
Zwischen Durch & Drin
Prof.in Dr.in Ulrike Sallandt
Beschreibung
Zwischen Durch & Drin – ein theologischer Podcast für unterwegs von und mit Prof. Dr. Ulrike Sallandt von der Carl-Ossietzky-Universität in Oldenburg (UOL). In Zwischen Durch & Drin spreche, denke und handle ich theologisch anders: Doing Theology InBetween. Jenseits traditioneller Orte nehme ich Theologisches neu wahr, durchkreuze strukturelle disziplinäre Grenzen, öffne Diskurs- und Wissensräume.
Als Professorin für Ev. Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und Ökumene sind mir die Zwischenräume, das „Im Dazwischen-Sein“, wichtig. Interdisziplinär, (religions-)philosophisch, interkulturell bin ich davon überzeugt, dass es entscheidend ist in unseren gegenwärtigen gesellschaftlichen Lebenswirklichkeiten zu lernen, ohne Geländer zu denken (wie Hannah Arendt). Vor diesem Hintergrund möchte ich Theologie einer breiten Öffentlichkeit nahbringen, um sie aus einem reduzierten Verständnis sowie gesellschaftlicher Unsichtbarkeit zu befreien. Dabei ist es mir ein Anliegen, theologisches Denken – sein Wesen und seine Bedeutung sichtbar zu machen: Theologisch zu reflektieren hat gesellschaftskritisches Potential. Theologie findet ausgehend und inmitten von Alteritätsphänomenen, von dem, was wir Menschen nicht aus eigenen Fähigkeiten und Kräften verstehen kann, statt. Inmitten kultureller Zwischenräume und unter sich stetig wandelnden Bedingungen sucht Theologie nach möglichen Ausdrucksformen und Gestaltungsräumen. Dabei muss sie sich immer wieder verlassen, Konzepte, Ansätze, Kategorien und Begrifflichkeiten überdenken.
Diese Überzeugung liegt dem vorliegenden Podcast-Projekt zugrunde. Vor allem mündlich stiftet sich diese theologische Suche im Gespräch, im diskursiven Austausch, in der konkreten körperlichen Begegnung mit Anderen/m performativ ästhetisch. Auf diese Weise befreit sich Theologie, betritt öffentlichen Raum und wird im Sinne Hannah Arendts politisch und gesellschaftskritisch. Diesem Anliegen entsprechend geht es im Podcast ZwischenDurch&Drin weniger um zuvor klar abgesteckte Themen, sondern vielmehr darum, mit ganz unterschiedlichen Gäst:innen ins Gespräch zu kommen. Es geht um das performative Geschehen selbst. Alle geladenen Gesprächspartnern:innen bringen auf ganz unterschiedliche Art Theologisches mit ein. Aufgrund der inhaltlichen Offenheit und Vielfältigkeit, die sich daraus für das Gespräch ergeben, ist der Podcast an eine breite Öffentlichkeit adressiert, ihr Theologie jenseits traditioneller Muster und Stereotype sichtbar zu machen; zugleich dezidiert an junge Erwachsene, theologisches Denken gesellschaftskritisch wahrzunehmen.
Ohne starres, fixiertes Manuskript gehe ich mit meinen Gäst:innen ins Gespräch. Dabei orientieren wir uns im Gespräch an einem „groben“ Fahrplan, nämlich an einem bestimmten Themenfeldes und einer zentralen Fragestellung. Kurz – für unterwegs – dauern die Sendungen ca. 20 Minuten.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Ulrike Sallandt, Körper als theologische Ressource
Thema des Podcasts
In dieser Episode wird der Körper als zentrales Thema behandelt, das sowohl in der Theologie als auch im Theater eine Rolle spielt. Der Sprecher reflektiert über die Verbindung von körperlichem Ausdruck und theologischen Überlegungen.
Theater als performative Kunstform
Der Sprecher hebt die Bedeutung eines Theateransatzes hervor, der nicht an vorgegebene Manuskripte gebunden ist. Stattdessen wird ein freies, körperliches Spiel gefördert, das die Trennung zwischen Publikum und Akteuren durchbricht.
Körpertheater und Gemeinschaft
Das Körpertheater wird als eine Form des Ausdrucks beschrieben, die die Verbundenheit zwischen Menschen betont. Die Idee wird vertreten, dass wir alle Schauspieler unseres Lebens sind, die ihre Emotionen und Erfahrungen inszenieren.
Theopoetikas del Corpo
Der Kollege Angel Mendes Montoya wird vorgestellt, der das Konzept „Theologische Poetik der Körper“ entwickelt hat. Er verbindet tänzerische Ausdrucksformen mit theologischen und philosophischen Fragestellungen und nutzt Pina Bauschs Ansätze, um starre Strukturen zu hinterfragen.
Feministische Perspektiven
Yvonne Guevara wird als wichtige Stimme genannt, die feministischen und kritischen Theorien nachgeht und deren Einfluss auf das philosophisch-theologische Denken analysiert.
Einladung zur Interaktion
Der Sprecher lädt die Zuhörer ein, aktiv am Podcast teilzunehmen, Fragen zu stellen oder Konzepte zur Diskussion zu bringen.

Ulrike Sallandt, Körper als Ort des Widerstandes
Einführung in die Thematik
Der Podcast beleuchtet die Bedeutung des Körpers und der Körperlichkeit in der Theologie, insbesondere in Bezug auf subtile, oft übersehene Aspekte. Der Gastgeber reflektiert über persönliche Erkenntnisse aus Gesprächen mit Gästen und betont die Wichtigkeit einer ästhetischen und sinnlichen Wahrnehmung.
Las Tesis und ihre Bedeutung
Das Künstlerinnenkollektiv Las Tesis wird vorgestellt, das durch die Performance "Un violador en tu camino" auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Diese Performance kombiniert körperliche Ausdrucksformen mit feministischer Kritik und hat weltweit Resonanz gefunden.
Feministische Ansätze und kritisches Potenzial
Die Diskussion schließt die Gedanken der feministischen Anthropologin Rita Laura Segato ein, die strukturelle Gewalt an Frauen thematisiert. Die Performance wird als eine radikale Kritik an patriarchalen Strukturen gesehen und hat das Potenzial, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
Abschluss und Einladung zur Interaktion
Der Gastgeber lädt die Zuhörer ein, sich mit den Themen des Podcasts auseinanderzusetzen und Fragen oder zentrale Konzepte einzubringen. Die Kontaktmöglichkeiten werden bereitgestellt, um eine aktive Teilnahme zu fördern.

Nicolas Panotto, Interkulturalität und Interdisziplinarität als Ort der Wissensproduktion
Willkommen und Einführung
Im Podcast wird Dr. Nikolas Panotto vorgestellt, ein Theologe aus Argentinien, der in Chile lebt. Er ist am Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik aktiv und diskutiert seine Arbeit, die akademische Forschung und Aktivismus verbindet.
Wissensproduktion und Erfahrungen
Panotto erklärt, dass echte Wissensproduktion aus konkreten Erfahrungen und Beziehungen entstehen sollte, anstatt isolierte Theorien zu entwickeln. Er betont die Bedeutung des kollektiven Handelns und der Einbeziehung vielfältiger Perspektiven, um gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.
Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel seiner Arbeit mit der NGO Otros Cruces zeigt, wie Religionsfreiheit in einer Podiumsdiskussion thematisiert wurde. Durch das Teilen persönlicher Erfahrungen wurde der abstrakte Begriff greifbar und erlangte neue Bedeutung.
Theologie und gesellschaftliche Narrative
Panotto spricht über die Rolle von Theologie in politischen Diskursen und betont, dass religiöse Narrative auch in Europa präsent sind, oft jedoch nicht erkannt werden. Theologie kann helfen, diese Narrative sichtbar zu machen und zu analysieren.
Die Relevanz von Theologie
In Krisenzeiten kann Theologie dazu beitragen, Ängste zu überwinden und Vielfalt zu akzeptieren. Sie stellt Fragen nach Sinn und Orientierung im Leben, was sie für die Gesellschaft relevant macht, auch für Menschen ohne kirchlichen Bezug.
Globaler Austausch und Zusammenarbeit
Der Austausch zwischen Theologien aus verschiedenen Regionen ist wichtig, um voneinander zu lernen. Panotto betont, dass die Herausforderungen in Lateinamerika und Europa oft ähnlich sind und dass gemeinsames Handeln für eine gerechtere Welt notwendig ist.