
Pick Your Battles
Heinrich-Böll-Stiftung
Beschreibung
6 Fragen in jeweils 6 Minuten. Jan Philipp Albrecht, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, debattiert mit von ihm ausgewählten Gästen.
Foto: Sybille Fendt, alle Rechte vorbehalten, Bearbeitung: hbs
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Pick Your Battles: Maximilian Steinbeis – Uckermark, ziviler Ungehorsam, Rechtsstaat & Faschismus
Einführung in den zivilen Ungehorsam
Im Gespräch wird der zivile Ungehorsam als ein Mittel hervorgehoben, um Faschismus zu verhindern. Es wird diskutiert, inwiefern auch staatliche Beamte in der Lage sind, Widerstand zu leisten, auch wenn dies nicht immer rechtmäßig ist.
Maximilian Steinbeiß und seine Perspektiven
Maximilian Steinbeiß, Journalist und Jurist, thematisiert die Rolle der Zivilgesellschaft und die Herausforderungen, vor denen demokratische Institutionen stehen. Dabei wird auf seine Arbeit im Verfassungsblog und das Thüringen-Projekt eingegangen, das autoritäre Szenarien und deren Bewältigung untersucht.
Diskussion über Kommunikation mit der AfD
Ein wichtiger Punkt der Diskussion ist die Notwendigkeit des Dialogs mit Wählern der AfD, auch wenn dies herausfordernd ist. Steinbeiß hebt hervor, dass Gespräche oft strategisch genutzt werden, um Macht zu gewinnen, was den Diskurs erschwert.
Uckermark und lokale Begegnungen
Steinbeiß teilt persönliche Erfahrungen aus der Uckermark, wo er die Spannungen zwischen alteingesessenen Bewohnern und Berlinern reflektiert. Die Bedeutung von direkten menschlichen Begegnungen wird betont, um Vertrauen aufzubauen.
Rechtsstaatlichkeit und zivilgesellschaftliche Verantwortung
Die Diskussion wechselt zur Rolle des Rechtsstaates und der Zivilgesellschaft. Steinbeiß kritisiert die Erwartung, dass zivilgesellschaftliche Akteure neutral bleiben sollten, und plädiert für eine aktivere Rolle in der politischen Debatte.
Faschismus und Handlungsfähigkeit
Die Angst vor dem Faschismus wird thematisiert, und es wird betont, dass zivilgesellschaftlicher Widerstand notwendig ist, um autoritäre Tendenzen zu bekämpfen. Steinbeiß ermutigt dazu, sich aktiv gegen diese Entwicklungen zu stellen.

Pick Your Battles: Diana Kinnert – Kirche, Konservatismus, Einsamkeit & soziale Infrastruktur
Kritik an der eigenen Partei
Diana Kinnert äußert sich kritisch zu ihrer Partei, der CDU, weil sie die Ursachen gesellschaftlicher Probleme nicht ausreichend behandelt sieht. Sie betont, dass es nicht nur um die Abwertung anderer Parteien, wie der AfD, gehen kann, sondern um tiefere strukturelle Fragen.
Einsamkeit und Achtsamkeit
Kinnerts Engagement für das Thema Einsamkeit und Achtsamkeit ist aus ihrer politischen Arbeit und persönlichen Erfahrungen entstanden. Sie sieht eine Verbindung zwischen gesellschaftlicher Isolation und neoliberalen Strukturen, die den Einzelnen in den Mittelpunkt stellen und soziale Infrastrukturen vernachlässigen.
Rolle der Kirche
Die Kirche wird als wichtige soziale Infrastruktur betrachtet, die jedoch in den aktuellen Debatten oft nicht sensibel auf die Bedürfnisse der Gesellschaft reagiert. Kinnert kritisiert, dass die Kirche sich zu sehr auf Themen wie Gleichberechtigung konzentriert, anstatt die Herausforderungen der modernen Welt umfassend zu adressieren.
Konservatismus und Veränderung
Kinnert stellt fest, dass der Konservatismus sich weiterentwickeln muss, um aktuelle Herausforderungen zu bewältigen. Sie betont, dass Veränderung ein Teil des Konservatismus sein sollte und dass das Bewahren von Werten und Traditionen nicht im Widerspruch zu Innovation stehen muss.
Soziale Infrastrukturen
Eine funktionierende soziale Infrastruktur ist für Kinnert von zentraler Bedeutung. Sie fordert, dass die Politik mehr Augenmerk auf die sozialen Rahmenbedingungen legt, die das Zusammenleben und die Gemeinschaft stärken.
Politik und Fortschritt
Ein Fortschrittsbegriff, der sich nur auf technologische Innovationen konzentriert, wird kritisiert. Kinnert plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der soziale und kulturelle Dimensionen einbezieht und fordert ein Umdenken in der politischen Rhetorik.

Pick Your Battles: Bodo Ramelow – Direkte Demokratie, Arbeit, Religion & ländlicher Raum
Einladung zur Eigenverantwortung
Bodo Ramelow spricht über die Notwendigkeit der Eigenverantwortung in der Demokratie und betont, dass es wichtig ist, die Bürger zu ermutigen, aktiv an politischen Prozessen teilzunehmen, anstatt sich auf die Politik als Dienstleister zu verlassen. Er plädiert für eine gemeinsame Gestaltung der Gesellschaft.
Direkte Demokratie und Partizipation
Das Thema direkte Demokratie wird als wesentlich erachtet, um die Bürger aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden. Ramelow kritisiert die mangelnde Umsetzung des Artikels 146 des Grundgesetzes, der eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung vorsieht. Er sieht die Notwendigkeit, die Bürger in streitigen Fragen direkt zu beteiligen.
Politische Spaltung und Antidemokraten
Ramelow thematisiert die politische Spaltung in Deutschland und die Herausforderungen, die Parteien wie die AfD mit sich bringen. Er betont, dass viele Wähler nicht zwangsläufig antidemokratisch sind, sondern eine Vertretung ihrer Anliegen suchen. Der Umgang mit extremen Positionen erfordert eine klare Abgrenzung und Handeln seitens der politischen Akteure.
Die Rolle von Religion und Gemeinschaft
Ramelow spricht über die Bedeutung von Religion als Rückzugsort und Ort der Begegnung in der Gesellschaft. Er sieht in Kirchen Räume, die für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit eintreten können, und hebt die Notwendigkeit hervor, dass diese Institutionen sich aktiv für die Gemeinschaft einsetzen.
Selbstermächtigung im ländlichen Raum
Der ländliche Raum wird als Ort der Selbstermächtigung beschrieben, wo Bürger durch Initiativen wie Dorffeste und Kulturprojekte aktiv werden können. Ramelow ermutigt die Menschen, sich selbst zu organisieren und zeigt Beispiele erfolgreicher Projekte, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.
Digitalisierung und politische Debatten
Die Digitalisierung wird als Herausforderung für die politische Debatte beschrieben. Ramelow betont, dass ältere und jüngere Generationen unterschiedliche Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Medien haben. Er plädiert für eine stärkere Regulierung digitaler Plattformen, um die Nutzer zu schützen und die Verantwortung der Anbieter zu betonen.