
The PetVoice - Tieren eine Stimme geben
Joe Rahn
Beschreibung
Hier spreche ich, Joe Rahn, Kynologe, Diätetiker und Podcaster über das, was Tiere nicht sagen können – aber fühlen. Ich lade Menschen ein, die mitdenken, mitfühlen, mitverändern: Fachleute, Zweifler, Pioniere. Es geht um Ernährung, Verhalten, Heilung – aber auch um Haltung. Um kritische Fragen, echte Geschichten und Gespräche, die nicht weichgespült sind.
The PetVoice ist mein Mikrofon für Tierwohl. Und deine Einladung, zuzuhören.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#19 - Superzoo vs. Interzoo – Tierwohl zwischen Show und Verantwortung
29.08.2025
Mit Gordon Bonnet über schrille Trends aus Las Vegas und die neue ZZF Qualzucht-Kampagne
In dieser Episode von The PetVoice nehme ich die Zuhörer mit auf eine Reise zur Super Zoo in Las Vegas, die größte Heimtiermesse Nordamerikas. Diese Veranstaltung bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Unterschiede zwischen der US-amerikanischen und europäischen Perspektive auf Tierwohl und Tierschutz. Mit meinem Gesprächspartner Gordon Bonnet, Geschäftsführer der WZF und der Interzoo, der Weltleitmesse der Heimtierbranche, erörtern wir die tiefgreifenden kulturellen Differenzen, die sich in der Präsentation von Haustieren und den damit verbundenen Trends zeigen.
Besonders schockierend sind die Darbietungen, die in Europa für Kopfschütteln sorgen würden, wie das Färben von Hunden in lebhaften Farben oder das Verkleiden von Tieren in Kostüme. Solche Praktiken werfen ernsthafte Fragen zur Würde und dem Wohlbefinden der Tiere auf und zeigen, dass zwischen den beiden Kontinenten gravierende Unterschiede herrschen. Gemeinsam analysieren wir, inwiefern solche Trends auch nach Deutschland schwappen könnten und wo wir dringend Grenzen ziehen müssen.
Gordon beschreibt seine Eindrücke von der Messe in Las Vegas, angefangen bei der imposanten Größe und dem Layout, das sich stark von der Interzoo unterscheidet, bis hin zu den verschiedenen Bereichen, die sich auf Grooming und die Präsentation von Lebendtieren konzentrieren. Während diese Aspekte durchaus kreativ und ansprechend gestaltet sind, kritisieren wir die oft grenzenlose Objektivierung der Tiere, die durch Übertypisierung und die Zugänglichmachung von Lebendtieren in den Verkauf entsteht.
In unserem Gespräch kommt auch die Verantwortung der Branche zur Sprache, insbesondere im Hinblick auf Qualzucht und die gesundheitlichen Probleme, die aus übertriebenen Zuchtpraktiken resultieren. Hier befürworten wir eine starkere Aufklärung der Halter über die Konsequenzen dieser Praktiken und die Notwendigkeit, tiergerechte Zuchtstandards zu etablieren.
Ein zentrales Element unserer Diskussion ist die Kampagne des ZZF zur Aufklärung über Qualzuchtmerkmale, die darauf abzielt, die Öffentlichkeit über die Herausforderungen und ethischen Fragestellungen im Zusammenhang mit bestimmten Rassen zu informieren. Wir betonen die Wichtigkeit, nicht einfach Rassen zu verurteilen, sondern kritisch zu hinterfragen, welche Zuchtpraktiken schädlich sind und welche Verantwortung wir als Gesellschaft im Umgang mit Tieren haben.
Abschließend reflektieren wir über die kulturellen Unterschiede und wie wir von den positiven Aspekten der amerikanischen Messe lernen können, während wir gleichzeitig eine klare Position für das Wohl der Tiere einnehmen. Die Interzoo 2026 in Nürnberg verspricht, ein weiterer Schritt in die richtige Richtung zu sein, um nicht nur die Heimtierbranche zusammenzubringen, sondern auch um eine Plattform für kritische Diskussionen zu bieten.
ZZF - Qualzucht Kampage
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#18 - Wir fürs Tier - Interview mit ZZF Geschäftsführer Gordon Bonnet
04.08.2025
Umgang mit Heimtieren lernen
Die Dialogtagung „Wir fürs Tier“, organisiert vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) in Berlin, hat sich mit der emotionalen, körperlichen und sozialen Bedeutung von Heimtieren in Deutschland auseinandergesetzt. Der Geschäftsführer des ZZF, Gordon Bonnet, reflektiert über die verschiedenen Perspektiven zur Tierhaltung, die während der Tagung erörtert wurden. Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war es, einen Dialog zwischen unterschiedlichen Akteuren – von Politikern über Wissenschaftler bis hin zu Tierhaltern und -schutzorganisationen – zu fördern und auf die Rechte und Pflichten von Heimtierhaltern hinzuweisen. Bonnet stellt fest, dass ein gutes Miteinander im öffentlichen Raum essenziell ist, um sowohl das Wohl von Tieren als auch die Bedürfnisse der Gesellschaft zu berücksichtigen.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der frühkindlichen Tierbildung in Schulen und Kindertagesstätten. Bonnet erläutert, wie wichtig es ist, Kinder bereits in jungen Jahren ein realistisches Verständnis von Tieren und deren Bedürfnissen zu vermitteln. Durch direkte Erfahrungen mit Lebewesen soll das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit Tieren gefördert werden, um Missverständnisse und unausgewogene Sichtweisen zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für die praktische Erziehung, sondern auch für den ethischen Zusammenhang, dass Tiere fühlende Wesen sind, die einen respektvollen Umgang benötigen. Die gegenwärtige Situation im Bildungssystem stellt jedoch häufig eine Herausforderung dar; die Einbindung von Tierbildung ist oft von individuellen Initiativen engagierter Lehrkräfte abhängig und nicht fest im Curriculum verankert.
Die Diskussion erstreckte sich auch auf die rechtlichen Rahmenbedingungen für Hundehalter, insbesondere in Bezug auf Mietwohnungen und öffentliche Plätze. Bonnet hebt hervor, dass es oft an der Erfahrung der Vermieter mit Tieren mangelt, was zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Haustieren führen kann. Er plädiert für gegenseitiges Verständnis und Respekt zwischen Tierhaltern und Nicht-Tierhaltern, um ein harmonisches Zusammenleben zu fördern. Während er darauf hinweist, dass rechtlich gesehen Vermieter Haustiere nicht pauschal verbieten dürfen, erkärt er, wie wichtig es ist, mit potenziellen Vermietern über verantwortungsvoll gehaltene Tiere zu kommunizieren.
Ein weiteres Thema der Unterhaltung beschäftigte sich mit der Notwendigkeit, die Heimtierhaltung in Deutschland politisch stärker zu verankern. Vergleiche zum Beispiel zu Österreich zeigen, dass ein vielversprechender Weg zur Förderung der Tierbildung darin besteht, diese in die Schulcurricula zu integrieren. In Deutschland hingegen gibt es noch erhebliche Hindernisse, größtenteils aufgrund der föderalen Struktur und des Mangels an politischem Willen. Dennoch gibt es bereits positive Ansätze, etwa durch engagierte Tierschutzbeauftragte, die sich für eine stärkere Verankerung von Tierschutzthemen im Bildungsbereich einsetzen.
Zudem wurden die Herausforderungen für hundefreundliche Städte angesprochen. Bonnet erklärte, dass hundefreundliche Infrastrukturen und Regeln, wie eingezäunte Freilaufflächen und hundefreundliche öffentliche Plätze, für ein besseres Miteinander von Tierhaltern und der Allgemeinheit von Vorteil sein könnten. Hierbei erkennt er, dass eine positive Reform der Hundesteuer auch als Mittel zur Integration von Tieren in die Gesellschaft dienen kann, wenn sie mit Anreizen für Tierhalter einhergeht.
Abschließend resümiert Bonnet, dass ein pragmatischer und weniger ideologischer Ansatz in der Tierhaltung und im Tierschutz notwendig ist, um sowohl das Wohl von Tieren als auch das Verständnis der Gesellschaft zu fördern. Dies zeigt sich besonders in der Notwendigkeit, Qualzuchten entgegenzuwirken und ein Bewusstsein für die Zuständigkeiten von Tierhaltern zu schaffen. Letztlich betont er, dass die täglichen Entscheidungen im Umgang mit Tieren, sei es im Klassenzimmer oder im städtischen Raum, entscheidende Auswirkungen auf das Wohl von Tieren und das gesellschaftliche Miteinander haben.
https://wirfuerstier.de/
und
https://www.bmleh.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/haustierberater-haustiercheck.html

#17 - Die Epigenetik des Hundes - Interview mit Dr. Peter Spork
23.07.2025
Wie Verhalten, Gesundheit und Bindung tief in der Zelle entstehen
In dieser spannenden Episode sprechen Kynologe Joe Rahn und der Neurobiologe Dr. Peter Spork über das faszinierende Thema der Epigenetik und dessen Auswirkungen auf das Verhalten und die Gesundheit von Hunden. Dr. Spork erklärt, dass die Eigenschaften und das Verhalten eines Hundes nicht ausschließlich durch seine Gene bestimmt werden, sondern zu einem großen Teil von Umweltfaktoren beeinflusst werden, die täglich auf ihn einwirken. Epigenetik beschreibt dabei, wie Gene an- und abgeschaltet werden, was entscheidend für das Verhalten, die Resilienz und die Gesundheit eines Tieres ist.
Dr. Spork erläutert die grundlegenden Mechanismen der Epigenetik, insbesondere die DNA-Methylierung, bei der chemische Markierungen an das Erbgut angeheftet werden, um bestimmte Gene zu blockieren oder ihre Aktivität zu dämpfen. Dies führt dazu, dass Erfahrungen, Stress und Ernährung die Genexpression des Hundes beeinflussen. Er beschreibt die Zelle als ein Erinnerungsgerät, das sich an ihre vergangenen Erfahrungen anpasst. Dr. Spork betont, dass man als Hundehalter nicht nur eine Beziehung aufbauen, sondern auch durch bestimmte Umgebungsfaktoren und eine bewusste Ernährung die Epigenetik des Hundes positiv beeinflussen kann.
Im weiterführenden Gespräch reflektiert Dr. Spork seine eigene Kindheit mit einem Hund und teilt wertvolle Einblicke darüber, wie wichtig die ersten Lebenswochen eines Hundes für die Entwicklung seiner Epigenetik sind. Die ersten 130 Tage, beginnend mit der Zeugung, sind entscheidend und prägen die Schaltmechanismen der Gene. Joe und Peter diskutieren, wie Halter, Trainer und Züchter die Verantwortung tragen, den Hunden ein positives Umfeld zu bieten, um ihre Entwicklung zu fördern.
Die Episode beleuchtet auch die Rolle von Ernährung und sozialen Interaktionen in der Epigenetik von Hunden. Dr. Spork verwendet das Beispiel der Licking Rats, um zu verdeutlichen, wie wichtige frühe Bindungen und Pflegeverhalten die genetische Veranlagung eines Tieres beeinflussen können. Er macht deutlich, dass selbst das Verhalten eines Tieres über Generationen hinweg geprägt wird und die Auswirkungen von Stresserfahrungen nie zu unterschätzen sind.
Ein weiterer zentraler Punkt des Gesprächs ist die Erkenntnis, dass weniger als 10% des Verhaltens von Hunden genotypisch verankert sind, während der Großteil durch die Erfahrungen und das Umfeld geformt wird. Dies führt zu einer tiefgreifenden Diskussion über Rassismus im Kontext der Hunde, was zunehmend in der Wissenschaft und der Zucht in Frage gestellt wird. Dr. Spork argumentiert, dass beim Wesen eines Hundes in der Praxis die individuelle Prägung und die Interaktion mit Haltern erheblich wichtiger sind als die Rassezugehörigkeit.
Abschließend appelliert Dr. Spork an Hundehalter, Trainer und Züchter, auf Augenhöhe mit ihren Tieren zu arbeiten und die Stärken der Epigenetik als Chance zu betrachten, das Verhalten ihrer Hunde zu fördern. Die Episode beendet sich mit dem Wunsch nach weiterführenden Gesprächen, um die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Epigenetik und Verhalten vertieft zu beleuchten. Es ist eine fesselnde Diskussion, die das Potenzial hat, das Verständnis für Hunde und deren Pflege maßgeblich zu verändern.
**Das Buch
**https://www.kosmos.de/de/die-epigenetik-des-hundes11803969783440180396
**Das Webinar zum Buch
**https://www.kosmos.de/de/die-epigenetik-des-hundes1900483100-112-900483-video
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