
HÜBEN + DRÜBEN
Franziska Hilmer und Claudia Cardinal
Beschreibung
Es gibt unsere gewohnte, ganz normale Alltagswelt und es gibt eine Welt jenseits jeder Materie. Diese kann ganz einfach als geistige Dimension bezeichnet werden. Wir wissen nicht, welche der Welten Hüben und welche Drüben ist. Das bleibt ein Geheimnis.
Wir wissen auch nicht, was vor unserem Leben als Mensch war und wir wissen nicht, was nach unserem Tod kommen mag. Und wir beide haben vieles mit dem Thema Tod zu tun.
Wir sind Franziska Hilmer und Claudia Cardinal.
Franziska ist Künstlerin und Seelsorgerin und hat ihr Hamburger Bestattungsunternehmen "Seitenwechsel - achtsam bestatten" genannt. Das ist ganz richtig, denn jeder Tod bedeutet immer auch einen Seitenwechsel. Franziska liegt eine Durchlichtung der Sterbekultur am Herzen. Aufbahrung und Totenwache sind dabei wichtige Rituale, die früher selbstverständlich waren und heute wieder gelebt werden dürfen.
Claudia ist Autorin, Dozentin und hat die Sterbeammenakademie mit mittlerweile rund 1000 ausgebildeten Sterbeammen - und für Männer Sterbegefährten - ins Leben gerufen und leitet die Akademie. Claudia ist es seit vielen Jahren ein Anliegen, dass sich analog zur Geburtsheilkunde auch eine Sterbeheilkunde entwickelt.
Uns beiden ist ausgesprochen bewusst, dass der Tod für sehr viele Menschen ein unangenehmes, geradezu anrüchiges Thema darstellt. Dem Tod weichen wir lieber aus, denn es könnte durchaus gefährlich werden, sich damit zu beschäftigen. Es ist leichter, sich im gewohnten Alltag zu bewegen und Unsterblichkeit vorzugaukeln. Doch wir lernen selten mehr über das Leben, als wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen - und umgekehrt!
Holen wir den Tod aus der dunklen Ecke hervor! Für Bewusstseinserweiterung braucht es keine Drogen, sondern die neugierige Bereitschaft, sich dem Unbekannten auszusetzen.
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#111 Hüben+Drüben Spezial mit Dr. Martin Kreuels: Männer trauern anders
Einführung in die Männertrauer
Im Gespräch mit Dr. Martin Kreuels, dem Gründer des Bundesverbands Männertrauer e.V., wird die besondere Trauerkultur von Männern erörtert. Die Moderatorinnen Franziska Hilmer und Claudia Kardinal beleuchten, wie Männer in Trauersituationen oft anders agieren und sich oft schwer tun, Hilfe zu suchen.
Dr. Martin Kreuels' persönliche Erfahrungen
Dr. Kreuels teilt seine eigene Geschichte des Verlustes, als seine Frau 2009 starb und er mit vier kleinen Kindern allein gelassen wurde. Er wollte mit anderen Männern in ähnlichen Situationen sprechen, stellte jedoch fest, dass es kaum Männer gab, die sich austauschen wollten. Dies führte zur Gründung von Trauercafés und letztlich zum Bundesverband.
Herausforderungen in der Trauerbewältigung
Die Diskussion dreht sich um die Schwierigkeiten, die Männer bei der Trauerbewältigung haben, und die kulturellen Unterschiede in der Trauer. Es wird diskutiert, dass Männer oft ihre Emotionen unterdrücken und nicht in der Lage sind, ihre Trauer offen zu zeigen oder zu kommunizieren.
Die Rolle von Gemeinschaft und Ritualen
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Notwendigkeit von Gemeinschaft und Ritualen in der Trauer. Dr. Kreuels betont, dass Trauer eine Gemeinschaftsaufgabe ist und dass es wichtig ist, Trauernde in ihrer Trauer zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass sie gebraucht werden.
Gesellschaftliche Veränderungen und der Feminismus
Die Moderatorinnen und Dr. Kreuels diskutieren auch die gesellschaftlichen Veränderungen in Bezug auf Geschlechterrollen und die Auswirkungen des Feminismus auf Männer und Frauen. Es wird betont, dass Gleichheit nicht gleichbedeutend mit Gleichheit in den Verhaltensweisen ist und dass unterschiedliche Ansätze zu Trauer und Emotionen respektiert werden sollten.
Schlussfolgerung
Das Gespräch schließt mit der Erkenntnis, dass Verständnis, Kommunikation und die Schaffung von Räumen für Männer, um ihre Trauer zu teilen, unerlässlich sind. Der Austausch zwischen den Geschlechtern und das Verständnis füreinander sind entscheidend für die Trauerbewältigung und die emotionale Gesundheit.

#110 Schutzraum Sarg
Der Sarg als vertrauter Raum
Im Gespräch wird die Bedeutung des Sargs als Teil der Sterbe- und Trauerkultur thematisiert. Franziska und Claudia betonen, wie wichtig es ist, den Sarg als vertrauten Gegenstand zu betrachten, der mit dem Tod und dem Abschied verbunden ist. Durch die persönliche Gestaltung des Sargs und die Art der Aufbahrung kann die Wahrnehmung des Todes verändert werden.
Fassungslosigkeit und die Zeit des Abschieds
Die beiden Sprecherinnen beschreiben den Zustand der Fassungslosigkeit, der bei einem Verlust entsteht. Diese Phase benötigt Raum und Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten. Sie betonen die Bedeutung von Ritualen und der persönlichen Beteiligung am Abschiedsprozess, um den Verstorbenen in Würde zu gedenken.
Die Gestaltung des Abschieds
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die aktive Gestaltung des Abschieds. Franziska und Claudia ermutigen dazu, aktiv an der Bestattung mitzuarbeiten und persönliche Gegenstände oder Erinnerungen einzubringen. Dadurch kann der Sarg seine Schrecken verlieren und der Abschied zu einem positiven Erlebnis werden.
Vertrauenswürdige Bestattungshäuser
Die Sprecherinnen sprechen über die Wichtigkeit, ein vertrauenswürdiges Bestattungshaus zu finden, das Raum für individuelle Wünsche bietet. Sie warnen vor Bestattern, die persönliche Wünsche ablehnen, und betonen die Notwendigkeit, Fragen zu stellen und klare Informationen zu erhalten.

#109 Probeliegen
Themen der Sterbekultur im Sommer
Franziska Hilmer und Claudia Kardinal diskutieren die Wahrnehmung von Sterben und Bestattung, insbesondere im Kontext der Sommerzeit. Sie reflektieren, dass viele Menschen mit dem Thema Tod vor allem im November konfrontiert werden, obwohl der Tod in anderen Jahreszeiten genauso präsent sein kann.
Umbruchzeiten und Sterben
Die Gastgeberinnen betonen, dass der Tod oft mit Umbruchzeiten in Verbindung gebracht wird, wie dem Frühling und Herbst. Diese Zeiten sind geprägt von Veränderungen, die auch die Sterblichkeit beeinflussen.
Materialismus und Bestattungsformen
Die Diskussion geht auch auf moderne Bestattungsformen ein, die aus einer materialistischen Gesellschaft hervorgehen. Hilmer und Kardinal thematisieren die Angst vor dem Sterben und die Hemmungen, die viele Menschen gegenüber Särgen und Urnen haben.
Probeliegen im Sarg
Ein zentrales Thema ist das Probeliegen im Sarg, das den Menschen helfen soll, ihre Ängste zu überwinden. Hilmer beschreibt ihre Erfahrungen, dass viele Menschen durch diese Erfahrung eine andere Sicht auf das Thema Tod gewinnen.
Selbstbestimmung und die Rolle des Bestatters
Die Gastgeberinnen ermutigen dazu, dass Angehörige bei Bestattungen mehr Eigenverantwortung übernehmen können, und bieten Einblicke in alternative Bestattungsoptionen. Dies könnte helfen, die Berührungsängste, die viele Menschen empfinden, abzubauen.