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DBSV – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Leben auf dem Land: Silvia Hame im Interview
Lebensrealität auf dem Land
Silvia Hame, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins für das Saarland, beschreibt ihr Leben in Niederkirchen, einem kleinen, ländlichen Ort. Trotz einer bescheidenen Infrastruktur mit Kindergarten, Ärzten und Geschäften, sind die Mobilitätsmöglichkeiten eingeschränkt, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderungen. Die Busverbindungen sind spärlich und stellen eine große Herausforderung dar.
Mobilität und Unterstützung
Die größte Schwierigkeit für Blinde und sehbehinderte Menschen auf dem Land ist die Mobilität. Viele ältere Menschen, die sehbehindert werden, haben Schwierigkeiten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Hame hebt hervor, dass Unterstützung durch Nachbarn und Familie entscheidend ist, um alltägliche Herausforderungen zu bewältigen. Soziale Kontakte sind wichtig, um Hilfe zu erhalten und zu geben.
Rolle des Blinden- und Sehbehindertenvereins
Der Verein bietet seinen Mitgliedern im ländlichen Raum Unterstützung durch regelmäßige Treffen und einen Fahrdienst für offizielle Versammlungen an. Hame erklärt, dass der Verein plant, ein neues Beratungsangebot namens 'Blickpunkt Auge' zu starten, um Menschen mit Sehbehinderung zusätzliche Hilfe zu bieten.
Gründe für das Verweilen auf dem Land
Trotz der Herausforderungen bleiben viele Menschen auf dem Land wohnen, weil sie sich dort wohlfühlen und gut integriert sind. Die Kosten eines Umzugs in die Stadt sind ein weiterer entscheidender Faktor, da viele ländliche Bewohner in eigenen Häusern leben.

Aktivismus neu denken: Ottmar Miles-Paul im Interview
Aktivismus und Umgang mit Protestformen
Der Aktivist betont eine Vielfalt von Strategien: Protest auf der Straße, parlamentarische Arbeit und öffentliche Debatten. Er sieht Demonstrationen als wichtigen Baustein, ergänzt durch Moderation kurzer, prägnanter Reden und direkte Gespräche mit Abgeordneten. Mit zunehmendem Alter wird die Organisation solcher Aktionen anspruchsvoller, doch der Wille, Aufmerksamkeit zu schaffen und politische Prozesse mitzugestalten, bleibt zentral.
Kritik am Behindertengleichstellungsgesetz und zentrale Forderungen
Der Entwurf wird als unzureichend beschrieben, insbesondere in Fragen der Barrierefreiheit, Schadenersatz und der Pflicht zur angemessenen Vorkehrung. Überzeugungsarbeit bleibt erforderlich, doch es fehlt an klaren Regeln und wirksamen Sanktionen. Es wird betont, dass Ausgleichsabgaben ein Instrument sind, das weiter genutzt werden sollte, um Unternehmen zu stärkerer Teilhabe zu bewegen.
Werkstätten, Romane und Sichtbarkeit von Alltagsrealitäten
Durch fiktionale Werke werden reale Lebenslagen sichtbar gemacht: Von Werkstätten betroffene Menschen, deren Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt sowie die Notwendigkeit passender Unterstützungsstrukturen. Romane dienen als Diskussionsanstoß, indem Emotionen und Konflikte greifbar werden und so über systemische Hürden reflektiert wird, ohne abstrakte Zahlen zu verhehlen.
Enthinderungsgruppen, Inklusion und Zukunftsbilder
Der Autor entwickelt den Begriff der Enthinderungsgruppe als Mittel zur Kritik an bestehenden Strukturen. Ziel ist eine offenere, unabhängigere Teilhabe, jenseits von Förderkorsetts und Lobbyarbeit. Er betont die Bedeutung von Empowerment, verlässlichen Unterstützungsangeboten am Arbeitsplatz sowie einer inklusiven Zukunft, in der Barrieren systematisch abgebaut werden.

Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt: Jede Geschichte zählt
Einführung in das Thema sexualisierte Gewalt
In dieser Episode wird das sensible Thema sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen behandelt, insbesondere im Kontext von Menschen mit Behinderungen. Die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs sammelt Erfahrungsberichte von Betroffenen und möchte die Aufarbeitung dieser schweren Themen vorantreiben.
Aufgaben der Aufarbeitungskommission
Prof. Dr. Julia Gebrande, Vorsitzende der Kommission, erklärt, dass die Kommission seit zehn Jahren besteht und darauf abzielt, Betroffenen eine Plattform zu bieten, um ihre Geschichten zu erzählen. Die Berichte werden gesammelt, analysiert und fließen in Forschungsarbeiten ein, die zur Sensibilisierung der Gesellschaft beitragen sollen.
Besonderheiten für Menschen mit Behinderungen
Die Statistiken zeigen, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen zwei- bis dreimal häufiger sexualisierte Gewalt erfahren als ihre nichtbehinderten Altersgenossen. Trotz dieser hohen Betroffenheit ist die Anzahl der Berichte von Menschen mit Behinderungen, insbesondere von Blinden und Sehbehinderten, gering. Die Kommission ruft dazu auf, diese Geschichten zu teilen, um die Tabuisierung zu brechen.
Herausforderungen bei der Berichterstattung
Ein zentrales Problem ist das Fehlen barrierefreier Unterstützungsangebote, die es Menschen mit Behinderungen erschweren, ihre Erfahrungen zu teilen. Scham und Schuldgefühle spielen eine große Rolle und viele Betroffene fühlen sich nicht in der Lage, ihre Geschichten zu erzählen.
Die Rolle der Institutionen
Die Kommission arbeitet auch mit Einrichtungen zusammen, um Aufarbeitungsprozesse zu unterstützen und Empfehlungen zur Verbesserung des Schutzes von Menschen mit Behinderungen zu geben. Es wird betont, dass ein gemeinsames Verständnis für Grenzverletzungen und die Entwicklung von Schutzkonzepten notwendig sind, um zukünftige Übergriffe zu verhindern.
Bedeutung der Prävention
Fachkräfte werden geschult, um Warnsignale bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und ihnen Unterstützung zu bieten. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu unterscheiden und sich bei Problemen an Vertrauenspersonen wenden können.
Forschung und Aufarbeitung
Die Kommission plant, neue Forschungsprojekte zu starten, um mehr über die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen zu erfahren. Ein Rechercheratgeber wird entwickelt, um Betroffenen zu helfen, Zugang zu ihren eigenen Akten zu erhalten und ihre Geschichten aufzuarbeiten. Der Ratgeber wird in einer barrierefreien Form bereitgestellt.