
ARBEITSKRAMPF
Inge & Lars
Beschreibung
Inge und Lars sind keine neutralen Beobachter, sondern engagierte Betriebsräte, leidenschaftliche Gewerkschafter und Menschen, die den Mut haben, klar Stellung zu beziehen. Inge und Lars bieten ehrliche Einblicke in den täglichen Kampf um die Rechte von Arbeitenden. Sie zeigen, dass Solidarität und klare Haltungen nicht nur inspirierend, sondern auch dringend notwendig sind.
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#15 - Wie erkämpft man einen Entlastungstarifvertrag? - mit Olga Kampf-Schnieder & Yannick Thiele
Einführung in die Thematik
Belastungstarifverträge zielen darauf ab, Arbeitgeber zu sanktionieren, wenn sie keine Entlastung für ihre Mitarbeiter schaffen. Die Idee besteht darin, belastende Situationen, wie Unterbesetzung oder tätliche Angriffe, zu dokumentieren und dafür Belastungspunkte zu sammeln, die zu freien Tagen führen.
Vorstellung der Gesprächspartner
Im Podcast sprechen Lars, Inge, Yannick Thiele, der Pflegefachmann an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), und Olga Kampf-Schnieder, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi. Beide haben bedeutende Rollen im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Die MHH ist die größte Uniklinik in Niedersachsen und bietet ein breites Spektrum an medizinischen Behandlungen. Yannick schildert, wie die MHH als Supra-Maximalversorger agiert und welche Herausforderungen das Personalmanagement mit sich bringt.
Der Weg zum Entlastungstarifvertrag
Olga und Yannick berichten von den Anfängen ihrer gewerkschaftlichen Organisation, die durch eine Tarifrunde 2021 angestoßen wurde. Die Forderung nach einem Entlastungstarifvertrag entstand aus dem Bedürfnis der Beschäftigten, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Überlastung zu reduzieren.
Verhandlungstaktiken und Herausforderungen
Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber gestalteten sich als herausfordernd. Dabei wurden konkrete Personalbedarfsanalysen durchgeführt, um realistische Forderungen aufzustellen. Die Arbeitgeberseite war zunächst zurückhaltend und stellte die juristische Möglichkeit solcher Verträge in Frage.
Offene Tarifverhandlungen
Ein innovativer Ansatz war die offene Tarifverhandlung, bei der viele Teamdelegierte von den Beschäftigten nominiert wurden, um ihre Forderungen direkt am Verhandlungstisch zu vertreten. Dies stärkte das Engagement und das Bewusstsein der Belegschaft.
Ergebnisse und Ausblick
Die Verhandlungen führten zu einem Entlastungstarifvertrag, der einige Verbesserungen für die Beschäftigten mit sich brachte, jedoch gibt es weiterhin Herausforderungen in der Umsetzung. Der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen bleibt ein zentrales Anliegen.

#14 - Wie sind die Betriebsratswahlen für Zentrum gelaufen? - mit Matthias Monecke
Ergebnisse der Betriebsratswahlen
Die Betriebsratswahlen zeigen, dass trotz ideologischer Differenzen viele Kolleginnen und Kollegen weiterhin der IG Metall und anderen DGB-Gewerkschaften ihre Stimme geben. Dies weist darauf hin, dass die Gewerkschaften grundlegende Dinge gut machen und die Mitarbeiter erreichbar sind. Matthias Monecke vom Verein zur Bewahrung der Demokratie gibt Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Resultate der Wahlen.
Strategien und Herausforderungen für Zentrum
Matthias berichtet von der strategischen Positionierung von Zentrum und der Notwendigkeit, die Wahlkampfstrategien zu überdenken. Es besteht Unsicherheit über die tatsächliche Zahl der Unterstützer und die Dunkelziffer an Sympathisanten, die nicht offen für Zentrum eintreten. Die Diskussion über die rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen für Zentrum und deren Zugang zu Mitgliedern wird ebenfalls angesprochen.
Rechte Tendenzen im Arbeitsumfeld
Die Podcast-Gäste thematisieren die wachsende Präsenz von rechten Gruppierungen in den Betrieben und die damit verbundenen Herausforderungen. Es wird diskutiert, wie Zentrum und die AfD versuchen, ihre Netzwerke auszubauen und in den Betrieben Einfluss zu gewinnen.
Positive Ansätze und Ausblick
Trotz der Schwierigkeiten gibt es auch positive Entwicklungen. Der Druck von den Beschäftigten, sich gegen die aktuellen politischen Entscheidungen zu wehren, wächst. Es besteht Hoffnung, dass die Gewerkschaften diese Stimmung nutzen können, um sich als starke Interessenvertretung zu positionieren.

#13 - Geplante Standortschließung Zalando in Erfurt - mit Tony & Doreen
Hintergrund und Arbeitsklima am Standort
Der Logistikstandort in Erfurt wird als lebendige Gemeinschaft beschrieben, in der Kolleginnen und Kollegen über Jahre hinweg zusammengewachsen sind. Das Miteinander, gemeinschaftliche Aktivitäten und ein offenes Klima prägten das Arbeitsleben, auch wenn sich der Standortleiterwechsel auf das Betriebsklima auswirkte. Mit zunehmender Digitalisierung wurden Abläufe enger und effizienter, während gleichzeitig der Wunsch nach guter Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber bestand.
Betriebsrat, Listenwahl und Mitbestimmung
Der Betriebsrat existiert bereits eine Weile; neue Mitglieder wurden über Listenwahlen gewählt, wobei zahlreiche Listen und vielfältige Belegschaftsgruppen vertreten sind. Gewerkschaftliche Unterstützung spielte eine Rolle, und Transparenz im Gremium half, Konflikte zu lösen. Die Zusammenarbeit der gremialen Akteure zeigte, wie demokratische Prozesse auch in großen, gebündelten Belegschaften funktionieren können.
Die geplante Standortschließung: Informationsfluss und Verhandlungen
Eine Ankündigung über eine komplette Schließung des Standorts traf die Belegschaft überraschend. Der Informationsfluss gestaltete sich schwierig; Überlegungen zu Optionen wurden diskutiert, eine Einigungsstelle angestrebt und rechtliche Schritte liefen. Der Betriebsrat forderte klare Fakten, eine faire Behandlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie transparente Gespräche mit der Unternehmensleitung und externen Beratern.
Aussicht, Unterstützung und Bedeutung der Mitbestimmung
Solidarität innerhalb der Belegschaft sowie Unterstützung von Politik und Gewerkschaften gaben dem Prozess Rückhalt. Der Fokus lag darauf, faire Verhandlungen zu führen, Beschäftigten Perspektiven zu sichern und realistische Übergänge zu ermöglichen. Die Situation verdeutlicht, wie Mitbestimmung und Transparenz auch in Krisen einen Rahmen bieten, in dem Entscheidungen menschlich und nachvollziehbar begleitet werden.