MITTWOCHS BEI GOETHE
Podcast
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MITTWOCHS BEI GOETHE

Eva Mühlbacher

Beschreibung

Goethe hatte seine Mittwochsgesellschaften. Wir haben unseren Podcast „Mittwochs bei Goethe“.

Dieser Podcast mit Eva Mühlbacher, Deutschlehrerin am Goethe-Zentrum Verona, richtet sich an alle fortgeschrittenen Deutschlernenden, die noch mehr über die deutschsprachige Welt wissen möchten.

Der Titel „Mittwochs bei Goethe“ ist eine Anspielung auf Goethes philosophische Mittwochabende, an denen er Freunde und Bekannte zu sich einlud, um mit ihnen philosophische und philologische Themen zu diskutieren. Genau so ist der Podcast gedacht: jeden zweiten Mittwoch erscheint eine neue Folge! Die Themen reichen in einer bunten Mischung von „Kultur“ und „Kunst“ über „Literatur“ bis zu „Geschichte“. Eva Mühlbacher spricht über Buch und Film, Geschichte und Gegenwart und über Literatur und ihren Bezug zu unserer Realität.

Für alle, die speziell ihr Hörverstehen überprüfen möchten, zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Prüfung, findet sich für jede Folge ein Single-Choice-Fragebogen auf der Website des Goethe-Zentrums Verona.

„Mittwochs bei Goethe“ – der Podcast für alle, die nicht genug von Deutsch kriegen können!

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

76 - Folge 10.16 - Beziehungen. "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer

02.06.2026

Beziehung in der digitalen Kommunikation

Der Podcast führt in den Roman ein, dessen zentrale Handlung aus der ersten fehlerhaften E-Mail entsteht. Emmy Rotner richtet eine Nachricht versehentlich an Leo Leike statt an ihr Magazin, woraufhin ein E-Mail-Austausch beginnt. Aus höflichen Anfängen entwickelt sich allmählich eine persönliche, innige Korrespondenz zwischen zwei unbekannten Menschen, die sich nur digital begegnen.

Figuren, Konflikt und Entwicklung

Im Mittelpunkt stehen Emmy, verheiratet und chaotisch, sowie Leo, ruhig und analytisch, Linguist. Ihre beiden Welten unterscheiden sich, doch diese Unterschiede machen ihre Beziehung spannend. Zunächst bleiben Treffen aus, dennoch entsteht Nähe durch geteilte Alltagserlebnisse, Gedanken und Gefühle, wodurch die Frage nach Freundschaft oder Liebe aufkommt.

Zentrale Themen und Form

Es geht um Kommunikation, Ehrlichkeit und Grenzziehungen in einer Beziehung, die über E-Mails geführt wird. Nähe und Distanz werden neu verhandelt: Kann Liebe ohne reale Begegnung bestehen? Die erzählerische Besonderheit liegen in kurzen, einfachen Sätzen und vielen Dialogen, die das Textbild einer Online-Beziehung prägen und für Deutschlernende zugänglich machen.

Fragen, Perspektiven und Abschluss

Der Roman regt zur Reflexion an: Welche Rolle spielen Offenheit, Treue und Selbsterfahrung in einer Beziehung, die primär im Schriftverkehr stattfindet? Welche Bedeutung haben E-Mails für das Empfinden von Nähe, Vertrauen und Identität? Die Darstellung zeigt, wie moderne Kommunikationsformen Liebesgefühle beeinflussen und Beziehungen wandeln können.

Beziehung in der digitalen Kommunikation

Der Podcast führt in den Roman ein, dessen zentrale Handlung aus der ersten fehlerhaften E-Mail entsteht. Emmy Rotner richtet eine Nachricht versehentlich an Leo Leike statt an ihr Magazin, woraufhin ein E-Mail-Austausch beginnt. Aus höflichen Anfängen entwickelt sich allmählich eine persönliche, innige Korrespondenz zwischen zwei unbekannten Menschen, die sich nur digital begegnen.

Figuren, Konflikt und Entwicklung

Im Mittelpunkt stehen Emmy, verheiratet und chaotisch, sowie Leo, ruhig und analytisch, Linguist. Ihre beiden Welten unterscheiden sich, doch diese Unterschiede machen ihre Beziehung spannend. Zunächst bleiben Treffen aus, dennoch entsteht Nähe durch geteilte Alltagserlebnisse, Gedanken und Gefühle, wodurch die Frage nach Freundschaft oder Liebe aufkommt.

Zentrale Themen und Form

Es geht um Kommunikation, Ehrlichkeit und Grenzziehungen in einer Beziehung, die über E-Mails geführt wird. Nähe und Distanz werden neu verhandelt: Kann Liebe ohne reale Begegnung bestehen? Die erzählerische Besonderheit liegen in kurzen, einfachen Sätzen und vielen Dialogen, die das Textbild einer Online-Beziehung prägen und für Deutschlernende zugänglich machen.

Fragen, Perspektiven und Abschluss

Der Roman regt zur Reflexion an: Welche Rolle spielen Offenheit, Treue und Selbsterfahrung in einer Beziehung, die primär im Schriftverkehr stattfindet? Welche Bedeutung haben E-Mails für das Empfinden von Nähe, Vertrauen und Identität? Die Darstellung zeigt, wie moderne Kommunikationsformen Liebesgefühle beeinflussen und Beziehungen wandeln können.

75 - Folge 10.15 - Mutterschaft. „Medea.Stimmen“ von Christa Wolf

06.05.2026

Christa Wolfs Neubetrachtung von Medea

Christa Wolfs Medea Stimmen verlegt die griechische Mythologie in den Kontext moderner Frauenthemen. Der Roman verknüpft Mutterschaft, Fremdheit in Korinth und die Frage nach Zugehörigkeit mit einer weiblichen Perspektive. Stimmen aus Vergangenheit erzählen die Wahrheit, Medea, Jason und Glauke treten als Subjekte auf, nicht nur als Legendenfiguren. Die Erzählung betont Lebensphasen der Frau, Geburt, Mutterschaft, Menopause und Tod als zentrale Motive.

Plot und Figuren im Fokus

Der Handlungsbogen wird durch Rückblenden eröffnet; Medea hilft Jason beim Erwerb des goldenen Vlies, sie fliehen nach Korinth. Dort wird Medea als Heilerin und Zauberin wahrgenommen, während Glauke als missachtete Königstochter mit epileptischen Anfällen erscheint. Intrige, Liebestreue, Machtstreben und die Bluttaten von Glauke, Medea und den Kindern zeichnen das tragische Liebesdrama, das sich gegen gesellschaftliche Konventionen richtet.

Zentrale Motive und zeitlose Deutung

Beobachtungen zu Heimat, Fremdheit und Mutterschaft ziehen sich durch den Text. Medea spürt Verortungslosigkeit in Korinth, die Baummetapher verdeutlicht Verwurzelung vs. Fremde. Die Mutterrolle wird still leidend gezeigt, Glauke erhält durch Medea eine Art Mutterersatz. Protest gegen patriarchale Zuschreibungen zeigt sich in der Frage, wofür Figuren stehen und wie die Neuinterpretation im Jetzt verstanden wird.

Wirkung und Schlussinterpretation

Die Erzählung gilt als mutige Neubetrachtung eines alten Mythos, die innere Motive der Figuren sichtbar macht. Die Autorin entwirft eine vielschichtige Perspektive, die Medea nicht pauschal verurteilt, sondern menschliche Zwänge und Verletzungen erfahrbar macht. Die Sprache und Struktur laden dazu ein, erneut in die griechische Mythologie einzutauchen und über Frauenrollen nachzudenken.

Christa Wolfs Neubetrachtung von Medea

Christa Wolfs Medea Stimmen verlegt die griechische Mythologie in den Kontext moderner Frauenthemen. Der Roman verknüpft Mutterschaft, Fremdheit in Korinth und die Frage nach Zugehörigkeit mit einer weiblichen Perspektive. Stimmen aus Vergangenheit erzählen die Wahrheit, Medea, Jason und Glauke treten als Subjekte auf, nicht nur als Legendenfiguren. Die Erzählung betont Lebensphasen der Frau, Geburt, Mutterschaft, Menopause und Tod als zentrale Motive.

Plot und Figuren im Fokus

Der Handlungsbogen wird durch Rückblenden eröffnet; Medea hilft Jason beim Erwerb des goldenen Vlies, sie fliehen nach Korinth. Dort wird Medea als Heilerin und Zauberin wahrgenommen, während Glauke als missachtete Königstochter mit epileptischen Anfällen erscheint. Intrige, Liebestreue, Machtstreben und die Bluttaten von Glauke, Medea und den Kindern zeichnen das tragische Liebesdrama, das sich gegen gesellschaftliche Konventionen richtet.

Zentrale Motive und zeitlose Deutung

Beobachtungen zu Heimat, Fremdheit und Mutterschaft ziehen sich durch den Text. Medea spürt Verortungslosigkeit in Korinth, die Baummetapher verdeutlicht Verwurzelung vs. Fremde. Die Mutterrolle wird still leidend gezeigt, Glauke erhält durch Medea eine Art Mutterersatz. Protest gegen patriarchale Zuschreibungen zeigt sich in der Frage, wofür Figuren stehen und wie die Neuinterpretation im Jetzt verstanden wird.

Wirkung und Schlussinterpretation

Die Erzählung gilt als mutige Neubetrachtung eines alten Mythos, die innere Motive der Figuren sichtbar macht. Die Autorin entwirft eine vielschichtige Perspektive, die Medea nicht pauschal verurteilt, sondern menschliche Zwänge und Verletzungen erfahrbar macht. Die Sprache und Struktur laden dazu ein, erneut in die griechische Mythologie einzutauchen und über Frauenrollen nachzudenken.

74 - Folge 10.14 - Werbung. "Vielen Dank für das Leben" von Sibylle Berg

26.04.2026

Historischer Kontext und Hauptfigur

In dem Roman Vielen Dank für das Leben begleitet die Hauptfigur Toto eine Lebensreise durch Kindheit, Jugend und Einsamkeit. Toto ist intersexuell und begegnet einer Gesellschaft, die klare Geschlechterrollen fordert. Ärztliche Eingriffe, Versuche der Zuordnung und Entfremdung erzeugen großes Leid. Werbung erscheint zwar nicht als Hauptthema, wirkt aber indirekt als Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen an Erfolg, Besitz und äußere Perfektion.

Werbung, Konsum und gesellschaftliche Normen

Die Erzählung nutzt Werbung als Symbol für Manipulation und Oberflächlichkeit. Es zeigt sich, dass der Kauf von Dingen oft aus dem Wunsch nach Zugehörigkeit resultiert, nicht aus echtem Bedarf. Toto erlebt eine Welt, in der äußere Bilder mit Perfektion locken, während Innenleben und Sinn fehlen. Die Darstellung betont Kontraste zwischen äußeren Rollen und innerem Erleben.

Stil, Ironie und zentrale Fragen

Stilistisch verbinden sich scharfe Satire und Humor mit einer ernsthaften Kritik an moderner Gesellschaft. Der ironische Titel Das Leben als Zumutung unterstreicht, wie Werbung und Konsum Lebensformen prägen. Der Text regt zu Reflexionen über Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung an, ohne einfache Antworten zu liefern. Der Blick richtet sich auf eine literarische Figur und regt zu eigener Wahrnehmung an.

Historischer Kontext und Hauptfigur

In dem Roman Vielen Dank für das Leben begleitet die Hauptfigur Toto eine Lebensreise durch Kindheit, Jugend und Einsamkeit. Toto ist intersexuell und begegnet einer Gesellschaft, die klare Geschlechterrollen fordert. Ärztliche Eingriffe, Versuche der Zuordnung und Entfremdung erzeugen großes Leid. Werbung erscheint zwar nicht als Hauptthema, wirkt aber indirekt als Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen an Erfolg, Besitz und äußere Perfektion.

Werbung, Konsum und gesellschaftliche Normen

Die Erzählung nutzt Werbung als Symbol für Manipulation und Oberflächlichkeit. Es zeigt sich, dass der Kauf von Dingen oft aus dem Wunsch nach Zugehörigkeit resultiert, nicht aus echtem Bedarf. Toto erlebt eine Welt, in der äußere Bilder mit Perfektion locken, während Innenleben und Sinn fehlen. Die Darstellung betont Kontraste zwischen äußeren Rollen und innerem Erleben.

Stil, Ironie und zentrale Fragen

Stilistisch verbinden sich scharfe Satire und Humor mit einer ernsthaften Kritik an moderner Gesellschaft. Der ironische Titel Das Leben als Zumutung unterstreicht, wie Werbung und Konsum Lebensformen prägen. Der Text regt zu Reflexionen über Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung an, ohne einfache Antworten zu liefern. Der Blick richtet sich auf eine literarische Figur und regt zu eigener Wahrnehmung an.