
Rheuma on air- der ÖGR Podcast
Österr. Gesellschaft f. Rheumatologie und Rehabilitation
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Gender und Rheuma I mit Dr. Irina Gessl; Prof. Dr. med. Sarah Ohrndorf
Einführung in Gender und Rheuma
In dieser Episode diskutieren Dr. Irina Gessl und Prof. Dr. Sarah Ohrndorf die Bedeutung von Genderaspekten in der Rheumatologie. Sie erklären die Unterschiede zwischen den Begriffen Geschlecht und Gender sowie deren Relevanz für die Behandlung von Patienten.
Relevanz von Geschlecht in der Rheumatologie
Das Geschlecht wird als wichtiger Biomarker betrachtet, der die Individualisierung der Behandlung beeinflusst. Beide Geschlechter profitieren von einer Gendermedizin, die geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigt.
Unterschiede in Autoimmunerkrankungen
Frauen sind häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen, was teilweise biologisch bedingt ist. Beispielsweise zeigen Erkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes eine ausgeprägte Geschlechterverteilung. Bei Männern hingegen sind schwerere Verlaufsformen häufiger.
Einfluss von Verhalten und Diagnosestellung
Die Diskrepanz in der Diagnosestellung zwischen Männern und Frauen könnte auch durch unterschiedliche Verhaltensweisen und Erwartungen der Ärzte beeinflusst werden. Frauen suchen häufiger ärztlichen Rat, während Männer oft erst bei akuten Beschwerden kommen.
Schmerzempfinden und Geschlecht
Unterschiede im Schmerzempfinden und der Schmerzäußerung zwischen Männern und Frauen spielen eine Rolle bei der Behandlung. Frauen berichten tendenziell von intensiveren Schmerzen, was mit kulturellen Erwartungen zusammenhängen könnte.
Einfluss des Geschlechts auf die Therapie
Frauen sprechen oft schlechter auf Therapien an und haben höhere Raten an Nebenwirkungen, was zu Therapieabbrüchen führt. Die Forschung zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wirksamkeit von verschiedenen Medikamenten.
Komorbiditäten und soziale Faktoren
Komorbiditäten unterscheiden sich ebenfalls zwischen den Geschlechtern, was Einfluss auf die Behandlung hat. Frauen leiden häufiger unter Depressionen und Osteoporose, während Männer eher kardiovaskuläre Probleme haben.
Forschung und Zukunft
Es besteht ein großer Forschungsbedarf in Bezug auf Geschlechterunterschiede in der Rheumatologie. Die Veränderung von Rollenbildern und deren Einfluss auf die Gesundheit wird als wichtiges zukünftiges Forschungsthema betrachtet.

Physikalische Therapie, Bewegung und Rheuma I Dr. Iris Aykara & Dr. Jean-Pascal Grenier
Einleitung und Vorstellung
Dr. Iris Aikara, Assistenzärztin in Rheumatologie, und Dr. Jean-Pascal Grenier, Rheumatologe und Physiotherapeut, diskutieren die Rolle der Physiotherapie in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen.
Rolle der Physiotherapie
Die Physiotherapie wird oft missverstanden, sie sollte sich jedoch hauptsächlich auf Bewegung und körperliches Training konzentrieren. Studien zeigen, dass aktive Therapieansätze nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch die Lebensqualität der Patienten verbessern können.
Mythen über Bewegung und Rheuma
Früher galt Schonung als wichtig, doch aktuelle Forschung belegt, dass hochintensives Training nicht zu einer Verschlechterung der Erkrankung führt. Im Gegenteil, es kann die Entzündungsparameter verbessern.
Training während aktiver Schübe
Es gibt keine spezifischen Daten zu Training in aktiven Schüben, doch Patienten sollten auf ihren eigenen Körper hören und Trainingsintensität anpassen. Bewegung bleibt auch in Schüben wichtig.
Zusammenarbeit zwischen Rheumatologen und Physiotherapeuten
Die Zusammenarbeit ist in der Regel gut, jedoch gibt es Raum für Verbesserung. Die Integration von Physiotherapie in die Rheumatologie könnte für die Patientenversorgung entscheidend sein.
Zukunft der Physiotherapie und neue Technologien
Digitale Entwicklungen und Apps könnten die Selbstversorgung der Patienten unterstützen. Hochintensives Training sollte als wertvolle Option betrachtet werden und in die Therapiekonzepte integriert werden.
Fazit
Die Diskussion hebt die Bedeutung von Bewegung in der Rheumatherapie hervor und ermutigt sowohl Fachkräfte als auch Patienten, aktiv zu bleiben und die Vorteile der Physiotherapie zu nutzen.

Infektiologie und Rheuma I Ap. Prof. Priv. Doz. Dr. Peter Mandl, PhD & Dr. Luzia Veletzky, PhD, DTM
Wechselwirkungen zwischen Infektionen und rheumatischen Erkrankungen
Infektionen können als Trigger eine rheumatische Erkrankung initiieren oder Autoimmunphänomene nach Infektionen auslösen. Besonders postinfektiöse Reaktionen und reaktive Arthritis sind häufig beschrieben. Infektionen beeinflussen Immunreaktionen teils direkt, teils über komplexe Oberflächenantigene, wodurch Autoimmunprozesse entstehen oder verstärkt werden. Immunsystem und Umweltfaktoren arbeiten zusammen, sodass Infekte die klinische Manifestation rheumatischer Erkrankungen modulieren können.
Typische Infektionstypen und Auswirkungen auf Gelenke
Zu den relevanten Erregern zählen Bakterien wie Campylobacter oder Streptokokken sowie Viren wie Parvoviren oder Chikungunya. Akute Infekte können Gelenkbeschwerden verursachen oder Schübe triggern. Chikungunya zeigt Gelenkstropismus mit risiko- langer Beschwerden, die rheumatoide Muster imitieren können. Postinfektiöse Autoimmunformen wie Poststreptokokken-Arthritis oder rheumatisches Fieber illustrieren die Bandbreite der Infektionsverursacher.
Immunsystem, Behandlung, Infektionsrisiko und Prophylaxe
Immunantworten sind entscheidend: Infektionen können in der Aktivierung oder Unterdrückung des Immunsystems wirken. Immunsuppressive Therapien erhöhen das Infektionsrisiko, insbesondere TNF-Blocker und JAK-Inhibitoren, samt Risiko für Tuberkulose oder Herpes-Zoster. Prophylaxe umfasst Pneumokokken- und Grippeimpfungen, sowie Tuberkulose-Screening, bevor Therapien starten. Bei langwierigen Behandlungen sind PCP-Prophylaxe und Lebendimpfungen je nach Situation zu beachten.
Prävention, Diagnostik und Impfempfehlungen
Eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko vor Therapiebeginn ist zentral. Impfungen vor Immunsuppression wirken oft besser; Lebendimpfungen sind eingeschränkt möglich. Neben Grippe- und Pneumokokkenimpfungen zählen Zoster-Impfung bei JAK-Inhibitoren sowie individuelle Reiseimpfungen dazu. Die Infektionsprävention umfasst Hygienemaßnahmen, Schutz im Alltag und ggf. Schutz der Angehörigen durch Impferhöhung.