
WeiterLeben
Mannheimer Morgen & Agnes Polewka
Beschreibung
"WeiterLeben" wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis 2024 ausgezeichnet.
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#9 | Karla Spagerer - Mannheims unvergessene Zeitzeugin
Einführung in Carla Spargerers Leben
Agnes Polevka begrüßt die Zuhörer zur finalen Episode der zweiten Staffel von WeiterLeben, die sich mit Carla Spargerer beschäftigt, einer Frau, die in Mannheim eine bedeutende Rolle gespielt hat und sich bis ins hohe Alter um andere Menschen kümmerte. Das Leben von Carla wird durch ihre Kindheit in der NS-Zeit geprägt, was sie dazu motivierte, gegen das Vergessen zu kämpfen.
Kindheit und Jugend
Carla Spargerer, geboren als Carla Wetterich in Mannheim, erlebte eine unbeschwerte Kindheit in einer politisch engagierten Familie. Ihre Jugend war stark von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen Verlusten geprägt. Sie erlebte die Reichspogromnacht und die Verhaftung ihrer kommunistischen Großmutter, was ihre Sicht auf die Gesellschaft und die Welt nachhaltig beeinflusste.
Engagement gegen das Vergessen
Mit Ende 80 begann Carla Spargerer aktiv zu werden, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus aufrechtzuerhalten. Sie hielt Vorträge an Schulen und berichtete über ihre eigenen Erlebnisse, um junge Menschen auf die Gefahren von Intoleranz und Rassismus aufmerksam zu machen.
Familie und persönliche Erinnerungen
Carla war stets eng mit ihrer Familie verbunden, insbesondere mit ihrem Ehemann Walter Spargerer, der ebenfalls politisch aktiv war. Ihre Liebe zur Familie und ihre Leidenschaft für das Kochen, insbesondere für ihren berühmten Käsekuchen, prägten ihr Leben. Ihr Enkel Tim Spargerer teilt persönliche Erinnerungen und betont, wie wichtig Carla ihre Familie war.
Auszeichnungen und Anerkennung
Im hohen Alter erhielt Carla Spargerer zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement in der politischen Bildung. Sie wurde ein Symbol für das Erinnern und das Engagement gegen das Vergessen und hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Mannheimer Gesellschaft.
Abschied und Vermächtnis
Carla Spargerer starb nach kurzer Krankheit, doch ihr Einfluss und ihre Lehren leben weiter. Ihr Enkel und ihr Freund Stefan Fulzblei reflektieren darüber, wie sie ihr Andenken bewahren und ihre Botschaft fortführen können. Carla Spargerers Leben steht exemplarisch für den Wert von Erinnerung und menschlicher Verbindung.

#8 | Mabel Grammer - Mother Mabel
Einführung in Mabel Grammars Leben
Agnes Polevka begrüßt die Zuhörer und stellt Mabel Grammer vor, eine amerikanische Journalistin, die in den 1950er Jahren durch ihre Adoption von Kindern mit afroamerikanischen Vätern und deutschen Müttern einen bedeutenden Beitrag zu deren Leben leistete. Eine Wandmalerei in Mannheim ehrt ihr Andenken.
Frühes Leben und Karriere
Mabel Grammer, geboren 1915 in Arkansas, wuchs in Armut auf und bildete sich zur Kosmetikerin und dann zur Journalistin weiter. Sie kämpfte gegen die Diskriminierung und setzte sich für die Bürgerrechte ein, indem sie Kontakte zur Bürgerrechtsbewegung knüpfte.
Die Rolle des Brown Baby Plans
Grammer initiierte den Brown Baby Plan, der es ermöglichte, Kinder von afroamerikanischen Soldaten und deutschen Frauen in den USA zu adoptieren. Viele dieser Kinder hatten in Deutschland keine Zukunft, doch durch ihre Initiative fanden sie neue Familien und Chancen in Amerika.
Lebensumstände und Herausforderungen
Die Herausforderungen, mit denen Mabel und ihr Mann Oscar konfrontiert waren, umfassten finanzielle und emotionale Belastungen, während sie eine große Familie mit Adoptivkindern aufbauten. Trotz ihrer eigenen Schwierigkeiten war Mabel stets für die Kinder da und kämpfte für deren Rechte.
Erfolge und Anerkennung
Bis 1954 vermittelte Mabel Grammer über 300 Kinder an amerikanische Familien. Ihre humanitäre Arbeit wurde schließlich von der katholischen Kirche gewürdigt, die ihr und ihrem Mann Ehrungen verlieh.
Nachwirkungen und Vermächtnis
Nach ihrem Tod hinterließ Mabel Grammer ein bedeutendes Erbe. Ihre Kinder, die sie adoptiert hatte, erinnern sich an ihre Liebe und die Werte, die sie ihnen vermittelt hat. Mannheim ehrte sie posthum mit einem Straßennamen, was ihre bleibenden Spuren in der Stadt und in den Herzen vieler Menschen zeigt.

#7 | Dolores von Cartier (Alexander Rohr) – Bardame, Bühnenikone, Brückenbauerin
Einführung in die Episode
Agnes Polevka begrüßt die Hörer und stellt die zweite Staffel des Nachrufepodcasts Weiterleben vor, in dem über das Leben und Sterben von Menschen gesprochen wird, die in der Rhein-Neckar-Region etwas bewegt haben. Die Episode beschäftigt sich mit dem Leben des Travestie-Künstlers und Bardame Alexander Rohr, bekannt als Dolores von Cartier.
Das Leben von Alexander Rohr
Alexander Rohr wurde am 26. Juni 1977 in Hassloch geboren und wuchs in einer gastronomischen Familie auf. Schon früh zeigte er sein Talent als Entertainer, bevor er 1995 seine Kunstfigur Dolores von Cartier ins Leben rief. Diese Figur wurde zu einem wichtigen Teil seines Lebens und seiner Karriere im Café Klatsch, einer Kult-Gay-Bar in Mannheim.
Dolores von Cartier und ihre Bedeutung
Die Kunstfigur Dolores wurde von Alex als Ausdruck seiner Kreativität und Lebensfreude kreiert. Sie war nicht nur auf der Bühne aktiv, sondern auch als Barmitarbeiterin im Café Klatsch bekannt. Alex’ Freund und Weggefährte Matthias Holland-Kunz und andere Freunde beschreiben Dolores als eine Figur, die Brücken baute und Akzeptanz förderte.
Der Tod von Alexander Rohr
Am 7. Februar 2024, während der Fasnacht, stirbt Alex plötzlich in der Wohnung seiner Freunde. Trotz Wiederbelebungsversuchen kann ihm nicht mehr geholfen werden. Sein Tod löst eine Welle der Trauer und Erinnerungen in der Gemeinschaft aus.
Die Trauerfeier und das Erbe
Alex wird anonym in einer Kapsel auf dem Hauptfriedhof bestattet, und die Trauerfeier wird von hunderten Menschen besucht. Seine Freunde und Weggefährten organisieren eine Feier, die seinen Wunsch nach Feiern und Freude widerspiegelt. Die Episode schließt mit der Reflexion über das, was von einem Menschen bleibt, und wie Erinnerungen lebendig gehalten werden.
Abschluss und Ausblick
Agnes Polevka bedankt sich bei den Hörern und kündigt die nächste Episode an, die sich mit Mabel Grammer beschäftigen wird, einer US-Amerikanerin, die in der Region Mannheim Spuren hinterlassen hat. Die Hörer werden ermutigt, den Podcast zu abonnieren und weiterzuempfehlen.