seeing by ear. Essener Gespräche zur Fotografie
Podcast
de

seeing by ear. Essener Gespräche zur Fotografie

Zentrum für Fotografie Essen

Beschreibung

Seit über 100 Jahren ist die Stadt Essen Standort für Fotografie. Im Zentrum für Fotografie Essen haben sich ihre wichtigsten Institutionen zusammengeschlossen: Folkwang Universität der Künste, Historisches Archiv Krupp, Museum Folkwang und die Stiftung Ruhr Museum. Die Audioreihe "seeing by ear. Essener Gespräche zur Fotografie" gibt Einblick in ihre Arbeit; von A wie Archive bis Z wie Zugänglichkeit.

Sprecherin: Mona Leinung

Podmon Kategorien

Darüber wird in diesem Podcast anteilig gesprochen.
Anzahl Kategorien

Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!

Top werbetreibende Marken in diesem Podcast (90d)

Upgrade dein Konto, um die Top werbetreibenden Marken zu sehen!

Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Fotografinnen als Wandgestalterinnen: Feministische Perspektiven auf die Geschichte des »photomural«

22.06.2026

Einführung in das Photomural

Das Photomural, eine Kombination aus den Begriffen 'Photo' und 'Mural', bezeichnet fotografische Wandarbeiten, die architektonisch gebunden sind. Der Begriff wurde erstmals 1930 in der US-amerikanischen Lokalpresse verwendet und steht in Verbindung mit der Einführung großformatiger Fotopapiere durch Kodak. Photomurals sollten als flexible Wandbildlösungen beworben werden und erfuhren eine Aufwertung durch die Verwendung des Begriffs 'Mural'.

Historische Wurzeln und weibliche Akteurinnen

Die Entwicklung des Photomurals ist eng mit der Idee einer Frau verknüpft, Elizabeth Fuller Goodspeed, die 1927 den ersten Fotomural mit einem Bild des Taj Mahal beauftragte. Trotz ihrer zentralen Rolle wurde sie in der Erzählung oft marginalisiert, was die allgemeine Tendenz zeigt, weibliche Beiträge in der Fotografiegeschichte zu ignorieren.

Feministische Perspektiven in der Fotografiegeschichte

Der Vortrag beleuchtet die Rolle von Frauen in der Fotografiegeschichte, insbesondere im Kontext des Photomurals. Während Männer oft als Pioniere gelten, wurden Frauen wie Margaret Bourke-White und Lola Álvarez Bravo in der Forschung stark marginalisiert. Der Vortrag analysiert, wie geschlechtsspezifische Zuschreibungen die Wahrnehmung von fotografischen Praktiken beeinflussten und fordert eine Neubewertung weiblicher Beiträge.

Margaret Bourke-White und ihre Fotomurals

Bourke-White etablierte sich im männlich dominierten Bereich der Industriefotografie und schuf bedeutende Fotomurals, darunter im Rockefeller Center. Ihr Werk wurde als Gegenentwurf zu den mexikanischen Wandmalereien angesehen und stellte eine nationale Identität in der Kunst dar. Der Wettbewerb und Konflikt um die Anerkennung ihrer künstlerischen Vision verdeutlicht die Herausforderungen für Frauen in der Fotografie.

Die Rolle von Lola Álvarez Bravo

Lola Álvarez Bravo gilt als bedeutende Fotografin in Mexiko, die mit ihren Fotomurals neue Wege in der Wandgestaltung beschritt. Ihre Arbeiten wurden jedoch oft vergessen, da sie nicht erhalten sind. Ihre Erfolge verdeutlichen die wichtigen Beiträge von Frauen im Kontext des Fotomurals und die Notwendigkeit, diese Leistungen in der Kunstgeschichte zu würdigen.

Schlussfolgerung

Die Geschichte des Photomurals zeigt, wie genderanalytische Ansätze dazu beitragen können, die Sichtbarkeit von Frauen in der Fotografiegeschichte zu erhöhen. Weibliche Akteurinnen waren sowohl als Auftraggeberinnen als auch als Künstlerinnen entscheidend für die Entwicklung und Nobilitierung des Mediums.

Einführung in das Photomural

Das Photomural, eine Kombination aus den Begriffen 'Photo' und 'Mural', bezeichnet fotografische Wandarbeiten, die architektonisch gebunden sind. Der Begriff wurde erstmals 1930 in der US-amerikanischen Lokalpresse verwendet und steht in Verbindung mit der Einführung großformatiger Fotopapiere durch Kodak. Photomurals sollten als flexible Wandbildlösungen beworben werden und erfuhren eine Aufwertung durch die Verwendung des Begriffs 'Mural'.

Historische Wurzeln und weibliche Akteurinnen

Die Entwicklung des Photomurals ist eng mit der Idee einer Frau verknüpft, Elizabeth Fuller Goodspeed, die 1927 den ersten Fotomural mit einem Bild des Taj Mahal beauftragte. Trotz ihrer zentralen Rolle wurde sie in der Erzählung oft marginalisiert, was die allgemeine Tendenz zeigt, weibliche Beiträge in der Fotografiegeschichte zu ignorieren.

Feministische Perspektiven in der Fotografiegeschichte

Der Vortrag beleuchtet die Rolle von Frauen in der Fotografiegeschichte, insbesondere im Kontext des Photomurals. Während Männer oft als Pioniere gelten, wurden Frauen wie Margaret Bourke-White und Lola Álvarez Bravo in der Forschung stark marginalisiert. Der Vortrag analysiert, wie geschlechtsspezifische Zuschreibungen die Wahrnehmung von fotografischen Praktiken beeinflussten und fordert eine Neubewertung weiblicher Beiträge.

Margaret Bourke-White und ihre Fotomurals

Bourke-White etablierte sich im männlich dominierten Bereich der Industriefotografie und schuf bedeutende Fotomurals, darunter im Rockefeller Center. Ihr Werk wurde als Gegenentwurf zu den mexikanischen Wandmalereien angesehen und stellte eine nationale Identität in der Kunst dar. Der Wettbewerb und Konflikt um die Anerkennung ihrer künstlerischen Vision verdeutlicht die Herausforderungen für Frauen in der Fotografie.

Die Rolle von Lola Álvarez Bravo

Lola Álvarez Bravo gilt als bedeutende Fotografin in Mexiko, die mit ihren Fotomurals neue Wege in der Wandgestaltung beschritt. Ihre Arbeiten wurden jedoch oft vergessen, da sie nicht erhalten sind. Ihre Erfolge verdeutlichen die wichtigen Beiträge von Frauen im Kontext des Fotomurals und die Notwendigkeit, diese Leistungen in der Kunstgeschichte zu würdigen.

Schlussfolgerung

Die Geschichte des Photomurals zeigt, wie genderanalytische Ansätze dazu beitragen können, die Sichtbarkeit von Frauen in der Fotografiegeschichte zu erhöhen. Weibliche Akteurinnen waren sowohl als Auftraggeberinnen als auch als Künstlerinnen entscheidend für die Entwicklung und Nobilitierung des Mediums.

AI and Speculative Archives: The Archive of Grigoris Antoniou

19.06.2026

Hintergrund der Forschung

Der Vortrag behandelt die Schnittstellen von Fotografie, Museen, Archiven und Technologie, mit einem besonderen Fokus auf koloniale archäologische Fotografie in Zypern. Der Redner hat fast ein Jahrzehnt lang an diesem Thema geforscht, unterstützt durch ein Stipendium, das eine Untersuchung von Archivmaterialien in Großbritannien ermöglichte.

Darstellung indigener Arbeiter

Die Forschung ergab, dass einheimische Arbeiter oft in Gruppen und ohne Namen dargestellt werden, während westliche Archäologen als Einzelpersonen, die Artefakte untersuchen, auftreten. Diese Darstellungen sind stark von kolonialen Ideologien geprägt.

Einfluss von KI auf Archivmaterialien

Die Rolle von KI wird kritisch betrachtet, da sie bestehende Machtungleichgewichte in den fotografischen Archiven reproduziert. KI-generierte Bilder von Archäologen in Zypern zeigen stereotype Darstellungen, während einheimische Archäologen nicht korrekt repräsentiert werden.

Gregorios Antoniou und seine Bedeutung

Gregorios Antoniou, ein unterrepräsentierter Zypriot, war ein talentierter Vorarbeiter in der Archäologie. Seine Identität wurde erst kürzlich durch ein Archivfoto gewürdigt, das ihn namentlich erwähnt. Die Entdeckung führte zur Schaffung eines spekulativen Archivs, das die Perspektive von Antoniou visualisieren soll.

Das spekulative Archiv

Zusammen mit der Künstlerin Alexia Achilleos wurde ein Kunstwerk entwickelt, das 40 Lantern Slides umfasst, darunter sowohl KI-generierte Bilder als auch neu kontextualisierte historische Fotografien. Dieses Werk hinterfragt die Grenzen zwischen Fiktion und Realität.

Film und Archivarbeit

Ein begleitender Kurzfilm zeigt die Herausforderungen der Archivierung und die Konflikte, die aus der Interaktion zwischen einer fiktiven Archivarin und einem KI-basierten Museumsbot entstehen. Der Film thematisiert die Spannungen in der Repräsentation und die Machtverhältnisse, die in der KI-gestützten Archivierung vorhanden sind.

Ethik und Verantwortung

Die Diskussion schließt ethische Überlegungen zur Verwendung von KI in der Kunst und zum Umgang mit historischen Individuen ein. Es wird betont, dass die Darstellung von Antoniou nicht dazu gedacht ist, seine Stimme zu vertreten, sondern vielmehr seine Geschichte ins Licht zu rücken.

Fragen zur Zukunft der Archivierung

Der Vortrag endet mit wichtigen Fragen zur Digitalisierung von Archiven, den Herausforderungen durch KI und den Verantwortung von Institutionen mit kolonialen Archiven. Diese Überlegungen sollen die Zuhörer dazu anregen, über die Komplexität und Unvollkommenheit von Archiven nachzudenken.

Hintergrund der Forschung

Der Vortrag behandelt die Schnittstellen von Fotografie, Museen, Archiven und Technologie, mit einem besonderen Fokus auf koloniale archäologische Fotografie in Zypern. Der Redner hat fast ein Jahrzehnt lang an diesem Thema geforscht, unterstützt durch ein Stipendium, das eine Untersuchung von Archivmaterialien in Großbritannien ermöglichte.

Darstellung indigener Arbeiter

Die Forschung ergab, dass einheimische Arbeiter oft in Gruppen und ohne Namen dargestellt werden, während westliche Archäologen als Einzelpersonen, die Artefakte untersuchen, auftreten. Diese Darstellungen sind stark von kolonialen Ideologien geprägt.

Einfluss von KI auf Archivmaterialien

Die Rolle von KI wird kritisch betrachtet, da sie bestehende Machtungleichgewichte in den fotografischen Archiven reproduziert. KI-generierte Bilder von Archäologen in Zypern zeigen stereotype Darstellungen, während einheimische Archäologen nicht korrekt repräsentiert werden.

Gregorios Antoniou und seine Bedeutung

Gregorios Antoniou, ein unterrepräsentierter Zypriot, war ein talentierter Vorarbeiter in der Archäologie. Seine Identität wurde erst kürzlich durch ein Archivfoto gewürdigt, das ihn namentlich erwähnt. Die Entdeckung führte zur Schaffung eines spekulativen Archivs, das die Perspektive von Antoniou visualisieren soll.

Das spekulative Archiv

Zusammen mit der Künstlerin Alexia Achilleos wurde ein Kunstwerk entwickelt, das 40 Lantern Slides umfasst, darunter sowohl KI-generierte Bilder als auch neu kontextualisierte historische Fotografien. Dieses Werk hinterfragt die Grenzen zwischen Fiktion und Realität.

Film und Archivarbeit

Ein begleitender Kurzfilm zeigt die Herausforderungen der Archivierung und die Konflikte, die aus der Interaktion zwischen einer fiktiven Archivarin und einem KI-basierten Museumsbot entstehen. Der Film thematisiert die Spannungen in der Repräsentation und die Machtverhältnisse, die in der KI-gestützten Archivierung vorhanden sind.

Ethik und Verantwortung

Die Diskussion schließt ethische Überlegungen zur Verwendung von KI in der Kunst und zum Umgang mit historischen Individuen ein. Es wird betont, dass die Darstellung von Antoniou nicht dazu gedacht ist, seine Stimme zu vertreten, sondern vielmehr seine Geschichte ins Licht zu rücken.

Fragen zur Zukunft der Archivierung

Der Vortrag endet mit wichtigen Fragen zur Digitalisierung von Archiven, den Herausforderungen durch KI und den Verantwortung von Institutionen mit kolonialen Archiven. Diese Überlegungen sollen die Zuhörer dazu anregen, über die Komplexität und Unvollkommenheit von Archiven nachzudenken.

Black Gold: Photography, Extraction, and the Promise of the Petroleumscape

19.06.2026

Einleitung zur Beziehung zwischen Fotografie und Öl

Der Vortrag beginnt mit einer Analyse eines Fotos von T.K. Shindo, das die Verbindung zwischen Fotografie und der Ölindustrie in Kalifornien thematisiert. Shindo, ein japanisch-amerikanischer Fotograf, hielt 1930 die schimmernden Oberflächen eines Ölgrabens in Los Angeles fest, was die ästhetische und materielle Ausbeutung von Öl reflektiert.

Das Aufblühen der Ölindustrie

In den 1920er Jahren erlebte Südkalifornien einen Boom durch die Ölindustrie, was sowohl die Wirtschaft als auch die Kultur der Region veränderte. Fotografen wie Charles Peers dokumentierten die Verschmelzung von Wohngebieten und Ölbohrungen, was zu einem neuen Verständnis von Landbesitz und Ressourcen führte.

Ästhetik des Öls und ihre Auswirkungen

Die Fotografie dieser Zeit propagierte eine Ästhetik des Überflusses, indem sie die Verfügbarkeit von Öl als selbstverständlich darstellte. Diese Bilder ignorierten jedoch oft die damit verbundenen sozialen und ökologischen Konflikte und minimierten die Gefahren der Ölproduktion.

Konflikte und öffentliche Wahrnehmung

Mit der Zunahme der Ölbohrungen entstanden auch Konflikte, insbesondere an den Stränden von Los Angeles. Die Anwohner wehrten sich gegen die Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie, wobei der Fokus oft weniger auf den ökologischen Schäden als auf den wirtschaftlichen Auswirkungen lag.

Die Rolle von Hollywood und der Filmindustrie

Die Ölindustrie war eng mit dem Aufstieg Hollywoods verbunden, wobei Fotografen und Filmemacher oft die gleichen Materialien und Technologien nutzten. Diese Verknüpfung verdeutlicht, wie tief verwurzelt die Abhängigkeit von Öl in der kalifornischen Kultur ist.

Die Folgen des Zweiten Weltkriegs

Der Zweite Weltkrieg führte zu einer Erneuerung des Ölversprechens, während die japanisch-amerikanische Fotografenszene aufgrund von Diskriminierung und Internierung stark geschwächt wurde. Die Ölindustrie profitiert von patriotischen Gefühlen, die Bedenken über die Umwelt weiter in den Hintergrund drängten.

Alternative Perspektiven auf Öl und Fotografie

Der Vortrag schließt mit dem Aufruf, die Beziehung zur Ölproduktion neu zu überdenken. Einige zeitgenössische Künstler, wie David Emmett Adams und Cara Romero, zeigen, dass Öl nicht nur als Rohstoff, sondern auch in einem historischen und ökologischen Kontext betrachtet werden sollte.

Einleitung zur Beziehung zwischen Fotografie und Öl

Der Vortrag beginnt mit einer Analyse eines Fotos von T.K. Shindo, das die Verbindung zwischen Fotografie und der Ölindustrie in Kalifornien thematisiert. Shindo, ein japanisch-amerikanischer Fotograf, hielt 1930 die schimmernden Oberflächen eines Ölgrabens in Los Angeles fest, was die ästhetische und materielle Ausbeutung von Öl reflektiert.

Das Aufblühen der Ölindustrie

In den 1920er Jahren erlebte Südkalifornien einen Boom durch die Ölindustrie, was sowohl die Wirtschaft als auch die Kultur der Region veränderte. Fotografen wie Charles Peers dokumentierten die Verschmelzung von Wohngebieten und Ölbohrungen, was zu einem neuen Verständnis von Landbesitz und Ressourcen führte.

Ästhetik des Öls und ihre Auswirkungen

Die Fotografie dieser Zeit propagierte eine Ästhetik des Überflusses, indem sie die Verfügbarkeit von Öl als selbstverständlich darstellte. Diese Bilder ignorierten jedoch oft die damit verbundenen sozialen und ökologischen Konflikte und minimierten die Gefahren der Ölproduktion.

Konflikte und öffentliche Wahrnehmung

Mit der Zunahme der Ölbohrungen entstanden auch Konflikte, insbesondere an den Stränden von Los Angeles. Die Anwohner wehrten sich gegen die Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie, wobei der Fokus oft weniger auf den ökologischen Schäden als auf den wirtschaftlichen Auswirkungen lag.

Die Rolle von Hollywood und der Filmindustrie

Die Ölindustrie war eng mit dem Aufstieg Hollywoods verbunden, wobei Fotografen und Filmemacher oft die gleichen Materialien und Technologien nutzten. Diese Verknüpfung verdeutlicht, wie tief verwurzelt die Abhängigkeit von Öl in der kalifornischen Kultur ist.

Die Folgen des Zweiten Weltkriegs

Der Zweite Weltkrieg führte zu einer Erneuerung des Ölversprechens, während die japanisch-amerikanische Fotografenszene aufgrund von Diskriminierung und Internierung stark geschwächt wurde. Die Ölindustrie profitiert von patriotischen Gefühlen, die Bedenken über die Umwelt weiter in den Hintergrund drängten.

Alternative Perspektiven auf Öl und Fotografie

Der Vortrag schließt mit dem Aufruf, die Beziehung zur Ölproduktion neu zu überdenken. Einige zeitgenössische Künstler, wie David Emmett Adams und Cara Romero, zeigen, dass Öl nicht nur als Rohstoff, sondern auch in einem historischen und ökologischen Kontext betrachtet werden sollte.