
Life After Art School
Hamburg Open Online University
Beschreibung
In den Gesprächen geht es um Brotjobs, Bildungskapital und Solidarität unter Künstler*innen, um den Mythos des Erfolgs in der Kunstwelt und die Bedeutung von Orten, Infrastrukturen und Umgebungen, die künstlerische Freiheit und den Blick auf eine bessere Zukunft ermöglichen.
Jeden Monat erscheint eine neue Folge von “Life After Art School” mit Gesprächspartner*innen, die in Hamburg leben oder studiert haben.
Anne Meerpohl arbeitet als Künstlerin, Autorin und Kuratorin. Sie ist tätig als kuratorische Assistentin im ICAT der HFBK Hamburg.
Cornelius Puschke arbeitet als Dramaturg und Kurator. Er unterrichtet an der HfMT und der HFBK Hamburg.
Nora Sternfeld arbeitet als Kunstvermittlerin und Kuratorin. Sie ist Professorin für Kunstpädagogik an der HFBK Hamburg.
Ein Podcast der Hamburg Open Online University in Kooperation der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.
Konzept + Organisation: Cornelius Puschke
Moderation: Anne Meerpohl, Cornelius Puschke, Nora Sternfeld
Dramaturgische Assistenz: Maike Graf
Grafik: Lisa-Marie Fechteler
Musik: Kaspar Kuoppamäki
Foto: Tong Khanh Ha
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Life After Art School: Steffen Zillig
Einleitung und Moderation
Der Podcast "Life After Art School" begrüßt die Zuhörer und stellt das Konzept vor: Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern über ihre Biografien, Lebens- und Arbeitsweisen nach dem Studium. Moderatoren sind Konnyes Puschke, Nora Sternfeld und Annemarie Apul, die sich mit Nora Hennora und dem Gast Steffen Zillig austauschen.
Vorstellung von Steffen Zillig
Steffen Zillig ist Künstler, Kritiker und Ausstellungsmacher, der für verschiedene Kunstpublikationen schreibt. Er hat an mehreren Hochschulen unterrichtet und ist Herausgeber des Künstlermagazins Intercity. Seine Veröffentlichung "Ästhetik des Assozialen" und die bald erscheinende Anthologie "Nie wieder Gegenwart" zeigen seine vielseitigen Interessen in der Kunst.
Steffens Werdegang und Studium
Zillig beschreibt seinen verschlungenen Lebensweg und die Umstände, die ihn an die Hochschule für Bildende Künste (HFBK) nach Hamburg führten. Trotz eines Abbruchs in der Schule fand er seinen Weg in die Kunst, wo er verschiedene Disziplinen studierte und schließlich mehrere Abschlüsse erlangte.
Trostlosigkeit und Einsamkeit an der HFBK
Die Diskussion dreht sich um die Trostlosigkeit an der Kunsthochschule und den Umgang mit Einsamkeit. Zillig reflektiert, dass die Kunsthochschule ein Ort ist, an dem viele Singularitäten aufeinandertreffen, und dass diese Einsamkeit gleichzeitig auch eine gemeinsame Erfahrung bietet.
Die Rolle der Kunstkritik
Zillig betont die Wichtigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Kunst und der Notwendigkeit, auch schlechte Kunst zu diskutieren. Er sieht eine Veränderung in der Kunstkritik, die durch ökonomische Faktoren und die Entwicklung des Internets beeinflusst wurde, wodurch kritische Stimmen oft verstummten.
Die Documenta und gesellschaftliche Debatten
Die Diskussion über die Documenta als Beispiel für Debatten über Kunst und Kultur wird angestoßen. Zillig und die Moderatorinnen hinterfragen, inwiefern diese Debatten produktiv waren und welche Lernprozesse aus den Kontroversen hervorgegangen sind. Die Frage bleibt, ob die Kunstkritik den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird.
Schlussfolgerung und Ausblick
Der Podcast schließt mit einer Reflexion über die Rolle von Kunstvereinen und die Notwendigkeit, eine Nähe zu aktuellen künstlerischen Diskursen zu schaffen. Zillig möchte in seiner neuen Rolle als Leiter des Kunstvereins in Langenhagen einen Raum für kritische Auseinandersetzungen und spannende Gespräche schaffen.

Life After Art School: Clemens Sienknecht
Einführung in den Podcast
Der Podcast After Art School vermittelt Einblicke in die Lebens- und Arbeitsweisen von KünstlerInnen, die an Hochschulen studiert haben. Moderiert von Cornelius Puschke, Nora Sternfeld und Annem Mehrpool, wird das Thema der künstlerischen Praxis und der Einfluss von Studienerfahrungen thematisiert.
Gast Clemens Sienknecht
Der heutige Gast, Clemens Sienknecht, ist ein vielseitiger Künstler, der in Hamburg geboren wurde und eine bedeutsame Rolle in der deutschen Theatergeschichte spielt. Er hat an dem innovativen Studiengang für Popularmusik teilgenommen und ist bekannt für seine Mitwirkung im Theater von Christoph Marthaler sowie für seine Arbeiten als Musiker und Schauspieler.
Studium und Theatererfahrungen
Sienknecht berichtet von seinem Übergang vom Lehramtsstudium für Musik und Sport zur Theaterarbeit. Er hebt hervor, dass sein Studium und die praktische Theaterarbeit zwei separate Erfahrungen waren, die sich jedoch gegenseitig beeinflussten.
Einflüsse und Lehrmethoden
Er reflektiert über die Unterschiede zwischen seinem Studium und der künstlerischen Praxis im Theater. Dabei unterstreicht er die Bedeutung von Geduld und dem Umgang mit Pausen im kreativen Prozess, was er als wertvolle Lektion aus seiner Zeit mit Marthaler betrachtet.
Zusammenarbeit mit Barbara Bürg
Sienknecht spricht über die künstlerische Zusammenarbeit mit seiner Frau Barbara Bürg. Ihre Arbeitsweise umfasst gemeinsames Musizieren und das schrittweise Entwickeln von Theaterstücken, die aus musikalischen Proben hervorgehen.
Herausforderungen und Entwicklungen
Die Diskussion beleuchtet auch die Herausforderungen, vor denen Theatermacher heute stehen, insbesondere im Hinblick auf die Balance zwischen kreativen Freiräumen und strukturierten Arbeitsbedingungen. Sienknecht beschreibt seine Erfahrungen mit der Selbstständigkeit im Theater und die ständige Suche nach neuen Stoffen für Produktionen.
Schlussfolgerung
Der Podcast endet mit einem humorvollen Hinweis, dass Sienknecht sich nicht bereit erklärt, Klavier zu spielen, was die entspannte Atmosphäre der Unterhaltung unterstreicht.

Life After Art School: Liz Rech
Hintergründe, Studium und künstlerische Praxis
Liz Rech verbindet Theaterpraxis, Installation, Aktivismus und künstlerische Forschung. Ihr Werdegang umfasst Studien in München und Hamburg sowie Lehrtätigkeiten an der HFMT und der HafenCity University. Sie arbeitet an Projekten im öffentlichen Raum, die Räume, Netzwerke und kollaborative Strukturen erproben und dabei motorisch wie konzeptionell zwischen Theorie und Praxis wechseln.
Fenster-Dramaturgie und partizipative Praxis
Im Gespräch geht es um flexiblere Dramaturgie-Modelle wie Fenster-Dramaturgien, die Material aus Interviews, Performances und Texten in veränderliche Anordnungen bringen. Ziel ist, Inhalte sichtbar zu machen, ohne Zuschauerinnen zu überfordern. Fenster öffnen sich in Abhängigkeit von Kontext, Thema und Austausch, sodass der Abend multiperspektivisch und kohärent zugleich bleibt.
Barkenhafen, Counter Monuments und städtische Diskurse
Der Barkenhafen dient als Fallbeispiel für die Verbindung künstlerischer Praxis, historischer Erinnerung und städtischer Diskurse. Es geht um eine temporäre, performative Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte, Gedenkort, Gremien und Genehmigungen. Durch Kooperationen mit Stadtkuratorin, Kampnagel und anderen Akteurinnen entsteht ein Diskursraum, der Inhalte verhandelt und Räume öffnet.
Leadership, Kooperation, Finanzierung und Aushandlungen
Das Gespräch betont kollektive Führung, Vertrauen als politische Währung und die Notwendigkeit, Räume, Budgets und Sprachen zu verhandeln. Leadership wird als shared practice verstanden, bei der administrative Hürden, Förderanträge und Care-Budgets mit kreativen Strategien überwunden werden. Ziel ist es, künstlerische Ambitionen nachhaltig in räumliche, gesellschaftliche Prozesse einzubetten.