
Rad'n'Roll
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Beschreibung
Jeden Dienstag berichten Simon Brauer und Henrik Barth von Stillstand und Fortschritt in der Verkehrspolitik, von neuesten Entwicklungen in der Fahrradtechnik und vom einfachen Glück auf zwei Rädern.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Fahrradfortschrittsbericht Berlin: Stockender Radwegeausbau und ungenutzte Millionen
Radwegeausbau in Berlin stockt
Der Ausbau der Radwege in Berlin verläuft seit Jahren schleppend. Im vergangenen Jahr wurden lediglich rund 21 Kilometer neue Radwege geschaffen, während von den verfügbaren 82 Millionen Euro nur 27 Millionen Euro in den Ausbau geflossen sind. Dies geht aus dem Fahrradfortschrittsbericht der Verkehrssenatsverwaltung hervor.
Politische Verantwortung und Planungshürden
Die Gründe für die ungenutzten Mittel und den langsamen Ausbau sind vielfältig. Politische Sprecher der Parteien, wie die SPD und die Grünen, weisen auf die aufwendige Planung und Abstimmungen mit verschiedenen Behörden hin. Dies führt zu Verzögerungen, insbesondere in Kreuzungsbereichen, wo Sicherheitsanforderungen erfüllt werden müssen.
Folgen des Radwegestopps
Ein zentraler Punkt in der Diskussion ist der sogenannte Radwegestopp von 2023, der unter der damaligen CDU-Verkehrssenatorin Manja Schreiner verhängt wurde. Dieser stoppte viele Projekte und hat langfristige Auswirkungen auf die Planung und den Bau neuer Radwege. Die unbesetzten Stellen in den Bezirken verstärken das Problem und führen zu weiteren Verzögerungen.
Positive Entwicklungen
Trotz der negativen Trends im Radwegeausbau gibt es positive Entwicklungen, wie den Anstieg der Neubauten von Abstellbügeln für Fahrräder. Dies deutet darauf hin, dass die Infrastruktur für Radfahrer in einem anderen Bereich verbessert wird.

Verkehrspolitik im Berliner Wahlkampf: Streit um Radweg in der Kantstraße
Wahlkampf und Verkehrspolitik in Berlin
In Berlin steht die Wahl bevor und der schwarz-rote Senat plant kurzfristige Änderungen in der Cannstraße, was von den Grünen als wahltaktisches Manöver kritisiert wird. Der umstrittene Pop-up-Radweg, der seit sechs Jahren besteht, soll neu geordnet werden, was zu Konflikten zwischen Radfahrenden und Autofahrenden führen könnte.
Umbaupläne und deren Auswirkungen
Die neuen Pläne sehen vor, dass Radfahrer die mittlere Spur mit Bussen teilen, während Parkplätze und Autofahrspuren neu verteilt werden. Mobilitätsforscher David Friel von der TU Berlin äußert, dass dieser Umbau verkehrsplanerisch wenig sinnvoll sei und die Bedingungen für Radfahrende verschlechtert werden, was zu einem Rückgang des Radverkehrs führen könnte.
CDU und ihre Verkehrspolitik
Die CDU betont, dass das Auto unverzichtbar sei, während sie sich für eine pragmatische Verkehrspolitik ausspricht. Friel kritisiert diese Sichtweise, da sie nicht nachhaltig sei und auf jahrzehntelangen politischen Entscheidungen basiere, die den Autoverkehr priorisieren.
Forschung und Nachhaltigkeit
Die Forschung sieht die Notwendigkeit, das Verkehrssystem nachhaltig zu gestalten, wird jedoch oft als ideologisch abgestempelt. Friel betont, dass Forschungsergebnisse, die die Forderungen von Initiativen wie Changing Cities unterstützen, nicht ideologisch, sondern wissenschaftlich fundiert sind.
Aktuelle Entwicklungen
Ein Anwohner hat mit Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe einen Eilantrag gegen den Rückbau des Radwegs eingereicht, was weitere Entwicklungen in dieser Angelegenheit erwarten lässt.

Berlin-Wahl: Was die Parteien für den Radverkehr planen
Berlin-Wahl und Radverkehr
In gut zweieinhalb Wochen findet die Berliner Abgeordnetenhauswahl statt, wobei die Diskussion um die Radverkehrsplanung der Berliner Parteien im Vordergrund steht. Fahrrad-Experte Henrik Barth beleuchtet die Programme der relevanten Parteien, die voraussichtlich die 5%-Hürde überwinden werden.
Radverkehrsnetz und Mobilitätsgesetz
Das 2018 verabschiedete Mobilitätsgesetz legt fest, wo sichere Radverkehrsanlagen in Berlin notwendig sind. Von den 2370 Kilometern Radverkehrsnetz existieren jedoch fast zwei Drittel nur auf dem Papier. Die schwarz-rote Koalition hat die Fristen für den Ausbau verlängert, was zu einem Flickenteppich an Radwegen führt.
Parteien und ihre Strategien
Die CDU plant, bestehende Radwege zu sanieren und neue kritisch zu prüfen. Die Grünen fordern hingegen einen konsequenten Ausbau sicherer Radwege an Hauptstraßen. Die Linken wollen ebenfalls Lücken schließen und Kreuzungen sicherer gestalten. Die SPD setzt auf ein lückenloses Radnetz, während die AfD auf pragmatische Lösungen abzielt.
Einfluss der Bezirke
Zusätzlich zur Wahl des Abgeordnetenhauses finden auch Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt, die entscheidend für die Radwegepolitik vor Ort sind. Der ADFC bietet Unterstützung bei der Orientierung über die Pläne der Parteien auf Bezirksebene.