Angehörigsein
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Angehörigsein

HPE Österreich

Beschreibung

In dem Podcast von HPE – Hilfe für Angehörige psychisch erkrankter Menschen sprechen wir darüber, was Angehörige, Freunde und Freundinnen von Menschen mit psychischen Erkrankungen bewegt. Wir teilen Informationen, die hilfreich sein können, erzählen von individuellen Erfahrungen und zeigen neue Perspektiven auf – alles rund ums Angehörigsein eben.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

#004 | Mental Load von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

30.06.2026

Einführung in das Thema Mental Load

In dieser Folge des Podcasts wird das Konzept des "Mental Load" von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen behandelt. Es wird erklärt, dass Mental Load nicht nur die sichtbaren Aufgaben wie Kochen oder Putzen umfasst, sondern auch die unsichtbaren, emotionalen und organisatorischen Belastungen, die Angehörige tragen müssen.

Ursachen und Herausforderungen

Die Expertinnen diskutieren, dass Angehörige, insbesondere Frauen, oft einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Mental Load tragen. Dies liegt nicht nur an der zusätzlichen Verantwortung in Krisensituationen, sondern auch an gesellschaftlichen Erwartungen und der ungleichen Verteilung von Fürsorgearbeit. Faktoren wie fehlende Unterstützungssysteme und der Druck, alles allein bewältigen zu müssen, werden ebenfalls angesprochen.

Gesundheitliche Folgen und Selbstfürsorge

Ein dauerhaft hoher Stresslevel kann zu psychischen und physischen Erkrankungen führen. Die Expertinnen betonen die Bedeutung der Selbstfürsorge und der Notwendigkeit, Pausen von der Fürsorgearbeit zu nehmen. Nur wenn Angehörige auf sich selbst achten, können sie auch für andere da sein.

Rolle des Umfelds

Das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle bei der Entlastung von Angehörigen. Konkrete Hilfsangebote und das offene Ansprechen von Belastungen können helfen, den Mental Load zu reduzieren. Die Expertinnen empfehlen, dass das Umfeld aktiver nachfragt und Unterstützung anbietet.

Strukturelle Veränderungen

Es wird betont, dass gesellschaftliche und politische Veränderungen notwendig sind, um die Belastungen von Angehörigen zu erkennen und zu reduzieren. Fürsorgearbeit sollte als Arbeit anerkannt und entsprechend unterstützt werden. Dies umfasst auch die Forderung nach besserer Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Fürsorgearbeit.

Abschlussgedanken

Die Episode schließt mit der Botschaft, dass Angehörige nicht allein sind und dass es wichtig ist, ihre eigenen Bedürfnisse anzuerkennen. Der Austausch in Selbsthilfegruppen und die Unterstützung durch das soziale Umfeld sind essenziell für die Entlastung.

Einführung in das Thema Mental Load

In dieser Folge des Podcasts wird das Konzept des "Mental Load" von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen behandelt. Es wird erklärt, dass Mental Load nicht nur die sichtbaren Aufgaben wie Kochen oder Putzen umfasst, sondern auch die unsichtbaren, emotionalen und organisatorischen Belastungen, die Angehörige tragen müssen.

Ursachen und Herausforderungen

Die Expertinnen diskutieren, dass Angehörige, insbesondere Frauen, oft einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Mental Load tragen. Dies liegt nicht nur an der zusätzlichen Verantwortung in Krisensituationen, sondern auch an gesellschaftlichen Erwartungen und der ungleichen Verteilung von Fürsorgearbeit. Faktoren wie fehlende Unterstützungssysteme und der Druck, alles allein bewältigen zu müssen, werden ebenfalls angesprochen.

Gesundheitliche Folgen und Selbstfürsorge

Ein dauerhaft hoher Stresslevel kann zu psychischen und physischen Erkrankungen führen. Die Expertinnen betonen die Bedeutung der Selbstfürsorge und der Notwendigkeit, Pausen von der Fürsorgearbeit zu nehmen. Nur wenn Angehörige auf sich selbst achten, können sie auch für andere da sein.

Rolle des Umfelds

Das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle bei der Entlastung von Angehörigen. Konkrete Hilfsangebote und das offene Ansprechen von Belastungen können helfen, den Mental Load zu reduzieren. Die Expertinnen empfehlen, dass das Umfeld aktiver nachfragt und Unterstützung anbietet.

Strukturelle Veränderungen

Es wird betont, dass gesellschaftliche und politische Veränderungen notwendig sind, um die Belastungen von Angehörigen zu erkennen und zu reduzieren. Fürsorgearbeit sollte als Arbeit anerkannt und entsprechend unterstützt werden. Dies umfasst auch die Forderung nach besserer Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Fürsorgearbeit.

Abschlussgedanken

Die Episode schließt mit der Botschaft, dass Angehörige nicht allein sind und dass es wichtig ist, ihre eigenen Bedürfnisse anzuerkennen. Der Austausch in Selbsthilfegruppen und die Unterstützung durch das soziale Umfeld sind essenziell für die Entlastung.

#003 | Betreutes Wohnen – was Angehörige wissen sollten

30.05.2026

Unterschiede zwischen teil- und vollbetreutem Wohnen

Teilbetreutes Wohnen ermöglicht eigenständigen Wohnraum mit aufsuchender Betreuung; Vollbetreutes Wohnen bietet Wohnraum, Verpflegung und Betreuung als Paket in einer gemeinschaftlicheren Struktur. Finanzielle Folgen unterscheiden sich: Teilbetreutes Wohnen verlangt meist selbständige Kostenbeteiligung, während beim Vollbetreuten die Einrichtung größere Kosten übernimmt und 80 Prozent des Einkommens abgeführt werden müssen. Struktur und Nähe zur Gemeinschaft unterscheiden sich dadurch deutlich.

Abläufe, Voraussetzungen und Finanzierung

Voraussetzung ist in der Regel eine psychische Erkrankung, geprüft durch den Kostenträger des jeweiligen Bundeslandes. Anträge, Diagnosen und Kostenträger entscheiden über die Kostenübernahme. Vormerkungen können lange Wartezeiten bedeuten. In einigen Modellen besteht die Möglichkeit eigener Mieterträge, während andere Organisationen Mietverträge übernehmen. Infogespräche helfen, passende Formen zu klären und Übergänge zu planen.

Rolle der Angehörigen und Beteiligung

Angehörige können in Infogespräche einbezogen werden, um Wünsche und Sorgen zu äußern. Helferinnenkonferenzen ermöglichen Abstimmung zwischen Klientin, Betreuungsteam und Beziehungsnetz. Kontakte mit Mitarbeitenden richten sich danach, wer informiert werden darf. Das Netz aus Ärztinnen, Tagesstrukturen und Betreuungen bleibt zentral, um die Begleitung individuell zu gestalten.

Entlastung, Chancen und Herausforderungen

Distanz und räumliche Trennung können Entlastung bringen, während das Management von Beihilfen ebenfalls Erleichterung bedeuten kann. Für manche Angehörige entsteht Verlustwahrnehmung, doch neue Freiräume ermöglichen wiederkehrende Begegnungen außerhalb des Alltags. Positive Beispiele zeigen, dass Autonomie wächst, wenn Unterstützung behutsam angepasst wird und ehemals feste Muster später durch neue Wege ersetzt werden.

Unterschiede zwischen teil- und vollbetreutem Wohnen

Teilbetreutes Wohnen ermöglicht eigenständigen Wohnraum mit aufsuchender Betreuung; Vollbetreutes Wohnen bietet Wohnraum, Verpflegung und Betreuung als Paket in einer gemeinschaftlicheren Struktur. Finanzielle Folgen unterscheiden sich: Teilbetreutes Wohnen verlangt meist selbständige Kostenbeteiligung, während beim Vollbetreuten die Einrichtung größere Kosten übernimmt und 80 Prozent des Einkommens abgeführt werden müssen. Struktur und Nähe zur Gemeinschaft unterscheiden sich dadurch deutlich.

Abläufe, Voraussetzungen und Finanzierung

Voraussetzung ist in der Regel eine psychische Erkrankung, geprüft durch den Kostenträger des jeweiligen Bundeslandes. Anträge, Diagnosen und Kostenträger entscheiden über die Kostenübernahme. Vormerkungen können lange Wartezeiten bedeuten. In einigen Modellen besteht die Möglichkeit eigener Mieterträge, während andere Organisationen Mietverträge übernehmen. Infogespräche helfen, passende Formen zu klären und Übergänge zu planen.

Rolle der Angehörigen und Beteiligung

Angehörige können in Infogespräche einbezogen werden, um Wünsche und Sorgen zu äußern. Helferinnenkonferenzen ermöglichen Abstimmung zwischen Klientin, Betreuungsteam und Beziehungsnetz. Kontakte mit Mitarbeitenden richten sich danach, wer informiert werden darf. Das Netz aus Ärztinnen, Tagesstrukturen und Betreuungen bleibt zentral, um die Begleitung individuell zu gestalten.

Entlastung, Chancen und Herausforderungen

Distanz und räumliche Trennung können Entlastung bringen, während das Management von Beihilfen ebenfalls Erleichterung bedeuten kann. Für manche Angehörige entsteht Verlustwahrnehmung, doch neue Freiräume ermöglichen wiederkehrende Begegnungen außerhalb des Alltags. Positive Beispiele zeigen, dass Autonomie wächst, wenn Unterstützung behutsam angepasst wird und ehemals feste Muster später durch neue Wege ersetzt werden.

#002 | In Beziehung bleiben

27.04.2026

Beziehung als Kern der Genesung und des Wohlbefindens

Beziehungen stehen zentral für das Wohlbefinden und die Genesung von Menschen mit psychischen Krisen. Die Begleitung erfolgt oft als kleines Team, in dem die betroffene Person gehört wird und Konflikte zu einer neuen Basis führen können. Vertrauensvolle Räume, in denen alle wichtigen Personen gehört werden, ermöglichen Sicherheit, Entlastung und das gemeinsame Wachsen in der Beziehungsqualität.

Praktische Ansätze und wesentliche Prinzipien

Offener Dialog bietet eine strukturierte Form der Zusammenarbeit, bei der zu Hause oder an einem neutralen Ort mehrere Unterstützerinnen zusammenkommen. Die Grundprinzipien umfassen langsames Reagieren, respektvolle Sprache, das Wahrnehmen positiver Aspekte und die Vielstimmigkeit von Perspektiven (Polyphonie). Diese Herangehensweise soll Beziehungen stabilisieren, ohne Druck auf Entscheidungen zu erzeugen.

Zudem werden Werkzeuge wie SET (Unterstützung, Verständnis, Wahrheit) genutzt, um Konflikte respektvoll zu navigieren und klare Grenzen zu ziehen. Das Verständnis, dass Wahrnehmungen oft unterschiedliche Erklärungen haben, hilft, Empathie zu fördern und das Leiden der Betroffenen zu mildern, ohne die Beziehung zu gefährden.

Beziehung zu sich selbst, Grenzen und Selbstfürsorge

Die Beziehung zu sich selbst ist eine zentrale Referenz für Angehörige. Körperliche Signale, innere Dialoge und bewusste Pausen helfen, sich nicht zu verlieren. Kleine, realistische Grenzen schützen die Verbindung: Zeiten der Ruhe, klare Ansagen und das Erkennen eigener Belastungsgrenzen ermöglichen nachhaltige Unterstützung.

Symbiose in der frühen Phase der Krise zuzulassen, bedeutet Nähe anzubieten, aber auch Abstand zu wahren, damit beide Seiten Raum finden. Methoden wie Berührung, gemeinsames Erleben und das bewusste Einfühlen in die Situation der anderen Person stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl, ohne die eigene Balance zu gefährden.

Systemische Perspektive und Ausblick auf Beziehungsarbeit

Das Gesundheitssystem stellt oft strukturelle Hürden dar, weshalb gelingende Beziehungen in der Praxis meist extra Ressourcen benötigen. Offene Dialogformate zeigen Potenzial, doch müssen systemische Veränderungen folgen. Das Ziel bleibt, Beziehungen in allen Ebenen zu stärken, ohne Druck oder Zwang, und dabei die Bedürfnisse von Angehörigen, Betroffenen und Fachpersonen gleichermaßen ernst zu nehmen.

Beziehung als Kern der Genesung und des Wohlbefindens

Beziehungen stehen zentral für das Wohlbefinden und die Genesung von Menschen mit psychischen Krisen. Die Begleitung erfolgt oft als kleines Team, in dem die betroffene Person gehört wird und Konflikte zu einer neuen Basis führen können. Vertrauensvolle Räume, in denen alle wichtigen Personen gehört werden, ermöglichen Sicherheit, Entlastung und das gemeinsame Wachsen in der Beziehungsqualität.

Praktische Ansätze und wesentliche Prinzipien

Offener Dialog bietet eine strukturierte Form der Zusammenarbeit, bei der zu Hause oder an einem neutralen Ort mehrere Unterstützerinnen zusammenkommen. Die Grundprinzipien umfassen langsames Reagieren, respektvolle Sprache, das Wahrnehmen positiver Aspekte und die Vielstimmigkeit von Perspektiven (Polyphonie). Diese Herangehensweise soll Beziehungen stabilisieren, ohne Druck auf Entscheidungen zu erzeugen.

Zudem werden Werkzeuge wie SET (Unterstützung, Verständnis, Wahrheit) genutzt, um Konflikte respektvoll zu navigieren und klare Grenzen zu ziehen. Das Verständnis, dass Wahrnehmungen oft unterschiedliche Erklärungen haben, hilft, Empathie zu fördern und das Leiden der Betroffenen zu mildern, ohne die Beziehung zu gefährden.

Beziehung zu sich selbst, Grenzen und Selbstfürsorge

Die Beziehung zu sich selbst ist eine zentrale Referenz für Angehörige. Körperliche Signale, innere Dialoge und bewusste Pausen helfen, sich nicht zu verlieren. Kleine, realistische Grenzen schützen die Verbindung: Zeiten der Ruhe, klare Ansagen und das Erkennen eigener Belastungsgrenzen ermöglichen nachhaltige Unterstützung.

Symbiose in der frühen Phase der Krise zuzulassen, bedeutet Nähe anzubieten, aber auch Abstand zu wahren, damit beide Seiten Raum finden. Methoden wie Berührung, gemeinsames Erleben und das bewusste Einfühlen in die Situation der anderen Person stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl, ohne die eigene Balance zu gefährden.

Systemische Perspektive und Ausblick auf Beziehungsarbeit

Das Gesundheitssystem stellt oft strukturelle Hürden dar, weshalb gelingende Beziehungen in der Praxis meist extra Ressourcen benötigen. Offene Dialogformate zeigen Potenzial, doch müssen systemische Veränderungen folgen. Das Ziel bleibt, Beziehungen in allen Ebenen zu stärken, ohne Druck oder Zwang, und dabei die Bedürfnisse von Angehörigen, Betroffenen und Fachpersonen gleichermaßen ernst zu nehmen.