
F.A.Z. Richtig essen
Frankfurter Allgemeine
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Wer zur falschen Zeit isst, kann sich den Schlaf ruinieren
Einführung in das Thema Ernährung
Die Wahrnehmung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln ist weit verbreitet, jedoch wird oft der Kontext der Nahrungsaufnahme vernachlässigt. Der Ernährungsmediziner Andreas Michalsen diskutiert mit Kai Spanke die Bedeutung des 'Wie' beim Essen.
Die Rolle des Kauens
Ein zentraler Punkt ist das gründliche Kauen von Nahrungsmitteln, das als Vorverdauung entscheidend für die Nährstoffaufnahme ist. Unzureichendes Kauen kann zu Verdauungsproblemen führen, da große Nahrungsstücke schwerer verdaulich sind und ungenutzte Nährstoffe im Dickdarm landen.
Essverhalten und seine Auswirkungen
Langsame Nahrungsaufnahme ist gesund, da sie die Verdauung unterstützt und die Ausschüttung von Hormonen fördert, die das Sättigungsgefühl steigern. Schnellesser haben oft ein höheres Risiko für Übergewicht.
Essenszeit und Schlaf
Es wird empfohlen, drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, um dem Körper ausreichend Zeit zur Verdauung zu geben und einen gesunden Schlafzyklus zu unterstützen. Diese Regel gilt auch für Getränke, wobei alkoholfreies Bier in Maßen unproblematisch sein kann.
Stress und Ernährung
Essen unter Stress kann die Verdauung beeinträchtigen und dazu führen, dass weniger Nährstoffe aufgenommen werden. Es wird geraten, entspannte Essenszeiten zu schaffen, um die Nahrungsaufnahme zu optimieren.
Fragen der Zuhörer
Einige Zuhörerfragen wurden behandelt, darunter die Auswirkungen einer fehlenden Gallenblase auf die Ernährung und mögliche Risiken durch hohen Proteinverzehr. Michalsen betont, dass diese Themen individuell betrachtet werden müssen.

Proteinpulver sollte man sich sparen
Der Protein-Trend im Supermarkt
In den Supermarktregalen dominiert das Thema Eiweiß, mit zahlreichen Produkten wie High-Protein-Pudding und Protein-Riegeln. Der Ernährungsmediziner Andreas Michalsen erklärt, dass solche Produkte oft überflüssig sind, da die meisten Menschen keinen Proteinmangel haben.
Die Rolle von Protein im Körper
Protein ist ein essenzieller Makronährstoff, der für die Struktur von Muskeln, Knochen, Zellen und verschiedenen Körperstoffen verantwortlich ist. Der empfohlene tägliche Bedarf liegt bei etwa 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, wobei ältere Menschen möglicherweise mehr benötigen.
Proteinquellen und Mangelerscheinungen
Die meisten Menschen erreichen durch eine normale Ernährung ausreichend Protein, da es in vielen Lebensmitteln vorkommt. Ein Mangel kann sich durch schwächelnde Körperstrukturen äußern, jedoch sind drastische Mangelerscheinungen selten.
Die Diskussion um tierisches vs. pflanzliches Protein
Michalsen betont, dass pflanzliches Protein in Bezug auf die gesunde Langlebigkeit Vorteile bietet, auch wenn tierisches Protein für den Muskelaufbau effektiver sein kann. Die Qualität der Ernährung sollte ganzheitlich betrachtet werden, nicht nur der Proteingehalt.
Gesunde Ernährungsformen
Ernährungsformen wie die mediterrane Kost oder die DASH-Diät sind vorteilhaft für die Gesundheit und enthalten tendenziell weniger Protein, dafür jedoch viele Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Faktoren sind entscheidend für die Gesundheit und Langlebigkeit.
Fehlgeleitete Hypes und Empfehlungen
Der aktuelle Hype um Protein ist teilweise von der Industrie und Social Media getrieben. Es ist wichtig, die gesamte Gesundheit zu betrachten und nicht nur den Fokus auf Protein zu legen, um eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu fördern.

Übergewicht hat tatsächlich einen Vorteil
Osteoporose verstehen und Risikofaktoren
Osteoporose ist eine Alterserkrankung, doch Vorstufen wie Osteopenie nehmen zu. Wichtige Risikofaktoren sind Alter, Medikamenten-Nutzung (z. B. Cortison), chronische Darmerkrankungen und Rauchen. Bewegungsmangel begünstigt Knochenabbau; regelmäßige Aktivität, besonders mit Schwerkraftimpulsen, stärkt Knochen und reduziert Bruchrisiken.
Bewegung und Krafttraining zur Knochengesundheit
Schwerkraftreiche Aktivitäten wie Treppensteigen, Hüpfen, Ballsport oder kraftorientierte Übungen liefern Wachstumsimpulse für Knochen. Joggen ist vorteilhaft wegen Aufprallwirkung; Ausdauer allein genügt nicht. Krafttraining stärkt Sehnen, Muskeln und Knochen und trägt so zur Fraktursicherheit bei.
Ernährung, Protein und Calcium
Ausreichendes Protein ist wichtig, Calcium über Nahrung oder Wasser ist sinnvoll; Vitamin D sollte gemessen und ergänzt werden, falls nötig. Eine Kalzium-Supplementierung ist meist nicht erforderlich, wenn Ernährung ausgewogen ist. Besondere Aufmerksamkeit gilt vegetarischer oder veganer Kost, die Proteinzufuhr aus pflanzlichen Quellen sicherzustellen; Übergewicht kann in bestimmten Bereichen protektiver wirken, bleibt aber komplex zu bewerten.
Dairy-Debatte, Kaffee und Alltagsfragen
Milch als Calciumquelle ist nicht eindeutig vorteilhaft; fermentierte Milchprodukte schneiden besser ab. Kaffee wirkt leicht protektiv für Knochen durch entzündungshemmende Stoffe. Bei Zuckerersatzstoffen wie Tagartose bestehen Unsicherheiten, während Honig moderat positive Effekte zeigen kann. Leserfragen zu Leinsamen, PPIs, Quark und Konsumgewohnheiten zeigen, dass ausgewogene, vielseitige Ernährung zentrale Rolle spielt.