
Sag mal ...? Der Relias-Podcast
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Delegation: Wann darf, muss oder kann ich etwas machen?
Einführung und Ziel des Gesprächs
Robert Rath, Gesundheits- und Krankenpfleger bei Relias, spricht mit Frank Sarangi, Fachanwalt für Medizinrecht, über die Delegation von Aufgaben zwischen verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Ziel ist es, die Unsicherheiten zu beleuchten, die bei der Übertragung von Aufgaben auftreten können.
Begriffsklärung: Delegation und Substitution
Sarangi erklärt den Unterschied zwischen Delegation und Substitution. Bei der Delegation führt eine Pflegekraft eine Aufgabe aus, die eigentlich einem Arzt obliegt, während bei der Substitution die Pflegekraft diese Aufgabe ohne ärztliche Anweisung aufgrund gesetzlicher Regelungen selbstständig durchführen darf.
Ärztliche Perspektive auf Delegation
Ärzte müssen bei der Delegation vier Voraussetzungen prüfen: Anordnung, Durchführung, Kontrolle und stichprobenartige Überprüfung. Sie müssen sicherstellen, dass das Pflegepersonal qualifiziert ist und gegebenenfalls Anleitungen zur Durchführung geben.
Pflegeperspektive und Remonstrationspflicht
Pflegekräfte müssen sich fragen, ob sie die delegierte Aufgabe ausführen können. Bei Unsicherheiten sollten sie die Durchführung ablehnen. Die Remonstrationspflicht besagt, dass sie eine fehlerhafte Anordnung ansprechen müssen.
Verantwortung und Haftung bei Delegation
Die Haftung liegt sowohl beim delegierenden Arzt als auch bei der ausführenden Pflegekraft, abhängig von der Fehlerquelle. Im Notfall dürfen auch nichtärztliche Personen unter bestimmten Voraussetzungen eingreifen.
Qualifikation und Dokumentation
Es gibt keine einheitlichen Mindeststandards für die Qualifikation bei Delegationen, jedoch sollten Pflegekräfte entsprechend ihrer Ausbildung und Schulung dokumentiert werden. Eine detaillierte Dokumentation ist wichtig, um rechtliche Standards zu erfüllen.
Fehler bei der Delegation
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Dokumentation, was zu rechtlichen Problemen führen kann. Es ist wichtig, alle Ausbildungs- und Prüfungsnachweise festzuhalten.
Fazit und Empfehlungen
Delegation ist im Gesundheitswesen zulässig, sollte jedoch mit Bedacht und klaren Regelungen erfolgen. Rath und Sarangi ermutigen Fachkräfte, sich nicht von rechtlichen Ängsten verunsichern zu lassen und die Kompetenzen von Pflegekräften zu schätzen.

Die neuen Qualitätsprüfungsrichtlinien für die ambulante Pflege
Einführung und Vorstellung der Gäste
Robert Rath, Gesundheits- und Krankenpfleger bei Relias, spricht mit Daniel Amon von Careproof, einem Prüfdienst für private Krankenversicherungen. Amon ist Experte für Pflegepädagogik und Qualitätsmanagement und erläutert die neuen Qualitätsprüfungsrichtlinien (QPR) für die ambulante Pflege, die ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten.
Qualitätsprüfungsrichtlinien: Ziele und Bedeutung
Die neuen QPR sollen eine ergebnisorientierte Qualitätsprüfung ermöglichen, die die Wirkung der Pflege auf die Lebensqualität der Patienten in den Fokus stellt. Amon betont, dass Qualität nicht nur als Kontrolle, sondern als gemeinsamer Prozess verstanden werden sollte, um die Pflegesituation der Menschen zu verbessern.
Durchführung der Qualitätsprüfung
Die Qualitätsprüfung erfolgt durch die Auswahl einer Stichprobe versorgter Personen, deren Pflegeprozess im Rahmen eines Pflegefachgesprächs analysiert und reflektiert wird. Dabei wird der Austausch zwischen Prüfern und Pflegediensten als zentraler Bestandteil hervorgehoben.
Änderungen im Bewertungssystem
Die neue QPR führt ein differenziertes Bewertungssystem ein, das in Kategorien von A bis D unterteilt ist, um die Pflegequalität transparenter zu gestalten. Amon erläutert, dass die neue Ausrichtung der QPR eine präzisere Bewertung der pflegerischen Fachlichkeit ermöglicht.
Ergebnisorientierung in der Pflege
Die Ergebnisorientierung der neuen QPR zielt darauf ab, die tatsächliche Wirkung der Pflege zu messen und sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt stehen. Amon beschreibt die Bedeutung von Bedarf und Bedürfnis für eine personenzentrierte Versorgung.
Beratungsorientierter Ansatz und Stichprobenziehung
Die QPR ambulant versteht sich als beratungsorientiertes Instrument, das den fachlichen Austausch fördert. Die neue Stichprobenziehung berücksichtigt verschiedene Merkmale der Patienten, um ein umfassendes Bild der Versorgungsrealität zu gewährleisten.
Unterstützung für Pflegedienste
Careproof bietet Seminare und Webinare an, um Pflegedienste bei der Umsetzung der neuen QPR zu unterstützen. Amon ermutigt Pflegekräfte, die Veränderungen aktiv mitzugestalten und ihre fachliche Kompetenz zu vertrauen.
Abschließende Gedanken
Die Qualitätsprüfung sollte nicht als Belastung, sondern als Chance gesehen werden. Amon ermutigt Pflegekräfte, die Qualität ihrer Arbeit zu erkennen und zu schätzen, während die neuen Richtlinien in der Pflege implementiert werden.

Die neue Gebührenordnung für Ärzt*innen
Einführung und Vorstellung
Robert Rath begrüßt die Zuhörer und stellt Heike Junge-Rappenberg vor, die Expertise im Praxismanagement und Abrechnung hat. Ihr Fokus liegt auf der Unterstützung von Ärzt*innen bei der Umsetzung der Gebührenordnung für Ärzte (GOE) und dem einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).
Aktueller Stand der neuen Gebührenordnung
Die neue Gebührenordnung (GOE neu) ist noch nicht verabschiedet. Der Entwurf befindet sich in der Diskussion und soll durch den Bundesrat in Kraft gesetzt werden. Die Notwendigkeit der GOE wird hervorgehoben, um eine klare Abrechnung für medizinische Leistungen zu gewährleisten.
Änderungen der neuen GOE
Wichtige Änderungen umfassen die Abschaffung der Faktorsteigerung, die Einführung von Zeitangaben zur Abrechnung und die Möglichkeit, Rechnungen direkt an Versicherungen zu senden. Diese Änderungen könnten den Abrechnungsprozess vereinfachen, bringen jedoch auch einen erhöhten Dokumentationsaufwand mit sich.
Auswirkungen auf den Arbeitsalltag
Die Umstellung könnte sowohl positive als auch negative Effekte auf den Arbeitsalltag in Arztpraxen haben. Während die Effizienz steigen könnte, wird der Dokumentationsaufwand steigen, was zu Herausforderungen führen kann.
Herausforderungen und Bedenken
Einige Fachrichtungen, insbesondere technische Berufe wie Radiologen, befürchten eine Abwertung ihrer Leistungen. Es gibt Widerstand gegen die neue GOE, was bereits zu einer Petition geführt hat. Die neuen Regelungen könnten die Vergütung für bestimmte Leistungen senken.
Vorbereitung auf die Änderungen
Empfehlungen zur Vorbereitung auf die neue GOE beinhalten Schulungen für das Praxispersonal und die rechtzeitige Information über die Änderungen. Eine gute Dokumentation wird als entscheidend angesehen, um sicherzustellen, dass alle erbrachten Leistungen abgerechnet werden können.