
GeschlechterDifferenzen
Monika Hofmann
Beschreibung
Ein Podcast des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZFG) der Universität Bern. Mit finanzieller Unterstützung der Burgergemeinde Bern und der Digitalisierungskommission der Universität Bern.
Weitere Infos:
Idee, Konzept, Moderation, Produktion: Monika Hofmann, @ika.mohn
Jingles: Milena Krstić, www.milenapatagonia.com
Mastering: Slade Templeton, https://www.influx-studios.com
Logo: Wara Ugarte, www.waraugarte.ch
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Laura Hindelang, Kunst- und Architekturgeschichte
Einführung und Kontext
Der Podcast beleuchtet, wie Geschlechterforschung in der Kunst- und Architekturgeschichte verankert wird. Im Gespräch geht es um das Zusammenspiel von Architektur, Denkmalpflege und gesellschaftlicher Vermittlung. Als Gast wird Laura Hindelang vorgestellt, die an der Universität Bern Architekturgeschichte lehrt und die Bernische Denkmalpflegestiftung leitet. Es wird deutlich, dass baukulturelles Erbe mehr umfasst als einzelne Gebäude, sondern auch Außenräume, Infrastruktur und das begleitende Wissen einschließt.
Werdegang und Forschungsschwerpunkte
Hindelang schildert ihren Weg von Hamburg nach Bern, mit Schwerpunkt auf Kunstgeschichte, Soziologie und arhitekturbezogener Forschung. Ihr Interesse gilt der Verschränkung von Architektur, Stadtentwicklung und Umwelt, sowie der Frage, wie Erdöl und politische Umbrüche städtebauliche Transformationen beeinflussen. In ihrer Doktorarbeit analysierte sie Materialien, Luftaufnahmen und Briefmarken als Blickregime auf die Erdölproduktion im Nahen Osten und in der Golfregion.
Fokus auf Geschlechterfragen in der Architektur
Aus der Lehre heraus entwickelte Hindelang den Fokus auf Frauen in der Architektur, da Überblickswerke oft weibliche Akteurinnen ignorieren. Ihr SNF-Projekt Architektonische Agency der Schweizerischen Frauenbewegung (1870–1930) fragt nach weiblicher AkteurInnenschaft jenseits des professionellen Architektinnenbegriffs. Dabei rücken Frauentöchter, Vereine und kollektive Initiativen als Treiberinnen von Bauprojekten in den Vordergrund.
Balance, Lehre und gesellschaftlicher Mehrwert
Im Gespräch geht es auch um Arbeitskultur in der Wissenschaft, Burnout-Risiken und Strategien für eine bessere Work-Life-Balance. Hindelang plädiert für menschliche Begegnungen jenseits reiner Leistungsorientierung und betont die Notwendigkeit, Sichtbarkeit und Beteiligung verschiedener Akteurinnen in der Architekturgeschichte zu erhöhen. Ziel ist es, historische Narrative zu erweitern und heutige Stadtplanung inklusiver zu denken.

Carolin Schurr, Sozial- und Kulturgeographie
Einführung in die Geschlechterforschung
Der Podcast thematisiert die Geschlechterforschung, ihre gesellschaftliche Relevanz und die Rolle der Sozial- und Kulturgeografie. Caroline Schur, eine feministische Geografin, beleuchtet, wie Globalisierungsprozesse intime Lebensbereiche beeinflussen, insbesondere durch reproduktive Technologien.
Caroline Schurs wissenschaftlicher Werdegang
Caroline Schur hat an der Universität Bern promoviert und ist heute Professorin für Sozial- und Kulturgeografie. Ihre Karriere führte sie durch verschiedene akademische Stationen, wobei sie stets eine Verbindung zur Geschlechterforschung pflegte. Der Podcast thematisiert auch ihre Erfahrungen und Herausforderungen im akademischen Bereich, insbesondere hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Karriere.
Feministische Geografie und ihre Ansätze
Schur definiert feministische Geografie als die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Geschlecht und Raum. Sie betont die Notwendigkeit eines intersektionalen Ansatzes, um die komplexen Machtverhältnisse in der Gesellschaft zu verstehen. Themen wie der Zugang zu reproduktiven Technologien und die damit verbundenen sozialen Ungleichheiten sind zentrale Forschungsfelder.
Aktuelle Forschungsprojekte
Ein aktuelles Projekt von Schur untersucht den ungleichen Zugang zu reproduktiven Technologien und thematisiert die Auswirkungen staatlicher Politiken auf die Reproduktionsrechte. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung präsentiert, die eine breitere Diskussion über reproduktive Gerechtigkeit anstoßen soll.
Gesellschaftliche Verantwortung und Zukunftsperspektiven
Schur fordert eine kritische Reflexion über die gesellschaftlichen Werte, die zukünftigen Lebensformen zugrunde liegen. Sie plädiert dafür, dass Geschlechterforschung wichtige Impulse für eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft geben kann, indem sie den Blick auf die Vielfalt menschlicher Existenz lenkt.

Jeanne Moor, Allgemeine Innere Medizin
Einführung in die Geschlechterforschung und Medizin
Der Podcast thematisiert die Geschlechterforschung, insbesondere im medizinischen Bereich, und befasst sich mit der Rolle von Frauen in der Medizin. Jeanne Moor, eine Forscherin im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erläutert, wie ihre eigene Mutterschaft ihren Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geprägt hat.
Elternschaft und Karriere in der Medizin
Jeanne Moor diskutiert die Herausforderungen, die Medizinerinnen bei der Vereinbarkeit ihrer Karriere mit der Elternschaft gegenüberstehen, insbesondere während der Assistenzarztzeit, die oft mit der Familienplanung zusammenfällt. Sie hebt hervor, dass die Arbeitszeiten und strukturellen Rahmenbedingungen in der Medizin häufig unvereinbar mit den Bedürfnissen von Familien sind.
Forschung zu Fruchtbarkeit und Wohlbefinden von Medizinerinnen
Jeanne führt ein aktuelles Projekt durch, das sich mit Elternschaft und weiblicher Fruchtbarkeit bei Allgemeinmedizinerinnen in der Schweiz beschäftigt. Sie präsentiert Daten, die zeigen, dass Ärztinnen ein höheres Risiko für Fruchtbarkeitsprobleme haben, was auf lange Arbeitszeiten und Stress zurückzuführen sein könnte.
Vergleich zwischen Schweden und der Schweiz
Jeanne berichtet von ihren Erfahrungen während eines Postdocs in Schweden, wo die Unterstützung für Eltern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich besser organisiert sind. Diese Erfahrungen bestärken sie in ihrem Engagement für Veränderungen im Schweizer Gesundheitssystem.
Die Rolle der Gendermedizin in der Forschung
Sie betont die Notwendigkeit, Gendermedizin in die klinische Praxis und die Lehre zu integrieren, um eine individualisierte Medizin zu fördern. Dabei spielt das Verständnis der Geschlechterunterschiede in der Medizin eine zentrale Rolle.
Persönliche Reflexionen und Ziele
Jeanne reflektiert über ihre eigene Kindheit, Karriere und die Herausforderungen, die sie als Mutter und Ärztin meistert. Sie hofft, durch ihre Forschung einen positiven Einfluss auf das Gesundheitssystem zu haben und die Lebensqualität von Ärztinnen und ihren Patientinnen zu verbessern.