
Kompass KI
Hendrik Haverkamp und Benedikt Wisniewski
Beschreibung
In kurzen Folgen stellen wir aktuelle Studien zum KI-Einsatz in der Schule vor, bewertet deren Qualität und leiten praxisnahe Impulse für den Unterricht ab.
Statt Informationsflut und social-media-Halbwissen gibt es fundierte Einordnungen – von Lehrer und FelloFish-Co-Founder Hendrik Haverkamp und Schulpsychologe Dr. Benedikt Wisniewski.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

S2E1 | Bewertungs- und Feedbacktools auf dem Prüfstand
Einleitung zur neuen Staffel
Die neue Staffel von Kompass KI beginnt mit einem spannenden Austausch zwischen den Moderatoren Hendrik Haferkamp und Benedikt Wischneski. Sie diskutieren über die Veröffentlichung von Benedikts neuem Buch und die Relevanz von KI im Bildungsbereich.
Phobestudie und neue Erkenntnisse
Im Mittelpunkt der Episode steht die Analyse der Phobestudie von Mühloff und Henningsen sowie einer neuen Vergleichsstudie zu den Feedbacktools Fellowfish und EDA-IRA. Beide Studien untersuchen die Effektivität von KI-gestütztem Feedback und zeigen signifikante Probleme bei der Reliabilität und der Qualität der Bewertungen auf.
Kritik an den Studien
Benedikt äußert deutliche Bedenken hinsichtlich der Methodik der Studien. Er kritisiert die mangelnde Berücksichtigung des bestehenden Forschungsstandes zur Feedbackqualität und Reliabilität, was zu irreführenden Schlussfolgerungen führt. Insbesondere fehlt der Vergleich mit menschlichen Bewertungen, der für fundierte Analysen unerlässlich ist.
Implikationen für die Praxis
Die Diskussion hebt hervor, dass KI-Feedback nicht ohne menschliche Überprüfung genutzt werden sollte. Die Moderatoren betonen die Notwendigkeit, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und nicht blind auf KI-gestützte Rückmeldungen zu vertrauen. Auch die Wichtigkeit der Kontextualisierung von Aufgaben wird hervorgehoben.
Fazit und Ausblick
Die Episode schließt mit der Mahnung, nicht jede Studie unkritisch zu akzeptieren, und regt dazu an, Forschungsergebnisse sorgfältig zu prüfen, bevor weitreichende Schlüsse gezogen werden. Der Dialog über die Herausforderungen und Potenziale von KI im Bildungsbereich bleibt spannend.

S1E10 | The beauty of AI feedback (Gast: John Hattie)
Einführung in den Podcast
Im Podcast diskutieren Hendrik Haferkamp und Benedikt Wisniewski mit dem Gast John Hattie über die Rolle von generativer künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungsbereich. Der Fokus liegt auf den Chancen und Herausforderungen, die KI für das Lernen und das Feedback von Schülern mit sich bringt.
Die Schönheit der KI im Lernen
John Hattie hebt hervor, dass KI die größte Veränderung seiner Lebenszeit darstellt und trotz ihrer Risiken auch enorme Chancen bietet. Die Schönheit der KI liegt in ihrer Fähigkeit, Lehrern zu helfen, effektiver und effizienter zu arbeiten. Hattie betont, dass Lehrer und Schüler die Vorteile von KI nutzen sollten, um das Lernen zu optimieren.
Feedback und Lernkultur
Die Diskussion geht weiter zu den Herausforderungen des Feedbacks im Bildungsbereich. Hattie kritisiert die allgemeine Skepsis gegenüber Feedback und argumentiert, dass KI genutzt werden kann, um Feedback relevanter und zugänglicher zu gestalten. Er sieht in KI die Möglichkeit, Feedback als kontinuierlichen Dialog zwischen Lehrern und Schülern zu fördern.
Feedback-Literacy und die Rolle der Lehrer
Ein zentraler Punkt ist die Notwendigkeit, Schüler in der Nutzung von KI und Feedback-Fähigkeiten zu schulen, um ihnen zu helfen, bessere Fragen zu stellen und den Lernprozess aktiv zu gestalten. Hattie betont, dass KI nicht Lehrer ersetzt, sondern Lehrern hilft, ihre Rolle zu verbessern.
Zukunft der Bildungsforschung
Die Gesprächsteilnehmer thematisieren auch die Herausforderungen, die KI für die empirische Bildungsforschung mit sich bringt. Hattie warnt, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung schneller ist als der Publikationsprozess in der Bildungsforschung, was zu Verzögerungen in der Anwendung von Forschungsergebnissen führen kann.
Praktische Empfehlungen für Lehrer
Als abschließenden Ratschlag fordert Hattie Lehrer auf, KI für die Fehleranalyse in ihren Unterricht zu nutzen. Dies könnte ihnen helfen, potenzielle Fehler der Schüler im Voraus zu erkennen und ihre Unterrichtspläne entsprechend anzupassen. Dies fördert eine proaktive Herangehensweise an das Lernen und die Unterrichtsgestaltung.

S1E9 | Kompetenz & Risiko
Einführung in die Studie
In dieser Episode diskutieren Henrik Haferkamp und Benedikt Wisniewski eine aktuelle Studie aus Finnland, die sich mit der KI-Kompetenz von Schülerinnen und Schülern und ihrer Wahrnehmung von KI-Risiken befasst. Die Studie untersucht, wie diese Kompetenzen und Risiken miteinander verknüpft sind und was dies für den Einsatz von KI in Schulen bedeutet.
Forschungshintergrund
Die Studie von Ville Heilala und Kolleginnen umfasst 163 finnische Oberstufenschüler und beleuchtet, wie KI-Kompetenz die Wahrnehmung von Risiken beeinflusst. Es werden drei Ebenen von KI-Risiken unterschieden: systemische Risiken, persönliche Risiken und Ängste vor Missbrauch.
Methodik der Studie
Die KI-Kompetenz wurde durch Selbstbericht-Items erfasst und in Gruppen mit niedriger und hoher Kompetenz unterteilt. Eine Co-Occurrence-Netzwerkanalyse wurde eingesetzt, um die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Risiken darzustellen, anstatt nur Mittelwerte zu vergleichen.
Ergebnisse der Studie
Die Ergebnisse zeigen, dass Schüler mit niedriger KI-Kompetenz mehr persönliche Lernrisiken wahrnehmen, während Schüler mit höherer Kompetenz systemische Risiken stärker betonen. Diese Verschiebung von individuellen zu gesellschaftlichen Perspektiven ist entscheidend für das Verständnis von KI in Bildungskontexten.
Implikationen für die schulische Praxis
Die Studie legt nahe, dass Schulen nicht nur KI als Werkzeug verwenden sollten, sondern auch die Risiken und Grenzen von KI thematisieren müssen. Lehrkräfte sollten als Vermittler agieren, um die verschiedenen Ebenen der KI-Nutzung und deren gesellschaftliche Auswirkungen zu diskutieren.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend zeigt die Studie, dass ein bewusster Umgang mit KI-Kompetenz und Risikowahrnehmung in der Bildung notwendig ist, um Ängste abzubauen und eine fundierte Auseinandersetzung mit KI zu fördern.