
Weltenwerkstatt
Udo Seelhofer
Beschreibung
Dieser Podcast richtet sich an alle Geschichtenerzähler:innen und -liebhaber:innen, die sich für die Kunst des Schreibens interessieren und erfahren möchten, wie neue Welten entstehen. Egal, ob du selbst schreibst oder einfach nur fasziniert davon bist, wie spannende Geschichten und Figuren geformt werden – "Weltenwerkstatt" gewährt dir inspirierende Einblicke in die Köpfe und Herzen der kreativsten Köpfe unterschiedlichster Genres.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Aus-Wisch statt Auschwitz: Wie man eine historische Geschichte NICHT schreibt!
Ein neues Format im Podcast
Der Podcast Weltenwerkstatt führt ein neues Format ein, in dem Bücher analysiert werden, um deren Erfolg und die Stärken oder Schwächen der Autoren zu untersuchen.
Analyse von "Der Junge im gestreiften Pyjama"
Das Buch von John Boyne behandelt die Geschichte eines deutschen Jungen, Bruno, der in der Nähe von Auschwitz lebt und einen jüdischen Jungen, Schmuel, trifft. Obwohl es emotional packend ist, gibt es erhebliche historische Ungenauigkeiten und die naive Perspektive Brunos wird kritisiert.
Kritik an der Prämisse
Die zentrale Prämisse, dass Bruno und Schmuel hinter dem Zaun kommunizieren können, ist unrealistisch. Sicherheitsmaßnahmen in Auschwitz machen solche Begegnungen unmöglich, was die Glaubwürdigkeit der Geschichte beeinträchtigt.
Brunos Naivität und ihre Folgen
Brunos Unkenntnis über die Realität des Krieges und des Lagers wird als unglaubwürdig erachtet. Historiker kritisieren, dass das Buch ein falsches Bild der Unschuld der Deutschen zeichnet und die Perspektive der jüdischen Opfer vernachlässigt.
Literatur und Geschichte
Das Buch wird nicht als geeignete Einführung in den Holocaust empfohlen, da es falsche historische Vorstellungen vermittelt. Es dient eher als Diskussion über die Art und Weise, wie Literatur Geschichte interpretiert.
Die Perspektive der Erzählung
Die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, hat einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Leser. Autoren sollten sich überlegen, wie sie die Sichtweise ihrer Charaktere gestalten, um eine authentische und verantwortungsvolle Erzählung zu schaffen.

Die Macht der Worte — Saskia Calden über Psychothriller, Figuren & das Schreiben
Einführung in die Welt des Schreibens
Im Gespräch mit Saskia Kalten, bekannt für ihre Evelyn Holm Romanreihe, wird die Macht der Worte und die Inspiration hinter ihren Geschichten thematisiert. Saskia erzählt von ihrer ersten Gruselgeschichte, die einem kleinen Jungen Angst einjagte, und wie dieses Erlebnis ihren Eifer zum Schreiben weckte.
Der Schreibprozess und die Inspirationsquellen
Saskia erklärt, dass ihre Thriller oft aus persönlichen Ideen und Erinnerungen entstehen, wobei sie auch viel recherchiert. Der neueste Band „Ein dunkles Versteck“ beschäftigt sich mit dem Thema Stalking, inspiriert durch eine Bekannte. Ihre Geschichten sind meist das Produkt ihrer eigenen Fantasie, auch wenn sie gelegentlich aus Erfahrungen anderer schöpft.
Charakterentwicklung und Plotten
Der Schreibprozess von Saskia umfasst intensives Plotten, da sie eine klare Struktur benötigt, um die Handlung und Charakterentwicklung zu steuern. Sie betont, dass ihre Figuren durch Konflikte wachsen und sich im Laufe der Reihe organisch entwickeln. Die Herausforderungen ihrer Protagonistin Evelyn Holm spiegeln tiefere emotionale und psychologische Themen wider.
Der Umgang mit Kritik und Leserfeedback
Saskia spricht offen über ihre Selbstzweifel und den Umgang mit Kritiken. Sie hat gelernt, sich auf positives Feedback zu konzentrieren und negative Bewertungen zu ignorieren, um ihre Kreativität nicht zu hemmen.
Der Bösen und die Psychologie der Figuren
Ein zentrales Element in Saskias Thrillern ist die Darstellung des Antagonisten. Sie legt Wert darauf, dass die Motive der Bösewichte nachvollziehbar sind, was die Spannung und das Interesse der Leser erhöht. Die psychologische Tiefe der Charaktere ist ihr dabei besonders wichtig.
Tipps für angehende Autoren
Zum Abschluss gibt Saskia angehenden Autoren den Rat, ein einzigartiges Konzept für ihre Reihe zu entwickeln, das sich von bestehenden abhebt. Sie ermutigt, neue Perspektiven und Themen zu erkunden, um das Interesse der Leser zu wecken.

Das Handwerk der Alternativgeschichte mit Jens Feuerriegel: So bringst du tote Berühmtheiten zum Leben!
Arbeitsweise und erzählerische Ausrichtung
In Monkey wird eine Ich-Perspektive durchgezogen, im Gegensatz zu Pix, das in einer auktorialen Perspektive beginnt. Der Autor experimentiert mit Erzählformen, setzt auf eine Mischform und betont, wie eine Ich-Perspektive neue Freiheiten eröffnet. Der Roman zielt darauf ab, Charaktere und Themen leichter zu gestalten, ohne die Ernsthaftigkeit der Stoffe zu verlieren. Dabei wird die Distanz zu den ikonischen Figuren bewusst gewahrt.
Historisches Setting, Ikonen und Sinn für Spannung
Die Romane bewegen sich in den USA der Jahre der 60er und 70er, mit Fokus auf ikonische Figuren wie Monroe und Kennedy. Der Autor nutzt diese Figuren als Ausgangspunkt, um neue Perspektiven zu erfinden und die bekannten Bilder zu hinterfragen. Verschwörungstheorien werden als motivierende Facetten genutzt, um Spannungen und Neugier zu erzeugen, ohne die Fakten zu vernachlässigen.
Schreibprozess, Struktur und Perspektivenwechsel
Der Autor beschreibt einen shift hin zur Ich-Erzählweise, weg von rein journalistischem Stil. Das letzte Viertel wurde vermittelt durch Anpassungen im Verlag und eine bewusstere Spannungsführung. Die Entscheidung für Milton Grover als Erzähler erleichtert, die Erzählinstanz zu fokussieren, und bietet Raum für Selbstreflexion sowie spielerische Passagen, die den Ton des Romans prägen.
Bezüge, Paranoia, Pointe und Ausblick
Im Gespräch wird deutlich, wie paranoide Spannungen und die Frage nach Wahrheit in der Geschichte eine zentrale Rolle spielen. Die Arbeit an einer schlagkräftigen Pointe bleibt ein zentrales Ziel, doch der Text soll offen bleiben, um Nachhall zu erzeugen. Zukünftige Projekte bleiben vage, doch bleiben Amerika-Setting und atmosphärische Tonlagen als Markenzeichen erhalten, während neue Wege erkundet werden.