
Born in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land
Antje Riis
Beschreibung
Über die Gastgeberin: Antje Riis wurde in der DDR, in Leipzig, geboren. Ihr erster Beruf ist "Facharbeiter Kellner", zu dem sie sich im legendären Hotel Merkur Leipzig (heute Westin) ausbilden ließ. Zehn Jahre später fing sie an redaktionell fürs TV zu arbeiten, wo sie für Talkshows wie Schreinemakers oder Johannes B. Kerner Prominente, Politiker, Autoren und Experten interviewte. Schon dort hatte Riis ein besonderes Interesse für die "Ostgeschichten" der Gäste, weil sie zu wenig nachgefragt wurden und werden.
Antje Riis auf Instagram und Facebook: @born_in_the_gdr
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Erste DDR-Profi-Rock-Schlagzeugerin: Tina Powileit im Gespräch mit Antje Riis
Einleitung und persönliche Erfahrungen
Tina Powileit, die erste Schlagzeugerin der professionellen Frauenband Mona Lise in der DDR, teilt ihre Erfahrungen und Eindrücke über den Mauerfall und ihre Karriere. Sie erzählt von ihrer Enttäuschung über den Mauerfall, obwohl sie die Pässe für den Westen erhalten hatte, und beschreibt eine Begegnung mit der Staatssicherheit.
Werdegang als Musikerin
Tina spricht über ihren Weg als Musikerin in der Männerdomäne der DDR-Rockmusik und ihre Erfahrungen mit der ersten professionellen Frauenband. Sie erläutert, wie sie nach der Wende in der Musikszene Fuß gefasst hat und über den Verlust von Bandkollegen, insbesondere dem Verlust von Peter Schäffler.
Einblicke in ihr Privatleben
Die Herausforderungen, die sie in ihrem privaten Leben, einschließlich ihrer Ehen und der Erziehung ihrer zwei Töchter, bewältigen musste, werden ebenfalls thematisiert. Tina reflektiert über die Gewalt in ihrer ersten Ehe und wie sie den Mut fand, sich zu befreien. Sie spricht auch offen über die Trauer um ihren verstorbenen Ehemann und die Auswirkungen auf ihre Familie.
Musik und Identität
Trotz aller Herausforderungen hat Tina ihre Leidenschaft für die Musik nie aufgegeben. Sie beschreibt, wie sie der Musik treu geblieben ist und auch heute noch in mehreren Bandprojekten aktiv ist. Ihre positive Einstellung und Bodenständigkeit helfen ihr, mit den Höhen und Tiefen des Lebens umzugehen.
Reflexion über die DDR und ihre Bedeutung
Im Gespräch wird deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und Identität für Tina ist. Sie reflektiert über die Musikszene der DDR und die Bedeutung von Künstlern wie Gundermann und Silly für die Gesellschaft. Tina ist überzeugt, dass die Musik auch heute noch eine wichtige Rolle spielt und den Menschen Trost und Identifikationsmöglichkeiten bietet.

Flachwitze-Queen, Moderatorin und Sängerin Seraphina Kalze im Gespräch mit Antje Riis
Familiengeschichte und Wendeerfahrungen
Der Sprecher reflektiert über die Erfahrungen seiner Familie während der Wende. Seine Mutter, die aus dem Osten stammt, hat eine erfolgreiche Karriere bei der Deutschen Bank gemacht, während sein Vater, der in der DDR sozialisiert wurde, mit der Wende nicht zurechtkam und in eine Depression fiel. Dies führte zu einem Ungleichgewicht in der Familie, das die Beziehungen belastete.
Seraphina Kalze: Multitalent und Wendeerfahrungen
Der Podcast-Gast Seraphina Kalze, geboren in Halle an der Saale, spricht offen über ihre Kindheit und die Auswirkungen des Mauerfalls auf ihre Familie. Sie hat eine ostdeutsche Erziehung genossen und reflektiert über die Herausforderungen und Werte, die sie an ihre eigenen Kinder weitergibt. Kalze ist eine erfolgreiche Sängerin und Moderatorin und hat eine große Anhängerschaft in sozialen Medien.
Humor und Erziehung
Seraphina thematisiert die Bedeutung von Humor in schwierigen Zeiten, insbesondere während der Pflege ihres Vaters, der nach einem Schlaganfall und weiteren Gesundheitsproblemen Unterstützung benötigte. Sie spricht auch über die Herausforderungen der modernen Erziehung und den Konflikt zwischen Tradition und zeitgemäßen Ansätzen.
Reflexion über die Wende und ihre Auswirkungen
Die Diskussion beleuchtet, wie die Wende Generationen übergreifend wirkt. Die Kinder der Wende-Generation stehen oft in einem Spannungsfeld zwischen den Traditionen ihrer Eltern und den modernen Erziehungsansätzen. Seraphina und der Sprecher reflektieren über die Unterschiede zwischen Ost und West und die fortdauernden Klischees, die langsam verschwinden.
Abschied und Dankbarkeit
Das Gespräch endet mit einer positiven Note, in der Seraphina und der Sprecher über ihre Erfahrungen und den Weg, den sie gemeinsam gegangen sind, reflektieren. Der Humor bleibt ein wichtiger Bestandteil ihrer Beziehungen und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.

DDR-"Asozialen-Paragraf"- Weggenommen und adoptiert: Tim Steinwender im Gespräch mit Antje Riis
Historische Rahmenbedingungen der Adoption
Die Erzählerin schildert, wie eine 15-jährige Mutter ihr Kind in der DDR bekam und wie das Jugendamt eine Vormundschaft übernahm. Die geforderte Gefährdung wurde mit dem Begriff jugendliche Mutti begründet. Das Kind wurde in eine Wochenkrippe gegeben, die Mutter durfte besuchsweise bleiben, doch der familiäre Kontakt brach ab. Eine tiefe Verbundenheit blieb bestehen, doch die Situation war geprägt von behördlicher Kontrolle und Stigmatisierung.
Hinterlassene Akten und der Wege zur Aufarbeitung
Der Prozess der Akteneinsicht zieht sich über Jahre. Akten aus Hoyerswerda und Wittenberg offenbaren Begrenzungen der Einsicht, während Stasi-Unterlagen neue Dimensionen der Herkunftsaufarbeitung eröffnen. Recherchen führen zu einer rechtsstaatlichen Rehabilitation der Mutter, die über Jahre hinweg hart erkämpft wird. Der Besuch beim Gericht, der Umgang mit Sterbeurkunde und Anthebe-Gesetzgebung markieren zentrale Meilensteine dieser Reise.
Persönliche Folgen und Identität
Die längere Suche nach den Wurzeln beeinflusst Identität, Loyalitätsgefühle und Vertrauen. Die Darstellung von Wurzeln, Fotos und Briefe macht Vergangenheit plastisch, doch auch schmerzhaft. Dankbarkeit gilt denjenigen, die Unterstütung boten, und das Gefühl, eine Verbindung zu Familie und Ursprung zu bewahren, bleibt trotz Belastung bestehen. Die Geschichte zeigt, wie persönliche Geschichte familiäre Bindungen formen kann.
Ausblick und Beobachtungen
Die Erzählung betont die Bedeutung von Transparenz, behördlicher Verantwortung und dem Recht auf Kenntnis der eigenen Herkunft. Sie fordert, Betroffene sichtbar zu machen und Wege der Recherche zu erleichtern, ohne Bevormundung. Abschließend bleibt der Wunsch, Erkenntnisse weiterzugeben, damit ähnliche Schicksale verstanden und respektiert werden, ohne die Würde der Beteiligten zu verletzen.