
(R)Ohrpost Der Energiewende-Podcast von OGE
Nina-Maria Haupt & Lisa Jolk
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Wie kommen Gasleitungen in den Boden?
Bauablauf und Zielsetzungen
Der Bau einer Leitung umfasst Voruntersuchungen, Rechtserwerb, Roh- und Tiefbau sowie schrittweises Verlegen der Rohre. Parallelisierte Arbeiten ermöglichen Zeitersparnisse, während Annahmen geprüft und ggf. angepasst werden. Nach Abschluss der Verfüllung folgt die Rekultivierung der Flächen. Der Prozess variiert je nach Projektvolumen und Komplexität, wobei Sicherheit und spätere Nutzbarkeit der Fläche zentrale Ziele bleiben.
Planfeststellung, Rechte an der Fläche und Trassenwahl
Für Großvorhaben erfolgen öffentlich-rechtliche Genehmigungen im Planfeststellungsverfahren, ergänzt durch privatrechtliche Vereinbarungen mit Eigentümern. Die Trassenwahl berücksichtigt Naturschutz, Forstwirtschaft, Infrastruktur und Bündelung vorhandener Leitungen. Dialogveranstaltungen informieren Betroffene, während Vorzugstrassen als Grundlage dienen und individuelle Bedenken abgewogen werden.
Bauphasen, Fachgewerke und Umweltaspekte
Zum Bau gehören Rohbau, Wasserhaltung, Verschweißen der Rohre und der Grabenabbau. Spezielle Bauwerke wie geschlossene Querungen, Hochspannungsabstimmung oder Hindernisse erfordern Subunternehmer. Umwelt- und Naturschutzauflagen steuern Bauzeiten, Schutzzäune und artenschutzrechtliche Vorgaben, unterstützt durch ökologische Baubegleitung und bodenkundliche Begleitung.
Betrieb, Sicherheit und Wissensweitergabe
Nach der Fertigstellung bleibt die Leitung überwacht, mit regelmäßigen Begehungen und Molchungen. Hochspannungsbeeinflussungen, parallele Leitungen und notwendige Gegenmaßnahmen erfordern sorgfältige Planung. Ein Generationenwechsel im Team wird durch Mentoring und Praxisübertragung gestaltet, um Erfahrungen langfristig zu sichern.

Kann die Versorgung in Gefahr geraten? Wofür wir digitale Resilienz brauchen
Digitale Resilienz als Kernkonzept
Im Gespräch wird digitale Resilienz als Fähigkeit beschrieben, Geschäftsprozesse auch bei Störungen wie Cyberangriffen aufrechtzuerhalten oder rasch wiederherzustellen. Sie umfasst IT-Sicherheit, Cybersecurity und organisatorische Vorbereitung. Ein Schwerpunkt liegt auf Training, Routine und klaren Abläufen, damit Mitarbeitende in Stresssituationen ruhig handeln und Prozesse nicht unterbrechen.
Training, Abläufe und Rollen
Es wird betont, dass der Mitarbeitende der größte Angriffsvektor ist. Schulungen, Checklisten, Business Continuity und Reaktionsübungen helfen, schnell und koordiniert zu reagieren. Ein SOC dient zur Abwehr von Attacken, während vorab definierte Abläufe sicherstellen, dass Kommunikation, Backup-Systeme und Notfallpläne greifen.
Digitale Souveränität und Sicherheit der Infrastruktur
Digitale Souveränität wird als notwendiges Gegenstück zur Resilienz beschrieben. Entscheidungen betreffen, wo Daten abgelegt werden, und welche Anbieter dezentral steuerbar sind. Ziel ist, zentrale Abhängigkeiten zu minimieren, sensible Daten in Europa zu halten und robuste Verträge mit europäischen oder europäischen-inspirierten Anbietern zu schließen.
Digitale Zwillinge und konkrete Anwendungen
Digitale Zwillinge werden als Abbild physischer Anlagen genutzt, um Betriebssicherheit zu prüfen, Prozesse zu simulieren und Vorhersagen zu treffen. Anwendungsbeispiele reichen von Verdichterstationen bis zur End-to-End-Wasserstoffproduktion. KI unterstützt Wissensbewahrung, während Menschen Anforderungen präzise formulieren und prüfen, um sinnvoll zu arbeiten.

Konzernsicherheit: Wie schützt sich ein Gasnetzbetreiber?
Konzernsicherheit und BCM
Konzernsicherheit umfasst das ganzheitliche Sicherheitsmanagement auf strategischer, taktischer und operativer Ebene. Inhalte sind Unternehmenssicherheit, Krisenmanagement und Business Continuity Management (BCM). Ziel ist es, kritische Prozesse zu analysieren, Notfallpläne zu entwickeln und bei Ausfällen rasch den Normalbetrieb zu sichern, ohne Außenwirkung oder Werbung zu erzeugen.
Kritische Infrastruktur und Zusammenarbeit
Kritische Infrastruktur definiert Unternehmen, deren Versorgung viele Menschen betrifft. Im Gasnetz betreibt OGE rund 12.000 Kilometer Leitungen. Die Sicherheitsstrategie arbeitet eng mit Behörden und Branchen zusammen, um Lageeinschätzungen und Maßnahmen abzustimmen und Vorfälle deeskalierend zu managen.
Krisenstabsübungen und Organisation
Beüben von Krisenfällen ist Kern des BCM. Krisenstabsübungen involvieren Management, Netzsteuerung, Recht, Regulierung, IT und Kommunikation. Szenarien berücksichtigen interne wie externe Gefährdungen, um Handlungen in Notlagen zu trainieren und Ressourcen gezielt einzusetzen.
Erfahrungen und Blick in die Zukunft
Die Arbeit verbindet Behördenkontakte, Standorte in der Fläche und proaktives Handeln. Klimathemen, Drohnenrisiken und neue Gasströme beeinflussen die Planung, während Sicherheit als Enabling-Funktion verstanden wird, die Kerngeschäft sicherer macht.