
ALLES GLAUBEN
Prof. DDr. Felix Körner SJ & Johanna Tannen
Beschreibung
Christentum, Islam und Judentum im offenen Gespräch: zwischen Himmel und Hörsaal, Alltag und Theologie.
Johanna Tannen ist Theologin, Promotionsstipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und Doktorandin der Universität Münster, und Prof. DDr. Felix Körner SJ ist Jesuit und Islamwissenschaftler und Inhaber des Nikolaus-Cusanus-Lehrstuhls für Theologie der Religionen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die beiden sprechen mit führenden Forschern über die Grundfragen der Religionen – wissenschaftlich, verständlich und neugierig.
ALLES GLAUBEN – für alle, die ihren Horizont nach oben erweitern wollen.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Q&A Special: Eure Fragen im Gespräch mit den Hosts (#08)
Einleitung zur Q&A-Folge
In dieser besonderen Folge von Alles Glauben beantworten die Hosts Johanna Tannen und Professor Felix Körner Fragen aus dem Publikum zu verschiedenen Themen, die von christlichem Denken bis hin zu interreligiösen Dialogen reichen.
Christliches Denken und Paradoxien
Eine der ersten Fragen bezieht sich auf ein christliches Denken, das das Paradox von Jesus Christus umfasst und sowohl säkulares als auch religiöses Denken integriert. Professor Körner erklärt, dass es in der Tradition des Christentums möglich ist, Glauben und Wissen zu verbinden. Er verweist auf Søren Kierkegaard und die dogmatischen Formeln der frühen Kirche, die versuchen, das Paradoxe zu erklären.
Karl Rahner und Befreiungstheologie
Ein weiterer Hörer fragt nach der Beziehung zwischen Karl Rahner und der Befreiungstheologie. Tannen und Körner diskutieren Rahners Offenheit gegenüber gesellschaftlicher Veränderung und seine Betonung der sozialen Dimension des Glaubens. Sie erörtern, dass Rahner mit der Befreiungstheologie sympathisieren könnte, aber auch die Gefahr eines rein politischen Ansatzes sieht.
Interreligiöser Dialog
Die Hosts diskutieren die Grenzen im interreligiösen Dialog, insbesondere hinsichtlich der Wahrheitsansprüche der Religionen. Sie betonen die Wichtigkeit, Differenzen zu erkennen und trotzdem gemeinsame Ziele für eine gerechtere Gesellschaft zu formulieren. Der Dialog wird als Möglichkeit gesehen, sich selbst besser zu verstehen und die eigene Position zu schärfen.
Politische Dimension der Religion
Die Frage, wie politisch Religion sein sollte, führt zu einer Diskussion über die Rolle religiöser Stimmen in der Gesellschaft. Tannen und Körner sind sich einig, dass Religionen eine wichtige Stimme in der Zivilgesellschaft haben, aber dass sie sich nicht in parteipolitische Kämpfe verwickeln sollten. Sie betonen die Notwendigkeit von Bildung und sozialer Verantwortung innerhalb der Religionen.
Abschluss und Ausblick
Die Episode schließt mit der Aufforderung an die Zuhörer, weiterhin Fragen zu stellen, und einem Dank an die Hörer für deren Engagement. Die Hosts freuen sich auf zukünftige Episoden und ermutigen die Zuhörer, den Podcast zu abonnieren und zu bewerten.

Streit vs. Einheitsglaube: Gott in falschen Händen? (#07)
Einführung in den Podcast
Der Podcast "Alles Glauben" wird von Jesuit Felix Körner und Johanna Tannen moderiert. In dieser Episode diskutieren sie Religionen und die Komplexität des Glaubens, ohne absolute Wahrheiten zu postulieren.
Interview mit Professor Elad Lapidot
Professor Elad Lapidot, Experte für jüdische Studien, wird als Gast vorgestellt. Er spricht über die Ambivalenz von Religionen, insbesondere im Judentum, das keinen zentralen Autoritätsträger hat, im Gegensatz zu anderen Religionen.
Streit und Eindeutigkeit in Religionen
Das Thema der Episode dreht sich um die Fragen von Streit versus Eindeutigkeit im Glauben. Lapidot betont, dass Streit in der jüdischen Tradition eher eine Methode ist, um Verständnis und Bedeutung zu finden.
Produktiver versus unproduktiver Streit
Es wird diskutiert, was produktiven Streit ausmacht und wie er zu einer besseren Klärung von Glaubensfragen führen kann. Lapidot beschreibt, dass manchmal Trennung notwendig ist, um produktiv zu sein.
Normativität in der Religion
Die Diskussion beleuchtet auch die Normativität von Geboten im Judentum und deren Interpretation. Es wird gefragt, wie man mit unterschiedlichen Deutungen umgeht und welche Mechanismen gegen Missbrauch von Interpretationen existieren.
Christentum und Streitkultur
Die Gäste reflektieren über das Christentum und die Idee einer Streitkultur. Es wird diskutiert, dass das Christentum historisch von Streit geprägt ist und auch heute noch eine dynamische Entwicklung durchlebt.
Zusammenarbeit zwischen Religionen
Die Episode schließt mit der Überlegung, wie verschiedene christliche Konfessionen und das Judentum sich in der heutigen Zeit verhalten und welche Herausforderungen es im interreligiösen Dialog gibt.

Angst vs. Barmherzigkeit. Gott in falschen Händen? (#06)
Einleitung und persönliche Erfahrungen
In dieser Episode von "Alles Glauben" begrüßen Professor Felix Körner und Johanna Tannen ihren Gast, Professor Mohannad Khorshid, einen islamischen Theologen. Die Diskussion beginnt mit einem Austausch über persönliche Erfahrungen, darunter Konferenzen und Podcast-Auftritte, die das Leben und die Perspektive der Sprecher geprägt haben.
Das Thema der Episode: Religion und ihre Herausforderungen
Die zentrale Frage, die in dieser Episode behandelt wird, lautet: Was passiert, wenn Religion nicht befreit, sondern einengt? Khorshid erörtert, wie religiöse Überzeugungen Angst und Schuldgefühle hervorrufen können, anstatt Menschlichkeit zu fördern. Das Gespräch beleuchtet die Gefahren der Instrumentalisierung von Religion zur Machterhaltung und Ausgrenzung.
Der Begriff des Kalifen
Khorshid erklärt den Begriff des Kalifen als Beauftragten Gottes, der Verantwortung für die Menschheit trägt. Er betont die Notwendigkeit, ein Gottesbild zu entwickeln, das Würde, Freiheit und Liebe vermittelt, anstatt Gehorsam aus Angst zu fordern.
Barmherzigkeit als hermeneutischer Schlüssel
Die Diskussion dreht sich um die Barmherzigkeit als zentralen hermeneutischen Schlüssel zur Interpretation religiöser Texte. Khorshid argumentiert, dass der Koran mit dem Begriff der Barmherzigkeit beginnt und dass dies die Grundlage für das Verständnis der göttlichen Botschaft bilden sollte. Die Sprecher reflektieren, wie dieses Verständnis die Beziehung zur Religion verändern kann.
Kritik und Herausforderungen innerhalb der Gemeinschaft
Khorshid spricht offen über die Herausforderungen, die er als islamischer Theologe in Deutschland erlebt, einschließlich der Kritik aus verschiedenen Richtungen, sowohl von der islamischen Gemeinschaft als auch von außen. Er betont die Wichtigkeit eines intellektuellen Diskurses und der hermeneutischen Auseinandersetzung mit religiösen Texten.
Die Rolle der Religion in der Gesellschaft
Die Gesprächspartner diskutieren die Rolle der Religion in der Gesellschaft und betonen, dass religiöse Gemeinschaften Verantwortung für das Gemeinwohl tragen sollten. Die Idee, dass Religion Menschen nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere bereichern sollte, wird hervorgehoben.
Schlussfolgerung und persönliche Reflexionen
Die Episode endet mit persönlichen Reflexionen der Sprecher über die gewonnenen Einsichten, insbesondere die Bedeutung von Barmherzigkeit, Würde und Transzendenz im Glauben. Es wird deutlich, dass ein positives Gottesbild sowohl herausfordert als auch trägt, was Menschen motiviert, Verantwortung zu übernehmen und sich für das Wohl anderer einzusetzen.