
OÖ Landeskultur on air
Pamela Neuwirth
Beschreibung
Radio FRO berichtet über neue Ausstellungen und Aktivitäten u.a. im Francisco Carolinum, im Schlossmuseum sowie im OK bzw. im OÖ Kulturquartier.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Pleas Of Resistance. Carlos Motta im O.K Linz
Ausstellungskern und Perspektive
Carlos Motta untersucht Conditio Humana, Machtstrukturen und archive. Die Präsentation bündelt Arbeiten, die Kolonialismus, politische Kämpfe von Minderheiten und queere Perspektiven reflektieren. Medial arbeiten VIDEO, Skulptur, Installationen und self-reflexive Formate zusammen, um Geschichte sichtbar zu machen und alternative Erzählungen zu liefern, ohne normative Botschaften zu liefern.
Besondere Arbeiten und Kollaborationen
In der Ausstellung arbeiten Motta und andere Künstlerinnen Gefäße der Zusammenarbeit aus, beispielsweise eine Produktion mit Tiamat Lidian Medusa. Körpererfahrung, Grenzverschiebungen und religiöse Ikonografie fungieren als Räume, um Fragen über Leiden, Identität und Widerstand sichtbar zu machen.
Archiv, Geschichte und Gegenperspektiven
Ein zentrales Thema ist die Kritik am Archivbegriff: Archive spiegeln Dominanzverhältnisse wider, verschweigen Ausgeschlossenes und laden Gegenhistoriografien ein. Über filmische Essays, Skulpturen und Installationen macht Motta Ausschlüsse sichtbar und zeigt, wie Museen Sammlungen politisch mitbestimmen.
Symbolik, Sexualität und Queer-Identität
Beispiele reichen von der Darstellung des Pinken Dreiecks über homosexuelle Körpersprachen bis hin zu Darstellungen des Bösen in katholischer Ikonografie. Durch Bronzegüsse, Miniaturen und Performances entsteht eine poetische Gegenhaltung, die queere Geschichten, Trauma und Widerstand in den Vordergrund rückt.

Outside, twelve Pieces
Einführung der Skulpturen
Die Ausstellung präsentiert eigens angefertigte Skulpturen von Michael Kinzer, die durch ihre schräge Positionierung und den Bezug zur Geschichte des Grafen von Windhag und seinen Ehefrauen bestechen. Diese Schrägstellung symbolisiert die Vorläufigkeit und Unsicherheit des Lebens.
Geschichte des Grafen von Windhag
Die drei Skulpturen erzählen von einem Grafen, dessen Lebenswerk, ein Schloss, nach seinem Tod von seiner Tochter abgerissen wurde, um an dessen Stelle ein Kloster zu errichten. Diese Umwandlung verdeutlicht das Thema der Unsicherheit und des Respekts gegenüber dem Lebenswerk.
Skulpturen im Schlosspark
Kinzer integriert seine Skulpturen harmonisch in den Schlosspark und hebt oft übersehene Orte hervor. Der Kontrast zwischen den Materialien und Formen seiner Werke schafft neue Perspektiven auf die Umgebung.
Materialien und Konzeption
Die Verwendung von Materialien spielt eine zentrale Rolle in Kinzers Arbeiten. Er kombiniert industrielle mit natürlichen Elementen, um das Verhältnis zwischen Kunst und Natur zu reflektieren. Diese Dualität wird durch den Einsatz von Aluminium und anderen Materialien verdeutlicht.
Besucherinteraktion und Respekt
Kinzer thematisiert auch den Respekt, den Besucher der Kunst zollen, und die unterschiedlichen Reaktionen auf seine Werke. Dies zeigt sich in der Interaktion mit seinen Skulpturen, die oft berührt oder gar beschädigt werden.
Ausblick auf die Ausstellung
Die Werkschau umfasst insgesamt zwölf Skulpturen im Schlosspark, die bis Ende Oktober zu sehen sind. Sie bieten den Besuchern die Möglichkeit, Kunst neu wahrzunehmen und eine tiefere Verbindung zur Umgebung herzustellen.

The Mind Hacker
Werner Reiterer und seine Kunst
Werner Reiterer, ein österreichischer Künstler, der seit den 1990er Jahren erfolgreich arbeitet, hat eine Einzelausstellung im Schlossmuseum Linz mit dem Titel "The Mind Hacker". Reiterer, geboren 1964 in Graz, hat seine künstlerischen Wurzeln in Wien und ist bekannt für seine innovative Herangehensweise, bei der er historische Skulpturen von Heiligen mit modernen Elementen verbindet.
Die Ausstellung "The Mind Hacker"
Die Ausstellung, kuratiert von Gabriele Spindler, zeigt Reiterers neue Arbeit "Event Horizon", die 18 historische und biblische Figuren manipuliert, um sie ins 21. Jahrhundert zu übertragen. Diese Figuren, die traditionell in Kirchen zu finden sind, tragen das Konterfei des Künstlers und wurden mit modernen Attributen wie Handys und Laptops versehen, was eine humorvolle, gleichzeitig aber tiefgründige Reflexion über die Rolle der Heiligen im heutigen Kontext darstellt.
Interaktive Elemente und Besucherpartizipation
Ein zentrales Merkmal von Reiterers Arbeiten ist die Einbeziehung des Publikums. In der Installation "Breath" wird das Publikum aufgefordert, laut zu schreien, um die Atmosphäre des Raumes akustisch zu aktivieren, was die Interaktion zwischen Kunst und Betrachter verdeutlicht. Diese Partizipation ist entscheidend für das Erlebnis der Ausstellung und stellt die Frage nach der Rolle des Einzelnen in der Gemeinschaft.
Philosophische und gesellschaftliche Fragestellungen
Reiterers Werke thematisieren das Spannungsfeld zwischen Individuum und Kollektiv sowie die Beziehung des Menschen zu den Dingen. Seine Zeichnungen, die einen bedeutenden Teil der Ausstellung ausmachen, reflektieren gesellschaftliche und philosophische Themen und laden die Besucher ein, über ihre eigene Existenz und die zeitgenössischen Herausforderungen nachzudenken.
Kunst als Reflexion der Gegenwart
Die Ausstellung bietet eine Plattform für tiefgreifende Überlegungen zu Fragen des Glaubens, der Identität und der Gesellschaft. Reiterer nutzt seine Kunst, um einen Dialog über die Herausforderungen unserer Zeit zu initiieren und die Besucher dazu zu bringen, sich mit den großen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen.