
Bücher im Gespräch
ZfL Berlin
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Episode 32: Sternenbegeisterung (um 1900)
Einführung und Auszeichnung
Im Podcast wird Sophie Hartisch, die mit dem Carlo-Bart-Preis des ZFL ausgezeichnet wurde, als Gast vorgestellt. Ihre Arbeit, "Stern und Kosmos, astrale Konstellationen in der Lyrik um 1900", wird als umfassende Dissertation beschrieben, die sich mit der Beziehung zwischen Astronomie und Lyrik beschäftigt.
Der persönliche Zugang zur Astronomie
Hartisch erzählt von ihrer frühen Faszination für Astronomie, die in ihrer Kindheit begann, sowie von akademischen Einflüssen, die sie zur Erforschung des Planetarischen führten. Sie erkannte, dass es nicht nur einen Blick auf die Erde, sondern auch einen auf den Himmel gibt, der in der Lyrik um 1900 eine bedeutende Rolle spielt.
Die Lyrik als Scharnierstelle
Hartisch erklärt, dass die Lyrik eine zentrale Rolle spielt, um verschiedene Diskursphänomene und Themen um 1900 zu verbinden. Sie hebt hervor, dass die Lyrik besonders geeignet ist, um über kosmische Themen nachzudenken, und dass sie formale Elemente aufweist, die eine Analogie zum Sternenhimmel darstellen.
Die Beziehung zwischen Kosmos und Mensch
Die Diskussion thematisiert die alte Idee, dass der Sternenhimmel mit dem menschlichen Dasein verbunden ist. Hartisch und die Podcasterin reflektieren über die Veränderungen in der modernen Theorie, die den Zusammenhang zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos in Frage stellen, und zeigen, dass diese Verbindungen in ihrer Analyse weiterhin bestehen.
Politische Dimensionen und kulturelle Strömungen
Die Konversation beleuchtet, wie die Obsession mit den Sternen in verschiedenen politischen Kontexten, einschließlich des Nationalsozialismus, interpretiert wurde. Hartisch diskutiert die Verwendung von kosmischen Metaphern in der Lyrik und deren politische Implikationen.
Methodische Ansätze und interdisziplinäre Verknüpfungen
Hartisch erklärt, wie ihre methodische Herangehensweise es ihr ermöglicht, Literarisches und Populärkulturelles gleichwertig zu behandeln und damit ein umfassenderes Bild der kulturellen Strömungen zu zeichnen. Sie reflektiert über die Herausforderungen und Entscheidungen bei der Zusammenstellung ihrer Forschung.

Episode 31: Koselleck
Koselleck als zentrale Figur und Bandbezug
Der Gesprächsband beleuchtet Reinhard Koselleck als prägenden Historiker des 20. Jahrhunderts, dessen Arbeiten zur Begriffsgeschichte, Geschichtstheorie und Erinnerungskultur weiterecht rezipiert werden. Im Mittelpunkt steht die Publikation Geschichte im Widerstreit, die Koselleck als zentrale Figur hervorhebt und zugleich Perspektiven eröffnet, wie seine Arbeiten an Grenzen und Aktualität weitergeführt werden können. Die Herausgeber betonen ein kohärentes Verständnis politischer und theoretischer Fragestellungen.
Kontroversen, Biografie und Rezeption
Im Gespräch wird Kosellecks Biografie als Kontext für Kontroversen sichtbar: NS-Vergangenheit, Lehrerbeziehungen und die Debatten um Nachrüstung, Denkmäler sowie Schmitts Einfluss. Sidonie Kellerers Aufsatz über Aufklärung oder Strategien kultureller Hegemonie wird als provozierend beschrieben, weil er Koselleck vorwirft, antisemitische Untertöne zu zitieren und eine neurechte Nutzung begünstigt zu haben. Die Diskussion betont brisante kulturelle Debatten.
Aktualität der Koselleck-Forschung
Der Diskurs zeigt, wie vielfältig Kosellecks Werk heute interpretiert wird. Während einige Autorinnen betonen, dass sich Forschungsfragen verflüchtigen, argumentieren andere für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Begriffsverläufen, Bildhistoriografie, Erinnerungskultur und der Krise von Gesellschaften. Der Band versucht, Kohärenz zu wahren, ohne die Breite der Ansätze zu verwässern, und diskutiert exemplarisch den Beitrag von Kellerer im Verhältnis zu Koselleck.
Aufklärung, Krise, Katastrophe – theoretische Linien
Im Austausch wird Kosellecks Kritik an der Aufklärung als politisch instrumentalisiert betrachtet, wobei die Frage nach einem universalen Geltungsanspruch und der Rolle der Öffentlichkeit diskutiert wird. Die Entwicklung des Krisenbegriffs von Kritik und Krise hin zu ökologischen Dimensionen zeigt eine Verschiebung der Problemlage. Der Blick nach vorn fragt, wie Begriffsgeschichte im digitalen Zeitalter neue Zeiten und Formen der Verzeitlichung erschließt und kritisch reflektiert.

Episode 30: Wissensgeschichte des Verhaltens
Einleitung zum Buch
Im Podcast wird ein neu erschienener Sammelband mit dem Titel "Wissensgeschichte des Verhaltens" besprochen, der aus rund 30 interdisziplinären Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besteht. Die Herausgeber Georg Töpfer und Sophia Gräfe erläutern die Ideen und Konzepte hinter dem Buch.
Konzeption des Buches
Sophia Gräfe erklärt, dass das Buch aus ihrer Faszination für historische Verhaltenskonzepte in biologischen Archiven der 50er und 60er Jahre entstand. Das Projekt zielt darauf ab, Verhalten aus einer interdisziplinären Perspektive zu historisieren und zu analysieren.
Verhalten und Benehmen
Die Diskussion dreht sich um die Definition von Verhalten, das nicht nur das Benehmen umfasst, sondern auch Normierungen und gesellschaftliche Kontexte. Georg Töpfer betont, dass Verhalten oft als eine Form von Kontrolle und Selbstdisziplin interpretiert werden kann.
Interdisziplinarität und Begriffsgeschichte
Der Sammelband wird als interdisziplinäres Werk beschrieben, das verschiedene historische und wissenschaftliche Perspektiven auf Verhalten vereint. Es wird diskutiert, inwiefern das Buch Elemente einer Begriffsgeschichte enthält, jedoch mehr auf konkrete Verhaltenskonzepte fokussiert ist.
Zusammenstellung der Beiträge
Die Herausgeber berichten, dass die Beiträge speziell in Auftrag gegeben wurden, um eine breite Expertise und Perspektivenvielfalt zu gewährleisten. Dabei wurden auch intensive Vorgespräche mit den Autorinnen und Autoren geführt, um die Themen zu gestalten.
Politische Dimension von Verhalten
Es wird erörtert, wie Verhalten eine soziale und politische Dimension hat, da es immer zwischen Subjekten stattfindet und gesellschaftliche Normen beeinflusst. Die Herausgeber betonen die Relevanz von Verhalten in politischen und ökonomischen Kontexten und die Notwendigkeit, diese Verknüpfungen zu hinterfragen.