
Biometrie2Go
Jessica Grün, Nadine Meier & Panos Kalantzis
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Folge 48 / Abnehmspritzen in der Risikoprüfung: Hype, Wirkung & Versicherbarkeit
Einführung in die Themen der Episode
In dieser Episode werden wichtige Fragen rund um Berufsunfähigkeit und die Nutzung von Abnehmspritzen besprochen. Die Diskussion dreht sich um die Auswirkungen von Berufstätigkeit auf Versicherungen und die Möglichkeiten von Nebeneinkünften bei Berufsunfähigkeit.
Übergewicht und Abnehmen als aktuelles Thema
Das Team beleuchtet den Hype um Abnehmspritzen, insbesondere Medikamente wie Begovi und Munjaro, die eine gewichtssenkende Wirkung haben. Diese Medikamente imitieren körpereigene Hormone und werden zunehmend bei Adipositas eingesetzt.
Wirkungsweise und Anwendung der Medikamente
Die Wirkstoffe dieser Medikamente regulieren den Blutzucker, verlangsamen die Magenentleerung und reduzieren das Hungergefühl. Neben der medikamentösen Behandlung sind auch Ernährungsumstellungen und erhöhte körperliche Aktivität essentiell für den Erfolg.
Kosten und Versicherungsfragen
Die monatlichen Kosten für die Therapie liegen zwischen 130 und 500 Euro, wobei die Übernahme durch die Krankenkasse von der Indikation abhängt. Bei Adipositas gelten diese Medikamente als Lifestyle-Produkte und werden nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Nebenwirkungen der Abnehmspritzen
Typische Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, die besonders zu Beginn der Behandlung auftreten. Patienten müssen die Medikation eng mit ihrem Arzt abstimmen, um mögliche Risiken zu minimieren.
Berufsunfähigkeit und Langzeitwirkungen
Die Nachhaltigkeit des Gewichtsverlusts ist entscheidend für die Versicherbarkeit. Studien zeigen, dass viele Patienten nach Absetzen des Medikaments wieder an Gewicht zulegen. Langfristige Erfolge sind wichtig, um die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht negativ zu beeinflussen.
Wichtige Informationen für Versicherer
Für die Risikoprüfung sind zahlreiche Faktoren relevant, darunter die Art des Gewichtsverlusts, mögliche Essstörungen und die Entwicklung des Gewichts über die Zeit. Ein ärztlicher Bericht kann entscheidende Informationen liefern, um die Versicherbarkeit zu beurteilen.
Fazit
Die Episode schließt mit der Erkenntnis, dass Abnehmspritzen eine motivierende Unterstützung bieten können, jedoch eine ganzheitliche Veränderung des Lebensstils erforderlich ist, um nachhaltigen Erfolg zu erzielen.

Folge 47 / Kräfteverfall in der BU: Wann wird es leistungsrelevant?
Definition und vertragliche Grundlagen
Berufsunfähigkeit ergibt sich gemäß den Musterbedingungen aus Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall. Die Definition gilt sowohl für Erst- als auch Nachprüfungen. In den Bedingungen wird der versicherte Zustand beschrieben und der Nachweisumfang festgelegt. Damit wird deutlich, wann eine Leistung zu prüfen ist und welche medizinischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein BU-Grad vorliegt.
Kräfteverfall, altersentsprechend vs. Gesamtbevölkerung
Kräfteverfall bedeutet das Nachlassen körperlicher oder geistiger Kräfte sowie eine Minderung der Belastbarkeit. Mehr als altersentsprechender Kräfteverfall liegt vor, wenn der Abbau über das normale Maß der Altersgruppe hinausgeht. Der Vergleich erfolgt mit dem Zustand der Gesamtbevölkerung, nicht einer einzelnen Berufsgruppe, um eine gerechte Beurteilung trotz verschiedener Belastungen sicherzustellen.
Praxisfälle und Nachweisführung
In der Praxis überlagert sich oft Krankheit mit altersbedingtem Abbau. Meist reicht normaler Kräfteverfall allein nicht aus; erst bei einer Kombination, die zu mindestens 50 Prozent BU führt, kann eine Leistung geprüft werden. Der Nachweis obliegt dem Versicherungsnehmer, unterstützt durch medizinische Gutachten, die zeigen, ob der verschlechterte Zustand auch ohne altersbedingten Verfall bestünde.
Nachprüfung und Vertragsgestaltung
Bei Nachprüfungen kann eine Verbesserungs- oder Verschlechterung des Gesundheitszustands auftreten. Wird der Kräfteverfall altersbedingt eingeordnet und versichert ist nur mehr als altersentsprechend, kann der Versicherer Leistungen entsprechend reduzieren oder einstellen, sofern kein versicherter Anteil mehr vorhanden ist. In solchen Fällen bleibt die Beweislast beim Versicherten, und die konkrete Vertragsgestaltung beeinflusst das Ergebnis.

Folge 46 / Umdeckung in der BU – unterschätztes Haftungsrisiko für Makler
Umdeckung als Praxisfeld und Haftungsrisiken
In der Praxis gewinnen Umdeckungen von Berufs- und Fähigkeitsversicherungen an Bedeutung, weil Altverträge durch neue ersetzt werden. Besonders das Haftungsrisiko für Maklerinnen und Makler steigt, da bei Umdeckungen die Beratungspflichten kritisch sind. Ziel ist es, Kunden eine rationale, bedarfsgerechte Wahl zu ermöglichen, ohne dass der Wechsel zu einer Verschlechterung des Schutzes führt. Bei der Beratung müssen die Unterschiede zwischen bestehenden und neuen Tarifen transparent nachvollziehbar sein.
Beispiel aus der Rechtsprechung: Bamberg
Im Bamberg-Fall kündigte die Kundin eine BU und wechselte zu einer Grundfähigkeitenversicherung. Leistungsfall aufgrund psychischer Erkrankung wurde abgelehnt, weil die Grundfähigkeitenversicherung nicht versicherte. Das Gericht forderte nach fehlender Beratungsdokumentation eine Beweisführung und sprach dem Versicherungsnehmer eine Deckung zu, da der Makler den Unterschied zwischen Verträgen nicht ausreichend aufgezeigt hatte.
Praxisfolgen und Lernpunkte
Wesentliche Schlüsse: Risikoprofil des Kunden und Gesundheitsgeschichte penibel erfassen; Unterschiede der Tarife detailliert gegenüberstellen, idealerweise in einer tabellarischen Gegenüberstellung; auftretende Deckungslücken mit klaren Beispielen markieren (z. B. Psyche, Burnout). Beratungsdokumentation erstellen, zugänglich machen und Lücken dokumentieren, um Beweislasten zu klären.
Fazit für die Beratungspraxis
Die Rechtslage verlangt eine sorgfältige, vollständige Informationsvermittlung bei Umdeckungen. Der Fokus liegt darauf, Deckungslücken oder Verschlechterungen zu vermeiden. Eine transparente Dokumentation und ein nachvollziehbarer Abgleich der Leistungen sichern eine klare Basis für Entscheidungen und reduzieren das Risiko von Rechtsstreitigkeiten.