
Educätion im Fokus
Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung
Beschreibung
In jeder rund 30-minütigen Folge beschäftigen sich Moderatorin Kimsy von Reischach, Journalistin und Podcasterin, Dr. Simon Maria Hassemer (Episode 1 bis 3) und Irmi Mühlhuber / Benedikt Sauerborn (ab Episode 4) mit wissenschaftlichen, praktischen und politischen Perspektiven auf aktuelle schulische Entwicklungen, um einen umfassenden Überblick zu geben. Dafür laden sie für jede Folge einen ausgewiesenen Experten zu den sorgfältig gewählten Themen ein, um aktuelle, konstruktive und fundierte Einschätzungen zu bieten.
Ob es um die Nutzung von KI im Unterricht, rechtliche Rahmenbedingungen oder aktuelle bildungspolitische Initiativen geht – Educätion im Fokus ist euer monatlicher Deep Dive in die Welt der Schule im KI-Zeitalter aus Baden-Württemberg. Zuverlässig, unterhaltsam und auf den Punkt bietet der Podcast eine verlässliche Quelle, die inspirierende Impulse für eure tägliche Arbeit liefert.
Mehr vom ZSL und dem KI-Zentrum Schule
Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) ist eine Landesoberbehörde, die die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften verantwortet, sowie für Schulen und Lehrkräfte weitere Unterstützungsangebote bereitstellt und übergreifende Aufgaben, wie die Erstellung von Bildungsplänen, wahrnimmt. Das ZSL hat sechs Regionalstellen und fünf Außenstellen.
Das KI-Zentrum Schule ist Teil des Referats Digitalisierung, Medienbildung und beschäftigt sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz und schulische Bildung. Es hat seinen Sitz am Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn und wurde in Kooperation mit der Dieter Schwarz Stiftung eingerichtet. Das KI-Zentrum Schule arbeitet eng mit verschiedenen Stakeholdern im Bereich Künstlicher Intelligenz, vor allem aus der Wissenschaft und Wirtschaft, zusammen.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

DigitalPakt 2.0 (Nathalie Münz & Christoph Schaub)
Einführung in den Digitalpakt 2.0
In dieser Episode diskutieren Emy Mühlhuber, Nathalie Münz und Christoph Schaub über den Digitalpakt 2.0, eine Initiative zur Förderung der Digitalisierung an Schulen in Baden-Württemberg. Münz erklärt ihre Rolle als stellvertretende Hauptgeschäftsführerin im Landkreistag, der als kommunaler Schulträger fungiert, während Schaub als Leiter des Digitalreferats am Kultusministerium tätig ist.
Rückblick auf den Digitalpakt 1
Der Digitalpakt 1 wurde als insgesamt gut bewertet, obwohl er inmitten der Corona-Pandemie umgesetzt wurde, was Herausforderungen mit sich brachte. Es gab spezielle Programme zur Ausstattung von Lehrkräften und zur administrativen Unterstützung. Die Evaluation zeigte, dass die Mittel tatsächlich in den Unterricht geflossen sind und die digitale Ausstattung der Schulen verbessert wurde.
Finanzielle Aspekte des Digitalpakts 2.0
Für den Digitalpakt 2.0 stehen Baden-Württemberg rund 280 Millionen Euro zur Verfügung, was im Vergleich zu den vorherigen 650 Millionen Euro deutlich weniger ist. Die Mittel werden flexibel innerhalb eines Budgets eingesetzt, wobei die Schulträger die Möglichkeit haben, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen vor Ort zu treffen.
Förderfähige und nicht förderfähige Ausgaben
Förderfähig sind Endgeräte für Schüler und Lehrer sowie die notwendige Infrastruktur. Die Verwaltungskosten sind jedoch nicht förderfähig, was die Diskussion um die Verantwortung für die Administration von Lehrgeräten beleuchtet.
Unterstützungsangebote für Schulen
Schulen werden ermutigt, frühzeitig ihre Bedürfnisse zu identifizieren und in Zusammenarbeit mit den Schulträgern zu planen. Es werden Informationsveranstaltungen und Unterstützung durch Fachberater angeboten, um den Schulen bei der Umsetzung des Digitalpakts zu helfen.
Ausblick und Fazit
Das Gespräch schließt mit der Hoffnung auf eine zügige Umsetzung des Digitalpakts 2.0 und betont die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Schulträgern. Der Digitalpakt soll nicht nur kurzfristige Lösungen bieten, sondern langfristige, nachhaltige Ansätze für die Digitalisierung der Schulen fördern.

Lesen fördern durch KI (Prof. Dr. Michael Krelle)
Einführung in das Thema Lesen und KI
Die Episode thematisiert die Bedeutung des Lesens als zentrale Fähigkeit für schulisches Lernen und gesellschaftliche Teilhabe. Es wird diskutiert, dass viele Schüler Schwierigkeiten im Lesen haben, was sich negativ auf ihre gesamte Bildung auswirkt.
Aktuelle Statistiken und Programme
Ein Blick auf die Iglu-Studie zeigt alarmierende Zahlen: Fast jeder fünfte Viertklässler kann nicht richtig lesen. Programme wie 'Starke Basis' in Baden-Württemberg versuchen, diesem Problem entgegenzuwirken, indem sie Lesekompetenzen gezielt fördern.
Der Gast: Professor Dr. Michael Krell
Professor Dr. Michael Krell wird als führender Experte für Leseförderung vorgestellt. Er hat eine digitale Plattform, Leon Leseraum Online, entwickelt, die Lehrkräfte bei der Leseförderung unterstützt.
Leseförderung durch digitale Technologien
Die Diskussion beleuchtet, wie KI und digitale Technologien in der Leseförderung eingesetzt werden können. Es werden verschiedene Methoden zur Verbesserung der Leseflüssigkeit vorgestellt, darunter Lautleseverfahren und das Nutzen von digitalen Tools.
Das Tortenstück-Modell der Leseförderung
Das Modell von Cornelia Rosebrock wird erklärt, das verschiedene Dimensionen der Leseförderung zusammenführt. Diese umfassen kognitive, individuelle und soziale Aspekte des Lesens.
Praktische Anwendung im Unterricht
Die Lehrkräfte werden ermutigt, Leseflüssigkeitstrainings und Lesestrategien in den Unterricht zu integrieren. Es wird betont, dass Lesen ein sozialer Prozess ist, der durch Gruppenarbeit gefördert werden kann.
Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen
Die Episode schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der Leseförderung durch digitale Medien sowie der Notwendigkeit, dass Lehrkräfte sich kontinuierlich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinandersetzen, um den Unterricht effektiv zu gestalten.

Individualisierung im Unterricht (Annely Humphreys & Florian Bär)
KI-Chatbots im Unterricht: Potenziale und Grenzen
Die Folge diskutiert, wie individuell anpassbare KI-Chatbots Lernprozesse unterstützen können. Lehrkräfte bauen maßgeschneiderte Chatbots, geben Hintergrundwissen vor und beachten, dass die Systeme kein empathisches Verständnis haben. Risiken wie fehlerhafte Antworten werden sichtbar, doch bei kluger Gestaltung dienen Chatbots Erklärpartnern, Ideengebern und Feedbackspiegeln. Die Schule legt fest, welche Tools genutzt werden dürfen, um kontrollierte Lernumgebungen zu schaffen.
Konkretes Unterrichtsbeispiel: Güter, Podcast und Transferaufgabe
In einer VWL/BWL-Unterrichtseinheit nutzt Annelie einen Podcast zum Thema Güter und ergänzt ihn mit einem Transkript. Ein Chatbot, namens Firework Buddy, unterstützt anschließend bei einer Transferaufgabe zur Finanzierungsentscheidung eines Dorfes. Die Stunde verknüpft Podcast, Transkript, Aufgabenblätter und Multimodalität, sodass Lerninhalte konkret angewendet und transferiert werden können, während Regeln und Design des Chatbots erklärt werden.
Umgang mit Heterogenität und Digital Divide
Die Lehrkraft beobachtet unterschiedliche Vorwissen- und Sprachniveaus (Julia, Mikael, Romy) und passt den Einsatz des Chatbots individuell an. Durch Begleitung, Mini-Demonstrationen und gezieltes Coaching wird Transparenz geschaffen, Lernfortschritte nachvollziehbar gemacht und digitale Barrieren werden adressiert. Reflexion über eigenes Lernen und kritische Bewertung der KI-Ausgaben helfen, Fehlerschleifen zu vermeiden und verantwortungsvollen Umgang zu fördern.
Praxishinweise für Lehrkräfte: Schrittweise Einführung und Reflexion
Die Experten betonen Mut, Schritt-für-Schritt-Einstieg und Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Wichtige Punkte sind Vorbereitung des Lernassistenten, klare Prompt-Strukturen, Einsatz von Taskcards, mobiles Gerätemanagement und nachhaltige Reflexion. Ziel ist eine nachhaltige Individualisierung durch KI, ohne Lernende zu überfordern, sowie eine kooperative Fortbildungs- und Unterstützungsstruktur für Lehrkräfte.