
Empathie 2.0
Agnes Dyszlewski und Florian Meinhold
Beschreibung
Wir, das sind Agnes Dyszlewski, Wirtschaftspsychologin & Mediatorin, und Florian Meinhold, Psychologe & Psychotherapeut.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Sexuelle Bildung und Gewaltprävention
Einführung in die sexuelle Bildung
In der Episode diskutieren Agnes Dischlewski und Florian Meinhold die Bedeutung von sexueller Bildung und Gewaltprävention, insbesondere im Kontext ihrer Arbeit in psychosozialen Berufen. Sie betonen, dass sexuelle Bildung eine Grundlage für psychische Gesundheit ist und dass es wichtig ist, Kinder, Jugendliche und Eltern altersgerecht über Körper, Beziehungen und persönliche Grenzen aufzuklären.
Der Weg zur sexuellen Bildung
Agnes erzählt von ihrem persönlichen Weg zur sexuellen Bildung, der durch ihre Erfahrungen im Sozialarbeitsstudium und ihrer Arbeit im Kinderschutzzentrum geprägt wurde. Sie spricht darüber, wie wichtig es ist, die Themen Sexualität und Körperwahrnehmung offen zu behandeln, um Kindern zu helfen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren.
Sexuelle Bildung als Lebensbildung
Sexuelle Bildung wird als umfassende Lebensbildung betrachtet, die über kognitive Wissensvermittlung hinausgeht. Es geht darum, emotionale und soziale Kompetenzen zu entwickeln, die es Individuen ermöglichen, in Beziehungen respektvoll und verantwortungsbewusst zu handeln.
Politische Rückschritte in der sexuellen Bildung
Die Diskussion beleuchtet auch aktuelle politische Entwicklungen, die sexuelle Bildung betreffen. Agnes weist darauf hin, dass in einigen Ländern, wie Italien, Rückschritte in der sexuellen Bildung beobachtet werden, da Eltern nun die Genehmigung für sexuelle Bildungsangebote in Schulen erteilen müssen.
Scham und sexuelle Bildung
Ein zentrales Thema ist die Rolle von Scham in der sexuellen Bildung. Agnes betont, dass Scham nicht per se negativ ist, sondern als Gefühl verstanden werden muss, das uns vor gesellschaftlichen Normen schützt. Dennoch kann übermäßige Scham die Offenheit für sexuelle Themen behindern.
Der Einfluss des Internets
Die Hosts diskutieren die Herausforderungen, die das Internet für die sexuelle Bildung darstellt. Die Verbreitung von pornografischen Inhalten kann die Wahrnehmung von Sexualität bei Kindern und Jugendlichen beeinflussen, besonders wenn sie keine andere Informationsquelle haben.
Intersektionalität und Diversität in der sexuellen Bildung
Agnes hebt die Notwendigkeit hervor, intersektionale Perspektiven in die sexuelle Bildung zu integrieren und auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen einzugehen. Sie spricht über die Herausforderungen, die in der Arbeit mit diversen Gruppen bestehen und die Wichtigkeit, diese Vielfalt zu respektieren und zu integrieren.
Therapeutische Ansätze
Abschließend wird betont, wie wichtig es für Fachkräfte ist, sexuelle Themen offen anzusprechen. Dies kann den Klienten helfen, ihre eigenen Erfahrungen zu reflektieren und eine gesundheitsfördernde Haltung zur Sexualität zu entwickeln.

Macht- und Rassismuskritik in systemischer Weiterbildung & Praxis
Einführung in die Macht- und Rassismuskritik
In dieser Episode von Empathie 2.0 spricht Agnes Dischlewski mit Ilja Gold über die Integration von Macht- und Rassismuskritik in systemische Weiterbildung. Gold, ein erfahrener Supervisor und Berater, erläutert, wie er und seine Kollegin Jessi Mari bundesweit Workshops anbieten, um diese Themen in der systemischen Praxis zu verankern.
Entwicklung und Relevanz der Themen
Gold beschreibt die Entwicklung seiner Arbeit im Kontext der systemischen Weiterbildung und erklärt, dass diese Themen lange Zeit vernachlässigt wurden. Er betont die Wichtigkeit, intersektionale Perspektiven und persönliche Erfahrungen in die Ausbildung zu integrieren und verweist auf die wachsende Nachfrage seitens der Teilnehmenden.
Institutionelle Herausforderungen
Obwohl es Fortschritte gibt, bleibt die Anzahl der Ausbildungsinstitute, die diese Themen ernsthaft angehen, begrenzt. Gold macht deutlich, dass es nicht nur auf den Druck der Teilnehmenden ankommt, sondern auch auf die Bereitschaft der Institutionen, sich mit diesen kritischen Themen auseinanderzusetzen.
Reflexion und persönliche Auseinandersetzung
Gold hebt hervor, dass eine persönliche Reflexion der eigenen Privilegien und Marginalisierungen für Ausbildende und Teilnehmende entscheidend ist. Er ermutigt dazu, einen Raum für Diskussionen über Diskriminierung zu schaffen, um die berufliche Identität zu stärken und die Beziehung zu Klienten zu verbessern.
Empfehlungen für Ausbildungsinstitute
Abschließend gibt Gold Empfehlungen für Ausbildungsinstitute, darunter die Notwendigkeit, gesellschaftliche Machtverhältnisse zu verstehen, die Lehrmaterialien zu diversifizieren und Feedback von Teilnehmenden ernst zu nehmen. Er fordert eine stärkere Teilnehmendenorientierung und das Angebot von Empowerment-Räumen.

Intersektionale und antirassistische Trainings
Grundsätze der Arbeit und Beobachtungen zu Intersektionalität
Ellen Wagner verbindet intersektionale Sichtweisen, Antirassismus und Organisationsentwicklung, um inklusive Kulturen zu fördern. Sie betont, dass Begriffe wie Antirassismus oder Rassismuskritik je nach Kontext variieren und darum die Sprache den Teilnehmenden angepasst wird. Wichtig ist, Muster von Diskriminierung zu erkennen, Barrieren sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen Betroffene gehört werden und sich die Dynamik wandelt.
Unterschiede zwischen Europa und den USA in Diskurs und Praxis
In Deutschland ist das Bewusstsein zu Rassismus historisch bedingt geringer als in den USA, wo eine lange segregierte Geschichte prägend ist. Die Sprache und der Umgang variieren erheblich, wodurch Trainings in beiden Regionen unterschiedliche Zugänge, Formulierungen und Hemmschwellen erfordern. Beide Länder zeigen dennoch eine verbreitete Neigung zur Abwehr, weshalb sensitiven Bemühungen oft Rückstände begegnen.
Praxis des Lernens und der Facilitation in Räumen
Die Arbeit baut auf sicheren Räumen, Transparenz und Mitgestaltung. Raumregeln werden vorab geklärt, Gruppen arbeiten an deren Anpassung mit. Als Facilitatorin sorgt sie dafür, dass Marginialisierte nicht überfordern, während Privilegierte reflektiert werden. Physische Präsenz ermöglicht direkte Körpersprache, virtuelle Formate erhöhen Inklusivität durch Gleichbehandlung der Teilnehmenden, verlangen aber neue Designs und Pausen.
Weg in die Trainingsarbeit und zentrale Empfehlungen
Der Einstieg in Antirassismus- und Intersektionalitätstraining braucht Authentizität, Bereitschaft zur fortlaufenden Weiterbildung und die Bereitschaft, eigene Fehleinschätzungen zu korrigieren. Empfohlene Praxis betont Transparenz, Austausch mit Betroffenen, langsame Progression und konkrete, individuelle Schritte. Wichtige Ressourcen umfassen Sachbücher und praxisnahe Werkzeuge, die helfen, Gespräche gewaltfrei zu führen und Verantwortung zu übernehmen.