt, bis seine wahre Identität und seine Verbrechen bekannt wurden.

Abschließende Gedanken zur Täterschaft

Die Diskussion um Onn wirft Fragen auf über das Bewusstsein von Tätern und deren Motivation. Viele wussten, dass sie Verbrechen begingen, blieben jedoch Teil des Systems. Die komplexe Geschichte von Onn zeigt, dass die Aufarbeitung des Nationalsozialismus weiterhin notwendig ist.

Einführung in die Geschichte von Jakobus Onn

Jakobus Onn, ein Lehrer, der an den Massenermordungen während des Holocausts beteiligt war, wird als eine schüchterne Figur beschrieben, die paradoxerweise in der SS-Uniform auftaucht. 1941 ist er in der Ukraine aktiv, wo er Teil der Erschießungen von Juden ist, die als "Holocaust by Bullets" beschrieben werden.

Die Forschung zu Jakobus Onn

Janine Funke spricht mit Dr. Stefan Hörtler, einem Experten für NS-Täterforschung, über die Herausforderungen bei der Recherche zu Onns Biografie. Die Identifikation von Onn auf einem bekannten Foto eines Mordes wurde erst kürzlich vollzogen, und viele Details zu seinem Leben bleiben unklar.

Onns Ausbildung und politische Gesinnung

Onn, geboren 1906 in Ostfriesland, war ein gut ausgebildeter Lehrer für Sprachen. Sein Werdegang zeigt eine frühe Zugehörigkeit zur NSDAP und eine starke Affinität zur nationalsozialistischen Ideologie, einschließlich Rassismus und imperialem Denken.

Der Weg zu den Einsatzgruppen

Seine militärische Karriere begann 1939, als er zu den SS-Totenkopfverbänden eingezogen wurde. Ab Anfang 1941 wurde er Teil der Einsatzgruppen, die für die Massenermordungen in den besetzten Gebieten verantwortlich waren. Der Prozess seiner Rekrutierung in diese Einheiten ist systematisch und zeigt, wie Lehrer wie er in die Mordmaschinerie des NS-Regimes integriert wurden.

Die Rolle der Einsatzgruppen und die Erschießungen

Die Einsatzgruppen, in denen Onn diente, führten systematische Massenerschießungen durch, insbesondere nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Diese Gruppen waren heterogen und bestanden nicht nur aus SS-Angehörigen, sondern auch aus Polizisten und Wehrmachtssoldaten.

Onns Beteiligung an Verbrechen

Onn war direkt an den Erschießungen in Berditschew beteiligt, wo zahlreiche Juden und andere Personen getötet wurden. Er wurde posthum als regulärer Soldat geehrt, bis seine wahre Identität und seine Verbrechen bekannt wurden.

Abschließende Gedanken zur Täterschaft

Die Diskussion um Onn wirft Fragen auf über das Bewusstsein von Tätern und deren Motivation. Viele wussten, dass sie Verbrechen begingen, blieben jedoch Teil des Systems. Die komplexe Geschichte von Onn zeigt, dass die Aufarbeitung des Nationalsozialismus weiterhin notwendig ist.

Gerhard und die Gaskammern (S03/E04)

15.07.2026

Gerhard Palitsch und seine Rolle im KZ-System

Gerhard Palitsch, ein SS-Unterführer, war an den ersten Massentötungen im KZ Auschwitz beteiligt. Seine biografischen Hintergründe und die Auffälligkeiten in seinem Verhalten werden von Historikern untersucht, um die Dynamik im KZ-System zu verstehen. Obwohl er zunächst unauffällig wirkte, zeigt sich, dass er in einem Umfeld von Gewalt und Exzessen lebte.

Die Entwicklung des KZ-Systems

Palitsch begann seine Laufbahn im KZ Lichtenburg, das als zentraler Ausbildungsort für SS-Männer diente. Von dort wechselte er zu KZ Sachsenhausen und schließlich nach Auschwitz, wo er maßgeblich an der Radikalisierung des Tötungsprozesses beteiligt war.

Eskalation der Gewalt

Im Jahr 1941 nahm die Gewaltspirale zu. Palitsch war an den ersten Tötungsexperimenten mit Zyklon B und an den Erschießungen in Auschwitz beteiligt. Die Gewalt war systematisch und brutal, was durch Überlebendenberichte belegt wird.

Persönliche Radikalisierung und Verurteilung

Palitsch zeigte eine zunehmende Entgleisung in seinem Verhalten, war an Übergriffen auf weibliche Gefangene und Korruption beteiligt. Trotz seiner Verfehlungen wurde er zunächst von Rudolf Höss, dem Kommandanten von Auschwitz, protegiert, bevor er schließlich verurteilt und an die Front geschickt wurde.

Nachkriegsbetrachtung

Palitsch fiel 1944 in Ungarn und wurde auf einem Kriegsfriedhof beigesetzt. Seine Gräber und die von anderen SS-Angehörigen stehen im Zentrum öffentlicher Diskussionen, die eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit fordern.

Gerhard Palitsch und seine Rolle im KZ-System

Gerhard Palitsch, ein SS-Unterführer, war an den ersten Massentötungen im KZ Auschwitz beteiligt. Seine biografischen Hintergründe und die Auffälligkeiten in seinem Verhalten werden von Historikern untersucht, um die Dynamik im KZ-System zu verstehen. Obwohl er zunächst unauffällig wirkte, zeigt sich, dass er in einem Umfeld von Gewalt und Exzessen lebte.

Die Entwicklung des KZ-Systems

Palitsch begann seine Laufbahn im KZ Lichtenburg, das als zentraler Ausbildungsort für SS-Männer diente. Von dort wechselte er zu KZ Sachsenhausen und schließlich nach Auschwitz, wo er maßgeblich an der Radikalisierung des Tötungsprozesses beteiligt war.

Eskalation der Gewalt

Im Jahr 1941 nahm die Gewaltspirale zu. Palitsch war an den ersten Tötungsexperimenten mit Zyklon B und an den Erschießungen in Auschwitz beteiligt. Die Gewalt war systematisch und brutal, was durch Überlebendenberichte belegt wird.

Persönliche Radikalisierung und Verurteilung

Palitsch zeigte eine zunehmende Entgleisung in seinem Verhalten, war an Übergriffen auf weibliche Gefangene und Korruption beteiligt. Trotz seiner Verfehlungen wurde er zunächst von Rudolf Höss, dem Kommandanten von Auschwitz, protegiert, bevor er schließlich verurteilt und an die Front geschickt wurde.

Nachkriegsbetrachtung

Palitsch fiel 1944 in Ungarn und wurde auf einem Kriegsfriedhof beigesetzt. Seine Gräber und die von anderen SS-Angehörigen stehen im Zentrum öffentlicher Diskussionen, die eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit fordern.

Magdalene und die Geheime Reichssache (S03/E03)

08.07.2026

Einführung in das Euthanasie-Programm

Der Podcast thematisiert die dunkle Geschichte des Euthanasie-Programms, das 1941 begann und zur Ermordung von 70.273 Menschen führte. Angehörige erhielten gefälschte Sterbeurkunden und Aschereste, während die tatsächlichen Morde unter dem Deckmantel der 'Desinfektion' durchgeführt wurden.

Die Rolle von Magdalene Talwitzer

Magdalene Talwitzer war Sekretärin in der Tötungsanstalt Hartheim und verantwortlich für die Erstellung der Briefe an die Angehörigen der Ermordeten. Ihre Karriere war eng mit dem NS-Regime verbunden, und sie war aktiv an der Verwaltung des Massenmords beteiligt.

Die Biografie von Magdalene Talwitzer

Talwitzer wuchs in einer nationalsozialistisch geprägten Familie auf und trat früh in die NSDAP ein. Sie strebte eine Karriere im Staatsdienst an und arbeitete zunächst beim Reichspropagandaamt, bevor sie ins Euthanasie-Programm wechselte.

Das Euthanasie-Programm und die Tötungsanstalt Hartheim

Hartheim war eine der zentralen Tötungsanstalten des T4-Programms, wo Tausende Menschen ermordet wurden. Talwitzer war in die bürokratischen Abläufe eingebunden, die zur Verschleierung dieser Verbrechen dienten.

Verstrickung in die NS-Verbrechen

Sie heiratete einen SS-Mann und war direkt mit den Mordaktionen im KZ Mauthausen verbunden. Als Schreibkraft in der politischen Abteilung des KZ war sie an der Verwaltung der Totenbücher beteiligt, die auch die 'unnatürlichen Todesfälle' erfassten.

Nach dem Krieg

Nach dem Ende des Krieges wurde Talwitzer nie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Sie lebte nach dem Krieg in Floto, wo sie weiterhin in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter lebte, während ihre Verstrickung in die NS-Verbrechen unbeachtet blieb.

Einführung in das Euthanasie-Programm

Der Podcast thematisiert die dunkle Geschichte des Euthanasie-Programms, das 1941 begann und zur Ermordung von 70.273 Menschen führte. Angehörige erhielten gefälschte Sterbeurkunden und Aschereste, während die tatsächlichen Morde unter dem Deckmantel der 'Desinfektion' durchgeführt wurden.

Die Rolle von Magdalene Talwitzer

Magdalene Talwitzer war Sekretärin in der Tötungsanstalt Hartheim und verantwortlich für die Erstellung der Briefe an die Angehörigen der Ermordeten. Ihre Karriere war eng mit dem NS-Regime verbunden, und sie war aktiv an der Verwaltung des Massenmords beteiligt.

Die Biografie von Magdalene Talwitzer

Talwitzer wuchs in einer nationalsozialistisch geprägten Familie auf und trat früh in die NSDAP ein. Sie strebte eine Karriere im Staatsdienst an und arbeitete zunächst beim Reichspropagandaamt, bevor sie ins Euthanasie-Programm wechselte.

Das Euthanasie-Programm und die Tötungsanstalt Hartheim

Hartheim war eine der zentralen Tötungsanstalten des T4-Programms, wo Tausende Menschen ermordet wurden. Talwitzer war in die bürokratischen Abläufe eingebunden, die zur Verschleierung dieser Verbrechen dienten.

Verstrickung in die NS-Verbrechen

Sie heiratete einen SS-Mann und war direkt mit den Mordaktionen im KZ Mauthausen verbunden. Als Schreibkraft in der politischen Abteilung des KZ war sie an der Verwaltung der Totenbücher beteiligt, die auch die 'unnatürlichen Todesfälle' erfassten.

Nach dem Krieg

Nach dem Ende des Krieges wurde Talwitzer nie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Sie lebte nach dem Krieg in Floto, wo sie weiterhin in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter lebte, während ihre Verstrickung in die NS-Verbrechen unbeachtet blieb.