
Ehlers-Danlos Organisation e.V. - Verstehen. Informieren. Leben.
Ehlers-Danlos Organisation e.V.
Beschreibung
Gemeinsam schaffen wir ein besseres Verständnis der Ehlers-Danlos-Syndrome und stärken die Gemeinschaft der Betroffenen.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Folge 6, Schmerzen, Therapiemöglichkeiten und was man selbst tun kann.
Grundlagen und Ursachen von EDS/HSD
Ehlers-Danlos-Syndrome (EDS) und Hypermobilitätsspektrumserkrankung (HSD) sind Bindegewebestörungen mit vielfältigen Auswirkungen auf Gelenke, Muskeln und innere Organe. Die Ursache liegt in einer genetischen Beeinträchtigung des Bindegewebes, wodurch passiv stabilisierende Strukturen wie Gelenkkapseln überdehnt sind. Da Bindegewebe in vielen Organen vorkommt, können Veränderungen nahezu überall sichtbar oder spürbar werden, auch wenn äußerlich kein auffälliges Bild entsteht.
Diagnose und Praxis: Wie eine Behandlung typischerweise abläuft
Bei Verdacht auf HEDS erfolgt die Kontaktaufnahme mit einer spezialisierte Praxis. Es gibt ein mehrstufiges Verfahren mit Befragung, körperlicher Untersuchung und Screenings, gefolgt von individueller Therapieplanung. Die orthopädische Versorgung erfolgt in Kooperation mit Orthopädie-Technikern, um passgenaue Hilfsmittel zu entwickeln, anzupassen und regelmäßig zu überprüfen. Die Diagnostik dient der gezielten Therapie statt einer Beweisführung durch allgemeine Tests.
Schmerzmanagement, Muskulatur und Therapiemöglichkeiten
Der Fokus liegt auf der Ursachenklärung von Schmerzen und deren gezielter Behandlung. Priorisiert werden physikalische Maßnahmen, Koordination, Gleichgewicht sowie Tiefenmuskulatur zur Stabilisierung der Gelenke. Passive Armierung durch Orthesen ergänzt die Muskulatur und reduziert Überlastung. Operative Eingriffe werden eher zurückhaltend gesehen; erst wenn konservative Optionen ausgeschöpft sind, kann eine OP erwogen werden, wobei langfristige Stabilität kritisch betrachtet wird.
Alltag, Lebensführung und besondere Aspekte
Im täglichen Leben spielen Balance zwischen Bewegung und Schonung, regelmäßige Anpassungen von Einlagen und Orthesen sowie ergonomische Haltungen eine zentrale Rolle. Kinder benötigen alters- und wachstumsadaptierte Ausstattung in enger Absprache mit Ärzten. Rollstuhlgebrauch wird bedacht eingesetzt, um Überlastung zu vermeiden, ohne Muskelaufbau zu vernachlässigen. Für Kiefergelenk, Schulter und Wirbelsäule erfolgen individuelle, fachübergreifende Behandlungen statt Allgemeinempfehlungen.

Folge 5, Alltag, Bewegung und Therapie bei EDS und HSD
Individuelle, aktive Therapie trotz EDS/HSD
Der Fokus liegt darauf, Therapien auf die individuellen Beschwerden abzustimmen und aktiv zu arbeiten. Wichtig sind offene Kommunikation zum Therapeuten, Erfahrung mit isometrischem und dynamischem Training sowie Flexibilität bei der Übungswahl. Leichte Anfangsintensität und langsame Anpassung helfen, Verschlechterungen zu vermeiden. Behandlungen sollten systematisch erfolgen und Menschen statt Diagnosen in den Mittelpunkt stellen.
Trainingsprinzipien und langfristige Perspektive
Eine stabile Grundlage ist Stabilisationstraining und Muskelaufbau, kombiniert mit progresivem Training. Isometrie dient als Einstiegsphase, danach folgen dynamische Übungen. Die Programme sollten kontinuierlich angepasst werden, Schmerz- oder Verschlechterung während der Übung ausschließen. Training ist ein Langzeitprojekt, das Geduld, regelmäßige Intervalle und eine schrittweise Steigerung von Reizen erfordert.
Trainingspraxis zu Hause und mit Wenigmaterial
Für zu Hause eignen sich wenige Hilfsmittel wie Theraband oder TRX, um Zug- und Stabilisierungsübungen zu unterstützen. Wichtig ist ein individuell erstellter Plan, der Unabhängigkeit von Institutionen ermöglicht. Verletzungsrisiken minimieren sich durch langsame Progression, klare Wiederholungs- und Satzstrukturen sowie regelmäßige Überprüfung der Übungswahl. Erst bei ausreichender Sicherheit folgen dynamische Bewegungen mit moderatem Gewicht.
Zusammenarbeit mit Ärztinnen und sichere Vorgehensweisen
Vor Behandlungen sollten Ärztinnen und Ärzte konsultiert werden, besonders bei systemischem EDS oder vascularen Formen. Manipulationen der Halswirbelsäule bei Instabilität werden abgeraten; Stabilisierung durch gezieltes Muskeltraining ist sinnvoll. Die Umsetzung von Trainingsprinzipien bleibt eigenverantwortlich; Therapien sollten unter ärztlicher Abstimmung erfolgen und schrittweise an die individuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Folge 4, Schwerbehindertenrecht und Erwerbsminderungsrente
Einführung in die Themen des Podcasts
In diesem Podcast wird ein Austausch über die Ehlers-Danlos-Syndrome (EDS) und die Hypermobilitätsspektrum-Erkrankung (HSD) angeboten. Die Moderatoren, Carolin Schmidt und Herr Sauerborn, diskutieren die Herausforderungen, die mit diesen Krankheitsbildern einhergehen, insbesondere in Bezug auf rechtliche Aspekte wie das Schwerbehindertenrecht und die Erwerbsminderungsrente.
Schwerbehindertenrecht und Erwerbsminderungsrente
Herr Sauerborn, ein erfahrener Rechtsanwalt, erklärt, dass die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises oft schwierig ist, da der Grad der Behinderung (GDB) nicht allein auf der Diagnose basiert, sondern auf den konkreten Funktionsbeeinträchtigungen. Es ist wichtig, die Teilhabefolgen der Erkrankung nachzuweisen und die entsprechenden medizinischen Unterlagen bereitzustellen.
Fragen aus der Community
Im Verlauf der Episode werden viele Fragen von Betroffenen behandelt, darunter die Sinnhaftigkeit der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises bei mehreren Diagnosen und was nach einer Ablehnung des Antrags zu tun ist. Herr Sauerborn betont die Bedeutung einer gründlichen Dokumentation der eigenen Beeinträchtigungen und empfiehlt, die Behörde gegebenenfalls um Amtsermittlung zu bitten, wenn keine ärztliche Anbindung besteht.
Rechtliche Grundlagen und Verfahren
Die rechtlichen Grundlagen, insbesondere das Sozialgesetzbuch IX, werden erläutert, ebenso wie die verschiedenen Merkzeichen, die Betroffene beantragen können. Die Moderatoren diskutieren auch, wie man sich auf gutachterliche Untersuchungen vorbereiten sollte und welche Rechte man als Betroffener hat.
Schlussfolgerungen
Die Episode schließt mit einem Aufruf zur aktiven Mitgestaltung und Dokumentation der eigenen Gesundheitsproblematik sowie der Ermutigung, sich bei Bedarf rechtlichen Beistand zu suchen. Es wird auf kommende Ressourcen hingewiesen, die den Zuhörern helfen sollen, sich im Dschungel der rechtlichen Ansprüche besser zurechtzufinden.