Mehr als Töne - Musikpädagogik und Gesellschaft
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Mehr als Töne - Musikpädagogik und Gesellschaft

Daniela Bartels

Beschreibung

Willkommen bei diesem Podcast für Musiklehrer:innen, Musikpädagog:innen und musikalische Leitungspersönlichkeiten!

Mein Name ist Daniela Bartels, ich bin Musikpädagogin und seit Oktober 2025 Professsorin für Musik und ihre Didaktik an der Universität Münster. Seit 2013 beschäftige ich mich mit der Frage, welche gesellschaftlichen Werte musikalisches und musikpädagogisches Handeln haben kann. Dazu gehören Fragen wie: Welche Werte verfolgen musikalische Leitungspersönlichkeiten beim Musizieren mit ihren Gruppen? Und welche Auswirkungen hat das auf die Menschen in diesen Gruppen?

Darum kommen in diesem Podcast Menschen zu Wort, die schöne, spannende und persönliche Dinge über ihren Umgang mit Musik und anderen Menschen zu erzählen haben:

Musikpädagogik-Studierende denken darüber nach und erzählen davon, wie sie durch ihre pädagogische Arbeit Einfluss auf das gesellschaftliche Zusammenleben nehmen und es mitgestalten können. Professor:innen stehen ihnen Rede und Antwort. Junge und erfahrene Laien- und Profi-Musiker:innen sprechen über das Musikmachen mit anderen, und Forscher:innen teilen ihr Fachwissen über die Bedeutungen von Musik für Menschen...

All diese verschiedenen Stimmen sollen (angehende) Musiklehrer:innen und musikalische Leitungspersönlichkeiten dazu inspirieren, über die Werte ihres eigenen Handelns für die Gesellschaft nachzudenken.

Für unseren Erfahrungsaustausch und Feedback zu den einzelnen Folgen gibt es unter jeder Folge ein Kommentarfeld, das gern genutzt werden darf... Denn es ist immer schön, ein Feedback zu bekommen!

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

„Danke, dass Du mir die Tür öffnest...“

14.08.2026

Einleitung und Kontext

In dieser Episode wird das Konzept des Artistic Citizenship vorgestellt, das bürgerschaftliches Engagement von KünstlerInnen beschreibt, die ihre Kunst mit verschiedenen Gemeinschaften teilen und gemeinsam aktiv werden. Die Diskussion beleuchtet auch die Bedeutung von Bescheidenheit und den Zugang zur Musik in Einrichtungen, die oft als sozial benachteiligt gelten.

Musetica und Artistic Citizenship

Isabel Aguirre, Geschäftsführerin von Musetica, erklärt die Arbeit der Organisation, die MusikerInnen und deren Engagement für soziale Projekte fördert, während sie gleichzeitig ihre künstlerische Praxis erweitern. Die MusikerInnen spielen Konzerte in verschiedenen Einrichtungen, um die Barrieren zwischen klassischer Musik und der breiten Öffentlichkeit abzubauen.

Erfahrungen in Einrichtungen

Studierende berichten von ihren Erfahrungen bei Konzerten in Seniorenheimen, Jugendvollzugsanstalten und Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie reflektieren über die Reaktionen des Publikums und die Bedeutung der Interaktion zwischen Musikern und Zuhörern. Die Gespräche nach den Konzerten sind entscheidend, um authentische Fragen und Emotionen zuzulassen.

Musikvermittlung und Dialog

Die Episode behandelt auch die Rolle der Musikvermittlung und die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen Künstlern und Publikum. Die Diskussion zeigt, dass eine Mischung aus musikalischer Darbietung und anschließenden Gesprächen einen Raum für Verständnis und Teilhabe schafft, besonders in einem inklusiven Kontext.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Abschließend wird die Wichtigkeit der sozialen Dimension der Musik hervorgehoben und wie Projekte wie Musetica dazu beitragen, die Kluft zwischen klassischer Musik und verschiedenen Gesellschaftsgruppen zu überbrücken. Die Episode endet mit dem Wunsch, weiterhin solche Initiativen zu fördern und die Zugänglichkeit von Musik für alle zu gewährleisten.

Einleitung und Kontext

In dieser Episode wird das Konzept des Artistic Citizenship vorgestellt, das bürgerschaftliches Engagement von KünstlerInnen beschreibt, die ihre Kunst mit verschiedenen Gemeinschaften teilen und gemeinsam aktiv werden. Die Diskussion beleuchtet auch die Bedeutung von Bescheidenheit und den Zugang zur Musik in Einrichtungen, die oft als sozial benachteiligt gelten.

Musetica und Artistic Citizenship

Isabel Aguirre, Geschäftsführerin von Musetica, erklärt die Arbeit der Organisation, die MusikerInnen und deren Engagement für soziale Projekte fördert, während sie gleichzeitig ihre künstlerische Praxis erweitern. Die MusikerInnen spielen Konzerte in verschiedenen Einrichtungen, um die Barrieren zwischen klassischer Musik und der breiten Öffentlichkeit abzubauen.

Erfahrungen in Einrichtungen

Studierende berichten von ihren Erfahrungen bei Konzerten in Seniorenheimen, Jugendvollzugsanstalten und Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie reflektieren über die Reaktionen des Publikums und die Bedeutung der Interaktion zwischen Musikern und Zuhörern. Die Gespräche nach den Konzerten sind entscheidend, um authentische Fragen und Emotionen zuzulassen.

Musikvermittlung und Dialog

Die Episode behandelt auch die Rolle der Musikvermittlung und die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen Künstlern und Publikum. Die Diskussion zeigt, dass eine Mischung aus musikalischer Darbietung und anschließenden Gesprächen einen Raum für Verständnis und Teilhabe schafft, besonders in einem inklusiven Kontext.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Abschließend wird die Wichtigkeit der sozialen Dimension der Musik hervorgehoben und wie Projekte wie Musetica dazu beitragen, die Kluft zwischen klassischer Musik und verschiedenen Gesellschaftsgruppen zu überbrücken. Die Episode endet mit dem Wunsch, weiterhin solche Initiativen zu fördern und die Zugänglichkeit von Musik für alle zu gewährleisten.

„Ein Explorationsraum für Lehrerinnen und Lehrer"

15.06.2026

Die Bedeutung von Lehrerlernen

Lehrpersonen sollten die Möglichkeit erkennen, selbst zu lernen und zu wachsen. Projekte in Schulen sollten nicht nur als explorative Erfahrungen betrachtet werden, sondern auch als Gelegenheiten zur eigenen Entwicklung.

Markus Kohnen und Projektlernen

Markus Kohnen, ein Chemie- und Biolehrer sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter, spricht über seine Erfahrungen im Projektlernen. Er betont, dass das Lernen von Prozessen wichtiger ist als das Endprodukt, und dass Lehrpersonen ihren Fokus darauf legen sollten, was Schüler in diesen Lernprozessen entdecken und lernen.

Kreativität und Struktur in Projekten

Im Gespräch wird die Balance zwischen kreativer Freiheit der Schüler und notwendigen Strukturierungshilfen thematisiert. Kohnen schlägt vor, dass Lehrkräfte den Schülern helfen sollten, ihre eigenen Strukturen zu entwickeln, anstatt ihnen vorgefertigte Leitfäden aufzuzwingen.

Reflexion und Partizipation

Ein zentrales Thema ist auch die Reflexion nach Projekten, die oft zu kurz kommt. Kohnen hebt hervor, dass Partizipation nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer wichtig ist, um eine offene und unterstützende Lernumgebung zu schaffen.

Lebenswerte Existenz und Nachhaltigkeit

Das Gespräch schließt mit der Frage nach einer lebenswerten Existenz, die über Grundbedürfnisse hinausgeht und auch gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung umfasst. Kohnen betont die Notwendigkeit, dass junge Menschen aktiv in die Gestaltung ihrer Zukunft einbezogen werden.

Die Bedeutung von Lehrerlernen

Lehrpersonen sollten die Möglichkeit erkennen, selbst zu lernen und zu wachsen. Projekte in Schulen sollten nicht nur als explorative Erfahrungen betrachtet werden, sondern auch als Gelegenheiten zur eigenen Entwicklung.

Markus Kohnen und Projektlernen

Markus Kohnen, ein Chemie- und Biolehrer sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter, spricht über seine Erfahrungen im Projektlernen. Er betont, dass das Lernen von Prozessen wichtiger ist als das Endprodukt, und dass Lehrpersonen ihren Fokus darauf legen sollten, was Schüler in diesen Lernprozessen entdecken und lernen.

Kreativität und Struktur in Projekten

Im Gespräch wird die Balance zwischen kreativer Freiheit der Schüler und notwendigen Strukturierungshilfen thematisiert. Kohnen schlägt vor, dass Lehrkräfte den Schülern helfen sollten, ihre eigenen Strukturen zu entwickeln, anstatt ihnen vorgefertigte Leitfäden aufzuzwingen.

Reflexion und Partizipation

Ein zentrales Thema ist auch die Reflexion nach Projekten, die oft zu kurz kommt. Kohnen hebt hervor, dass Partizipation nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer wichtig ist, um eine offene und unterstützende Lernumgebung zu schaffen.

Lebenswerte Existenz und Nachhaltigkeit

Das Gespräch schließt mit der Frage nach einer lebenswerten Existenz, die über Grundbedürfnisse hinausgeht und auch gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung umfasst. Kohnen betont die Notwendigkeit, dass junge Menschen aktiv in die Gestaltung ihrer Zukunft einbezogen werden.

„Haltungen sind nicht curriculumsfähig“

16.04.2026

Perspektive der Cultural Studies auf Musikpädagogik

Die Cultural-Studies-Perspektive betont, wie Menschen Musik bedeutsam zuordnen und welche Bedeutungen ihnen Musik vermittelt. Musik wird nicht nur als Werk, sondern als Erfahrung gesehen, die Identitäten formt und soziale Beziehungen produziert. Der Fokus liegt darauf, warum Hörende bestimmte Musik wählen, wie Sinn entsteht und wie Kulturpraxis in Alltag und Bildung verwoben ist, sodass Lernende aktiv an Bedeutungserzeugung teilnehmen.

Heilsversprechen von Musik und Machtstrukturen

Es wird kritisch beobachtet, dass Musik oft als Allheilmittel dargestellt wird: glücklich, schlau, existenziell bedeutsam. Solche Zuschreibungen verfestigen Machtverhältnisse, schließen Formen aus und stigmatisieren Hörerinnen und Hörer. Historisch zeigt sich, wie Musik zur Status- und Klassendifferenz dient. Die Perspektive hebt hervor, dass Deutungshoheit, Anerkennung und Machtprozesse im Unterricht reflektiert werden müssen, um diskriminierende Zuschreibungen abzubauen.

Unterrichtspraktiken und Paradigmenwechsel

Im Unterricht wird vorgeschlagen, Lernende als Akteurinnen zu sehen und ihre Musikbezüge ernst zu nehmen. Statt Empfehlungen zu geben, gilt es, neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen und Dialog zu ermöglichen. Durch gemeinsame Erkundung von Irritationen, Kontexten und Klangtraditionen entsteht ein Zugang zu Vielfalt. Populäre Kultur dient als Brücke, um Lebenswelt, Identität und Geschichte der Lernenden zu verstehen und den Unterricht als gemeinsamen Lernraum zu gestalten.

Strukturen, Curricula und pädagogische Freiräume

Institutionen balancieren zwischen Curricula, Abituranforderungen und didaktischer Freiheit. Haltungen lassen sich schwer in Kerncurricula fassen, weshalb Lehrkräfte Vertrauen, Ausbildung und einen sicheren Rahmen benötigen. Ziel ist es, Zugänge zu Vielfalt zu ermöglichen, without demonizing bestimmter Musikformen, und dabei Respekt, Reflexion und Kooperation in den Fokus zu rücken—ohne instrumentalisierte Zweckorientierung.

Perspektive der Cultural Studies auf Musikpädagogik

Die Cultural-Studies-Perspektive betont, wie Menschen Musik bedeutsam zuordnen und welche Bedeutungen ihnen Musik vermittelt. Musik wird nicht nur als Werk, sondern als Erfahrung gesehen, die Identitäten formt und soziale Beziehungen produziert. Der Fokus liegt darauf, warum Hörende bestimmte Musik wählen, wie Sinn entsteht und wie Kulturpraxis in Alltag und Bildung verwoben ist, sodass Lernende aktiv an Bedeutungserzeugung teilnehmen.

Heilsversprechen von Musik und Machtstrukturen

Es wird kritisch beobachtet, dass Musik oft als Allheilmittel dargestellt wird: glücklich, schlau, existenziell bedeutsam. Solche Zuschreibungen verfestigen Machtverhältnisse, schließen Formen aus und stigmatisieren Hörerinnen und Hörer. Historisch zeigt sich, wie Musik zur Status- und Klassendifferenz dient. Die Perspektive hebt hervor, dass Deutungshoheit, Anerkennung und Machtprozesse im Unterricht reflektiert werden müssen, um diskriminierende Zuschreibungen abzubauen.

Unterrichtspraktiken und Paradigmenwechsel

Im Unterricht wird vorgeschlagen, Lernende als Akteurinnen zu sehen und ihre Musikbezüge ernst zu nehmen. Statt Empfehlungen zu geben, gilt es, neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen und Dialog zu ermöglichen. Durch gemeinsame Erkundung von Irritationen, Kontexten und Klangtraditionen entsteht ein Zugang zu Vielfalt. Populäre Kultur dient als Brücke, um Lebenswelt, Identität und Geschichte der Lernenden zu verstehen und den Unterricht als gemeinsamen Lernraum zu gestalten.

Strukturen, Curricula und pädagogische Freiräume

Institutionen balancieren zwischen Curricula, Abituranforderungen und didaktischer Freiheit. Haltungen lassen sich schwer in Kerncurricula fassen, weshalb Lehrkräfte Vertrauen, Ausbildung und einen sicheren Rahmen benötigen. Ziel ist es, Zugänge zu Vielfalt zu ermöglichen, without demonizing bestimmter Musikformen, und dabei Respekt, Reflexion und Kooperation in den Fokus zu rücken—ohne instrumentalisierte Zweckorientierung.