
Du musst Dein Lesen ändern
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Beschreibung
Was macht ein Buch zu einem "guten" und wann sollte man noch einmal darüber nachdenken, die vielen Stunden des Lesens zwischen noch unbekannte Buchdeckel zu legen. Wir schaffen klare Sicht im Dschungel der Neuerscheinungen und sagen Euch, was ins Regal gehört.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht
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#9 | Miteinander leben – neue Bücher von Robert Seethaler & Martin Piekar
Einleitung
In dieser Episode des Podcasts diskutieren Tobias Lenzler und Pascal Matthäus zwei neue Bücher, die sich thematisch mit dem Miteinanderleben befassen: Robert Seethalers 'Die Straße' und Martin Piekers Debüt 'Vom Fällen eines Stammbaums'.
Robert Seethalers 'Die Straße'
Seethalers neues Werk ist ein Episodenroman, der keine Hauptfigur hat, sondern ein Kaleidoskop von Charakteren in einer Straße zeigt. Die Gestaltung ist fragmentarisch und bietet verschiedene Perspektiven auf die Interaktionen der Figuren, was die Leserschaft vor Herausforderungen stellt, da die Zusammenhänge oft unklar bleiben.
Kritik und Analyse
Die Diskussion über die sprachliche Gestaltung des Buches zeigt, dass die Figuren ähnliche Sprachmuster aufweisen, was die Individualität der Charaktere einschränkt. Zudem wird das Buch als eher museal und unrealistisch empfunden, da es in einer idealisierten Umgebung spielt, die in der modernen Realität kaum existiert.
Martin Piekers 'Vom Fällen eines Stammbaums'
Im Gegensatz dazu bietet Piekers Debüt einen autobiografischen Einblick in das Leben eines Migranten. Die Geschichte dreht sich um die komplexe Beziehung zwischen dem Protagonisten und seiner alkoholkranken Mutter, während sie gleichzeitig die polnische Familiengeschichte erkundet. Piekers Werk ist roh, emotional und berührend, mit einer einzigartigen Sprache, die den Charakteren Individualität verleiht.
Vergleich der beiden Werke
Beide Bücher thematisieren das Leben auf engem Raum, zeigen jedoch unterschiedliche Perspektiven. Während Seethalers Fragmentarismus die Leserschaft herausfordert, bietet Pieker einen authentischeren Zugang zu den Erfahrungen von Migranten und deren Herausforderungen.
Abschluss
Die Episode endet mit dem Aufruf, die vorgestellten Bücher zu lesen und die eigene Wahrnehmung von Literatur zu reflektieren.
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#8 Live | Über Nazis schreiben - neue Bücher von Judith Hermann & Ines Geipel
Einführung und Kontext des Abends
Der Podcast versammelt drei Gäste und moderiert eine Diskussion über literarische Auseinandersetzungen mit NS-Vergangenheit, Schweigen in Familien und kollektiver Erinnerung. Es wird erklärt, wie Debatten über Bücher mit starkem medialem Fokus gegenüber weniger bekannten Werken stehen. Die Moderation zielt darauf ab, Unterschiede von Stil und Herangehensweisen sichtbar zu machen und Parallelen zwischen den Werken zu ziehen, ohne Werbeformen zu nutzen.
Judith Herrmanns Buch: Spurensuche und Leerstelle
Judith Herrmann untersucht eigenständige Familiengeschichte in Radom und Neapel, wobei vor allem das Schweigen der Generation und eine verborgene Großvaterrolle im Zentrum stehen. Die Reise führt zu räumlichen und psychologischen Spuren, während die Autorin versucht, Lücken zu benennen, ohne abschließende Antworten zu liefern. Der Text wird als präzise im Ungenauen beschrieben, mit melancholischer Grundstimmung.
Ines Geipel: Landschaft ohne Zeugen und Quellenmaterial
Ines Geipel verknüpft persönliche Erinnerungen mit historischen Dokumenten zum KZ Buchenwald. Das Buch zeigt Unterschiede in ost- und westdeutscher Erinnerungskultur und verwendet einen dualen Textkörper: Fließtext plus unten platzierte Originaldokumente. Geipel arbeitet mit Sprachbildern, Stottern der Autorin spiegelt sich in der Form wider, während sie versucht, Erinnerung zu hinterfragen und zu plausibilisieren.
Weitere Perspektiven: Nossack und Criss
Hans-Erich Nossacks Untergang schildert die Zerstörung Hamburgs aus Distanz, mit dokumentarischem Stil und metaphysischer Tonalität, ohne eindeutige Feind- oder Opferperspektiven. James Criss’ Die Hightechs sammelt Essay und Kreativität, erzählt die Geschichte der Welt als Parade technischer Entwicklungen, mischt Tragödie mit Satire und fragt nach Zukunftsethik und Verantwortung. Die Vier Bücher ermöglichen eine gemeinsame Reflexion über Bewältigung und Wandel.
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Spezial | Ministerin Prien zum Haber-Verfahren: "Im Kontext von Kunst- und Kulturförderung hat das [...] nichts zu suchen"
Bedeutung von Fantasie und Leseerfahrungen
Das Gespräch betont die Kraft von Fantasie, Märchen und Bilderbüchern für die Entwicklung junger Menschen. Fantastik wird als Zugang zur Wirklichkeit gesehen, der Möglichkeiten eröffnet und Trost spenden kann. Erzählungen verbinden Humor, Grusel und Hoffnung, während starke Figuren und universelle Bilder jungen Lesern Orientierung und Mut geben. Der Austausch hebt hervor, wie Leseerfahrungen formend wirken und Kinder ermutigen, eigene Perspektiven zu entwickeln.
Frühe Bildung und Sprachentwicklung
Ein zentraler Fokus liegt auf der frühkindlichen Sprachförderung und der Integration von Kita und Schule. Sprachstand, Bildersprache und spielerische Zugänge sind entscheidend, damit Kinder später lesen und verstehen können. Es wird betont, dass Ressourcen, qualifizierte Fachkräfte und passende Förderformate nötig sind, um allen Kindern unabhängig vom Hintergrund Chancen zu geben. Frühe Förderung soll ganzheitlich Sprach-, Entwicklungs- und Sachkompetenzen stärken.
Rolle von Familie, Schule und Gesellschaft
Die Rolle der Eltern und das familiäre Umfeld werden als grundlegend für Lesefreude und Bildungserfolg gesehen. Vorlesen, mündliche Erzählkulturen und kreative Fächer sollen gefördert werden, um Leseerfahrungen zu verankern. Gesellschaftliche Strukturen, Ganztagsangebote und kulturelle Initiativen brauchen verlässliche Unterstützung, damit Kinder in belasteten Lebenslagen nicht ausgeschlossen werden und sich Bildung ganzheitlich erschließen kann.
Ausblick und relevante Impulse
Es werden politische Weichenstellungen diskutiert, darunter nationale Initiativen für Lesen, bessere Finanzierung von frühkindlicher Bildung und die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. Die Debatte betont die Bedeutung von Hörbüchern, auditiven Formaten und inklusiven Ansätzen, um unterschiedliche Lernwege zu berücksichtigen. Wichtig bleibt eine resiliente, hoffnungsvolle Erzählweise, die Kinder befähigt, sich aktiv an ihrer Welt zu beteiligen.