
Figurenvielfalt im Improtheater
Reto Trunz
Beschreibung
Reto Trunz, Improtrainer, Theaterpädagoge und langjähriges Mitglied des St. Galler Ensembles tiltanic, untersucht in seiner MAS-Thesis „Creative Practice“ an der ZHdK fünf Ansätze zur Figurenvielfalt.
Er leitet dazu Proben, erprobt die Methoden in der Praxis und stellt seine Erfahrungen und Beobachtungen hier im Podcast mit Interviewgästen vor – für alle, die sich für Improarbeit interessieren.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

6. Figurenzugang Stimme/ Sprache
Einführung in Sprach- und Stimmzugang
In dieser Episode wird das Thema Sprach- und Stimmzugang für Figuren im Improvisationstheater behandelt. Mario und Reto diskutieren, wie Sprache und Stimme eine wichtige Rolle bei der Charakterbildung spielen.
Einfluss von Sprache und Stimme
Mario unterstreicht, dass Sprache und Stimme essenzielle Elemente sind, um Figuren zu erschaffen. Unterschiede in Sprachmelodie, Lautstärke und Rhythmus können zu ganz verschiedenen Charakteren führen.
Tipps zur Figurenentwicklung
Die Gesprächspartner geben Ratschläge, wie man durch Stimmhöhe, Lautstärke und Pausen den Zugang zu einer Figur finden kann. Sie ermutigen die Zuhörer, verschiedene Dialekte und Sprachvariationen auszuprobieren, um die Charaktere lebendiger zu gestalten.
Die Verbindung zwischen Sprache und Körper
Die Diskussion geht weiter und betont die enge Verbindung zwischen Sprache und Körper. Mario erklärt, dass die Vorstellung einer Figur die Art und Weise beeinflusst, wie sie spricht und sich bewegt.
Archetypen und Klischees
Sie sprechen über Archetypen und deren typische Sprachmuster, die man sowohl nutzen als auch durchbrechen kann, um interessante Figuren zu kreieren. Der Kontrast zwischen Klischees und Antiklischees wird als wertvolle Technik hervorgehoben.
Risiken und Herausforderungen
Die Risiken beim Einsatz von Sprache werden ebenfalls angesprochen, wie beispielsweise das Risiko, sich über bestimmte Sprachgewohnheiten lustig zu machen oder den Dialekt zu verlieren, wenn man zwischen Charakteren wechselt.
Praktische Übungen und Spiele
Mario und Reto stellen verschiedene Übungen und Spiele vor, die helfen, den Sprachzugang zu vertiefen. Dazu gehören Formate wie das Drei-Toten-Spiel oder PowerPoint Karaoke, die das Improvisationstalent fördern.
Fazit und Ausblick
Die Episode schließt mit einer Ermutigung, neue Wege in der Sprach- und Figurenentwicklung zu erkunden und das Publikum zur aktiven Teilnahme einzuladen.

5. Figurenzugang Körper / Bewegung
Körperlichkeit als Einstieg in die Figur
Der Gesprächspartner betont, dass der Körperzugang früh entdeckt wurde, auch wenn Sprache zunächst dominiert. Aufwärmen und physisch präsent sein erleichtern den Einstieg in eine Szene. Auf der Figursebene wird eine Körperhaltung als Anker gewählt, um rasch in die Figur zu finden. Die Körperlichkeit wird als essenzieller Startschritt gesehen, der Tempo, Ton und Haltung der Figur beeinflusst.
Körper, Stimme, Status und Archetypen
Körperhaltung formt Status und Rhythmus der Szene; aufrechte oder gebeugte Körperhaltung beeinflusst Blick, Stimme und Wahrnehmung des Publikums. Stimme folgt oft dem Körper, wodurch sich Fokus und Ausdruck verschieben. Mantra oder Archetyp helfen, den Körper zu leiten, wobei individuelle Präferenzen variieren und das Vertrauen in den eigenen Zugang stärken.
Praxis und Übungen zur Körperarbeit
Ganzheitliche Übungen wie Raumgehen, Körperteil-Führung, Posen-Starts oder Kombinatoren bieten schnelle Zugänge. Beobachten, Kopieren und Morphen erzeugen Dynamik in Gruppen. Szenen ohne Worte, Maskenspiel und tierische/Fabelfiguren nutzen Körperlichkeit, um Signale zu senden und Rhythmus zu erzeugen. Diese Formate fördern lebendige Figuren, ohne rein klischeehaft zu bleiben.
Chancen, Risiken und Schlussfolgerungen
Chancen liegen im schnellen, nachhaltigen Zugang zur Figur und in einer lebendigeren Darstellung. Risiken sind Wiederholung, Klischees und stereotype Rollenbilder. Offenheit, Variation und respektvolle Auseinandersetzung vermehren die Ausdrucksrobustheit. Insgesamt unterstützt die Körperlichkeit eine dynamische Interaktion und stärkt die Gruppendynamik in Impro-Szenen.

4. Figurenzugang Mantra
Einführung in das Thema Mantra
In dieser Episode von Figurenvielfalt im Improvisationstheater diskutieren Reto und Nicole das Konzept des Mantras im Improvisationstheater. Nicole, ein Mitglied des Improvisationstheaters Diltanik, erklärt, dass ein Mantra ein innerer Leitsatz oder eine Überzeugung ist, die eine Figur oder Person mit sich trägt und die ihre Handlung und Entwicklung beeinflusst.
Beispiele und Wirkung von Mantras
Nicole gibt Beispiele für Mantras, wie "Ich bin wertlos" oder "Ich bin der Held überall", und beschreibt, wie diese Überzeugungen das Selbstbewusstsein und die Körperhaltung einer Figur beeinflussen können. Ein positives Mantra kann zu einem höheren Status in der Szene führen, während ein negatives Mantra das Gegenteil bewirken kann.
Vorteile der impliziten Mantra-Arbeit
Die beiden sprechen auch über die Vorteile, wenn Mantras nicht für das Publikum sichtbar sind. Nicole hebt hervor, dass dies die Geschichten interessanter und tiefgründiger macht, da die Zuschauer die inneren Konflikte nicht direkt sehen, aber dennoch spüren können.
Methoden zur Mantra-Integration
Nicole beschreibt verschiedene Methoden, wie Mantras in Szenen integriert werden können, darunter das Ziehen von Zetteln mit Mantras und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Sie diskutieren auch, wie Mantras in verschiedenen Formaten und Übungen verwendet werden können, um die Spielweise zu bereichern.
Chancen und Risiken der Mantra-Arbeit
Abschließend werden die Chancen und Risiken der Mantra-Arbeit angesprochen. Die Chancen liegen in der Vertiefung der Figuren und Geschichten, während die Risiken darin bestehen, dass Spieler sich zu sehr auf das Mantra konzentrieren und dadurch die Dynamik der Szene verlieren können. Nicole und Reto sind sich einig, dass die Arbeit mit Mantras im Improvisationstheater sowohl herausfordernd als auch bereichernd sein kann.