
Lesezeit
ORF Radio Steiermark
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Die Lesezeit vom 7. Juni
Indien in 65 Geschichten – Begegnung mit einem fernen Land
Volker Deggethoff schildert in kurzen Miniaturen seine Reise durch Indien, verbindet persönliche Erlebnisse mit kulturellen Momenten und zeigt, wie das Land in Wirklichkeit wirkt: authentisch, vielfältig und überwältigend. Das Buch verbindet Reisebericht, Märchenartigkeit und visuelle Gestaltung, wobei Fotos der Ehefrau Astrid durch künstliche Intelligenz in Bildzeichnungen umgesetzt wurden. Die Erzählung vermittelt Faszination und Neugier anstatt klischeehafter Eindrücke.
Longevity – Beobachtungen zu einem modernen Trend
Hubert Trübel analysiert den Longevity-Trend kritisch, hinterfragt Werbeversprechen und betont evidenzbasierte Ansätze. Er zeigt, wie einfache, belegte Maßnahmen oft effektiver sind als teure Angebote, und wie man wissenschaftliche Ergebnisse auch ohne Fachwissen interpretieren kann. Der Fokus liegt auf praktischer Integration gesunder Gewohnheiten in den Alltag statt auf spektakulären Wundern.
Schwalbenkönig oder Blutgrätsche – Fußball als kulturelles Phänomen
Das Buch versammelt Perspektiven von Autorinnen und Autoren, die Fußball als globales Phänomen begreifen. Es verbindet Text, Musik und Erinnerungen und zeigt, wie Stadionerlebnis, Nostalgie und Gesellschaftlichkeit zusammenwirken. Leserinnen und Leser erhalten vielseitige Blickwinkel auf Emotion, Politik, Wirtschaft und Identität, die den Sport über das Spiel hinaus sichtbar machen.
Erbin der Schatten – persönliches Erbe, Erinnerung und Befreiung
Margarete Maria Beinsipp erzählt offen von Gewalt, Schweigen und Beschämung in ihrer Kindheit und dokumentiert den Weg zur Befreiung ohne Anklage. Das Buch behandelt processed Erinnerungen als literarische Verarbeitung, zeigt schmerzhafte Muster auf und schildert den Prozess der Heilung, der von der Familie bis zur persönlichen Perspektive reicht. Die Erzählung betont das Streben nach Klarheit und Selbstbestimmung.

Die Lesezeit vom 17. Mai
Anatomie der Geborgenheit: Ort, Figuren und Kernmotivation
Der Roman spielt überwiegend in einem alten Kaffeehaus mit integriertem Kino. Im Mittelpunkt stehen Anni, die Inhaberfigur, und eine bunte Gästeschar, deren Lebensgeschichten sich zu einem Netz aus Vertrauen, Toleranz und gemeinsamen Momenten verweilen. Die Erzählung lotet aus, wie Geborgenheit entsteht, wenn Menschen sich unverstellt begegnen, Speisen, Düfte und Filme als Stimmungsgeber fungieren und sich Nähe in einer vielschichtigen Gemeinschaft entwickelt.
Hauptfiguren, Lebensläufe und Leitfragen des Schreibens
Der Text beleuchtet Annis Lebensweg, familiäre Hintergründe und ihre Haltung der Unvoreingenommenheit gegenüber Gästen. Durch Einblicke in Mutter, Vater und Freundeskreis wird deutlich, wie Startbedingungen Lebenswege prägen. Es geht um Suche nach Antworten auf das Leben, um individuelle Sehnsüchte und darum, wie Lebensentwürfe in wechselnden Alltagssituationen zusammenfinden, ohne einheitlich bewertet zu werden.
Günther Freitag: Remix-Stories als literarische Methode
Freitag beschreibt eine Praxis, in der Anfangssätze oder Szenen anderer Werke aufgegriffen und erzählerisch neu gestaltet werden. Die Texte wechseln zwischen skurrilem, melancholischem und oft offenem Ende und zeigen Figuren mit starken Gefühlen sowie alltäglichen Niederlagen. Der Ansatz bricht mit konventioneller Traditionsbewahrung und eröffnet Perspektivenwechsel, die Normalität in Frage stellen.
Jugendliteratur, Social Media und neue Lesekultur
Jugendliche lesen wieder häufiger, wobei soziale Medien eine zentrale Rolle spielen. BookTok, Instagram und Co. fördern den Austausch, machen neue Genres zugänglich und verbinden Jugendliche mit Autoren. Expertinnen betonen die Vielfalt der Jugendliteratur von klassischen Abenteuern bis zu neuen Netzwerkkulturen, wobei Trends gemeinsam mit ernsthaften Themen junge Leserinnen ansprechen und begleiten.

Die Lesezeit vom 3. Mai
Spuk – eine Film-Noir-Erzählung
Der Roman Spuk rekonstruiert eine Detektivgeschichte, in der Frank, ein aus Eisenerz stammender Protagonist, in einer düsteren Welten zusammenführt. Es geht um Heimsuchung, Erinnerungen an verschiedene Fälle, sowie um eine in seiner Geschichte wandelnde Katze namens Melanie. Die Erzählung verschränkt Realem und Geistertem, lässt den Leserinnen und Lesern Verbindungen zu Film-Noir-Ästhetik, raschen Schnitten und einer knappen, ökonomischen Sprache spüren.
Die Entstehung und das Stilmittel
Der Autor erläutert, wie er sich von Filmstudien und Noir-Filmklassikern hat inspirieren lassen. Die Sprache soll prägnant und rhythmisch wirken, ähnlich der Dynamik von Schnitten. Figuren tragen kurze Namen, die Atmosphäre bleibt karg, während sich das Geschehen in einer engen, bildhaften Narration entfaltet. Die Struktur des Romans verweist bewusst auf die Welten des Krimis und der Geistergeschichte zugleich.
Der Autor und seine Herangehensweise
Der Schriftsteller schildert seinen Weg von der Ideen-Schublade zum fertigen Text: intensive Recherche, eine Begeisterung für True Crime und das Spiel mit Perspektiven. Er verbindet reale Referenzen mit fiktiven Fällen, nutzt autobiografische Impulse und reflektiert das Schreiben als dauerhaften Bestandteil seines Lebens. Das Werk spiegelt eine Freude am Erzählen wider, die sich in einer konzentrierten, bildreichen Sprache entfaltet.
Mozart-Dialoge und Hanoncourts Vermächtnis
In einem ergänzenden Fokus wird Nikolaus Hanoncourt und dessen Mozart-Werkzeugkasten beleuchtet. Die Essays zeigen seinen Anspruch, Mozart in allen Gattungen und Perspektiven zu verstehen, und betonen die Bedeutung des Publikums. Es geht um Originalklang, Interpretationen, politische Dimensionen der Kunst und die Frage, wie Musik heutige Gesellschaften beeinflusst, ohne das Publikum zu verstellen.