
Wurst-Käse-Salat
Christoph Gosteli, Timo Jost
Beschreibung
Männlichkeit scheint nicht nur für Männer selbst, sondern auch für andere Geschlechter ungesund zu sein. Sie wird als toxisch oder traditionell beschrieben, und gleichzeitig spricht man von neuen Männlichkeiten. Männlichkeit befindet sich also im Umbruch, was Frust, Irritationen, aber auch Inspiration auslösen kann.
Alle drei Wochen treffen sich die Männer- und Gewaltberater*innen Timo und Christoph zum Gespräch und setzen sich genau damit auseinander: Männlichkeit(en). Es gibt feministische Analysen, persönliche Geschichten, Erfahrungen aus der Männerberatung und natürlich werden auch populärkulturelle und gesellschaftliche Themen und Entwicklungen unter die Lupe genommen.
Das ist „Wurst-Käse-Salat“ – für Männer, die mehr wollen als das, was ihnen traditionell serviert wird, und für FINTA*-Personen, die noch Hoffnung haben. Gemeinsam gehen wir den Fragen nach, die uns alle betreffen, und suchen nach neuen Wegen, Männlichkeit zu leben und zu verstehen. Lass dich inspirieren, hinterfragen und vielleicht auch ein bisschen herausfordern.
Über Feedback und Gedanken zum Podcast oder zu einzelnen Folgen freuen wir uns.
E-Mail: wurstkaesesalat@protonmail.com / Instagram: @wurstkaesesalat
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Gewalt hat System
Einleitung
Die Episode beginnt mit einer humorvollen Unterhaltung über das Bestellen von Speisen, gefolgt von einer herzlichen Begrüßung der Hörer durch Christoph und Timo von "Wurstkäse Salat". Sie erklären die Gründe für ihre verspätete Episode und kündigen an, dass sie über den feministischen Streik sprechen möchten.
Live-Shows und Ankündigungen
Die Hosts kündigen zwei Live-Shows im Herbst an, die sich weiterentwickeln werden und interaktive Elemente beinhalten. Diese Shows finden am 13. und 16. Oktober in Bern und Luzern statt, mit einem zusätzlichen Termin in Zürich.
Thema der Episode: Männlichkeit und gesellschaftliche Systeme
Das Hauptthema der Episode dreht sich um hegemoniale Männlichkeiten und deren gesellschaftliche Bedingungen. Christoph und Timo diskutieren die Zusammenhänge von Kapitalismus, Neoliberalismus und Individualisierung, und wie diese Systeme zur Entstehung von Männlichkeitsvorstellungen und geschlechterspezifischer Gewalt beitragen.
Kapitalismus und Patriarchat
Die Hosts erläutern die enge Verknüpfung zwischen Kapitalismus und Patriarchat und wie unbezahlte Care-Arbeit für das Funktionieren des kapitalistischen Systems unerlässlich ist. Sie kritisieren die gesellschaftlichen Bedingungen, die männliche Gewalt legitimieren und naturalisieren.
Neoliberalismus und Männlichkeit
Sie untersuchen die Ideologie des Neoliberalismus, die individuelle Verantwortung propagiert, und die damit verbundene Vorstellung, dass jeder für seinen eigenen Erfolg verantwortlich ist. Diese Ideologie führt zu einer Verzerrung der Realität und verstärkt die Erwartung an Männer, in bestimmten Rollen zu performen.
Individualisierung und gesellschaftliche Verantwortung
Die Episode thematisiert auch die Individualisierung in der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf Männlichkeitsvorstellungen. Christoph und Timo betonen die Bedeutung von gemeinschaftlichem Handeln und die Notwendigkeit, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen.
Schlussfolgerung
Abschließend reflektieren die Hosts über die Herausforderungen im Umgang mit den systemischen Problemen und betonen die Wichtigkeit von Wissen und Gemeinschaft, um Veränderungen zu bewirken. Sie ermutigen die Hörer, sich aktiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Was darf Man(n) noch?
Was darf man dann noch? Thematische Schwerpunkte und Perspektiven
Der Podcast diskutiert, wie Männlichkeit, Privilegien und kulturelle Normen unser Verhalten prägen. Es wird das Phänomen der Debatten um Identität, Sprache und Zugehörigkeit beleuchtet, besonders in Bezug auf Geschlecht, Hautfarbe und Herkunft. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen rückt das Gespräch ins Zentrum, wie normative Erwartungen Druck erzeugen und wer Zugang zu Diskursen hat.
Privilegien, Partizipation und die duellierenden Narrative
Es geht um Privilegien, Zugänge zu Debatten und darum, wer gehört wird. Die Diskussion zeigt, wie dominante Gruppen laut auftreten, während marginalisierte Stimmen oft ausgeschlossen bleiben. Gleichzeitig wird sichtbar, wie Sprache und Identität politisiert werden und wie Kulturkämpfe instrumentalisiert werden, um gesellschaftliche Machtverhältnisse zu legitimieren oder zu hinterfragen.
Reflexionen zu Reaktionen, Cancel Culture und Identitätspolitik
Es wird beobachtet, dass Reaktionen heftig ausfallen, wenn Identitäten infrage gestellt werden. Die Gesprächspartner analysieren Abwehrmechanismen, Täter-Opfer-Umkehr und die Rolle von Medien in der Polarisierung. Es geht darum zu verstehen, wie politische Botschaften, Gleichheitsforderungen und Machtstrukturen miteinander verwoben sind und wie Debatten oft emotionale Resonanz erzeugen.
Vorgehen: Zuhören, Selbstreflexion und verantwortungsvolles Sein
Das Gespräch plädiert für offenes Zuhören, das Berücksichtigen von Betroffenheiten und eine bewusste Reflexion der eigenen Position. Es wird betont, dass niemand alles weiß, und dass der Dialog auf Empathie, Geduld und der Bereitschaft basiert, sich weiterzuentwickeln. Ziel ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache, Identität und Zusammenleben.

Täterarbeit und transformative Gerechtigkeit
Betroffene Perspektive und Themensetzung
Der Fokus liegt auf dem Befinden der Betroffenen, deren Perspektive im Zentrum stehen soll. Gleichzeitig wird diskutiert, wie Täterarbeit und transformative Gerechtigkeit zusammenkommen können. Es geht um Rückmeldung, Deeskalation und die Frage, wer wann gehört wird. Ziel ist eine ausgewogene Betrachtung von Verhaltensänderung beim Täter und der Berücksichtigung der Bedürfnisse der betroffenen Person innerhalb eines tragfähigen, professionellen Rahmens.
Ursachenanalysen und strukturelle Perspektiven
Gewalt wird als Produkt gesellschaftlicher Verhältnisse gesehen, nicht nur als individuelles Fehlverhalten. Es wird betont, dass Patriarchat, genderte Normen und Machtungleichheiten Wurzeln bilden. Eine vollständige Analyse betrachtet daher sowohl Biografie als auch soziale Strukturen und fragt nach Ursachen, nicht nur nach Symptomen. Ohne diese Radix-Erforschung bleibt Gewalt leichter unbeachtet oder wird zu einer individuellen Schuldzuweisung.
Praxis und Interaktion: Professionalisierung versus Community-Ansätze
Es wird eine Balance zwischen professioneller Täterarbeit und transformativer Gerechtigkeit diskutiert. Wichtige Punkte sind Schweigepflicht, Kontext, Realitätschecks und die Einbindung von Bezugsgruppen. Kritisiert wird oft die Fokussierung auf das Individuum sowie mangelnde Vernetzung mit anderen Stellen. Professionelle Begleitung soll Strukturen schaffen, ohne die Bedürfnisse Betroffener aus dem Blick zu verlieren, und Ressourcen sinnvoll bündeln.
Synergie und Zukunftsvisionen
Eine vernetzte Praxis wird angestrebt, in der Mediations-, Opfer- und Täterarbeit koordiniert zusammenwirken. Die betroffene Person bleibt Mittelpunkt, während professionelle Fäden von Mediatorinnen oder Fachstellen gezogen werden. Es geht darum, Realitätsgrade zu setzen, Erwartungen zu managen und Freiräume für Selbstbestimmung zu schaffen. Ziel ist eine robuste, praxisnahe Form der Gerechtigkeit, die individuelle Bedürfnisse respektiert und gesellschaftliche Relevanz berücksichtigt.