
Wer sammelt die Kunst?
Ketterer Kunst
Beschreibung
In "Wer sammelt die Kunst?" spricht Gudrun Ketterer mit privaten Sammlerinnen und Sammlern sowie mit Persönlichkeiten, die hinter bedeutenden institutionellen und Unternehmenssammlungen stehen. Sie sprechen über ihre Entscheidungen und die Geschichten hinter ihren Sammlungen – und darüber, was Kunst im Leben bedeutet.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

S2|F2 – Jan Fischer – Über die Kunst des Umbruchs und die Neugier auf morgen
Einführung in die Kunstsammlung
In diesem Podcast spricht die Kunsthistorikerin und Auktionatorin Gudrun Ketterer mit Jan Fischer, einem Münchner Unternehmer und Kunstsammler, über die Beweggründe und Entscheidungen hinter dem Kunstsammeln. Fischer betont die Bedeutung öffentlicher und privater Sammlungen und hofft, dass immer wieder neue Werke ans Licht kommen.
Jan Fischers Kunstsammlung
Fischer besitzt eine vielfältige Sammlung, die Werke der neuen Sachlichkeit und zeitgenössische Kunst mit Fokus auf Licht und Kinetik umfasst. Er beschreibt seine Sammelleidenschaften und die Verbindungen zwischen verschiedenen Kunstströmungen, wobei er die Entwicklung seiner Sammlung und die Bedeutung von Künstlerbeziehungen hervorhebt.
Die LAS Foundation und Lichtkunst
Die LAS Foundation, die Fischer mitbegründete, konzentriert sich auf Lichtkunst und deren Integration in die moderne Kunstszene. Fischer erläutert, wie Kunst als Medium zur Auseinandersetzung mit der digitalisierten Welt dient und betont die Rolle von Künstlern als Forscher in diesem Kontext.
Engagement für Kunstvereine
Fischer spricht über die Bedeutung von Kunstvereinen als kreative Labore, die neue Ausdrucksformen und Experimente fördern. Er hebt die Wichtigkeit von bürgerschaftlichem Engagement für die Kunstszene hervor und erzählt von seiner eigenen ersten Begegnung mit Kunst in einem Kunstverein.
Umbrüche in der Kunst
Der Podcast thematisiert auch die Kunstströmung der neuen Sachlichkeit und deren historische Bedeutung. Fischer erklärt, wie diese Zeit von gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war und reflektiert über ihre Relevanz für die heutige Kunstproduktion.
Aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Umbrüche
Fischer diskutiert die Herausforderungen und Veränderungen, die durch technologische Entwicklungen wie Quantencomputing und Raumfahrtprogramme entstehen. Er sieht die Künstler als Seismografen der Gesellschaft, die auf diese Umbrüche reagieren und neue Perspektiven schaffen.

S1|F5 - Ein Apfelbaum in der Nachmittagssonne. Eine falsche Signatur. Und ein zorniger Ernst Ludwig Kirchner.
Erna Schilling und Ernst Ludwig Kirchner
Erna Schilling, eine vielseitige Künstlerin und Managerin, trat in den frühen 1910er Jahren mit ihrer Schwester im Berliner Varieté auf und wurde die Lebensgefährtin und Managerin des Malers Ernst Ludwig Kirchner. Sie verkaufte einige seiner Werke, darunter ein bemerkenswertes Gemälde, das Kirchner selbst nicht mochte.
Der Verkauf des Gemäldes
Im Jahr 1918 verkaufte Erna ein impressionistisches Bild, signiert als E.Kirner, an den Kunstsammler Paul Rauert. Kirchner war empört über den Verkauf und bezeichnete das Bild als eine „Zufallsprobe“, die seine künstlerische Integrität gefährdete.
Kirchners Lebensumstände und Tod
Ernst Ludwig Kirchner kämpfte mit Depressionen und Drogenabhängigkeit, was zu seinem Selbstmord im Jahr 1938 führte. Erna war in seinen letzten Stunden bei ihm und kümmerte sich um seinen Nachlass, auch wenn sie unverheiratet blieb.
Provenienzforschung und Wiederentdeckung des Gemäldes
Die Provenienz des Gemäldes wurde durch intensive Recherchen und die Entdeckung von Dokumenten, die Ernas Verkauf bestätigten, rekonstruiert. Das Bild erhielt schließlich einen Katalogeintrag und erzielte bei einer Auktion über eine Million Euro.
Die Rolle von Erna Schilling
Erna Schilling spielte eine entscheidende Rolle in Kirchners Karriere, indem sie als Managerin agierte und seine Werke verkaufte. Ihre Unterschrift auf den Gemälden wird als „Erna-Signatur“ bezeichnet und zeigt die einzigartigen Umstände ihrer Zusammenarbeit.

S1|F4 - Ein kalter Winter. Eine kränkelnde Else Lasker-Schüler. Und eine Auktion voller Flops.
Die Künstlerische Bohème in Berlin
Vor dem Ersten Weltkrieg trifft sich die künstlerische Bohème im Café Größenwahn in Berlin. Dort sind bedeutende Persönlichkeiten wie Joachim Ringelnatz, Oskar Kokoschka und Karl Kraus anzutreffen. Die Dichterin Else Lasker-Schüler, krank und verarmt, arbeitet an ihrem Briefroman, während sie sich um ihren Sohn Paul kümmert.
Der finanzielle Ruin und die Benefizauktion
Um Else Lasker-Schüler in ihrer Not zu helfen, organisieren ihre Freunde eine Benefizauktion, bei der Werke von Künstlern versteigert werden, um Geld für sie zu sammeln. Trotz des mangelhaften Erlöses von 1600 Mark überlebt sie vorerst.
Die Verbindung zu Otto Müller
Ein besonderes Kunstwerk von Otto Müller, das zur Auktion gespendet wurde, zeigt eine Verbindung zwischen ihm und Lasker-Schüler. Die Provenienzforschung zeigt, dass dieses Werk möglicherweise eine bedeutende Rolle in der Kunstgeschichte spielt.
Die Herausforderungen der Provenienzforschung
Die Forscherinnen Tanja Beutin und Agnes Thum diskutieren die Schwierigkeiten, die mit der Nachverfolgung der Herkunft von Kunstwerken verbunden sind, insbesondere während der NS-Zeit, als viele Werke als "entartet" eingestuft wurden.
Rückkehr des Kunstwerks
Nach zahlreichen Recherchen kehrt das Kunstwerk schließlich in die Kunsthalle Mannheim zurück, wo es heute ausgestellt werden kann. Dies zeigt, wie Kunstwerke oft ihren Weg zurück zu ihren Wurzeln finden.