
Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten
SKM Freiburg
Beschreibung
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Folge 13: Festnahme durch das SEK – Eine Familie unter Schock
Überraschende Festnahme
Die Episode beginnt mit der schockierenden Schilderung einer Mutter, deren Sohn von der Polizei in den frühen Morgenstunden festgenommen wurde. Die Polizei trat die Tür ein und die Familie wurde ohne Vorwarnung geweckt. Die Mutter schildert, dass sie und ihre Familie während der Festnahme verängstigt und überrascht waren.
Erfahrungen während der Inhaftierung
Die Mutter beschreibt die emotionale Belastung durch die plötzliche Trennung von ihrem Sohn und die schwierigen Umstände der Festnahme. Es wird deutlich, dass die Familie während des gesamten Prozesses, einschließlich der Durchsuchung ihrer Wohnung, keine Erklärungen von der Polizei erhielt.
Der Umgang mit der Situation
Die Mutter hat sich aktiv um Informationen über die Inhaftierung ihres Sohnes bemüht und erzählt von den Herausforderungen, die sie beim Besuch und der Kommunikation mit ihm hatte. Sie hebt hervor, wie wichtig es ist, den Kontakt zu den Inhaftierten aufrechtzuerhalten und sie emotional zu unterstützen.
Familienbeziehungen und Unterstützung
Die Mutter betont die Stärke der familiären Bindungen und die Unterstützung ihrer Tochter während dieser schweren Zeit. Sie diskutiert, dass Offenheit im Umgang mit der Situation hilfreich ist, auch wenn es Unsicherheiten und Vorurteile im Umfeld gibt.
Selbsthilfe und Perspektivwechsel
Die Mutter hat eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Inhaftierten ins Leben gerufen und weist auf die Bedeutung von Gemeinschaft und Austausch hin. Sie ermutigt andere Angehörige, sich ebenfalls zu vernetzen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Folge 12: Kinder im Blick - Wie familienfreundliche Vollzugsgestaltung gelingen kann
Kindorientierte Besuchsabteilung
In der Justizvollzugsanstalt (JVA) gibt es eine Besuchsabteilung, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet ist. Es besteht ein Konsens darüber, dass Kinder für die Haft ihrer Eltern nicht verantwortlich sind und sie während der Besuche eine angenehme Atmosphäre erleben sollten.
Rolle des Sozialdienstes
Lea, eine Sozialarbeiterin im Sozialdienst der JVA, erläutert die wichtige Funktion ihres Teams. Der Sozialdienst unterstützt inhaftierte Personen und deren Familien, indem er freiwillige Beratungen anbietet und in die Vollzugsplanung eingebunden ist. Lea hat einen besonderen Fokus auf die familienfreundliche Vollzugsgestaltung.
Familienfreundliche Vollzugsgestaltung
Das Projekt zur familienfreundlichen Vollzugsgestaltung, initiiert vom Justizministerium in Baden-Württemberg, zielt darauf ab, die Beziehung zwischen inhaftierten Eltern und ihren Kindern zu stärken. Es werden kinderfreundliche Besuchsräume geschaffen und spezielle Angebote wie Vater-Kind-Besuche organisiert, um den Kontakt zu fördern.
Herausforderungen für Kinder
Kinder, die ihre inhaftierten Eltern besuchen, stehen vor vielen Herausforderungen. Oft wissen sie nicht, dass sie in ein Gefängnis gehen, was zu Verwirrung und Angst führen kann. Lea betont die Bedeutung von Ehrlichkeit und offener Kommunikation zwischen inhaftierten Eltern und ihren Kindern, um Ängste abzubauen und die Beziehung zu stärken.
Unterstützungsangebote
Es gibt verschiedene Angebote wie Vorleseprojekte, bei denen inhaftierte Eltern Geschichten für ihre Kinder aufnehmen können. Diese Initiativen helfen, den Kontakt aufrechtzuerhalten und den Kindern ein Gefühl von Nähe zu geben.
Gesellschaftliche Sensibilisierung
Lea und die Moderatorin betonen die Notwendigkeit, das Thema der Inhaftierung und dessen Auswirkungen auf Familien in die Gesellschaft zu tragen. Es ist wichtig, dass auch Fachkräfte wie Erzieher und Lehrer sensibilisiert werden, um besser auf die Bedürfnisse von betroffenen Kindern eingehen zu können.

Folge 11: Verurteilt ohne Knast - Auf Bewährung
Bewährung als Teil der Resozialisierung und Opferschutz
Im Gespräch wird Bewährung als Zwischenstufe gesehen, die eine Freiheitsstrafe nicht automatisch ins Gefängnis zwingt. Ziel ist weniger Rückfälle und damit auch weniger Opfer. Die Arbeit betont, dass Täterarbeit zugleich Opferschutz bedeutet, da eine Stabilisierung der Täterperspektive zur Reduktion weiterer Straftaten beitragen kann.
Arbeitsalltag, Struktur und Herausforderungen
Die Bewährungshilfe umfasst mehrere Leistungsbereiche, darunter Gerichtshilfe und Täter-Opfer-Ausgleich. Klienten werden je nach Bedarf betreut, Hausbesuche sind selten, der Schwerpunkt liegt auf regelmäßigen Kontakten. Ein Betreuungsstufenmodell regelt Frequenz und Intensität der Sitzungen, während die Außenstellen eine enge regionale Erreichbarkeit sicherstellen.
Umgang mit Verstößen, Transparenz und Zusammenarbeit
Bei Verstößen besteht eine Zwangskomponente, doch Transparenz ist zentral: Klienten wissen, was erwartet wird, und Berichte informieren das Gericht. Offene Kommunikation fördert Vertrauen, während Leistungen wie Entlassmanagement und enge Kooperation mit JVA und Suchtberatungen den Übergang in Richtung Resozialisierung unterstützen.
Täter-Opfer-Ausgleich und Perspektiven
Der Täter-Opfer-Ausgleich wird als freiwilliges Bund zwischen Beschuldigtem und Geschädigtem verstanden, seltener verpönt als ein Gerichtsverfahren. Ziel ist Wiedergutmachung, meist in Form von Gesprächen, die zu größerem Rechtsfrieden führen können. Die Praxis sieht bei passenden Fällen eine positive Wirkung vor, auch wenn der Schritt nicht immer gelingt.