Neurologie im Fokus
Podcast
de-at

Neurologie im Fokus

Österreichische Gesellschaft für Neurologie

Beschreibung

Neurologie im Fokus - eine Podcast Serie der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie. Einmal pro Monat werden ausgewiesene Expert:innen von Kolleg:innen aus dem ÖGN Redaktions-Team zu aktuellen Themen der Neurologie befragt.

Podmon Kategorien

Darüber wird in diesem Podcast anteilig gesprochen.
Anzahl Kategorien

Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!

Chartplatzierungen

Aktuelle Platzierungen in den öffentlichen Podcast-Charts und in unseren eigenen Kategorien.

Apple Podcasts

Top werbetreibende Marken in diesem Podcast (90d)

Upgrade dein Konto, um die Top werbetreibenden Marken zu sehen!

Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Multiple Sklerose – die neuen Diagnosekriterien

10.08.2026

Einführung und Vorstellung der Gesprächspartnerin

Christian Enzinger begrüßt die Zuhörer und stellt Franziska Di Pauli vor, die eine führende Rolle in der Neurologie und der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) spielt. Di Pauli hat umfangreiche Erfahrungen in der klinischen Praxis und Forschung, einschließlich ihrer Arbeit an der MS-Bibliothek.

Aktuelle Diagnosekriterien für MS

Das Gespräch dreht sich um die neuen Diagnosekriterien für MS, die einen Paradigmenwechsel darstellen. Wichtige Änderungen umfassen den Wegfall der räumlichen und zeitlichen Dissemination, die Einführung des Nervus Opticus als fünfte typische Lokalisation und die Verwendung des kappafreien Leichtkettenindex als diagnostisches Werkzeug.

Vorteile und Herausforderungen der neuen Kriterien

Die neuen Kriterien bieten Vorteile wie eine höhere Sensitivität bei der Diagnose, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Die Gefahr der Überdiagnose durch zufällige bildgebende Befunde wird angesprochen, insbesondere bei älteren Patienten oder bei Personen mit anderen Erkrankungen.

Wichtigkeit der Liquor-Analyse

Di Pauli betont die Bedeutung der Liquor-Diagnostik zur Reduzierung von Fehldiagnosen und zur Unterstützung bei der Diagnose in Grenzfällen, insbesondere bei Patienten mit mehreren Komorbiditäten.

Patientenperspektive und Kommunikation

Die Kommunikation mit Patienten über die neuen Diagnosekriterien wird thematisiert, wobei betont wird, dass eine frühzeitige Diagnose mehr Klarheit und bessere Behandlungsprognosen bietet. Di Pauli vergleicht dies mit anderen medizinischen Screenings, wo frühe Diagnosen ebenfalls vorteilhaft sind.

Faszination für Neurologie und Ausblick

Zum Abschluss reflektiert Di Pauli über ihre Faszination für die Neurologie und die Bedeutung wissenschaftlicher Fortschritte in der Behandlung von MS. Sie erwähnt auch ihr neues Buch über KI in der Neurologie, das bald erscheinen wird.

Einführung und Vorstellung der Gesprächspartnerin

Christian Enzinger begrüßt die Zuhörer und stellt Franziska Di Pauli vor, die eine führende Rolle in der Neurologie und der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) spielt. Di Pauli hat umfangreiche Erfahrungen in der klinischen Praxis und Forschung, einschließlich ihrer Arbeit an der MS-Bibliothek.

Aktuelle Diagnosekriterien für MS

Das Gespräch dreht sich um die neuen Diagnosekriterien für MS, die einen Paradigmenwechsel darstellen. Wichtige Änderungen umfassen den Wegfall der räumlichen und zeitlichen Dissemination, die Einführung des Nervus Opticus als fünfte typische Lokalisation und die Verwendung des kappafreien Leichtkettenindex als diagnostisches Werkzeug.

Vorteile und Herausforderungen der neuen Kriterien

Die neuen Kriterien bieten Vorteile wie eine höhere Sensitivität bei der Diagnose, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Die Gefahr der Überdiagnose durch zufällige bildgebende Befunde wird angesprochen, insbesondere bei älteren Patienten oder bei Personen mit anderen Erkrankungen.

Wichtigkeit der Liquor-Analyse

Di Pauli betont die Bedeutung der Liquor-Diagnostik zur Reduzierung von Fehldiagnosen und zur Unterstützung bei der Diagnose in Grenzfällen, insbesondere bei Patienten mit mehreren Komorbiditäten.

Patientenperspektive und Kommunikation

Die Kommunikation mit Patienten über die neuen Diagnosekriterien wird thematisiert, wobei betont wird, dass eine frühzeitige Diagnose mehr Klarheit und bessere Behandlungsprognosen bietet. Di Pauli vergleicht dies mit anderen medizinischen Screenings, wo frühe Diagnosen ebenfalls vorteilhaft sind.

Faszination für Neurologie und Ausblick

Zum Abschluss reflektiert Di Pauli über ihre Faszination für die Neurologie und die Bedeutung wissenschaftlicher Fortschritte in der Behandlung von MS. Sie erwähnt auch ihr neues Buch über KI in der Neurologie, das bald erscheinen wird.

Autoimmunenzephalitiden - State of the Art Diagnostik und Therapie

07.07.2026

Einführung in Autoimmunenzephalitiden

Julia Ferrari, Abteilungsleiterin in der Neurologie, und Dr. Dr. Stefan Macher, Experte für Neuroimmunologie, diskutieren die Diagnose und Therapie von Autoimmunenzephalitiden. Die Begrifflichkeit und Definitionen werden erörtert, wobei die Bedeutung von Antikörpern in der Diagnostik hervorgehoben wird.

Klassifikation und Pathomechanismen

Die Autoimmunenzephalitiden werden in zwei Hauptkategorien unterteilt: solche, bei denen Antikörper direkt pathogen sind, und solche, bei denen sie nicht pathogen wirken. Der Antikörper hat diagnostischen Wert und kann sowohl prädiktiv als auch prognostisch sein, was die Therapieoptionen beeinflusst.

Klinische Symptome und Diagnostik

Die Erkennung klinischer Symptome ist entscheidend. Muster wie akute neurologische Symptome bei jungen Frauen können auf Autoimmunenzephalitis hinweisen. Die Diagnostik umfasst MRT, Liquoruntersuchungen und EEG, wobei die Bestimmung von Antikörpern sowohl im Serum als auch im Liquor wichtig ist.

Therapieansätze

Die Therapie beginnt meist mit einer hochdosierten Glukokortikoidtherapie. Bei schweren Verläufen kommen auch Immunglobuline und Plasmaaustausch zum Einsatz. Die frühzeitige Einleitung der Therapie ist entscheidend für den Behandlungserfolg.

Fazit und Ausblick

Autoimmunenzephalitiden sind selten, jedoch häufig als Differenzialdiagnose zu berücksichtigen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie sind entscheidend für den Verlauf der Erkrankung. Die Diskussion schließt mit der Erwähnung zukünftiger Themen, darunter neue Diagnosekriterien bei Multipler Sklerose.

Einführung in Autoimmunenzephalitiden

Julia Ferrari, Abteilungsleiterin in der Neurologie, und Dr. Dr. Stefan Macher, Experte für Neuroimmunologie, diskutieren die Diagnose und Therapie von Autoimmunenzephalitiden. Die Begrifflichkeit und Definitionen werden erörtert, wobei die Bedeutung von Antikörpern in der Diagnostik hervorgehoben wird.

Klassifikation und Pathomechanismen

Die Autoimmunenzephalitiden werden in zwei Hauptkategorien unterteilt: solche, bei denen Antikörper direkt pathogen sind, und solche, bei denen sie nicht pathogen wirken. Der Antikörper hat diagnostischen Wert und kann sowohl prädiktiv als auch prognostisch sein, was die Therapieoptionen beeinflusst.

Klinische Symptome und Diagnostik

Die Erkennung klinischer Symptome ist entscheidend. Muster wie akute neurologische Symptome bei jungen Frauen können auf Autoimmunenzephalitis hinweisen. Die Diagnostik umfasst MRT, Liquoruntersuchungen und EEG, wobei die Bestimmung von Antikörpern sowohl im Serum als auch im Liquor wichtig ist.

Therapieansätze

Die Therapie beginnt meist mit einer hochdosierten Glukokortikoidtherapie. Bei schweren Verläufen kommen auch Immunglobuline und Plasmaaustausch zum Einsatz. Die frühzeitige Einleitung der Therapie ist entscheidend für den Behandlungserfolg.

Fazit und Ausblick

Autoimmunenzephalitiden sind selten, jedoch häufig als Differenzialdiagnose zu berücksichtigen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie sind entscheidend für den Verlauf der Erkrankung. Die Diskussion schließt mit der Erwähnung zukünftiger Themen, darunter neue Diagnosekriterien bei Multipler Sklerose.

Restless-Legs-Syndrom (RLS) - eine praxisrelevante Erörterung

06.06.2026

Prävalenz und Diagnostik des RLS

Das Restless-Leg-Syndrom ist eine häufige neurologische Erkrankung in Europa, mit einer Prävalenz von bis zu einem Zehntel der Bevölkerung. Oft sind nur ein Bruchteil der Betroffenen behandlungsbedürftig. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand fünf zentraler Kriterien, darunter Bewegungsdrang in den Beinen, Besserung durch Bewegung, eine Abends-/Nacht-Rhythmik und der Ausschluss von Mimics. Eine Polysomnographie ist ein unterstützendes, aber kein notwendiges Hilfsmittel.

Pathophysiologie und Manifestationen

RLS ist multifaktoriell geprägt. Genetik spielt eine Rolle, besonders beim Early-Onset. Zentraler Eisenmangel und Dopamin-Dysfunktion gelten als zentrale Mechanismen, ergänzt durch Glutamat- und Opiatwege sowie periphere Hypoxie. Es gibt auch atypische Manifestationen, in denen andere Körperbereiche statt der Beine betroffen sein können. Das Verständnis der genauen Zellmechanismen bleibt komplex und erweitert sich laufend.

Diagnostischer Weg und Laboruntersuchungen

Nach klinischer Bestätigung der Kriterien erfolgen ergänzende Untersuchungen primär zur Behandlungsvorbereitung, insbesondere zur Eisenlage. Ferritin sowie Transferrinsättigung werden geprüft; Ziel ist Ferritin über 100 ng/ml. Bei niedrigen Werten erfolgt eine Eisenersatztherapie (oral oder intravenös). Die Therapieentscheidung hängt von Ferritinwerten, Verträglichkeit und Reaktion ab. Labordaten beeinflussen die Wahl der Intervention, nicht die Diagnose.

Therapie und besondere Situationen

Therapien folgen einem Stufensystem: Als Erstlinientherapie kommen Alpha-2-Delta-Digandien (Gabapentinoide) zum Einsatz, Dopaminagonisten sind Zweitlinie, Opiate als weitere Option. Augmentation ist eine zentrale Herausforderung; daher erfolgt eine vorsichtige Anwendung der Dopaminergika. Bei Schwangerschaft, Kindheit oder besonderen Faktoren bleibt Eisentherapie vorn, medikamentöse Optionen werden situativ angepasst und Nebenwirkungen sowie Begleiterkrankungen bedacht.

Prävalenz und Diagnostik des RLS

Das Restless-Leg-Syndrom ist eine häufige neurologische Erkrankung in Europa, mit einer Prävalenz von bis zu einem Zehntel der Bevölkerung. Oft sind nur ein Bruchteil der Betroffenen behandlungsbedürftig. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand fünf zentraler Kriterien, darunter Bewegungsdrang in den Beinen, Besserung durch Bewegung, eine Abends-/Nacht-Rhythmik und der Ausschluss von Mimics. Eine Polysomnographie ist ein unterstützendes, aber kein notwendiges Hilfsmittel.

Pathophysiologie und Manifestationen

RLS ist multifaktoriell geprägt. Genetik spielt eine Rolle, besonders beim Early-Onset. Zentraler Eisenmangel und Dopamin-Dysfunktion gelten als zentrale Mechanismen, ergänzt durch Glutamat- und Opiatwege sowie periphere Hypoxie. Es gibt auch atypische Manifestationen, in denen andere Körperbereiche statt der Beine betroffen sein können. Das Verständnis der genauen Zellmechanismen bleibt komplex und erweitert sich laufend.

Diagnostischer Weg und Laboruntersuchungen

Nach klinischer Bestätigung der Kriterien erfolgen ergänzende Untersuchungen primär zur Behandlungsvorbereitung, insbesondere zur Eisenlage. Ferritin sowie Transferrinsättigung werden geprüft; Ziel ist Ferritin über 100 ng/ml. Bei niedrigen Werten erfolgt eine Eisenersatztherapie (oral oder intravenös). Die Therapieentscheidung hängt von Ferritinwerten, Verträglichkeit und Reaktion ab. Labordaten beeinflussen die Wahl der Intervention, nicht die Diagnose.

Therapie und besondere Situationen

Therapien folgen einem Stufensystem: Als Erstlinientherapie kommen Alpha-2-Delta-Digandien (Gabapentinoide) zum Einsatz, Dopaminagonisten sind Zweitlinie, Opiate als weitere Option. Augmentation ist eine zentrale Herausforderung; daher erfolgt eine vorsichtige Anwendung der Dopaminergika. Bei Schwangerschaft, Kindheit oder besonderen Faktoren bleibt Eisentherapie vorn, medikamentöse Optionen werden situativ angepasst und Nebenwirkungen sowie Begleiterkrankungen bedacht.