
U100 - Generation Kladow
Oliver Schmidt (Host), Christian Meyn (Redaktion), Sven Hasper (Fotos)
Beschreibung
Langfristiges Ziel dieses Projektes ist die Entstehung eines Archivs gesprochener Geschichte für alle Generationen. Auf www.U100.berlin werden die im Podcast erzählten Geschichten mit neuen und alten Fotos illustriert.
„U100 – Generation Kladow“ ist auch ein digitaler Begegnungsraum.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Pamela Lammers: Die Alzheimerin
Verarbeitungsebenen und Selbstgespräche
Aus Zeichnungen und Karikaturen wurden sich wiederholende Muster sichtbar: Diagnose, Wissen, Gefühlschaos, Abwehr, Verdrängen, Hoffnung und philosophische Reflexion. Diese Ebenen dienen als Beobachtungen eigener Verarbeitungsprozesse und schaffen Räume, in denen sich der Betroffene mit der Krankheit auseinandersetzt. Ein innerer Dialog begleitet den Lernprozess und dient der Orientierung im Umgang mit der eigenen Situation.
Erfahrungen rund um die Diagnose
Der Gesprächspartner schildert den Weg zur Erkenntnis: Gedächtnisprobleme, Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten bei Details, schließlich der Arztbesuch, Tests und ein MRT mit Plaques. Der Arzt betont, dass es nichts heilt, aber das Leben weitergeht. Die Reaktion ist gemischt: Erstaunen, Erleichterung, zugleich der Versuch, die Diagnose zu akzeptieren, ohne sich davon überwältigen zu lassen.
Familiäres Erleben und Vorwege
Die Familie ist geprägt von Alzheimer-Erfahrungen: Mutter und Großmutter, Sorgen um genetische Veranlagung, Angst vor dem Schicksal. Gespräche mit Therapeuten werden als sinnvoll erkannt, doch die Offenlegung kann Belastung bringen. Gleichzeitig keimt der Wunsch nach sinnstiftenden Perspektiven, etwa künstlerische Auseinandersetzung, die das Thema sichtbar macht und zur Deutung beiträgt.
Umgang, Humor und eigene Räume
Emotionale Last wird durch humorvolle Selbstgespräche gelindert, das innere Raumsystem wird klarer: verschiedene Zonen im Selbst, die jeweils unterschiedlich reagieren. Verzweiflung existiert neben Zuversicht, Traurigkeit neben Neugier. Die persönliche Haltung bleibt aktiv: weiterzeichnen, ausstellen, sich zeitnah mit dem Thema auseinandersetzen, ohne sich vom Schicksal vollständig bestimmen zu lassen.

Pamela Lammers: Da komme ich her
Kindheit, Herkunft und Freiraum
In einer Grenzerfahrung zwischen München und einem Tiroler Dorf wuchs eine Kindheit auf, die Freiheit, Natur und kreative Experimente prägte. Freundschaften mit Jungs, gemeinsames Erleben von Wald, Wiese und Gemeinschaft schenkten Sicherheit. Kunst und Lesen wurden zu Freiräumen, während die Umgebung teilweise rau war. Die Fensterbank als Blick auf eine weite Welt stand symbolisch für Sehnsucht nach Ungebundenheit.
Familienkonflikte, Gewalt und Überleben
Eine dysfunktionale Familie, geprägt von Gewalt und Zwang, formte ihre Wahrnehmung von Sicherheit und Nähe. Der Vater erzwang Strenge und Kontrolle, die Mutter trug stille Stärke. Lesen, Malen und eigene Verlässlichkeit wurden zu Wegen, den Schmerz zu ertragen. Die Situation prägte den Umgang mit Angst, Schutzbedürfnis und dem Wunsch nach Unabhängigkeit stark und langfristig.
Aufbruch, Bildung und Befreiung
Nach Krisen in der Schule suchte sie Alternativen: Lehre, Abitur, künstlerische Ambitionen. Eine Beziehung mit einem Mann aus der Studentenbewegung führte zu Heirat, Kind und Konflikten. Die Befreiung kam schrittweise durch Flucht, Selbstständigkeit und die Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen. Die Praxis als Sonderschullehrerin wurde zur Lebensaufgabe, die Nähe zu anderen stärkte und neue Perspektiven eröffnete.
Schwester, Neubeginn und Zusammenhalt
Eine besonders missionarische Aufgabe entwuchs: Die Schwester, durch eine Gehirnblutung schwer beeinträchtigt, wurde begleitet und gefördert. Durch intensive Pflege, Reisen und Lernprogramme gewann sie neue Möglichkeiten. Der Gedanke des Zusammenhalts mit Geschwistern blieb der zentrale Antrieb, um Fürsorge, Würde und Mut zu bewahren. Der Blick richtete sich auf langfristige Unterstützung und erneute Lebensqualität für die Familie.

Siegrid Guyot: Die Drachenflügel
Die Geschichte der Gärtnerei Gouillot
Die Gärtnerei Gouillot in Kladow ist seit ihrer Gründung 1960 ein wichtiger Teil der Gemeinde. Sigrid Gouillot, die Schwiegertochter des Gründers, erzählt von den Anfängen der Gärtnerei, die nach der Flucht ihrer Schwiegereltern aus dem Osten begann. Die Familie hatte eine gut laufende Gärtnerei in Buchholz aufgegeben, um in Westberlin neu zu starten.
Herausforderungen und Anpassungen
Die ersten Jahre waren geprägt von großen Schwierigkeiten und der Anpassung an das Leben im Westen. Sigrid Gouillot berichtet von ihrem Wechsel von der Krankenschwester zur Gärtnerin, da sie nach der Heirat die Gärtnerei mit ihrem Mann aufbauen sollte. 1972 übernahmen sie den Betrieb von den Schwiegereltern und entschieden, den Fokus von Gemüse auf Blumen zu legen, was zu einer positiven Entwicklung der Gärtnerei führte.
Besondere Pflanzen und Kundenbindung
Eine der Spezialitäten der Gärtnerei sind die Drachenflügel-Begonien, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Sigrid Gouillot hebt hervor, dass die Kunden Vertrauen in die Qualität ihrer Pflanzen haben, auch wenn sie sich nicht immer sicher sind, was daraus wird. Die Gärtnerei hat sich über die Jahre weiterentwickelt und innovative Ideen eingeführt, um im Wettbewerb zu bestehen.
Zukunftsausblick und Wünsche
Obwohl die Gärtnerei vor Herausforderungen steht, bleibt Sigrid Gouillot optimistisch. Sie wünscht sich, dass die lokalen Geschäfte und Gärtnereien mehr Unterstützung erhalten, um ihre Existenz zu sichern. Ihre Leidenschaft für die Pflanzen und die Arbeit in der Gärtnerei bleibt ungebrochen, und sie hofft auf eine positive Entwicklung in der Zukunft.