
Wer wir sind und warum das nicht klappte ...
Jan Schulte-Kellinghaus
Beschreibung
Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#80 Bismarck: Wie eisern war der "Eiserne Kanzler"?
21.10.2026
Mit Christoph Nonn: Nach der Reichsgründung regierte Otto von Bismarck 19 Jahre lang als Reichskanzler. In der Innenpolitik hatte er zwei Hauptfeinde: Sozialisten und die Katholiken. Nachdem das Erste Vatikanische Konzil 1870 beschlossen hatte, dass der Papst in bestimmten Religionsfragen unfehlbar sei, begann Bismarck mit seinem „Kulturkampf“ gegen die Katholiken. Er verbot politische Predigten, löste den Jesuitenorden in Deutschland auf und drohte mit dem Entzug aller finanziellen Mittel, falls die Gesetze nicht eingehalten würden. Als sein Sohn sich anschickte, eine katholische Frau zu heiraten, drohte der Reichskanzler mit Selbstmord. Anders als bei den Katholiken, fuhr er im Kampf gegen die Sozialisten eine Doppelstrategie. Um den sozialistischen Politikern das Wasser abzugraben, setzte er einen großen Teil ihrer Forderungen um: Er führte eine verpflichtende Krankenversicherung, eine Unfallversicherung und eine Invaliden- und Altersversicherung für Arbeiter ein. Die Arbeitgeber hatten sich zur Hälfte an den Kosten zu beteiligen und die Arbeiter konnten Ihre neuen Rechte vor Gericht einklagen. Außenpolitisch war die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zeit des Imperialismus. Die europäischen Großmächte teilten zusammen mit den USA und Japan die Welt praktisch untereinander auf. Es ging um Kolonien und territorialen Zuwachs. Nur einer machte da nicht mit: Otto von Bismarck. Er erklärte das Deutsche Reich für „saturiert“. Er nannte alle kolonialen Ideen „Schwindel“: „Solange ich Reichskanzler bin, betreiben wir keine Kolonialpolitik“. Und trotzdem wurden die größten deutschen Kolonialgebiete in seiner Regierungszeit "unter Schutz gestellt". Wie eigenständig hat Bismarck regiert? Warum hasste er die Katholiken so sehr? Warum verbot er die Sozialisten und setzte anschließend Ihre Forderungen um? Und wieso begründete er die deutsche Kolonialpolitik, obwohl er sie für „Schwindel“ hielt? Darüber und über sein Verhältnis zum Kaiser spreche ich mit Christoph Nonn, Prof. für Neueste Geschichte an der Uni Düsseldorf.
Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:
www.99xgeschichte.de
Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an.
Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten.
"Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital.
Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster!
https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw
#Neuere und neueste Geschichte #Deutschland # Westeuropa #Europa

#79 Karl Marx und die SPD
14.10.2026
Mit Stefan Berger: Mit 24 Jahren wurde Karl Marx Chefredakteur der Rheinischen Zeitung in Köln. Den Verlegern war Marx als Schreibtalent mit messerscharfem Verstand aufgefallen. Mit seinen Attacken gegen die Preußische Zensur und Kontrolle machte Marx seinen Verlegern besondere Freude. Allerdings nicht lange, denn ein Jahr später wurde das Blatt verboten. Karl Marx ging daraufhin nach Paris. In Paris traf Karl Marx nicht nur den „Bund der Gerechten“ sondern befreundete sich mit Friedrich Engel. Engels war der Sohn eines Fabrikanten aus Wuppertal. Der Vater betrieb in Manchester eine Baumwollspinnerei und hatte seinen Sohn Friedrich dort hingeschickt, damit er dort Erfahrungen sammele. Was des Fabrikantensohn in Manchester aber am meisten bewegte, war die miserable Lage der Arbeiter. Schockiert berichtete er dem Journalisten Marx über die Ausbeutung der Fabrikarbeiter und ihrer Familien.
Wie Marx vom liberaldemokratischen Journalist zum Kopf der kommunistischen Bewegung in Europa wurde und wie er aus dem Exil in London den Aufstieg der SPD begleitete, darüber spreche ich mit Stefan Berger, Professor für für Sozialgeschichte und Direktor des Instituts für soziale Bewegungen an der Uni Bochum.
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#78 Krupp, Siemens und die Gründerzeit
07.10.2026
Mit Konstantin Richter: Alfred Krupp, Werner Siemens, die AEG und die Deutsche Bank: Sie alle wurden im19. Jahrhundert groß. Wie die deutsche Industrie erfunden wurde, und warum die Reichsgründung von 1871 so einen Boom auslöste, ist unser Thema heute. Das Deutsche Kaiserreich vollendete den Binnenmarkt: Vereinheitlichungen, bei den Währungen, den Maßen und Gewichten, bei der Post, im Rechtssystem und der Wegfall aller Binnenzölle lösten einen Wirtschaftsaufschwung aus. Dazu kam noch eine Sonderentwicklung. Nach dem Sieg über Frankreich hatte das deutsche Reich die Franzosen zu Reparationszahlungen in Höhe von 5 Milliarden Francs verpflichtet. Das waren ca. 1500 Tonnen Gold. Und das Geld floss. Die Kombination aus dem neuen Binnenmarkt, technischem Erfindergeist und französischen Reparationszahlungen löste eine Welle von Unternehmensgründungen aus, die der Epoche ihren Namen gab. Die „Gründerzeit“ steht nicht nur für den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands,auch den Baustil der Städte hat sie geprägt. Die Mietskasernen in Berlin mit ihren vielen Hinterhöfen erinnern daran genauso, wie die schlossähnlichen Gründerzeitvillen der Industriellen in den edlen Wohngegenden.
Konstantin Richter hat mit seinem Buch "300 Männer - Aufstieg und Fall der Deutschland AG" den Sachbuchpreis 2026 gewonnen. Darin erzählt er die Geschichte der großen deutschen Unternehmen von den Anfängen der Industrialisierung bis heute.
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