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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

mental health im Gespräch: Ärztliche Leiterin Beate Köstlinger-Jakob & psychotherapeutischer Leiter Stefan Geissler von der Boje
Einführung in die Episode
In dieser Episode von Mental Health im Gespräch diskutieren Golli Marbo und Iris Haschek mit Beate Köstlinger-Jakob und Stefan Geisler über die Herausforderungen der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Boje, das Ambulatorium für Kinder und Jugendliche, bietet Unterstützung in Krisensituationen und behandelt verschiedene psychische Belastungen.
Krisenintervention und Herausforderungen
Die Experten erläutern, dass Krisen oft durch einschneidende Erlebnisse wie Todesfälle oder schwere Erkrankungen ausgelöst werden. Sie betonen die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze, um betroffenen Familien umfassend zu helfen und eine nachhaltige Unterstützung zu gewährleisten.
Rolle der Angehörigen und Prävention
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Einbeziehung von Angehörigen in den Therapieprozess. Die Boje fördert die Kommunikation zwischen Therapeuten, Patienten und deren Familien, um die gesamte Lebenssituation des Kindes zu verstehen. Zudem wird die Notwendigkeit hervorgehoben, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um Krisen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Gesellschaftliche Verantwortung und politische Herausforderungen
Die Gesprächspartner fordern eine stärkere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der psychischen Gesundheit und betonen die Wichtigkeit der Prävention. Sie kritisieren, dass oft erst in Krisensituationen Hilfe gesucht wird, während eine frühzeitige Intervention langfristig Kosten und Belastungen für das Sozialsystem reduzieren könnte.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Beate Köstlinger-Jakob und Stefan Geisler schlussfolgern, dass eine nachhaltige Investition in die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen notwendig ist, um eine gesündere Gesellschaft zu fördern. Sie hoffen auf eine breitere Anerkennung der Wichtigkeit psychischer Gesundheit und eine Verbesserung der Ressourcen in diesem Bereich.

mental health im Gespräch: ÖBVP-Präsidentin Barbara Haid
Einführung in die psychotherapeutische Landschaft
Die Episode beleuchtet die Rolle der Psychotherapie in Österreich, insbesondere im Kontext von Kindern und Jugendlichen. Barbara Haidt, Präsidentin des ÖBVP, erklärt, dass es drei Hauptberufsgruppen gibt: Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten, die sich in ihren Kernkompetenzen unterscheiden und ergänzen.
Die Rolle der Psychotherapie
Psychotherapie fokussiert sich auf die Ursachen von psychischen Erkrankungen und nicht nur auf die Symptomlinderung. Haidt betont die Bedeutung der therapeutischen Beziehung und dass die Methode der Therapie weniger wichtig ist als die Passung zwischen Therapeut und Patient.
Prävention und Aufklärung
Prävention spielt eine zentrale Rolle in der psychotherapeutischen Arbeit. Die Episode diskutiert die Notwendigkeit, psychische Gesundheit nicht nur in Krisenzeiten zu adressieren, sondern auch proaktiv zu fördern. Haidt hebt hervor, dass jeder Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten haben sollte, unabhängig von einer Diagnose.
Das Projekt "Gesund aus der Krise"
Dieses Projekt wurde während der Pandemie ins Leben gerufen, um psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen schnell Hilfe anzubieten. Es ermöglicht den Jugendlichen, sich ohne Einwilligung der Eltern anzumelden und Unterstützung zu erhalten. Die Episode diskutiert die Herausforderungen und Erfolge dieses Projekts.
Fazit und Ausblick
Haidt fordert eine bessere Sichtbarkeit und Verankerung der Psychotherapie im Gesundheitssystem und spricht sich für mehr Ressourcen und eine vollständige Finanzierung der Ausbildung von Psychotherapeuten aus. Die Episode schließt mit einem Aufruf zur gesellschaftlichen Verantwortung für das psychische Wohl von Kindern und Jugendlichen.

Über Angst: Professor für Schulentwicklung, Leadership und Führungskultur Roland Bernhard
Angst in Schulen und deren Bedeutung
In der Schule nimmt Angst als Thema deutlich zu. Studien zeigen, dass Ängste und psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen zunehmen, was sich auf Lernmotivation und Wohlbefinden auswirkt. Schulen stehen vor der Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Sicherheit, Orientierung und Unterstützung bieten, ohne den Druck zu vermindern, der durch Prüfungen oder Leistungsanforderungen entsteht.
Growth Mindset und Leistungsverständnis
Das Konzept des Growth Mindset betont, dass Intelligenz durch Lernen und Anstrengung wächst. Fehler werden als Lernchance gesehen, nicht als Scheitern. Praktische Beispiele zeigen, wie Schülerinnen und Schüler durch üben, wiederholen und Feedback Fortschritte erzielen können. Zentral ist, dass Anstrengung als Weg zum Erfolg gilt und nicht angeborene Eigenschaften über den Wert eines Lernenden entscheiden.
Persönlichkeitsbildung und 21st Century Skills
Für das Aufblühen des Kindes spielen Charakterstärken wie Dankbarkeit, Mitgefühl, Selbstreflexion und kritisches Denken eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wird betont, dass Kompetenzen wie Kreativität, Kommunikation, Teamfähigkeit und Fragenstellen wichtig sind. Es geht um eine Balance zwischen Fähigkeiten und ethischen Werten, damit Lernen Sinn stiftet und das Miteinander gefördert wird.
Rollen von Lehrkräften, Eltern und Leadership
Eine respektvolle Leadership-Kultur in Schulen setzt auf Wertschätzung, Selbstfürsorge der Lehrpersonen und empathische Kommunikation. Elternbeteiligung sollte unterstützend sein statt überfordernd. Psychotherapie oder Supervision können Lehrkräften und Schulen helfen, Belastungen besser zu managen und resiliente Lernumgebungen zu gestalten, in denen Schülerinnen und Schüler sichere Räume finden, um zu lernen und sich zu entwickeln.