
viroLOGISCH
Florian Krammer & Podcastwerkstatt
Beschreibung
Virologe und Impfstoffforscher Florian Krammer wirft in viroLOGISCH wöchentlich einen Blick in die Welt der Viren – von historischen Pandemien bis zu aktuellen Entwicklungen.
viroLOGISCH ist ein Podcastwerkstatt Original, produziert zwischen New York und Wien.
Weitere Infos und Links zum Podcast:
https://linktr.ee/virologisch
Fotocredit: MedUni Wien/feelimage
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#68 – Winter is coming: Update zu Grippe, Corona und RSV
20.10.2026
Ende Oktober beginnt die Saison der Atemwegsviren, und Florian Krammer gibt einen Überblick, was zirkuliert und wie man sich schützen kann. Er erklärt, warum respiratorische Viren bei Kälte häufiger übertragen werden und wie Influenza zwischen Nord- und Südhalbkugel Ping-Pong spielt. Im Fokus stehen die drei Viren, gegen die es wirksame Mittel gibt. Bei SARS-CoV-2 sinkt der Anteil schwerer Verläufe seit 2022 stetig, die Impfstoffe vom Vorjahr erreichten eine Effektivität von 50 bis 60 Prozent, dazu kommen neue Präparate wie der spanische Proteinimpfstoff Bimervax. Bei Influenza verursachen weltweit jedes Jahr 3 bis 5 Millionen schwere Erkrankungen bis zu 650.000 Todesfälle, in Österreich im Schnitt rund 1.000. Ein früher H1N1-Anstieg passt gut zum aktuellen Impfstamm, und in den USA ist nun ein mRNA-Grippeimpfstoff zugelassen. Gegen RSV gibt es Impfstoffe für Menschen ab 60, für Schwangere zum Schutz der Neugeborenen und einen monoklonalen Antikörper für Babys. Außerdem: warum FFP2-Masken und früh eingenommene antivirale Medikamente wie Paxlovid sinnvolle Ergänzungen sind.
Link zu den epidemiologischen Daten des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien:
https://viro.meduniwien.ac.at/en/forschung/virus-epidemiologie-2/ueberwachung-der-zirkulation-respiratorischer-viren-in-oesterreich/
Link zum Impfplan Österreich der alle Informationen zu den Influenza, SARS-CoV-2 und RSV Impfungen enthält:
https://broschuerenservice.sozialministerium.gv.at/Home/Download?publicationId=420&attachmentName=Impfplan_Oesterreich_2026_2027.pdf
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Fragen, Feedback oder Themenvorschläge?
Gerne an: virologisch@podcastwerkstatt.com
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Ludwig Boltzmann Institut fuer Wissenschaftskommunikation und Pandemievorsorge
https://soap.lbg.ac.at/?lang=de
Ignaz Semmelweis Institute
https://semmelweisinstitute.ac.at/de/willkommen-im-semmelweis-institut/
Krammer Laboratory at the Icahn School of Medicine at Mount Sinai
https://labs.icahn.mssm.edu/krammerlab/
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Interessenskonflikte
Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren werden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurden an CastleVax auslizenziert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.
Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).
Mein Labor in New York hat in der Vergangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschaftliche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.
Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.
Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Ignaz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.

#67 – LCMV: Warum Mäuse im Haus ein Risiko sein können
13.10.2026
Das Lymphozytäre Choriomeningitis-Virus (LCMV) ist ein Arenavirus und eng mit dem Lassa-Virus verwandt, kommt aber anders als das Junin-Virus nicht nur in Südamerika vor, sondern weltweit in Hausmäusen. Florian Krammer erklärt, wie Menschen sich anstecken: meist über eingeatmeten Staub aus getrocknetem Urin, Kot oder Speichel von Mäusen, seltener über Bisse, verunreinigte Lebensmittel oder infizierte Haustiere wie Hamster. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt, in Studien aus Kroatien und Bratislava haben bis zu 40 Prozent der Menschen Antikörper. Gefährlich wird LCMV für zwei Gruppen: Bei Organtransplantierten verläuft die Infektion wie ein hämorrhagisches Fieber mit einer Sterblichkeit von über 70 Prozent, bei Schwangeren kann sie zu Fehlgeburten oder schweren Fehlbildungen beim Kind führen. Impfstoffe und wirksame Medikamente gibt es nicht, beim Entfernen von Mäusekot schützt eine FFP2-Maske. Zum Schluss die positive Seite: Forschung mit LCMV in Mäusen zeigte, wie T-Zellen infizierte Zellen erkennen, und brachte Rolf Zinkernagel und Peter Doherty 1996 den Nobelpreis.
Recent review about LCMV: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8163193/
US CDC LCMV information: https://www.cdc.gov/lymphocytic-choriomeningitis/about/index.html
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Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).
Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.
Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.
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#66 – Rustrela-Virus: Das Rätsel der taumelnden Katzen
06.10.2026
Seit den 1970er Jahren erkranken in Schweden, später auch in Wien und Niederösterreich, Katzen an einer rätselhaften Gehirnentzündung: der Taumelkrankheit, englisch Staggering Disease. Die Tiere bekommen Fieber, verändern ihr Verhalten, gehen taumelnd und erleiden oft Lähmungen der Hinterläufe, meist müssen sie eingeschläfert werden. Lange galt das Bornavirus als Verdächtiger, doch erst Metagenomik brachte die Lösung: 2023 wurde in 27 von 29 betroffenen Katzen aus Schweden, Deutschland und Österreich das Rustrela-Virus nachgewiesen, ein enger Verwandter des Röteln-Virus. Florian Krammer erklärt, wie Katzen sich über erbeutete Mäuse anstecken, warum in Deutschland und Schweden unterschiedliche Mausarten das Virus tragen und warum es inzwischen auch bei einem Puma in Colorado gefunden wurde. Einen Impfstoff oder eine Behandlung gibt es nicht, Fälle bei Menschen sind keine bekannt. Zum Schluss stellt er das Wiener Citizen-Science-Projekt ViroKitty vor, bei dem Katzenbesitzende die Beute ihrer Freigänger für die Virusforschung zur Verfügung stellen können.
Video eines Pumas in Colorado mit Taumelkrankheit/Rustrelavirus: https://www.youtube.com/watch?v=KtofjO4Tfds
Information über Rustrelavirus und Taumelkrankheit [Englisch]: https://www.abcdcatsvets.org/guideline-for-staggering-disease/
Projekt ViroKitty: https://soap.lbg.ac.at/virokitty-wie-ihre-katze-zur-virologin-werden-kann/?lang=de
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