
Klingende Zeitgeschichte im Ohr
mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Ein Zeichen der Amtswürde
Spurensuche im Archiv der MDW
In der dritten Staffel der klingenden Zeitgeschichte im Ohr wird das Archiv der MDW als Ausgangspunkt für die Entdeckung vergessener Geschichten genutzt. Die Themen umfassen ein verloren gegangenes Theater, ein während der NS-Zeit geraubtes Klavier und eine verschwundene Rektorskette aus dem Jahr 1924.
Die verschwundene Rektorskette
Die goldene Rektorskette, die zur Inauguration des ersten Rektors Josef Marx in 1925 angefertigt werden sollte, ist bis heute unauffindbar. Ernst Tittel, ein Zeitzeuge, glaubte lange an ihr Wiederauftauchen. Die Kette, ein Zeichen der Amtswürde, wurde aufgrund finanzieller und technischer Schwierigkeiten erst verspätet bestellt und konnte nicht beim feierlichen Anlass präsentiert werden.
Künstlerische und technische Herausforderungen
Die Herstellung der Rektorskette stellte sich als kostspielig und kompliziert heraus. Technische Schwierigkeiten führten zu einer Verzögerung und finanziellen Nachforderungen, die die Hochschule bis in die 1930er Jahre beschäftigten. Trotz all dieser Bemühungen blieb die Kette verschollen und es existieren keine Fotos, die sie zeigen.
Symbolik und heutige Bedeutung
Die aktuelle Rektorin der MDW, Ulrike Süch, erläutert die Bedeutung von Insignien für die Amtswürde und beschreibt die bestehende Rektorskette. Sie hofft, die verschwundene Kette eventuell in einem Depot oder alten Fundstätten zu entdecken und ruft potenzielle Hörer dazu auf, mögliche Hinweise zu melden.
Ausblick auf die nächste Folge
In der kommenden Episode wird ein Dachboden inspiziert und ein Gespräch mit einem Museumsbetreiber geführt, der dem Künstlers Heinrich Zieter gewidmet ist, der an der Herstellung der ursprünglichen Rektorskette beteiligt war.

Die Bibliothek auf dem Seziertisch
Spurensuche im Archiv der MDW
In der dritten Staffel von "Klingende Zeitgeschichte im Ohr" wird das Archiv der MDW, der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien, erkundet. Es werden Geschichten über ein verlorenes Theater, ein während der NS-Zeit geraubtes Klavier und eine verschwundene Rektorskette erzählt.
Provenienzforschung in der Bibliothek
Die Provenienzforschung an der Bibliothek der MDW hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Historikerin Jutta Fuchshuber und ihr Team analysieren die Bestände, um herauszufinden, ob sich Raubgut in der Sammlung befindet. Der Prozess umfasst die Durchsicht von Büchern, Noten und anderen Medien auf Hinweise wie Ex-Libris oder handschriftliche Vermerke.
Die Herausforderungen der Forschung
Die Beschaffung von Informationen über die Herkunft von Büchern und Noten stellt eine Herausforderung dar, da viele Alltagsgegenstände und keine Besitzvermerke aufweisen. Die Recherche erfordert den Zugriff auf Datenbanken und Archive, um mehr über die früheren Besitzer zu erfahren.
Restitutionsfälle und deren Bedeutung
Ein herausragender Fall in der Provenienzforschung ist die Restitution der Bibliothek von Guido Adler, einem jüdischen Musikwissenschaftler, dessen Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgegeben wurde. Solche Fälle verdeutlichen die Verantwortung von Bibliotheken, ihre Bestände auf Provenienz zu prüfen.
Erforschung von Musikinstrumenten
Ein weiterer Teil des Projekts widmet sich der Provenienzforschung an den Musikinstrumenten der MDW, insbesondere solchen, die nach 1945 erworben wurden. Die Aufarbeitung der Herkunft dieser Instrumente ist wichtig für das Verständnis von Netzwerken während der NS-Zeit.
Bedeutung der Provenienzforschung für den Unterricht
Die Ergebnisse der Provenienzforschung sollen in den Unterricht einfließen, um ein Bewusstsein für die Geschichte der Instrumente und Materialien zu schaffen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Vergangenheit ist entscheidend für die Zukunft der Institution.

Das Notenbuch von Erich Fischhof
Spurensuche im Archiv
In einer mehrteiligen Archivsuche werden Geschichten zu einem verschwindeten Theater, geraubten Musiknoten und einer vermissten Rektorskette rekonstruiert. Expertinnen und Experten befragen Fachleute, durchsuchen Bibliotheken und Dachböden, um biografische Hintergründe der Objekte sichtbar zu machen. Die Recherche betont, dass Archive mehr als Sammlungen sind: Sie bergen Biografien, Verfolgungserfahrungen und kulturelle Verlustgeschichten.
Das Notenbuch von Erich Fischhoff
Das Notenbuch, dessen Herkunft kompliziert erscheint, wurde durch Spenden in eine Bibliothek aufgenommen. Die Provenienz braucht klärende Einordnung, denn auch unscheinbare Stücke tragen eine belastete Biografie. Es wird deutlich, dass der Besitzer nicht mitgenommen hat, was zurückgelassen wurde, und dass das Buch eine Geschichte seiner Flucht und seines Exils widerspiegelt.
Biografien hinter dem Objekt
Forschende verknüpfen einzelne Gegenstände mit Lebensläufen: Noten, Briefe und Nachlässe ermöglichen Einblicke in Fluchtwege, Familiengeschichten und Verlust. Die Autorinnen zeigen, wie Nachlässe in fremden Archiven auftauchen und neue Bezüge herstellen. Es entsteht ein Bild von Menschen, deren Besitztümer Spuren von Gewalt, Vertreibung und Widerstand tragen.
Bedeutung der Provenienzforschung
Die Arbeit legt nahe, dass Bibliotheken aktiv historische Ungerechtigkeiten aufarbeiten können, selbst wenn der Erwerbsweg unklar bleibt. Objekte erhalten so eine erweiterte Identität: Sie erzählen über Leben, Verluste und den Versuch, Biografien zu rekonstruieren und Personen Würdigung zu geben.