
SpineDocs Audio
Dr. Sami Ridwan und Dr. Stefan Motov
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Fort- und Weiterbildung in der Wirbelsäulenchirurgie
Einführung in die Wirbelsäulenchirurgie
In dieser Episode von SpineDocs diskutieren Dr. Sami Ridwan und Dr. Stefan Motov die Herausforderungen und Entwicklungen in der Ausbildung und Weiterbildung innerhalb der Wirbelsäulenchirurgie. Sie betonen die Notwendigkeit einer strukturierten Ausbildung, die an die aktuellen medizinischen Standards und Technologien angepasst werden muss.
Generationenwechsel und Ausbildung
Die Gastgeber sprechen über den Einfluss der Generation Z auf die medizinische Ausbildung und die Notwendigkeit, diese jüngeren Generationen zu motivieren und in die klinische Praxis einzubeziehen. Sie plädieren dafür, die Ausbildungsstrukturen zu reformieren, um den Bedürfnissen und Erwartungen junger Mediziner gerecht zu werden.
Technologische Entwicklungen in der Ausbildung
Die Rolle von digitalen Medien und Plattformen in der Fortbildung wird hervorgehoben, insbesondere die Möglichkeiten von Online-Veranstaltungen und Simulationen. Die Gastgeber glauben, dass solche Technologien helfen können, die praktische Ausbildung zu verbessern und den Zugang zu Wissen zu erleichtern.
Praktische Ausbildung und Mentoring
Die Bedeutung von praktischer Erfahrung und Mentoring wird diskutiert. Die Gastgeber heben hervor, dass die klinische Exposition in der Ausbildung abnimmt und es notwendig ist, kreative Lösungen zu finden, um sicherzustellen, dass angehende Chirurgen die erforderliche praktische Erfahrung sammeln können.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Diskussion schließt mit Überlegungen zur Zukunft der Wirbelsäulenchirurgie und der Ausbildung. Dr. Ridwan und Dr. Motov betonen, dass es wichtig ist, die Ausbildung kontinuierlich zu verbessern und an die sich verändernden Bedürfnisse der Gesellschaft und der Mediziner anzupassen.

ISG Fusion
ISG-Dysfunktion und Diagnostik
Die ISG-Gelenksdysfunktion ist komplex und häufig schwer eindeutig zu diagnostizieren. Klinische Abschlussdiagnose, unterstützt durch Bildgebung, spielt eine zentrale Rolle. Proben der Tests zeigen geringe Sensitivität, liefern aber Hinweise auf beteiligte Strukturen wie ISG, Hüfte oder Facettengelenke. Der Mende-Extensionstest dient zur groben Einordnung, während diagnostische Infiltrationen mit Lokalanästhetikum helfen, das verantwortliche Gelenk zu identifizieren.
Diagnostik und Verlauf
In der Praxis werden Infiltrationen genutzt, um das ISG zu überprüfen. Häufig werden mehrere Gelenke nacheinander behandelt, um eine gezielte Zuordnung zu ermöglichen. Die Ergebnisse helfen, Kontraindikationen für operative Eingriffe zu erkennen und konservative Strategien wie Physiotherapie, Manuelle Therapie oder weitere Diagnostik einzugrenzen.
Behandlungsweg: Konservativ vs. operative Optionen
Die Mehrheit der ISG-Dysfunktionen profitiert von konservativen Maßnahmen und Infiltrationen. Operative Fusionen kommen eher zurückhaltend in Erwägung, da die Dysfunktion schwer zuverlässig zu diagnose ist und Rückfälle vorkommen können. Leitlinien unterstützen zunächst Denervation oder weitere nicht operative Maßnahmen, bevor eine Fusion in Erwägung gezogen wird.
ISG-Fusion: Technik, Implantate und Indikationen
Bei bestimmten Wirbelsäulen- und Beckenkonstellationen kommen minimalinvasive Fusionen mit großen 3D-gedruckten Titanimplantaten zum Einsatz. Die Methode zielt auf hohe Primärstabilität, geringe OP-Zeit und schnelle Mobilisation ab. Planung erfolgt CT-gestützt; der Zugang erfolgt von hinten nach vorne, um zentrale Strukturen zu schonen und Komplikationen zu minimieren.

Thorakolumbale Berstungsfrakturen
Einordnung und Ursachen
Thorakolumbale Berstungsfrakturen betreffen vor allem junge Patienten nach Hochenergietraumen, während ältere Menschen häufiger osteoporotisch betroffen sind. Typische Mechanismen sind axialer Stauchung und Sturz, oft aus moderaten Höhen. Die Fraktur kann den Wirbelkörper stark zerbrechen und Teile in den Wirbelkanal verschieben. Hauptsächlich werden A3- und A4-Frakturen beschrieben, wobei B-Verletzungen der hinteren Struktur auftreten können. Die Einteilung erleichtert den klinischen Alltag, birgt aber Grenzfälle.
Klassifikationen und Bildgebung
Die ABC-/AU-Klassifikation dient der Vereinfachung der Kommunikation: Vorder- und hintere Säule bilden den Rahmen, A-Frakturen betreffen die vordere Säule, B-Verletzungen hintere Strukturen. Neben CT werden MRI und stehende Röntgenaufnahmen genutzt, um Stabilität und Bandintegrität zu beurteilen. Ziel ist eine klare Typisierung, um Prognose und Therapie besser abzubilden und vergleichbare Entscheidungen zu ermöglichen.
Behandlungslogik und Studienblick
Die Therapiewahl hängt stark von Stabilität, B-Verletzungen und neurologischer Symptomatik ab. Es gibt Debatten über konservative versus operative Therapien, insbesondere bei A3/A4-Frakturen ohne neurologische Defizite. Eine randomisierte Studie nähert sich der Frage, ob konservativ oder operativ besser ist, wobei frühe Belastung und Kyphosewerte Hinweise für eine mögliche Operation liefern können.
Operative Konzepte und Langzeitperspektive
Operative Strategien reichen von posteriorer Stabilisierung über vordere cage-Lösungen bis zur kombinierten 360-Grad-Ansatz. Die Wahl hängt von der Belastbarkeit des Knochens, der Degeneration der Bandscheibe und der gewünschten Wirbelsäulenachse ab. Zwei Schrauben über und zwei darunter sind nicht immer sinnvoll, Index-Schrauben dienen der Ligamentotaxis. Langfristig spielen Knochenqualität und Schonung der Facettengelenke eine zentrale Rolle.