
Bonner Duett
Marlon Zewen & Team
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Niko Froitzheim
Vorstellung und Hintergrund des Gastes
Professor Nico Frozheim, Geologe und Klimaaktivist, wird im Bonner Duett begrüßt. Er spricht über seine Leidenschaft für Geologie und die Verbindung zu seiner Arbeit in den Bergen, die ihn dazu brachte, dieses Fach zu studieren.
Forschungsarbeiten und Karriere
Frozheim erzählt von seiner Promotion, die sich mit der geologischen Kartierung des Hohen Atlas in Marokko befasste. Er schildert, wie er vor Ort geologische Daten sammelte und die tektonische Entstehung des Gebirges erforschte. Seine Karriere führte ihn anschließend in die Schweiz, wo er an der ETH Zürich arbeitete, bevor er eine Professur in Bonn übernahm.
Engagement für den Klimaschutz
Nach seiner Pensionierung setzt sich Frozheim aktiv für den Klimaschutz ein. Er beschreibt, wie sein Interesse an der Klimakrise durch einen Vortrag von Mojib Latif geweckt wurde, was ihn motivierte, seine Studierenden über die Dringlichkeit des Themas aufzuklären. Er beteiligt sich an verschiedenen Bewegungen wie Fridays for Future und Extinction Rebellion, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Aktivismus und Aktionen
Frozheim berichtet von seinen Erfahrungen im Aktivismus, einschließlich der Teilnahme an Demonstrationen und zivilen Ungehorsamsaktionen. Er schildert die Herausforderungen und Reaktionen der Polizei sowie die öffentliche Wahrnehmung seiner Aktionen. Sein Ziel ist es, Bewusstsein für die Klimakrise zu schaffen und Menschen zu motivieren, aktiv zu werden.
Persönliche Perspektiven und Empfehlungen
Zum Abschluss teilt Frozheim seine Ansichten über die aktuelle politische Situation in Bezug auf den Klimaschutz, die Rolle von Lobbyismus und die Notwendigkeit von unpopulären Maßnahmen. Er empfiehlt zwei Bücher, die sich mit der Klimakrise und deren Auswirkungen befassen, und ermutigt die Zuhörer, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken.

Angelika Schyma
Willkommen im Bonner Duett
Angelika Schümer, Expertin für das Regierungsviertel in Bonn, wird herzlich im Podcast begrüßt. Im Gespräch geht es um ihre Erfahrungen und ihre Karriere in der Denkmalpflege, sowie über die verschiedenen Baudenkmäler und deren Bedeutung.
Hintergrund und Ausbildung
Schümer kommt ursprünglich aus Wuppertal und hat Biologie und Chemie studiert, bevor sie sich der Kunstgeschichte widmete. Ihre Dissertation behandelte das Schloss Drachenburg, ein historisch bedeutsames Gebäude mit vielen architektonischen Stilen.
Denkmalpflege und Inventarisierung
Schümer beschreibt ihre Arbeit in der Denkmalpflege, insbesondere die Inventarisierung von Baudenkmälern in Nordrhein-Westfalen. Sie erklärt, dass diese Aufgabe darin besteht, Gebäude als schützenswert zu identifizieren und sie entsprechend zu dokumentieren.
Das Regierungsviertel in Bonn
In den 1980er Jahren begann Schümer, sich intensiver mit dem Regierungsviertel und dessen Nachkriegsarchitektur zu befassen. Sie spricht über die Herausforderungen, Denkmäler zu erhalten, und die Konflikte zwischen Erhalt und Neubau, wie den Abriss des alten Plenarsaals.
Die Bedeutung des Denkmalschutzes
Schümer betont, dass auch denkmalgeschützte Gebäude abgerissen werden können und dass der Denkmalschutz oft in Konflikt mit städtebaulichen Entwicklungen steht. Sie verweist auf verschiedene Gebäude, die verloren gingen, und die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung zwischen Erhalt und Neubau.
Aktuelle Entwicklungen und Zukunft des Regierungsviertels
Schümer sieht die Chance, dass das, was noch an historischer Substanz vorhanden ist, erhalten bleibt. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Regierungsviertels und der Bedeutung, die diesem in der städtischen und touristischen Wahrnehmung zukommt.
Empfohlene Literatur
Zum Abschluss empfiehlt Schümer das Buch "Das Treibhaus" von Wolfgang Köppen, das die Stimmung in der frühen Bundesrepublik beschreibt, sowie eine begleitende Publikation von Benedikt Windgens über die historischen Kontexte.

Rudolf Stichweh
Einführung in die Soziologie
Prof. Dr. Rudolf Stichweh, ein emeritierter Soziologe, erklärt die Soziologie als Wissenschaft von der Gesellschaft. Er betont, dass Soziologen die Einzigen sind, die Gesellschaft als ganzes Konzept betrachten, während andere Sozialwissenschaften spezifischere Bereiche erforschen. Stichweh diskutiert, dass Gesellschaft ein umfassendes Sozialsystem ist, das andere soziale Systeme wie Kirchen und Institutionen umfasst.
Werdegang und akademische Laufbahn
Geboren 1951 in Lemgo, begann Stichweh sein Studium in Berlin, wo er sich für Soziologie entschied. Er beschreibt die chaotischen Zustände an der Freien Universität Berlin während seiner Studienzeit und die Herausforderungen des Studiums unter den politischen Umständen der 70er Jahre. Nach seinem Abschluss wechselte er an die Universität Bielefeld, wo er Niklas Luhmann, einen einflussreichen Systemtheoretiker, kennenlernte und seine akademische Laufbahn weiter verfolgte.
Einfluss von Niklas Luhmann
Stichweh erläutert Luhmanns bedeutenden Einfluss auf die Soziologie und die Entwicklung der Systemtheorie. Luhmanns Ansatz, soziale Phänomene als Systeme zu betrachten, revolutionierte die Soziologie und bleibt bis heute relevant. Stichweh hat intensiv in Luhmanns Veranstaltungen studiert und seine eigene Forschung von dessen Theorien geprägt.
Forschungsschwerpunkte und Publikationen
Stichwehs Forschung konzentriert sich auf die Theorie der Weltgesellschaft und die Entwicklung der Wissenschaft als globales System. Er diskutiert die Herausforderungen, die die Demokratie weltweit betreffen, und betont die Notwendigkeit, die Demokratie als politische Form zu erforschen und zu schützen. In seinen Publikationen verbindet er wissenschaftliche Themen mit historischen Analysen.
Aktuelle Herausforderungen der Wissenschaft
Stichweh reflektiert über die gegenwärtigen Herausforderungen der Wissenschaft, einschließlich der Finanzierung und der Einflüsse von Populismus und autoritären Tendenzen. Er warnt vor der Gefährdung der Demokratie in verschiedenen Ländern und hebt die Rolle der Wissenschaft als ein globales System hervor.
Buchempfehlung
Abschließend empfiehlt Stichweh den Roman "The North Water" von Ian McGuire, der komplexe Charaktere und Themen von Gewalt und Menschlichkeit in einem historischen Kontext behandelt. Er hebt hervor, wie der Roman die Auseinandersetzung zwischen den Figuren thematisiert und dabei tiefere Einblicke in menschliche Konflikte bietet.