
Future Horizons - Alexander Tutsek-Stiftung
Alexander Tutsek-Stiftung
Beschreibung
In der Jubiläumsausstellung "Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst" versammeln sich Skulpturen und Installationen von rund 50 internationalen Künstler*innen. Die 3. Staffel des Podcasts der Alexander Tutsek-Stiftung nimmt Sie mit auf eine Reise durch diese Kunstsammlung und die faszinierende Welt des Arbeitens mit Glas. In jeder Folge kommen Künstler*innen aus der Ausstellung oder Expert*innen zu Wort, die sich mit dem Material Glas in der zeitgenössischen Kunst beschäftigen. Die sechs Folgen können als Begleitung zur Ausstellung und zur Publikation "About Glass" oder unabhängig davon gehört werden.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#5 Ju Young Kim und "Almost like Whale Watching"
Werdegang und Gestaltung des Werks Almost Like Whale Watching
Die Metallverkleidung wirkt glatt und aerodynamisch, erinnert an ein U-Boot und entpuppt sich als Teil eines Flugzeugs. Eingelassene Bleiglasmuster verbinden moderne Technik mit kirchlicher Glasmalerei. Die Arbeiten von Joo Young Kim verschmelzen Transportmittel mit künstlerischer Gedächtniswirkung, sodass das Industrieobjekt zu einem archäologischen Relikt in einem Museum wird.
Historischer Kontext der Stiftung und des Podcast-Konzepts
Die Alexander Tutszek-Stiftung sammelt Glas im Spannungsfeld zeitgenössischer Kunst und Wissenschaft. Das Festival bzw. der Podcast Future Horizons bietet Einblicke in diese Sammlung, begleitet von Gesprächen über Künstlerinnen, Werke und deren Bedeutung im Glaskontext. Der Fokus liegt auf transkultureller Herstellung, Materialität und historischen Bezügen in der Kunst.
Biografische Wurzeln und Perspektiven der Künstlerin
Joo Young Kim wächst in Seoul auf und erlebt frühe, bewegte Phasen des Reisens. Das häufige Fliegen prägt ihr Blickfeld, setzt sie künstlerisch mit Raum, Zeit und Identität auseinander und führt zu einer intensiven Beobachtung von Details. Zwischen two Welten findet sie eine innere Balance, die sich in ihren Arbeiten als Transition und Ortssuche niederschlägt.
Kernthese der Arbeit: Übergänge, Handwerk und Materialität
Die Verbindung von Bleiglas, handwerklicher Technik und industriellen Flugzeugteilen erzeugt eine Zwischentafel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Glas wird zu Gedächtnisträger, der Flugzeugteil zu einem lebenden Fragment. So entsteht ein sensibler Zwischenraum von Bewegung, Stillstand und Zugehörigkeit, der persönliche Erfahrungen mit globalisierten Strukturen verknüpft.

#4 Kiki Smith und "Mine"
Mine, Glassterne und die Apokalypse
Rote, handtellergroße Sterne aus Glas liegen bodenständig und abrupt, ihre Spitzen spitz. Das Werk verweist auf eine Apokalypse-Thematik: Sterne als Minen, die auf Menschen warten. Durch das Material Glas entsteht ein Paradoxon von Zerbrechlichkeit und Verletzbarkeit, während historische Bezüge zu Morgensternen und mittelalterlicher Waffentechnik die Spannung zwischen Zartheit und Gefahr betonen. Die Bildsprache bleibt visuell eindringlich und symbolisch angelegt.
Kiki Smith: Bildende Künstlerin und Glasperson
Kiki Smith wird als eine der bedeutenden Künstlerinnen der Gegenwart vorgestellt. Ihr Werk operiert an der Grenze von Körper, Spiritualität, Politik und Erinnerung. Der Schwerpunkt liegt auf dem menschlichen Organismus, der Verwundung, Heilung und Wiederbelebung behandelt. Gläserne Arbeiten markieren einen fortlaufenden Dialog zwischen Materie, Form und Sinnlichkeit, oft in direkter, berührender Ansprache.
Wesentliche Stationen und Arbeitsweisen
Schwerpunkte liegen im experimentellen Umgang mit Glas: Blasen, Gießen, Zeichnungen und später Buntglas. Bedeutende Begegnungen waren das Glasatelier in Mulberry Street, Pilchuck in Washington und die Zusammenarbeit mit der Mayerschen Hofkunstanstalt in München. Durch Autarkie im Werkprozess sowie gelegentliche Kooperationen entstehen eigenständige Arbeiten, die Materialität und bildnerische Ausdruckskraft fokussieren.
Themen, Tiere und die spirituelle Räumlichkeit
Smith thematisiert Weiblichkeit, Mythologie und den Schutz der Natur. Tiere fungieren als Begleiter und Erinnerungen an Lebensräume, während sich religiöse Motive – Maria, Mantel, Kapellen – in Installationen und Glasfenstern verdichten. Politische Verantwortung, ökologische Achtsamkeit und interkulturelle Verbindungen bestimmen ihr künstlerisches Denken und die Art, wie Räume, Chroniken und Symbolik miteinander verwoben werden.

#3 Ann Wolff und "Andante"
Die Skulptur "Andante" von Ann Wolf
Ann Wolfs Skulptur "Andante" thematisiert den Zwischenraum zwischen zwei Figuren, die aus bernsteinfarbenem Glas bestehen. Diese Figuren symbolisieren Bewegung und Zeit und reflektieren die Dynamik von Identität und Selbst. Die Kunsthistorikerin Aishigul Chihangir beschreibt die Skulptur als Ausdruck von Tanz und Bewegung, was den Kern von Wolfs künstlerischem Schaffen ausmacht.
Die Alexander Tutschek Stiftung
Die Alexander Tutschek Stiftung hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 der zeitgenössischen Kunst mit dem Fokus auf Glas verschrieben. Ann Wolf ist eine der ersten Künstlerinnen, deren Werke Teil der Sammlung sind, und die Stiftung widmete ihr bereits mehrere Ausstellungen. Die Integration ihrer Ann Wolf Foundation in die Stiftung zeigt das Engagement, Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die mit Glas arbeiten.
Wolfs künstlerische Entwicklung
Ann Wolf, geboren 1937, wuchs in einer Zeit auf, in der Künstlerinnen oft übersehen wurden. Ihr Weg zur freien Künstlerin war lang und geprägt von Experimenten mit verschiedenen Materialien, insbesondere Glas. Ihre frühen Arbeiten waren stark von folkloristischen und kulturellen Einflüssen geprägt, bevor sie sich als eigenständige Künstlerin etablierte.
Einfluss der Studioglasbewegung
Die Studioglasbewegung der 1960er Jahre ermöglichte es Wolf, ihre Techniken weiterzuentwickeln und sich aus den Zwängen der Industrie zu befreien. Diese Bewegung förderte den kreativen Austausch und führte Wolf zu einem künstlerischen Ausdruck, der über das traditionelle Handwerk hinausging.
Selbstreflexion und Identität
Wolfs Kunstwerke sind oft eine Reflexion ihrer eigenen Identität und Erfahrungen. Sie betrachtet ihre Arbeiten als eine Art Tagebuch, in dem sie sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit und dem Wesen der menschlichen Natur auseinandersetzt. Ihre Selbstporträts sind nicht nur Darstellungen, sondern vielmehr eine Erkundung ihrer inneren Welt.
Rückkehr zum Glas
Nach einer kreativen Pause von der Glasarbeit kehrte Wolf in den 2000er Jahren zurück und begann, mit Hohlräumen im Glas zu arbeiten. Ihre Werke sind geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Material Glas und dessen Möglichkeiten, emotionale Zustände auszudrücken.
Ein Leben für die Kunst
Wolfs Kunst bleibt stets dynamisch und wandlungsfähig. Ihre Neugier und der Wunsch, sich immer wieder neu zu erfinden, treiben sie an. Ihre Arbeiten laden zur Reflexion über das Menschsein und die Vergänglichkeit ein und bieten Trost und Schönheit in der Kunst.