WortMelder
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Andrea Radtke, Carmen Voigt und Aileen Pinkert, Universität Erfurt

Beschreibung

Jeden Tag suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Erfurt nach Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen. Im Wissenschaftspodcast WortMelder wollen wir ihnen auf den Zahn fühlen und mit ihnen über Themen sprechen, die uns alle angehen.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Allein unter vielen: Der Alltag in DDR-Kinderkrippen

03.07.2026

Einblick in moderne Kitas und die DDR-Krippen

Der Vergleich zwischen heutigen Kindertagesstätten (Kitas) und den Kinderkrippen der DDR zeigt signifikante Unterschiede, insbesondere hinsichtlich des Alters der betreuten Kinder und der Struktur der Einrichtungen. Während moderne Kitas ein breiteres Alterspektrum abdecken, waren DDR-Krippen speziell für sehr kleine Kinder von der sechsten Woche bis zum dritten Lebensjahr ausgelegt.

Aktuelle Herausforderungen in der Kinderbetreuung

Obwohl die Anzahl der Fachkräfte in der frühkindlichen Betreuung steigt, gibt es in vielen Kitas weiterhin einen Mangel an Plätzen und Personal. Die Bildungs- und Förderangebote können nicht ausreichend umgesetzt werden, was in bestimmten Bundesländern besonders stark ausgeprägt ist. Zudem wird auf die Bildungsgerechtigkeit hingewiesen, da Deutschland in internationalen Vergleichen schwach abschneidet.

Forschung zur DDR-Pädagogik

Caroline Wiethoff beleuchtet in ihrer Forschung die Perspektive der Kinder in DDR-Kinderkrippen, die oft übersehen wurde. Ihre Studien zeigen, dass Kinder in diesen Einrichtungen oft allein gelassen wurden und wenig Zuwendung erhielten, was zu Entwicklungsstörungen führen konnte. Der Titel ihres Buches, "Allein unter vielen", spiegelt diese Diskrepanz zwischen der offiziellen Sicht und der Realität wider.

Ideologische Ziele und ihre Auswirkungen

Die Krippen der DDR wurden nicht nur als Betreuungsstätten, sondern auch als Mittel zur Erziehung sozialistischer Persönlichkeiten verstanden. Diese Ideologie führte dazu, dass die Bedürfnisse der Kinder oft vernachlässigt wurden. Wiethoff beschreibt, wie der Druck des Staates auf den Ausbau der Krippen zu Qualitätsproblemen führte, die sich negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirkten.

Kritik an der Krippenforschung

Die Forschung zur Situation in den Krippen war in der DDR eingeschränkt, da der Staat unliebsame Ergebnisse unterdrückte. Trotz des Wissens über die Missstände blieb die Politik an ihren Zielen fest, was die Situation der Kinder weiter verschlechterte. Wiethoff zeigt auf, dass die Realität für die Kinder in den Krippen oft katastrophal war und die staatlichen Vorgaben nicht mit den Bedürfnissen der Kinder übereinstimmten.

Einblick in moderne Kitas und die DDR-Krippen

Der Vergleich zwischen heutigen Kindertagesstätten (Kitas) und den Kinderkrippen der DDR zeigt signifikante Unterschiede, insbesondere hinsichtlich des Alters der betreuten Kinder und der Struktur der Einrichtungen. Während moderne Kitas ein breiteres Alterspektrum abdecken, waren DDR-Krippen speziell für sehr kleine Kinder von der sechsten Woche bis zum dritten Lebensjahr ausgelegt.

Aktuelle Herausforderungen in der Kinderbetreuung

Obwohl die Anzahl der Fachkräfte in der frühkindlichen Betreuung steigt, gibt es in vielen Kitas weiterhin einen Mangel an Plätzen und Personal. Die Bildungs- und Förderangebote können nicht ausreichend umgesetzt werden, was in bestimmten Bundesländern besonders stark ausgeprägt ist. Zudem wird auf die Bildungsgerechtigkeit hingewiesen, da Deutschland in internationalen Vergleichen schwach abschneidet.

Forschung zur DDR-Pädagogik

Caroline Wiethoff beleuchtet in ihrer Forschung die Perspektive der Kinder in DDR-Kinderkrippen, die oft übersehen wurde. Ihre Studien zeigen, dass Kinder in diesen Einrichtungen oft allein gelassen wurden und wenig Zuwendung erhielten, was zu Entwicklungsstörungen führen konnte. Der Titel ihres Buches, "Allein unter vielen", spiegelt diese Diskrepanz zwischen der offiziellen Sicht und der Realität wider.

Ideologische Ziele und ihre Auswirkungen

Die Krippen der DDR wurden nicht nur als Betreuungsstätten, sondern auch als Mittel zur Erziehung sozialistischer Persönlichkeiten verstanden. Diese Ideologie führte dazu, dass die Bedürfnisse der Kinder oft vernachlässigt wurden. Wiethoff beschreibt, wie der Druck des Staates auf den Ausbau der Krippen zu Qualitätsproblemen führte, die sich negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirkten.

Kritik an der Krippenforschung

Die Forschung zur Situation in den Krippen war in der DDR eingeschränkt, da der Staat unliebsame Ergebnisse unterdrückte. Trotz des Wissens über die Missstände blieb die Politik an ihren Zielen fest, was die Situation der Kinder weiter verschlechterte. Wiethoff zeigt auf, dass die Realität für die Kinder in den Krippen oft katastrophal war und die staatlichen Vorgaben nicht mit den Bedürfnissen der Kinder übereinstimmten.

Teacher Well-Being: Lehrkräfte stärken heißt Schule stärken

20.05.2026

Berufliches Wohlbefinden als Systemphänomen

Wohlbefinden von Lehrkräften ergibt sich aus der Balance von Arbeitsbedingungen, Schulkultur und Rahmenpolitik. Gute Führung, klare Grenzen und eine offene Schulkultur ermöglichen Lehrkräften, sich auf die Lernentwicklung der Schülerinnen zu konzentrieren. Es geht nicht nur um Stressreduktion, sondern um Stärkung durch sinnvolle Rahmenbedingungen, die Motivation und Zufriedenheit langfristig fördern.

Das Matroschka-Modell: drei Ebenen der Einflussnahme

Wohlbefinden wird als Zusammenspiel von Bildungspolitik, Schule/Schulleitung und Lehrkraft verstanden. Jede Ebene bietet Freiräume und zugleich Schutzmechanismen. Verantwortlichkeit ist breit verteilt, damit externe Belastungen abgemildert und interne Gestaltungsspielräume genutzt werden können.

Autonomie, Jobcrafting und kollektive Gestaltung

Autonomie in der Praxis stärkt Motivation, wenn Lehrkräfte Entscheidungen mitgestalten können. Kollektives Jobcrafting auf Schulebene regt Teams an, Routinen zu überprüfen und Aufgaben sinnvoll zu verteilen. Entscheidungen über Ziele und Prozesse sollten regelmäßig reflektiert und an Präferenzen angepasst werden.

Praxisnahe Impulse und kultureller Wandel

Vorschläge reichen von wertschätzendem Feedback im Nahfeld bis zu sicheren Kommunikationsräumen. Praktische Beispiele zeigen, wie Transparenz, psychologische Sicherheit und time-management die Arbeitszufriedenheit erhöhen. Ziel ist eine Schule, in der Lehrkräfte mit Freude zusammenarbeiten, Lernen sichtbar wird und Langzeitperspektiven gestärkt werden.

Berufliches Wohlbefinden als Systemphänomen

Wohlbefinden von Lehrkräften ergibt sich aus der Balance von Arbeitsbedingungen, Schulkultur und Rahmenpolitik. Gute Führung, klare Grenzen und eine offene Schulkultur ermöglichen Lehrkräften, sich auf die Lernentwicklung der Schülerinnen zu konzentrieren. Es geht nicht nur um Stressreduktion, sondern um Stärkung durch sinnvolle Rahmenbedingungen, die Motivation und Zufriedenheit langfristig fördern.

Das Matroschka-Modell: drei Ebenen der Einflussnahme

Wohlbefinden wird als Zusammenspiel von Bildungspolitik, Schule/Schulleitung und Lehrkraft verstanden. Jede Ebene bietet Freiräume und zugleich Schutzmechanismen. Verantwortlichkeit ist breit verteilt, damit externe Belastungen abgemildert und interne Gestaltungsspielräume genutzt werden können.

Autonomie, Jobcrafting und kollektive Gestaltung

Autonomie in der Praxis stärkt Motivation, wenn Lehrkräfte Entscheidungen mitgestalten können. Kollektives Jobcrafting auf Schulebene regt Teams an, Routinen zu überprüfen und Aufgaben sinnvoll zu verteilen. Entscheidungen über Ziele und Prozesse sollten regelmäßig reflektiert und an Präferenzen angepasst werden.

Praxisnahe Impulse und kultureller Wandel

Vorschläge reichen von wertschätzendem Feedback im Nahfeld bis zu sicheren Kommunikationsräumen. Praktische Beispiele zeigen, wie Transparenz, psychologische Sicherheit und time-management die Arbeitszufriedenheit erhöhen. Ziel ist eine Schule, in der Lehrkräfte mit Freude zusammenarbeiten, Lernen sichtbar wird und Langzeitperspektiven gestärkt werden.

Iran-Krieg: Wie Desorientierung Medien und Politik in die Irre führt

23.04.2026

Analyse der Berichterstattung und Perspektiven auf den Iran-Krieg

Der Gesprächsteilnehmer beobachtet eine fragmentierte, von Eigeninteressen geprägte Berichterstattung in deutschen Medien zur Iran-Krise. Im Vordergrund stehen Alltagsfolgen wie steigende Benzinpreise oder Flugausfälle, während komplexe geopolitische Dynamiken und die kulturelle Politikwirkung häufig vernachlässigt werden. Es gibt teils widersprüchliche Deutungen aus US- und deutschen Medien, doch insgesamt fehlt eine konsistente, tiefgehende Analyse der Ursachen und Folgen des Konflikts.

Orientalismus, Imperialismus und Wissensdefizite

Es wird ein orientalistischer Blick auf die Region kritisiert, der das politische System Irans vereinfacht und externen Interventionslogiken Vorschub leistet. Von einem „neuen Imperialismus“ der USA und Israels wird gesprochen, der auf Fehlwahrnehmungen und mangelnder Fachkenntnis beruht. Wissenschaftlerinnen betonen, dass geringe Expertise in Islamwissenschaft, fehlende regionale Perspektiven und eine westliche Wissenshierarchie zu riskanten Außenpolitiken beitragen.

Medienstrukturen, Bilder und Transparenz

Die Folgen mangelnder investigativer Tiefe sowie kommerzieller Pressedruck, Klicks und politische Einflussnahmen werden als Hindernisse für objektive Berichterstattung benannt. Kritische Stimmen fordern mehr Auslandskorrespondentinnen, bessere Bilderwelten, eine kritischere Nutzung von Quellen und unabhängigere Analysen. Ziel ist eine Bild- und Nachrichtenpraxis, die Leidensgeschichten von Zivilpersonen stärker sichtbar macht und Verzerrungen in der Berichterstattung reduziert.

Wissenschaft, Internationalisierung und zivilgesellschaftliche Perspektiven

Es wird eine stärkere internationale Ausrichtung der Kommunikationswissenschaft gefordert, inklusive mehr Lehrstühle zu Regionen wie dem Nahen Osten, China und anderen Großräumen. Gleichzeitig wird vor einem Kulturkampf gewarnt, der demokratische Werte untergräbt. Eine kooperative, entwaffnende Diplomatie sowie kritisch-reflektierte Öffentlichkeiten sollen helfen, destruktive Sprach- und Politikmuster zu durchbrechen und globale Konflikte verantwortungsvoll zu bearbeiten.

Analyse der Berichterstattung und Perspektiven auf den Iran-Krieg

Der Gesprächsteilnehmer beobachtet eine fragmentierte, von Eigeninteressen geprägte Berichterstattung in deutschen Medien zur Iran-Krise. Im Vordergrund stehen Alltagsfolgen wie steigende Benzinpreise oder Flugausfälle, während komplexe geopolitische Dynamiken und die kulturelle Politikwirkung häufig vernachlässigt werden. Es gibt teils widersprüchliche Deutungen aus US- und deutschen Medien, doch insgesamt fehlt eine konsistente, tiefgehende Analyse der Ursachen und Folgen des Konflikts.

Orientalismus, Imperialismus und Wissensdefizite

Es wird ein orientalistischer Blick auf die Region kritisiert, der das politische System Irans vereinfacht und externen Interventionslogiken Vorschub leistet. Von einem „neuen Imperialismus“ der USA und Israels wird gesprochen, der auf Fehlwahrnehmungen und mangelnder Fachkenntnis beruht. Wissenschaftlerinnen betonen, dass geringe Expertise in Islamwissenschaft, fehlende regionale Perspektiven und eine westliche Wissenshierarchie zu riskanten Außenpolitiken beitragen.

Medienstrukturen, Bilder und Transparenz

Die Folgen mangelnder investigativer Tiefe sowie kommerzieller Pressedruck, Klicks und politische Einflussnahmen werden als Hindernisse für objektive Berichterstattung benannt. Kritische Stimmen fordern mehr Auslandskorrespondentinnen, bessere Bilderwelten, eine kritischere Nutzung von Quellen und unabhängigere Analysen. Ziel ist eine Bild- und Nachrichtenpraxis, die Leidensgeschichten von Zivilpersonen stärker sichtbar macht und Verzerrungen in der Berichterstattung reduziert.

Wissenschaft, Internationalisierung und zivilgesellschaftliche Perspektiven

Es wird eine stärkere internationale Ausrichtung der Kommunikationswissenschaft gefordert, inklusive mehr Lehrstühle zu Regionen wie dem Nahen Osten, China und anderen Großräumen. Gleichzeitig wird vor einem Kulturkampf gewarnt, der demokratische Werte untergräbt. Eine kooperative, entwaffnende Diplomatie sowie kritisch-reflektierte Öffentlichkeiten sollen helfen, destruktive Sprach- und Politikmuster zu durchbrechen und globale Konflikte verantwortungsvoll zu bearbeiten.